Österreich: Versteckter Kulturkampf um den Ethikunterricht


(c) Peter Kufner
Schüler, die Religion besuchen, bekommen genug Ethik mit, aber wie viel Religion bekommen jene mit, die in Zukunft Ethik besuchen?

Die Presse.com

Seit einigen Tagen kann man für ein Volksbegehren unterschreiben, das einen „von Religion entkoppelten Ethikunterricht als Pflichtfach für alle Schüler von der ersten Schulstufe bis zur Matura“ verlangt. Die Unterschrift wäre vergebliche Liebesmüh, denn bekanntlich ist die Entscheidung schon anders gefallen: Ab dem Schuljahr 2020/21 wird in der AHS-Oberstufe und in den Polytechnischen Schulen zwar das Fach Ethik eingeführt, aber nicht für alle Schüler, sondern nur für jene, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, weil sie entweder konfessionslos sind oder vom Religionsunterricht abgemeldet wurden. Ab 2021 wird die Regelung dann auch für BHS und Berufsschulen gelten.

Unvermeidliche Entscheidung

Die Entscheidung des Bildungsministers war richtig, und sie war auch unvermeidlich. Sonst hätte man den verfassungsrechtlich (im Fall des katholischen durch einen völkerrechtlichen Vertrag) abgesicherten schulischen Religionsunterricht unweigerlich in eine Randexistenz im Schulgeschehen gedrängt, was zum Teil ja heute schon der Fall ist.

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