Kognitive Dissonanzen: B16 stellt provokante These zu Kirchenskandalen auf – Theologen sind entsetzt

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. © dpa / Gregorio Borgia
Der frühere Papst Benedikt hat sich zum sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche geäußert. Einen Hauptgrund für die Skandale sieht er weit außerhalb der Kirche.

Merkur.de

Für den emeritierten Papst Benedikt sind die 68er Jahre eine Ursache für den sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche. „Zu der Physiognomie der 68er-Revolution gehörte, dass nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde“, schrieb Benedikt in einem Aufsatz, den unter anderen das katholische Nachrichtennetzwerk CNA am Donnerstag veröffentlichte. Unabhängig davon hätte sich zeitgleich „ein Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte“.

Benedikt: „Geltende Maßstäbe vollkommen weggebrochen“ – Papst macht 68er für Missbrauchsskandale mitverantwortlich

Grund für die Krise der katholischen Kirche sei auch eine „Gottlosigkeit“. „Wieso konnte Pädophilie ein solches Ausmaß erreichen? Im letzten liegt der Grund in der Abwesenheit Gottes“, schreibt der deutsche Ex-Papst, der nächste Woche 92 Jahre alt wird.

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Bluttest auf Down-Syndrom: Hat der Bundestag da was nicht mitgekriegt?

In Marseille wird einer Schwangeren Blut abgenommen, März 2018. © Betrand Langlois/AFP/Getty Images
Mamas Blut, Babys Gene: Im Mutterleib Behinderungen aufspüren – längst geht das für mehr als nur das Down-Syndrom. Debattiert wird aber, als sei die Medizin von gestern.

Eine Analyse von Ulrich Bahnsen | ZEIT ONLINE

Das Erbgut eines Babys im Mutterleib untersuchen? Dazu genügt oft das Blut der Schwangeren. So lässt sich gut neun Wochen nach der Zeugung anhand einer Blutprobe testen, ob das Ungeborene das Down-Syndrom hat. Am Donnerstag debattiert der Bundestag nochmals öffentlich die Frage, der ZEIT ONLINE einen Schwerpunkt gewidmet hat: Sollen Kassen den Bluttest auf Down-Syndrom zahlen?

Am Ende wird es wieder nur um das Down-Syndrom gehen, wenn der Bundestag debattiert. Die einen Abgeordneten werden die ausufernde Kontrolle des werdenden Lebens kritisieren, die anderen betonen, dass werdende Eltern ein Recht hätten, bestmöglich über die Gesundheit des ungeborenen Kindes Bescheid zu wissen. Aber immer wird dabei nur von Trisomie 21 die Rede sein, vom Down-Syndrom.

Die Pränataldiagnostik hat die ethische Debatte längst überholt

Nur: Während der Bundestag streitet, sind in Deutschland schon Tests auf dem Markt, die viel mehr können. Tests, die aus dem Blut der Mutter und dem Erbgut des Vaters zig, gar hunderte genetische und erbliche Krankheiten mit hoher Genauigkeit erkennen können. Bald könnten ein paar Milliliter mütterlichen Bluts reichen, um das gesamte Erbgut des Ungeborenen zu entschlüsseln. Was das zeigt? Die Pränataldiagnostik hat die ethische Debatte längst überholt.

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Wann Fake News Erfolg haben: Die erstaunlichen Parallelelen der Hitler-Zeit zu heute

Die Deutsche La Plata Zeitung am 11. April 1938: Das Foto zeigt, wie Anhänger der NSDAP den Anschluss Österreichs im Luna Park in…Foto: Georg Ismar
Falschnachrichten zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung sind zur Waffe geworden. Historiker sehen Parallelen zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Von Georg Ismar | DER TAGESSPIEGEL

Die Stimmungsmache vor dem Brexit–Votum, russische Einflussversuche im US-Wahlkampf, Schauermärchen über die „Flüchtlingskanzlerin“ Angela Merkel. Es gerät gerade in sozialen Medien einiges in Schieflage, mehrere Parteien im Bundestag setzen inzwischen auf eigene „Newsrooms“, um Fake News mit Fakten entgegen zu treten – es geht um die Deutungshoheit im Netz und ein Frühwarnsystem für Fake News.

Ohne gemeinsame Sachinformationen ist ein rationaler Meinungsbildungsprozess unmöglich. In einer postfaktischen Demokratie können die Bürger die Leistungen und Fehler von Politik nicht mehr objektiv beurteilen. Umso leichter haben es die Populisten, mit ihren Falschinformationen durchzudringen und den demokratischen Diskurs zu unterminieren“, hat der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion in einem Beitrag für den „Tagesspiegel“ betont.

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Schöner Streiten mit Christopher Hitchens

In den USA und Großbritannien bekannt wie ein Popstar: der 2011 verstorbene Religionskritiker und Journalist Christopher Hitchens. (picture alliance / dpa / Peter Foley)
Umstrittene Polemiken gegen jene, die Macht hatten und sie missbrauchten: Das Vermächtnis des 2011 verstorbenen britisch-amerikanischen Autors und scharfen Religionskritikers Christopher Hitchens ist auch ein Plädoyer für eine andere Debattenkultur.

Von Jana Wuttke | Deutschlandfunk Kultur

Unsere Redakteurin Jana Wuttke kann nachts manchmal nicht schlafen, dann schaut sie sich auf Youtube Videos an. In einer dieser Nächte stößt sie auf Videos von Auftritten des britisch-amerikanischen Journalisten Christopher Hitchens, der neben Sam Harris, Daniel Dennett und Richard Dawkins als Vertreter des „neuen Atheismus“ gilt. Sie beginnt eine imaginäre Diskussion mit dem 2011 verstorbenen Religionskritiker, der in der angelsächsischen Welt wie ein Popstar gefeiert wurde, in Deutschland aber kaum bekannt ist.

„Ich wurde in eine himmlische Diktatur hineingeboren, die ich mir nicht aussuchen konnte. Ich begebe mich nicht freiwillig unter ihre Herrschaft. Mir wird erklärt, dass sie mich sehen kann, wenn ich schlafe. Mir wird gesagt, – und das ist die Definition des Totalitarismus – dass sie mich für Verbrechen der Gedanken, für das, was ich denke, verurteilen und verdammen kann. Und dass, wenn ich etwas Gutes tue, dies nur tun würde, um dieser Bestrafung zu entgehen. Wenn ich dagegen etwas Falsches mache, werde ich nicht nur unabwendbar zu meinen Lebzeiten dafür bestraft, sondern sogar nachdem ich gestorben bin.“
(Christopher Hitchens, 2007)

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Is Superintelligence Impossible? On Possible Minds: Philosophy and AI

David Chalmers, Daniel C. Dennett . Image credit: edge.org

[ED. NOTE: On Saturday, March 9th, more than 1200 people jammed into Pioneer Works in Red Hook, Brooklyn, for a conversation between two of our greatest philosophers, David Chalmers and Daniel C. Dennett:  „Is Superintelligence Impossible?“ the next event in Edge‘s ongoing „Possible Minds Project.“ Watch the video, listen to the EdgeCast, read the transcript. Thanks  to  physicist, artist, author, and Edgie Janna Levin, Director of Sciences at Pioneer Works, who presented the event with the support of Science Sandbox, a Simons Foundation initiative. —JB]

edge.org

Somebody said that the philosopher is the one who says, „We know it’s possible in practice, we’re trying to figure out if it’s possible in principle.“ Unfortunately, philosophers sometimes spend too much time worrying about logical possibilities that are importantly negligible in every other regard. So, let me go on the record as saying, yes, I think that conscious AI is possible because, after all, what are we? We’re conscious. We’re robots made of robots made of robots. We’re actual. In principle, you could make us out of other materials. Some of your best friends in the future could be robots. Possible in principle, absolutely no secret ingredients, but we’re not going to see it. We’re not going to see it for various reasons. One is, if you want a conscious agent, we’ve got plenty of them around and they’re quite wonderful, whereas the ones that we would make would be not so wonderful. —Daniel C. Dennett

One of our questions here is, is superintelligence possible or impossible? I’m on the side of possible. I like the possible, which is one reason I like John’s theme, „Possible Minds.“ That’s a wonderful theme for thinking about intelligence, both natural and artificial, and consciousness, both natural and artificial. … The space of possible minds is absolutely vast—all the minds there ever have been, will be, or could be. Starting with the actual minds, I guess there have been a hundred billion or so humans with minds of their own. Some pretty amazing minds have been in there. Confucius, Isaac Newton, Jane Austen, Pablo Picasso, Martin Luther King, on it goes. But still, those hundred billion minds put together are just the tiniest corner of this space of possible minds. —David Chalmers

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Bundesweite Razzia: Was hinter dem Verein „Ansaar International“ steckt

In einer groß angelegten Aktion haben Polizisten in ganz Deutschland Gebäude durchsucht und Beweise sichergestellt. Foto: picture alliance/dpa

 

Experte: Kirchenmitgliedschaft nur noch für besondere Aufgaben nötig

Kirchliche Einrichtungen sollten ihre Identität nach Ansicht des kirchlichen Arbeitsrechtlers Jacob Joussen künftig nicht mehr an die Konfessionszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter koppeln. Vielmehr sollten sich evangelische und katholische Pflegeheime, Krankenhäuser oder Kitas durch besondere Angebote und Verhaltensweisen von anderen Einrichtungen abheben, sagte der Direktor des Instituts für Kirchliches Arbeitsrecht an der Ruhruniversität Bochum dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Thomas Krüger | evangelisch.de

Als Konsequenz aus den jüngsten Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) und des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) solle etwa in der evangelischen Kirche nur noch bei Leitungsfunktionen sowie in Verkündigung, Seelsorge, Bildung und bei „Verantwortlichen für die evangelische Identität“ eine Mitgliedschaft in der Kirche vorausgesetzt werden, empfahl Joussen. An der Ruhr-Universität Bochum wollten am Mittwoch Experten aus beiden großen Kirchen sowie von Diakonie und Caritas darüber beraten, wie das Profil ihrer Einrichtungen nach den arbeitsrechtlichen Grundsatzurteilen aus Luxemburg und Erfurt gewahrt bleiben kann.

Der EuGH hatte im April 2018 entschieden, dass das Verlangen einer Kirchenzugehörigkeit von Stellenbewerbern „wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt“ sowie gerichtlich überprüfbar sein muss. Gegen ein Urteil des BAG, das im Oktober den Luxemburger Richtern folgte, hat die Diakonie beim Bundesverfassungsgericht Klage eingereicht.

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Jemen-Einsatz der Bundeswehr: Geballter Zynismus

Eurofighter werden von der saudischen Luftwaffe auch im Jemen eingesetzt. Bild: Alan Hunter/CC By-SA-2.0
Gastkommentar zum Beschluss des Bundeskabinetts, Soldaten und Polizisten zur Überwachung des Waffenstillstands in den Jemen zu entsenden

Sevim Dagdelen | TELEPOLIS

Heute, am 10. April 2019 hat das Bundeskabinett die Entsendung von bis zu 10 deutschen Soldaten und Polizisten als Teil einer UN-Mission von insgesamt 75 Militärbeobachtern zur Überwachung des Waffenstillstands in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida beschlossen.

In einem Brief von Staatssekretär Nils Annen an Abgeordnete des Auswärtigen wie des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages wird der Einsatz wie folgt begründet: „Die deutsche Teilnahme an der Mission liegt im Jemen-politischen, regionalpolitischen und VN-politischen Interesse Deutschlands und leistet einen wichtigen Beitrag zu der Umsetzung von Sicherheitsratsbeschlüssen und zur Stärkung von Friedensmissionen der Vereinten Nationen.“ Zugleich berichtet Tagesschau.de, dass in einer geheimen Sitzung des Bundestages das Eingeständnis der Bundesregierung bekannt wurde, wonach im Jemen-Krieg deutsche Rüstungsgüter eingesetzt werden.

Die Bundesregierung lockerte das Waffenembargo gegenüber Saudi-Arabien demnach im Wissen, dass mit deutscher Beteiligung gebaute Kampfflugzeuge wie Tornado und Eurofighter weiter bei den Terrorangriffen gegen die jemenitische Zivilbevölkerung zum Einsatz kommen. Die Frage der Endverbleibsgarantie wurde deshalb durch die Bundesregierung uminterpretiert, so dass auch der Einsatz deutscher Waffen im Jemen-Krieg durch Saudi-Arabien als kompatibel mit den deutschen Endverbleibsbestimmungen gewertet wird.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Vor dem Hintergrund, dass durch die fortgesetzten Waffenlieferungen an den Aggressor Saudi-Arabien die Bundesregierung Deutschland indirekt zur Kriegspartei im Jemen-Krieg macht, ist die Entsendung von deutschen Militärbeobachtern in den Jemen mehr als zynisch. Deutschland ist in diesem Konflikt in keinem Fall neutral und verletzt bewusst die ungeschriebene UN-Regel, dass bei Beobachtungsmissionen keine Soldaten von Großmächten, Konfliktparteien oder Staaten mit unmittelbaren Interessen zum Einsatz kommen sollten.

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So viel zahlt der Staat für die Kirche

Bild: tilly
Die Stadt Trier zahlt noch heute Zinsen an die Kirche für einen 430 Jahre alten Schuldschein. Dabei geht es um eine vergleichsweise geringe Summe – betrachtet man mal genau, wo der Staat die Kirche überall unterstützt.

SWR Aktuell

Die Gesamtkosten für die staatlichen Leistungen an die Kirche beliefen sich auf etwa 520 Millionen Euro im vergangenen Jahr, wie eine Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur in allen 16 Bundesländern ergab.

2017 gingen an die katholische Kirche laut Deutscher Bischofskonferenz zirka 6,4 Milliarden Euro an Einnahmen aus der Kirchensteuer und an die Evangelische Kirche in Deutschland rund 5,7 Milliarden Euro. Der Prozentsatz, den die Länder für den Verwaltungsaufwand von der Kirchensteuer einbehalten, schwankt. Er liegt bei zirka 3 Prozent.

Kirche und Staat historisch eng verwoben

Für den Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung hat dieser Status quo mehrere Gründe: „Erst in den 1970er Jahren begann die Gesellschaft, sich mit der Säkularisierung, also der Trennung von Kirche und Staat, auseinanderzusetzen.“ Außerdem seien viele Politiker, zum Beispiel im Bundeskabinett, selbst Kirchenmitglieder.

Als ganz aktuelles Beispiel nennt Schmidt-Salomon die SPD: Die Sozialdemokraten weigerten sich, einen offiziellen Arbeitskreis, der die Staatsleistungen an Kirchen abschaffen will, zuzulassen.

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„Wie kann Gott das zulassen?“

Wilfried Härle referierte am Mittwochabend im Rahmen der Themenreihe „Bibel im Gespräch“ zur Theodizeefrage. Anschließend beantworte er Fragen aus den Zuhörerreihen, welche von Dekan Joachim Botzenhardt (rechts) verlesen wurden. Foto: Ferenbach Foto: Schwarzwälder Bote

…Das leise Zucken des Schmerzes, und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riss in der Schöpfung von oben bis unten.Georg Büchner, Dantons Tod, 3.Akt, 1.Szene

„Wie kann Gott das zulassen?“ – Diese Frage ist legitim zu stellen, wenn einem Leid widerfahren ist. In einem Vortrag der Veranstaltungsreihe „Bibel im Gespräch“ beleuchtete ein Theologe den Sachverhalt mit 110 interessierten Gästen jüngst genauer.

Von Karin Ferenbach | Schwarzwälder Bote

Äußerst zufrieden zeigte sich Dekan Joachim Botzenhardt über den Zuspruch bei der fünften Auflage der Reihe „Bibel im Gespräch“ der evangelischen Verbundkirchengemeinde Neuenbürg. Der Theologe Wilfried Härle aus Ostfildern beleuchtete jüngst, im evangelischen Gemeindehaus am Schlossberg, vor rund 110 Zuhörern die Mehrdeutigkeit und die philosophische Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage unter der Überschrift „Wie kann Gott das zulassen?“.

Bereits bei den vorhergehenden Veranstaltungen der fünfteiligen Themenreihe waren Stadtkirche und Vortragssaal gut gefüllt und auch das abschließende Ganztagesseminar mit Siegfried Zimmer war mit 40 Anmeldungen bereits ausgebucht. Dabei hätten die hochkarätigen Referenten auch bei etlichen Zuhörern von außerhalb Neuenbürgs großes Interesse geweckt, berichtete Botzenhardt, Initiator der Reihe, deren Format fortgeführt werden soll.

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Event Horizon Teleskop macht erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs im Zentrum einer Galaxie

Scientists have obtained the first image of a black hole, using Event Horizon Telescope observations of the center of the galaxy M87. The image shows a bright ring formed as light bends in the intense gravity around a black hole that is 6.5 billion times more massive than the Sun. This long-sought image provides the strongest evidence to date for the existence of supermassive black holes and opens a new window onto the study of black holes, their event horizons, and gravity. Credit: Event Horizon Telescope Collaboration
Meilenstein der Astronomie: Zum ersten Mal haben Astronomen ein Schwarzes Loch fotografiert – ein historischer Durchbruch. Die Aufnahme zeigt einen hellen, kreisförmigen Lichtring um den dunklen Schatten des zentralen Schwarzen Lochs der Galaxie M 87. Dieses Foto bestätigt damit was Albert Einstein schon vor 100 Jahren vorhersagte und liefert genauere Daten zur Masse dieses Schwarzen Lochs.

scinexx

Sie sind im Kosmos allgegenwärtig: Schwarze Löcher entstehen beim Tod massereicher Sterne und sitzen im Zentrum der meisten Galaxien – auch in unserer Milchstraße. Astronomen haben diese Schwerkraftgiganten schon dabei beobachtet, wie sie Sterne zerreißen, Gaswolken verschlingen und energiereiche Jets aus Strahlung und schnellen Teilchen ins All hinausschleudern. Sogar die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher haben Forscher mithilfe der dabei entstehenden Gravitationswellen schon mehrfach nachgewiesen.

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Kinderporno-Fall: Missbrauch hat in evangelischer Kita stattgefunden

Im Würzburger Kinderporno-Fall haben die Ermittler erste Opfer des dringend tatverdächtigen Logopäden identifiziert. Wie die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Mittwoch mitteilte, sind inzwischen einige der in den kinderpornografischen Aufnahmen abgebildeten Jungen zweifelsfrei identifiziert worden. Bei diesen Missbrauchsopfern handle es sich um Kinder der evangelischen integrativen Kita im Stadtteil Heuchelhof.

evangelisch.de

Der beschuldigte Logopäde habe die Kinder in den Räumen der Kita behandelt. Die Aufnahmen seien auch in den Räumen der Einrichtung entstanden, hieß es. Die Eltern der betroffenen Kinder seien von den Ermittlern mit Unterstützung von psychologischem Fachpersonal informiert und auch im Hinblick auf weitere Betreuungsmöglichkeiten beraten worden.

Es gebe aktuell keine Anhaltspunkte dafür, dass das Kita-Personal etwas von den Missbrauchshandlungen des Logopäden wusste, hieß es. Am 21. März hatten Ermittler in Würzburg zunächst zwei Männer festgenommen. Einer ist mangels dringendem Tatverdacht wieder auf freiem Fuß, der andere sitzt in Untersuchungshaft.

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Libyen: Saudis unterstützen Haftar

Rosa: Khalifa Haftar und Verbündete. Grün: Fajis al-Sarradsch und Verbündete. Grau: Islamischer Staat. Karte: Ali Zifan . Lizenz: CC BY-SA 4.0
Auf Seiten des Warlords kämpfen auch Madchali-Salafisten, die explizite Gegner der Moslembrüder sind

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Ende letzter Woche startete der libysche Warlord Chalifa Haftar einen Angriff auf Tripolis, die bislang von Fajis al-Sarradsch beherrscht wird, der sich unter anderem auf Milizen aus Misurata und az-Zintan stützt. Inzwischen haben die Kämpfe, bei denen bislang etwa 50 Personen ums Leben kamen, den Flughafen der libyschen Hauptstadt erreicht.

Hinter Haftar stehen (mehr oder weniger offen) unter anderem die ägyptische und die französische Staatsführung, die ihr Engagement nach dem Tod dreier französischer Soldaten beim Absturz eines Militärhubschraubers 2016 mit dem Kampf gegen Islamisten rechtfertigte (vgl. Steckt Macron hinter Chalifa Haftars Marsch auf Tripolis?). Dieser Rechtfertigung bedient sich auch Haftar, der „Charidschiten“ und „Takfiristen“ in Tripolis kritisiert, obwohl auch in seinen Reihen Salafisten kämpfen.

Saudi-Arabien vs. Katar und Türkei

Dabei handelt es sich um Madchaliten – Anhänger des saudischen Predigers Rabi al-Madchali, der sich vor etwa 30 Jahren von den Moslembrüdern lossagte und eine quietistischere Variante des Salafismus begründete, die das saudische Königshaus nicht infrage stellt und von ihm entsprechend gefördert wird. Insofern überrascht es nicht, dass sich Saudi-Arabien hinter Haftar stellte. Im letzten Monat empfingen der saudische König Salman, dessen faktisch herrschender Kronprinzen Mohammed Bin Salman und die saudischen Geheimdienstchefs Haftar sogar in der saudischen Hauptstadt Riad.

Die Saudis sind mit dem Ölemirat Katar und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan verfeindet. Diese beiden orientalischen Regionalmächte fördern die Moslembrüder, die Einfluss auf die Regierung von Fajis al-Sarradsch und die ihn stützenden Milizen haben. Ob es Haftar gelingt, ganz Libyen unter seine Kontrolle zu bringen, hängt auch davon ab, wie viele davon gegen entsprechende Gegenleistungen die Seite wechseln.

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Indien: Bischof wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagt

Bild: © dpa / picture alliance/Felix Kästle
Wegen Vergewaltigungsvorwürfen einer Ordensfrau muss sich ein indischer Bischof nun vor Gericht verantworten. Sollte es zu einem Schuldspruch kommen, müsste er sehr lange ins Gefängnis.

katholisch.de

Der Bischof der indischen Diözese Jalandhar, Franco Mulakkal, ist wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagt worden. Wie die „New York Times“ am Dienstag meldet, droht ihm im Falle eines Schuldspruches lebenslange Haft, mindestens aber zehn Jahre Gefängnis. Der Geistliche soll ab 2014 über einen Zeitraum von zwei Jahren neun Mal eine Ordensfrau im Bundesstaat Kerala vergewaltigt haben.

Hauptklägerin in dem Prozess ist eine Schwester der Missionare Jesu. Sie hatte den Bischof im Juni 2018 bei der Polizei angezeigt. Bereits im Januar 2017 hatte sie sich an Kirchenvertreter gewandt, ohne dass es konkrete Schritte gegen den Priester gegeben hätte.

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