„Spaghettimonster-Kirche“ beschwert sich beim Gerichtshof für Menschenrechte

Schild der FSM an der Vietmannsdorfer Straße in Templin. (Bild: pastafari.eu)
Kritik an Religion und Dogmatismus ist integraler Teil der humanistischen Weltanschauung. Darum und noch anderes geht es den Pastafari in ihrer Beschwerde.

Von Andreas Wilkens | heise online

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.“ (FSM) hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde eingelegt. Sie werde in Deutschland diskriminiert, bringt sie mit Hilfe des Rechtsanwalts Winfried Rath vor. Unterstützt wird sie dabei von der Giordano Bruno Stiftung und dem Institut für Weltanschauungsrecht.

„Der Beschwerdeführer sieht sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft und möchte von seinem Recht auf Weltanschauungsfreiheit Gebrauch machen und seine weltanschaulichen Rituale praktizieren. Dieser Status wird ihm von deutschen Gerichten jedoch abgesprochen und die Ausübung seiner Weltanschauungsfreiheit in Teilen verweigert. Auch findet eine Diskriminierung gegenüber Religionsgemeinschaften im Bezug auf die Gewährung von Privilegien statt“, heißt es in einer Mitteilung der sich Pastafari nennenden Anhänger der Kirche.

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Der „Papst emeritus“ fördert die Spaltung seiner Kirche

Bild: bb
Der Aufsatz von Benedikt XVI. zur aktuellen Kirchen- und Missbrauchskrise klingt wie ein Echo längst vergangener Zeiten, kommentiert Tilmann Kleinjung. Der Text des emeritierten Kirchenoberhaupts sei eine Kampfschrift gegen Papst Franziskus.

Von Tilmann Kleinjung | katholisch.de

Nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Februar in Rom sind wir Berichterstatter hart mit Papst Franziskus ins Gericht gegangen. Weil die konkreten Ergebnisse dieses Bischofstreffens eher mager waren, weil sich die katholische Kirche nach wie vor schwer tut mit einer radikalen Null-Toleranz-Politik gegenüber Tätern und Vertuschern, weil irgendwie alles zu langsam geht bei der Aufarbeitung dieses monströsen Skandals.

Nachdem wir nun einen Einblick in die Gedankenwelten seines Vorgängers Benedikt XVI. bekommen haben, müssen wir feststellen: Wir haben Papst Franziskus Unrecht getan. In einem für katholische Verhältnisse rasenden Tempo versucht er in seiner Kirche einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Die Stimme des emeritierten Papstes klingt da wie ein Echo längst vergangener Zeiten. Dass Joseph Ratzinger seine Ansichten auch noch veröffentlicht, schadet ihm und seinem Vorgänger.

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Klimawandel: Massive Veränderungen drohen in Brandenburg und Berlin

In Berlin und Cottbus wären laut der Analyse am stärksten betroffen (Symbolbild).Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Laut einer aktuellen Untersuchung könnte sich die Zahl der heißen Tage in der Region mehr als verfünffachen. Am stärksten betroffen wären Berlin und Cottbus.

DER TAGESSPIEGEL

Berlin und Brandenburg müssen sich einem Medienbericht zufolge auf schwerwiegende Klimaveränderungen einstellen, sollte der Klimaschutz nicht deutlich verstärkt werden. Demnach könnte die durchschnittliche Lufttemperatur bis Ende des Jahrhunderts in der Region um bis zu drei Grad Celsius steigen, berichtet der RBB.

Der Sender beruft sich dabei auf eine Datenanalyse des RBB, des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Klimaberechnungen des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LfU).

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Der Assange-Trump-Komplex

Julian Assange, hier bei einem Video-Auftritt 2016. (Foto: REUTERS)
Was die Festnahme von Wikileaks-Gründer Assange mit US-Präsident Trump zu tun hat und warum die USA seine Auslieferung verlangen: Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche Zeitung

Wikileaks-Gründer Julian Assange wurde am Donnerstag in der Londoner Botschaft von Ecuador festgenommen. Seit 2012 hatte er sich dort der Strafverfolgung entzogen und politisches Asyl der Regierung von Ecuador genossen. Festgenommen wurde er auch wegen eines Auslieferungsersuchens der USA.

Was liegt aus US-Sicht gegen Assange vor?

Am 6. März 2018 ist Julian Assange vor einem Bundesgericht in Alexandria im Bundestaat Virginia in einem Geheimverfahren angeklagt worden, zwischen dem 2. und 10. März 2010 gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning unberechtigt in einen Computer der US-Regierung eingedrungen zu sein. Der Anklageschrift zufolge haben sie dafür ein Passwort gehackt.

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Großbritannien: Begeisterung für Volksbefragungen ist gesunken

Grafik: TP
Brexit hat das Ansehen des politischen Systems in der britischen Bevölkerung weiter einbrechen lassen

Christian Bunke | TELEPOLIS

Zwei Jahre Brexit-Debatte und kein Ende. Wie ist es nach dieser Erfahrung um die Einstellung der Bevölkerung zum britischen parlamentarischen System bestellt? Statistisches Material zum Thema gibt es nun von der Hansard Society. Die Hansard-Society ist eine Art unabhängiger wissenschaftlicher Dienst für das britische Parlament. Seit 2004 führt Hansard eine jährliche Umfrage über politische Einstellungen in der britischen Bevölkerung durch. Gerade ist die neueste Ausgabe mit den Ergebnissen über das Jahr 2018 erschienen.

In Anbetracht zahlreicher sozialer, wirtschaftlicher und politischer Krisen, die Großbritannien im vergangenen Jahrzehnt erschüttert haben, nicht zuletzt die Auswirkungen der Austeritätspolitik sowie das seit dem Brexit-Referendum entstandene Regierungschaos, ist nicht verwunderlich, dass Parteien und Politiker nicht sonderlich gut wegkommen.

72% der von Hansard befragten Personen sind der Auffassung, dass das „politische System“ sehr starke Veränderung braucht. 2004 waren „nur“ 60% dieser Auffassung. Das ist einerseits ein deutlicher Anstieg, zeigt aber auch, dass die Unzufriedenheit mit der politischen Klasse schon zu den Hochzeiten der New-Labour Regierung unter Tony Blair sehr hoch war. 2004 war unter anderem ein Jahr, in dem die Beteiligung britischer Truppen an der Invasion des Irak noch stark und kritisch diskutiert wurde. Seitdem zeigt die Hansard-Studie ein stetiges Wachstum der Unzufriedenheit. Keine Regierung hat es demnach geschafft, den Vertrauensverlust abzubauen.

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Deutschland genehmigt Rüstungsexport für Saudiarabien

Keine zwei Wochen nach der Lockerung des deutschen Rüstungsexportstopps für Saudiarabien hat der Bundessicherheitsrat erneut eine Lieferung genehmigt. Diese ist für das am Jemen-Krieg beteiligte Königreich bestimmt.

Neue Zürcher Zeitung

Bei der Lieferung handelt es sich um «Technologie für Satteltiefladerfertigung» der Ulmer Firma Kamag, wie der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Donnerstag dem Wirtschaftsausschuss des deutschen Bundestags in einem Schreiben mitteilte. Zuerst hatten «Spiegel Online» und das ZDF darüber berichtet.

Dem geheim tagenden Bundessicherheitsrat gehören die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und mehrere Minister an. Das für Rüstungsexporte zuständige Gremium erteilte den Angaben zufolge in seiner jüngsten Sitzung insgesamt neun Liefergenehmigungen an sechs Länder. Die heikelste betrifft Saudiarabien. Die Bauteile für die Tieflader aus Ulm sollen nach Frankreich «mit Endverbleib der hergestellten Güter in Saudiarabien» geliefert werden, heisst es in dem Schreiben Altmaiers.

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Für zehn Milliarden Dollar will der Irak dem Westen ein Problem abnehmen: die IS-Rückkehrer

In Flüchtlingslagern im Norden Syriens, die Aufnahme zeigt ein Lager in Hasakah, sollen sich bis zu 9000 Frauen und Kinder aus IS-Familien befinden. (Bild: EPA / Ahmed Mardnli)
Westliche Jihadisten, die nach Syrien und in den Irak zogen, sind in ihren Herkunftsländern höchst unerwünscht. Jetzt hat der Irak angeboten, die Extremisten in Bagdad vor Gericht zu stellen. Im Gegenzug fordert die Regierung eine stolze Geldsumme.

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Nicht erst seit dem Zusammenbruch des IS-«Kalifats» wird in Europa und Amerika heftig über die Frage der westlichen Jihadisten und ihr Rückkehrrecht gestritten. Sollen die Anhänger der Terrormiliz wieder in ihre Herkunftsländer gehen, wo man ihnen den Prozess macht? Gäbe es dafür in jedem Fall ausreichend Beweismittel, und wäre das Sicherheitsrisiko den westlichen Gesellschaften zuzumuten? Zu lange hofften Regierungen, das Problem lasse sich quasi militärisch aus der Welt schaffen. Doch befinden sich derzeit in Nordsyrien schätzungsweise 1000 ausländische Extremisten in kurdischer Gefangenschaft sowie bis zu 9000 Frauen und Kinder aus IS-Familien in Flüchtlingslagern. Viele von ihnen haben bereits den Wunsch geäussert, in die Heimat zurückzukehren.

«Diese Länder haben ein Problem, hier ist eine Lösung»

Nun hat die irakische Regierung den westlichen Staaten offenbar einen Lösungsvorschlag unterbreitet. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ist das Nachbarland angeblich bereit, sämtliche in Syrien inhaftierten Extremisten sowie ihre Familien aufzunehmen und in Bagdad vor Gericht zu stellen. Als Gegenleistung fordere der Irak die Erstattung aller Prozess- und Gefängniskosten. Mit den Amerikanern sei die Regierung darüber bereits in Verhandlungen, schreibt der britische «Guardian».

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Auf die Dauer ist es ziemlich langweilig, vernünftig zu sein

Bettina Stangneth: Hässliches Sehen. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019. 160 Seiten, 20 Euro. (Foto: )
Mit ihrem unaufgeregten und stellenweise sogar witzigen Essay „Hässliches Sehen“ erprobt Bettina Stangneth eine Haltung gespannter Gelassenheit.

Von Daniel-Pascal Zorn | Süddeutsche Zeitung

Für Bettina Stangneths Buch „Hässliches Sehen“ könnte die Weisheit stehen, die dem Schriftsteller George Bernhard Shaw zugeschrieben wird: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten.“ Genau diese etwas schmerzhafte Differenz, die Kontrollverlust und Unsicherheit suggeriert, formuliert die Philosophin in ihrem neuen Buch in immer neuen Variationen: Das, was wir glauben zu tun, und das, was wir tatsächlich tun, ist sehr oft nicht dasselbe. Dabei dreht und wendet sie das, was wir für unseren Alltag und das Selbstverständliche darin halten, betrachtet die Rückseiten und blinden Flecken und stellt mehr als einmal fest: Irgendwas stimmt hier nicht.

Bettina Stangneth vertritt philosophisch eine radikal aufklärerische Haltung. Das ist nicht leicht in einer Zeit, in der diese Aufklärung fast ebenso vergessen ist wie ihre Dialektik, durch die sie zum gnadenlosen Motor kultureller Instrumentalisierung werden kann.

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Why Is the First-Ever Black Hole Photo an Orange Ring?

It took eight telescopes and more than 200 astronomers to produce an astonishing, never-before-seen image of a distant black hole. (Image: © Event Horizon Telescope collaboration, et al.)
Orange you glad you’ve just seen the first-ever image of a black hole?

By Mindy Weisberger | SPACE.com

Today (April 10), a global collaboration of more than 200 astronomers presented the first image of a directly-observed black hole. The picture of a glowing orange-yellow ring around a dark core, was compiled from observations by eight ground-based radio telescopes known collectively as the Event Horizon Telescope (EHT).

Researchers‘ data showed the black hole at the heart of Messier 87 (M87), a galaxy within the Virgo cluster located about 55 million light-years from Earth. But what exactly is the image showing, and why is the irregular ring orange? [IT’S HERE: The First-Ever Close-Up of a Black Hole]

Though black holes are compact objects, they are exceptionally massive — the mass of M87’s black hole is about 6.5 billion times that of our sun, the National Science Foundation (NSF) said in a statement. Because of this enormous mass, black holes warp spacetime, heating the dust and gas around them to extreme temperatures, according to NSF.

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Auch Neonicotinoid-Ersatz schadet Bienen

Auch bestimmte Ersatzstoffe für die umstrittenen Neonicotinoide können Bienen schaden – vor allem in Kombination mit einem Pilzmittel. © proxyminder/ istock
Fatale Kombination: Auch vermeintlich „bienensichere“ Insektizide können Honigbienen schaden. Wie eine Studie offenbart, wirkt sich das als möglicher Ersatz für verbotene Neonicotinoide gehandelte Mittel Flupyradifuron negativ auf das Verhalten und die Überlebensrate der Bestäuber aus. Vor allem in Kombination mit einem bestimmten Fungizid entfaltet der Wirkstoff demnach schädliche Effekte. Dies zeigt den Forschern zufolge, dass bei der Risikoabschätzung von Pestiziden auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Mitteln berücksichtig werden müssen.

scinexx

Schon seit Jahren registrieren Wissenschaftler ein stetes Schwinden von Bienen und vielen anderen Insekten in unserer Natur. Als eine der möglichen Ursachen gilt der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft: Insektizide wie die sogenannten Neonicotinoide schaden erwiesenermaßen der Gesundheit von Honigbienen, Hummeln, Wespen und Co. Einige dieser Mittel sind aus diesem Grund zwar inzwischen für den Freilandeinsatz verboten worden – doch wie steht es um die Gefährlichkeit der dafür auf den Markt gekommenen Ersatz-Insektizide?

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Forscher entdecken unbekannte Menschenart auf den Philippinen

Die Höhle Callao auf der Insel Luzon, wo man Fossilien einer bisher unbekannten menschlichen Spezies entdeckt hat. (Bild: Callao Cave Archaeology Project / Handout via Reuters)
Der Fund von Menschenknochen in einer Höhle untermauert die Theorie, wonach die menschliche Entwicklung nicht wie früher angenommen linear verlief.

Neue Zürcher Zeitung

Forscher haben auf den Philippinen eine bisher unbekannte menschliche Spezies entdeckt. Der Homo luzonensis sei kein direkter Vorfahr, sondern ein entfernter Verwandter des Menschen, schrieben die Forscher in einem Beitrag für die Fachzeitschrift «Nature». Er habe vor rund 50 000 Jahren auf der Insel Luzon gelebt, nach der er benannt wurde.

Die Entdeckung untermauert die Theorie, wonach die menschliche Entwicklung nicht wie früher angenommen linear verlief. «Der bemerkenswerte Fund wird zweifellos zahlreiche wissenschaftliche Diskussionen entfachen», sagte Matthew Tocheri, Anthropologe an der kanadischen Lakehead University.

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Tebartz-Wohnung wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Bild: © Bistum Limburg
Ab der kommenden Woche ist sie allen Menschen zugänglich: die Wohnung des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ein bestimmter Bereich, der die Medien einst besonders interessierte, ist allerdings ausgenommen.

katholisch.de

Die Wohnung des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst im dortigen Bischofshaus wird ab nächster Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von Mittwoch an wird im Erdgeschoss der ehemaligen Wohnung, die nun erweiterter Teil des benachbarten Diözesanmuseums ist, eine Ausstellung zur fast 200-jährigen Bistumsgeschichte gezeigt, wie die Diözese am Donnerstag mitteilte. Auch die Kapelle sei nun über das Museum zugänglich. Das Untergeschoss der Wohnung, in dem sich das schlagzeilenträchtige Badezimmer befindet, werde als nicht öffentlicher Lagerraum genutzt.

Der Wohnbereich erstreckt sich auf zwei Etagen und umfasst insgesamt 283 Quadratmeter. Laut Bistum wurden Teile der Wohnung seit November 2017 umfunktioniert.

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Assange: Koordinierte Aktion von Ecuador, USA und Großbritannien

Bild: DoJ
Sofort hat das US-Justizministerium einen Auslieferungsantrag vorgelegt, in Ecuador wurde ein Mann festgenommen, der angeblich mit Russen und dem Ex-Außenminister Ecuador „destabilisieren“ wollte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie es aussieht, war die Festnahme von Julian Assange eine koordinierte Aktion der ecuadorianischen, britischen und amerikanischen Regierung, auch wenn dies von der britischen und vor allem der ecuadorianischen Regierung bestritten wird. Letztere beeilte sich, Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft wieder abzuerkennen.

In Ecuador hat der Fall auch innenpolitische Gründe, weil Assange das Asyl in der Botschaft von der linken Vorgängerregierung von Rafael Correa gewährt wurde. Heute wurde in Ecuador von der rechten, sich eng an Washington anlehnenden Regierung von Lenin Moreno ein WikiLeaks-Anhänger festgenommen, der mit dem früheren Justizminister Ricardo Patiño zusammengearbeitet habe, um das Land zu „destabilisieren“. Er soll auch mal nach Venezuela gereist sein. Im Spiel sollen auch zwei „russische Hacker“ sein, die sich in Ecuador aufhalten sollen, wie die Innenministerin María Paula Romo sagte. „Wir werden nicht zulassen, dass sich Ecuador in ein Zentrum der digitalen Piraterie verwandelt und wir können nicht zulassen, dass illegale Aktivitäten stattfinden, um ecuadorianische Bürger oder Regierungsangehörige zu schaden.“

Patiño wies die Beschuldigungen als erfundene Geschichte zurück. Correa wirft der ecuadorianischen Regierung ebenso wie WikiLeaks vor, die Verhaftung nach der Veröffentlichung der INA Papers zugelassen zu haben. Nach diesen wird er der Geldwäsche in Zusammenarbeit mit einer Bank in Panama verdächtigt, die Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Moreno eingeleitet. Allerdings haben die INA Papers mit WikiLeaks nicht direkt zu tun.

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Freispruch im Prozess um Tötung eines Berliner Pfarrers

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der Berliner Pfarrer Alain-Florent Gandoulou wurde vor 14 Monaten auf brutale Weise getötet. Heute fiel das Urteil gegen den Angeklagten: Freispruch. Auf freien Fuß kommt der Mann dennoch nicht.

katholisch.de

Rund 14 Monate nach der Tötung des katholischen Berliner Pfarrers Alain-Florent Gandoulou (54) hat das Landgericht Berlin den Angeklagten freigesprochen. Der 27-jährige Mann aus Kamerun sei aufgrund einer akuten psychotischen Störung nicht schuldfähig und könne für den Totschlag an dem Priester nicht bestraft werden, erklärte der zuständige Richter am Donnerstag in Berlin. Er ordnete die unbefristete Unterbringung des Angeklagten in ein psychiatrisches Krankenhaus an.

Ein Gutachten hatte ergeben, dass es „keine Zweifel an einer psychiatrischen Störung“ des Angeklagten gebe. Die Heilungsprognose sei etwa aufgrund des afrikanischen Aberglaubens des Mannes und seiner sozialen Isolierung ungünstig, so dass die Wiederholung einer ähnlichen Tat nicht auszuschließen sei.

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Forscher setzen menschliche Gene in Affengehirne ein

Ein menschliches Gen im Gehirn von Rhesusaffen verbesserte deren Hirnleistung. Die Forscher wollen mit ihren Versuchen mehr über die menschliche Intelligenz erfahren.

Neue Zürcher Zeitung

In China wird die Forschung mit Affen gezielt gefördert. Sie gehört zu einem wichtigen Pfeiler des staatlich geförderten chinesischen Hirnforschungsprojekts. Forscher erzeugen dabei Tausende Tiere, denen sie verschiedene menschliche Gene einsetzen, um deren Rolle in der menschlichen Entwicklung oder bei der Entstehung von psychischen oder neurologischen Erkrankungen zu untersuchen. Nun haben Forscher das Gen MCPH1 ins Erbgut von elf Rhesusaffen eingesetzt, wie die Forscher vergangenen Monat in dem in Peking erscheinenden Fachblatt «National Science Review» berichteten. Das Gen spielt wahrscheinlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns spielt.

Bessere Hirnleistung

Die Entwicklung des Gehirns habe bei diesen Versuchstieren länger gedauert als bei ihren Artgenossen, berichteten die Forscher. In Tests zu Kurzzeitgedächtnis und Reaktionszeit hätten sie aber besser abgeschnitten als die Vergleichsgruppe.

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Jesuit Zollner: Missbrauch wurde nie theologisch aufgearbeitet: Bisher nur psychologisch und kirchenrechtlich angegangen

Jesuit Hans Zollner © Romano Siciliani (KNA)
Der Jesuit Hans Zollner fordert eine theologische und seelsorgerische Auseinandersetzung mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Bisher habe man sich vorwiegend psychologisch und strafrechtlich damit auseinandergesetzt.

DOMRADIO.DE

„Seit 35 Jahren setzen wir uns in der Kirche mit dem Thema immer nur psychologisch, psychiatrisch, kirchenrechtlich und strafrechtlich auseinander – das finde ich sehr bezeichnend“, sagte der Präsident des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana (Rom) am Mittwochabend in Leipzig.“Wir haben um das Thema in unserem Innersten einen Riesenbogen gemacht – wir haben zum Beispiel keine Liturgie, in der sich Betroffene ausdrücken können.“

2018 – Wendepunkt im Umgang mit Missbrauch

Der 52-jährige Theologe und Psychologe sagte, er beobachte weltweit, dass immer mehr Gläubige den Eindruck hätten: „Die Bischöfe führen zwar viele Maßnahmen zur Missbrauchsprävention in ihren Bistümern ein – aber sie tun es nur aufgrund des Drucks von außen, aber nicht aus dem Herzen heraus, nicht weil es das Evangelium gebietet.“ Er vermisse in der kirchlichen Diskussion die Frage: „Was will Gott uns mit diesem Thema, diesem Skandal sagen?“, so Zollner. Er glaube, die Kirche müsse sich dem theologisch sehr grundsätzlich stellen.

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