Jesuit Zollner: Missbrauch wurde nie theologisch aufgearbeitet: Bisher nur psychologisch und kirchenrechtlich angegangen


Jesuit Hans Zollner © Romano Siciliani (KNA)
Der Jesuit Hans Zollner fordert eine theologische und seelsorgerische Auseinandersetzung mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Bisher habe man sich vorwiegend psychologisch und strafrechtlich damit auseinandergesetzt.

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„Seit 35 Jahren setzen wir uns in der Kirche mit dem Thema immer nur psychologisch, psychiatrisch, kirchenrechtlich und strafrechtlich auseinander – das finde ich sehr bezeichnend“, sagte der Präsident des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana (Rom) am Mittwochabend in Leipzig.“Wir haben um das Thema in unserem Innersten einen Riesenbogen gemacht – wir haben zum Beispiel keine Liturgie, in der sich Betroffene ausdrücken können.“

2018 – Wendepunkt im Umgang mit Missbrauch

Der 52-jährige Theologe und Psychologe sagte, er beobachte weltweit, dass immer mehr Gläubige den Eindruck hätten: „Die Bischöfe führen zwar viele Maßnahmen zur Missbrauchsprävention in ihren Bistümern ein – aber sie tun es nur aufgrund des Drucks von außen, aber nicht aus dem Herzen heraus, nicht weil es das Evangelium gebietet.“ Er vermisse in der kirchlichen Diskussion die Frage: „Was will Gott uns mit diesem Thema, diesem Skandal sagen?“, so Zollner. Er glaube, die Kirche müsse sich dem theologisch sehr grundsätzlich stellen.

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