Emil Nolde: Schöpfer „entarteter Kunst“ war selbst Antisemit


Emil Nolde, Porträtfoto von Minya Diez-Dührkoop, 1929. Bild: wikipedia.org/ PD
Der legendäre Expressionist Emil Nolde stilisierte sich als Opfer der Nazis, als Verfolgter. Eine neue Ausstellung zeigt ihn einem anderen Licht: als überzeugten Nationalsozialisten und glühenden Antisemiten. Aus dem Kanzleramt wurden seine Bilder bereits entfernt.

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Nach großem Wirbel um die Gemälde von Maler Emil Nolde im Kanzleramt präsentiert die Berliner Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof die mit Spannung erwartete Schau „Emil Nolde – Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ (12. April bis 15. September). Die Ausstellung zeigt das Werk des Expressionisten Nolde (1867-1956) erstmals auf Basis neuer Erkenntnisse im historischen Kontext seiner Biografie und ideologischen Haltung.

Nolde wurde von den Nazis zwar als Schöpfer „entarteter Kunst“ diffamiert, war aber auch NS-Parteimitglied, Antisemit, Rassist und bis zum Ende überzeugter Nationalsozialist. „Wie kaum ein anderes hat sich unser Museum immer auch als Ort der Aufklärung verstanden“, sagte der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann. „Der Blick auf Nolde wird sich verändern müssen“, sagte Kittelmann im Vorfeld der Ausstellung.

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