Schweiz: Das Verbot der Gotteslästerung muss weg – auch wenn der Bundesrat dagegen ist


Ein Westschweizer Bergführer verstiess gegen das Blasphemie-Verbot, als er Gipfelkreuze zerstörte. Bild: KEYSTONE
Nationalrat Beat Flach verlangt in einer Motion die Streichung des Blasphemieverbotes, doch die Landesregierung wehrt sich dagegen. Dabei hat es längst keine Daseinsberechtigung mehr.

Hugo Stamm | watson.ch

Mal ehrlich: Hast du gewusst, dass es in der Schweiz ein Blasphemieverbot gibt? Konkret heisst das, du darfst Gott nicht öffentlich lästern. Wer verletzende oder verhöhnende Äusserungen über Gott, religiöse Überzeugungen oder etwas Heiliges macht, kann eingeklagt werden.

Wörtlich heisst es im Artikel 261 des Strafgesetzes:

«Wer öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen, insbesondere den Glauben an Gott, beschimpft oder verspottet oder Gegenstände religiöser Verehrung verunehrt, (…) wird mit Geldstrafe bestraft.

Religion und Glauben geniessen bei uns also einen besonderen Schutz. Einen Rechtsschutz, den Weltanschauungen oder politische Gruppen nicht für sich in Anspruch nehmen können. Sind solche Privilegien in einem Staat, der sich als säkular versteht und der eine Trennung von Kirche und Staat mindestens im religiösen Sinn kennt, noch sinnvoll?

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