Sexuelle Gewalt und Atheismus: Schwierige Themen unbedingt zulassen!


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Schüler möchten über Atheismus oder sexuelle Gewalt reden: Gerät der Unterricht dabei außer Kontrolle oder kann man mit ihnen darüber sprechen? Lehrer Maximilian Golumbeck sagt: Keine Angst vor schwierigen Themen im Religionsunterricht – es lohnt sich!

Von Maximilian Golumbeck | katholisch.de

Kann ich im Religionsunterricht auch über „schwierige“ Themen sprechen? Dazu gehören Inhalte, bei denen eine äußerst kritische bis ablehnende Haltung vieler Schüler gegenüber Religion und Glauben zu erwarten ist, sowie Themen, die die jungen Menschen – zum Teil unvorhersehbar – emotional berühren. Dabei denke ich an Unterrichtsthemen wie Positionen des Atheismus, Erfahrungen von Tod und Trauer oder auch Berichte über sexuelle Gewalt in den Medien. Wäre es nicht sinnvoll, auf diese schwere Kost zu verzichten? Schließlich fordern solche Gespräche von der Lehrkraft viel (emotionale) Kraft ein und sie führen dazu, dass der Unterricht entsprechend der Reaktion der Schüler nur bedingt planbar und vorhersehbar wird.

Tatsächlich hat eine Schülerin in der Berufsfachschule kürzlich meinen Plan für die Reli-Stunde zu biblischem Grundwissen regelrecht durchkreuzt – und ich bin ihr dafür sehr dankbar! Auf meine Frage nach den Erfahrungen der Schüler mit der Bibel antwortete sie mit einer Gegenfrage: „Ich verstehe das alles nicht; Wie kann man die Welt bitteschön in sieben Tagen erschaffen und Menschen von dem Tod auferwecken?“ Sie ziehe aus diesen scheinbar unlogischen Sachverhalten die Konsequenz, dass die Bibel keine lesenswerte Lektüre und der Glaube an Gott längst überholt sei. Bei der Planung der Stunde hatte ich natürlich ein Arbeitsblatt zu Grundwissen in der Bibel vorbereitet. Mit der provokanten Gegenfrage der Schülerin veranlasste sie selbst jedoch ihre Mitschüler, die Bibel zur Hand zu nehmen und nachzuforschen, wie diese Aussagen in der Heiligen Schrift zu verstehen sind.

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