Rechte, Migranten und Vatikan: Bannons europäischer Agenda auf der Spur


Steven Bannon ist in Italien ein gefragter Mann: Vor wenigen Wochen hielt er in Roms Angelica Bibliothek einen Vortrag zum Thema Informationsalgorithmen, wenige Tage später war er im Internationalen Presseclub zur Pressekonferenz eingeladen. (Foto: AP)
Steve Bannon, der Mann, der Trump ins Weiße Haus brachte, wollte für die Europawahl die rechten Parteien zusammenbringen und so „einen Pflock in den Vampir“ treiben. Sein sichtbarer Erfolg ist mäßig.

Von Roland Peters | ntv

Gottlos oder heilig? „Ich dachte, ich verrichte die Arbeit des Herrn.“ Ein Jahr lang war Steve Bannon an Donald Trumps Seite, zuletzt als Chefberater im Weißen Haus. „Ich hasste jede Sekunde, die ich dort war. Der Job ist kein bisschen glamourös.“ Das sagte Bannon, nachdem er ihn verloren hatte. Seine Arbeit macht er aber auch nicht zum Spaß. „Dinge müssen erledigt werden. Personen kommen in bestimmten Momenten und verändern alles“, sagt er bedeutungsschwanger vor der Kamera, während er an einem Red Bull nippend auf die Kanäle Venedigs blickt.

Steve Bannon wird von den Rechten verehrt und von ihren Gegnern verabscheut. In den USA forcierte er eine fremdenfeindliche Agenda wie die umstrittene Einreisesperre für Bürger bestimmter muslimischer Länder. Er überzeugte US-Präsident Trump vom Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen. Hinter den Kulissen beriet er den brasilianischen Rechtsextremen Jair Bolsonaro, der dort nun Präsident ist. In Europa versucht Bannon seit mehr als einem Jahr, ein Netzwerk rechter Personen und Parteien zu spinnen; in England, Italien, Belgien, Frankreich und anderswo. Er ist gefühlt überall und doch wenig greifbar, eine diffuse Karikatur im Hintergrund, die auch bei der Europawahl im Mai präsent sein wird.

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