(Öffentlich) gucken verboten! Ein Blick auf eine absurde Konstruktion namens Sperrliste


Steht ganz Oben auf der Liste. Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Auf den ersten Blick haben Filme wie „Top Gun“, „Mad Max“, „Police Academy“, „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Terminator“, aber auch „Mary Poppins“, „Heidi in den Bergen“ oder die „Feuerzangenbowle“ nicht gemein. Eins verbindet sie aber: Sie wurden als „nicht feiertagsfrei“ gekennzeichnet und dürfen (bzw. durften) deswegen an „stillen Feiertagen“ nicht öffentlich aufgeführt werden.

Lena Ohm | evangelisch.de

In Deutschland bestimmt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) die Altersfreigabe für Filme. Die Prüfer von der FSK entscheiden aber nicht nur darüber, was für Kinder und Jugendliche zumutbar ist, sondern auch, was an sogenannten „stillen Feiertagen“ öffentlich gezeigt werden darf. Mit dem Label „nicht feiertagsfrei“, das es seit 1952 gibt, werden Filme gekennzeichnet, die dem „ernsten Charakter“ dieser Feiertage widersprechen und bei denen zu befürchten ist, dass sie das „religiöse und sittliche Empfinden“ verletzen, so die Richtlinie der FSK.

Welche Feiertage in Deutschland zu den „stillen Feiertagen“ gehören, regeln die Feiertagsgesetze der einzelnen Bundesländer. Daher ergeben sich auch regionale Unterschiede. Je nach Bundesland zählen zum Beispiel einige hohe christliche Feste zu den „stillen Tagen“, am bekanntesten ist vermutlich das Tanzverbot an Karfreitag. Aber auch der staatlich angeordnete „Volkstrauertag“ als Gedenktag gehört dazu. „Stille Feiertage“ beschränken sich auch nicht nur auf gesetzlich arbeitsfreie Tage. So zählen in manchen Bundesländern zum Beispiel der „Buß- und Bettag“ (nur in Sachsen gesetzlicher Feiertag) oder auch Maria Empfängnis mit allen damit verbundenen Einschränkungen auch dazu.

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