Libyen: Aussichtslos gegen die „militärische Lösung“ Haftars?


Feldmarschall Haftar. Screenshot eines Videos/YouTube
Nach einem Flugzeugabschuss droht die Ausweitung der Kriegszone. Reaktionen auf Proteste in Algerien stellen weitere schwierige Fragen zur Stabilität in Nordafrika

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Chancen, dass der kriegerische Konflikt in Libyen politisch gelöst wird, stehen derzeit nicht gut. Gestern meldeten verschiedene Berichte, dass ein Mig-Kampfflugzeug der LNA-Milizen mit einem MAN-Pad abgeschossen wurde. Die LNA untersteht dem Befehl des Feldmarschalls Haftar. Dieser strebt eine militärische Lösung in Libyen an. Er will die Hauptstadt von „Terroristen“ säubern. Allerdings ist es ihm nicht geglückt, die Hauptstadt Tripolis in einem Überraschungscoup zu erobern.

Beobachter des Geschehens in Libyen befürchten, dass Verbündete Haftars Milizen nun militärisch weiter aufrüsten, da der Widerstand gegen ihn stärker ist als angenommen, und sich damit die kriegerischen Auseinandersetzungen auf längere Dauer fortsetzen. Da Haftars Einheiten wesentlich über zwei Städte, Gharyan und Tarhouna, die etwa 80 Kilometer südlich von Tripolis liegen, versorgt werden, könnten dem Vormarsch der LNA weitere Schwierigkeiten bereitet werden.

Flüchtlinge

Die UN zählt bisher 13.500 Binnenflüchtlinge durch die Kämpfe im Großraum Tripolis. Laut der Außenstelle der Weltgesundheitsorganisation in dem Land werden dort aktuell 147 Tote und 614 Verwundete verzeichnet. Über 800.000 Menschen in Libyen brauchten humanitäre Hilfe, so das OCHA. In den Lagern bei Tripolis, wo sich laut der Hilfsorganisation 1.500 Flüchtlinge und Migranten aufhalten, sind durch die Kämpfe einem „größeren Risiko“ ausgesetzt.

Dass dies ziemlich konkret werden kann, führt der eingangs erwähnte Flugzeugabschuss vor Augen. Er geschah angeblich in unmittelbarer Nähe eines Flüchtlingslagers. Auch die Versorgung dürfte inmitten von Kriegswirren schwieriger werden. Einige Hilfsorganisationen sollen zudem ihre Aktivität eingestellt haben. Das Kriegschaos macht die Lage auf jeden Fall nicht einfacher, wie dies an den Einblicken der irischen Journalistin Sally Hayden abzulesen ist.

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