Russischer Rusal-Konzern als Gehilfe der Amerikaner


Aluminium, der Stoff aus dem leichte Autoträume sind. (Ilya Naymushin/Reuters)
Rusal ist nach den Sanktionen zurück im amerikanischen Markt und will investieren. Die Pläne haben eine überraschende Nebenwirkung.

Christian Steiner | Neue Zürcher Zeitung

Das nennt man ein Comeback. Der russische Aluminiumriese Rusal macht sich, drei Monate nachdem Washington das Unternehmen aus den Sanktionsfesseln befreit hat, auf, das Amerikageschäft zu alter Blüte zurückzuführen. Doch der einst wichtigste Exportmarkt soll nicht nur wieder mit Aluminium beliefert werden. Die Russen wollen auch in die Produktion vor Ort investieren. Zusammen mit dem amerikanischen Konkurrenten Braidy will Rusal ein Werk zur Herstellung von gewalzten Aluminiumprodukten für die Automobilindustrie bauen. Die beiden Firmen nehmen dafür mehr als 1,5 Mrd. $ in die Hand. Rusal soll einen 40%-Anteil am neuen Werk in Kentucky halten und den Grossteil des benötigten Aluminiums liefern können. Rusal ist dazu überzeugt davon, dass die Produkte des Werks in den USA Abnehmer finden werden, da die Nachfrage nach Aluminiumkomponenten für Autos in den vergangenen fünf Jahren stark gewachsen ist und das Angebot langsam knapp werde. Analytiker dagegen sind über die Pläne wenig erfreut. Die Finanzfachleute kritisieren vor allem, dass Rusal neue Schulden aufnehmen muss, um die hohe Investition zu schultern. Dies drücke auf die Rentabilität des Konzerns.

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