Notre-Dame: So teuer war der Bauwahn der katholischen Kirche

Der Kunsthistoriker Andrew Tallon hat einen Laser-Scan von Notre-Dame erstellt. Der könnte jetzt beim Wiederaufbau helfen Quelle: AFP
Die Kathedrale von Notre-Dame wird weltweit bewundert. Doch sie stammt aus einer düsteren Zeit. Der französische Kirchenbau der Zeit war grotesk teuer – und könnte das Mittelalter um Jahrhunderte verlängert haben.

Von Anne Kunz | DIE WELT

Paris trauert um sein Wahrzeichen: die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame. Doch wofür steht der monumentale Sakralbau wirklich? Fakt ist, dass Notre-Dame aus einer Zeit stammt, in der Hunger, Krankheit und Armut das Leben vieler Europäer prägten. Trotzdem ließen die Katholiken zwischen den Jahren 1100 und 1250 in Paris und dessen Umland 1472 gotische Kirchen errichten und luxuriös ausstatten. Notre-Dame war eine davon.

Der Verschwendungswahn der Kirche kostete nicht nur sehr viel Geld: Tausende Arbeitskräfte waren im Einsatz, um die prunkvollen Bauten zu errichten. So schätzten die Forscher Robert Burton Ekelund, Robert Hébert und Robert Tollison, dass zu dieser Zeit etwa neun Prozent der erwachsenen Arbeitskräfte mit Kirchenbau beschäftigt waren. Diese Menschen fehlten dafür an anderer Stelle. Das sorgte dafür, dass sich das ohnehin geringe Wirtschaftswachstum in einer der dunkelsten Phasen des Mittelalters noch weiter verlangsamte.

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Enthüllungen über Missbrauch in Kirche: Kramp-Karrenbauer fällt hartes Urteil im Missbrauchs-Skandal

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich zum Missbrauchs-Skandal in der Kirche geäußert. © dpa / Ina Fassbender
Angesichts der Enthüllungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche erwartet die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein stärkeres Gegensteuern der Kirche.

Merkur.de

„Die katholische Kirche trägt ohne Wenn und Aber Schuld daran, dass sie die Aufklärung dieser Verbrechen an den Kindern systemisch verhindert und damit auch den Missbrauch ermöglicht hat. Das ist die große Schuld, die die Kirche in sich trägt“, sagte sie der Zeitschrift „Publik-Forum“. „Die Bemühungen, die es jetzt gibt, reichen bei Weitem nicht aus, um dafür zu sorgen, dass sich ein solches Versagen der Institution Kirche nicht wiederholt.“

Überdies sprach sich Kramp-Karrenbauer, die dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken angehört, dafür aus, künftig auch Priesterinnen in der katholischen Kirche zuzulassen. „Ein erster Schritt wäre, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Angesichts des Priestermangels wäre ein zweiter, den Pflichtzölibat aufzuheben. Dann wären mehr Männer bereit, Priester zu werden“, sagte sie.

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Auf dem offenen Meer treibt heute deutlich mehr Plastik als früher

Regelmässig werden Plastikstücke an Meeresküsten angeschwemmt, so wie hier an der norwegischen Küste. (Bild: Bo Eide / CC BY-ND 2.0)
Sie wollten Plankton erfassen und fingen Kunststoff ein: Forscher weisen die Zunahme von Makroplastik im Nordatlantik nach.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Plastik in grösseren und kleineren Stücken wurde schon fast überall gefunden: in Vögeln und Fischen, in Flüssen, Seen, im Boden und selbstverständlich auch an Meeresküsten. Fachleute nehmen an, dass die Menge an Kunststoff in den letzten Jahrzehnten auch auf dem offenen Ozean zugenommen hat. Dies konnte aber bis anhin nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Jetzt ist der Nachweis auf eher zufällige Weise einer Gruppe um Clare Ostle von der Marine Biological Association im englischen Plymouth gelungen. Erfolgreich waren die Forscher mit einem Instrument namens «Continuous Plankton Recorder». Im Inneren des Metallgehäuses ist ein Sieb eingebaut, das marines Plankton auffangen soll.

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Notre-Dame: Vatikan sagt Hilfe bei Wiederaufbau zu – jedoch nicht in finanzieller Form

Bild: © picture alliance/Xinhua
Der Brand von Notre-Dame in Paris ist kaum gelöscht, schon werden die ersten Überlegungen zum Wiederaufbau der weltberühmten Kathedrale gemacht. Papst Franziskus spricht den Franzosen Mut zu und verspricht Hilfe aus dem Vatikan – jedoch nicht in finanzieller Form.

Von Roland Müller | katholisch.de

Nach dem Brand von Notre-Dame hat Papst Franziskus zum Wiederaufbau der Pariser Kathedrale aufgerufen. Das Kirchenoberhaupt richtete sich am Dienstag in einem Brief persönlich an den Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, und alle Franzosen. Er hege den Wunsch, dass mit dem Einsatz aller das Gebäude als „Herz der Stadt“ und „architektonisches und spirituelles Erbe von Paris, Frankreich und der Menschheit“ wiederhergestellt werden könne, schrieb Franziskus. „An diesen heiligen Tagen, an denen wir des Leidens Jesu, seines Todes und seiner Auferstehung gedenken, versichere ich Ihnen meine geistige Nähe und mein Gebet.“

Er verbinde sich in der Trauer mit den Katholiken des Erzbistums, den Einwohnern von Paris und allen Franzosen, so der Papst weiter. Der Brand von Notre-Dame habe ein „nationales Symbol“ getroffen, das den Bürgern von Paris und Frankreich unabhängig von ihren Überzeugungen am Herzen liege. Franziskus nannte die Kathedrale das „architektonische Juwel eines kollektiven Gedächtnisses“ sowie ein Zeugnis des Glaubens und des Gebets der Katholiken im Herzen der Stadt.

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Erstes vollständiges Herz aus dem 3D-Drucker

Menschliches Herz aus dem 3D-Drucker im Miniformat © 2019 Dvir et al./ Advanced Science/ Wiley
Gedrucktes Pumporgan: Forscher haben erstmals ein vollständiges Herz mittels 3D-Druck erzeugt. Das Organ besteht komplett aus menschlichem Gewebe und verfügt über alle wichtigen Strukturen wie zum Beispiel Blutgefäße. Zwar ist das gedruckte Herz noch deutlich kleiner als das natürliche Vorbild und kann noch nicht koordiniert pumpen. Trotzdem könnte das Verfahren künftig genutzt werden, um lebensrettende Organe für herzkranke Patienten zu produzieren, so die Hoffnung.

scinexx

Der 3D-Druck ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug der Industrie und Technik – auch in der Medizin gewinnt die Trendtechnologie zunehmend an Bedeutung. So haben Wissenschaftler bereits unterschiedliche Silikonimplantate gedruckt und sogar Gewebe wie funktionsfähige menschliche Haut oder künstliche Eierstöcke.

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Säkulare Buskampagne

Atheistisch-laizistische Akteure haben für 2019 eine „Säkulare Buskampagne“ angekündigt. Das Motto der Initiative lautet „Kirchenstaat? Nein Danke.“ Sie wird von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) in Kooperation mit dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) sowie dem Humanistischen Pressedienst (hpd) durchgeführt.

Dr. Hanna Fülling | EZW

Die Kampagne zielt darauf ab, vermeintliche „Kirchen-Privilegien“ abzuschaffen. Als Kirchen-Privilegien werden etwa Rechte bezeichnet, die sich aus der Organisationsform als selbstständigem Verwaltungsträger des öffentlichen Rechts, dem Körperschaftsstatus, ergeben. Doch plädieren die Initiatoren auch dafür, den christlichen Einfluss auf ethische Debatten wie er sich am Beispiel von Schwangerschaftsabbrüchen und Sterbehilfe manifestiere, zurückzudrängen. Es scheint der Kampagne also nicht nur daran gelegen, die sogenannte hinkende Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften durch laizistische Impulse zu verändern, sondern auch die Einflussnahme von religiös fundierten Argumentationen und Wertebindungen aus dem politischen Raum zurückzuweisen.

Der Zeitpunkt der Kampagne ist bewusst gewählt, denn 2019 finden zwei wichtige Jubiläen in Deutschland statt: 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung – aus der wesentliche Religionsartikel in das Grundgesetz inkorporiert wurden – sowie 70 Jahre Grundgesetz. Mit der Buskampagne möchten die Initiatoren „die Politikerinnen und Politiker aus ihrer religiösen Filterblase […] befreien“. Sie verstehen die Kampagne als Aufklärung der unaufgeklärten Geister. Allerdings macht der Vorstandssprecher der gbs Michael Schmidt-Salomon mit einem augenzwinkernden Verweis auf Karl Marx deutlich, dass es der Kampagne nicht nur um Bewusstseinsbildung geht, sondern dass eine Neuordnung der Verhältnisse angestrebt wird.

Die Kampagne ist nicht die erste dieser Art. Bereits vor zehn Jahren gab es eine Initiative, in der Busse unter dem Motto „Gottlos glücklich“ durch Deutschland fuhren. Die Veranstalter erklären sich mit dem Ergebnis von 2009 sehr zufrieden, da inzwischen in der Gesellschaft angekommen sei, dass es keinen Gott für ein sinnerfülltes Leben brauche. Sie möchten an diese Wirkung anknüpfen und auch 2019 Menschen von ihrer religionskritischen Botschaft überzeugen.

Die Deutsche Bahn hat den Initiatoren untersagt, Großplakate zur Bewerbung der Kampagne aufzuhängen, da sie ihr fehlende Neutralität attestiert. Die Initiatoren können das Argument nicht nachvollziehen. Sie verstehen ihre Botschaft gegen den Einfluss von Kirche und Religion im politischen und öffentlichen Raum nicht als eigene Weltanschauung, sondern als Neutralitätsimpuls.

Die Neutralität ist ein umkämpftes Prinzip, das wird daran einmal mehr deutlich. Sie sollte als kritisch-normatives Prinzip verstanden werden, durch das bestehende Ungerechtigkeiten aufgezeigt und Veränderungen angeregt werden. Sie darf jedoch nicht als Argument verwendet werden, um eine eigene Weltanschauung zur Doktrin zu erheben.

Schleichendes Gift: Das PFC-Problem der Bundeswehr

Bild: tagesschau.de
Die Bundeswehr hat durch den Einsatz von gesundheitsschädlichem Löschschaum zahlreiche Standorte verunreinigt. Laut BR ist die Kontamination mit PFC-Chemikalien an 18 Standorten bestätigt. Die Sanierung könnte teuer werden.

Von Jeanne Turczynski, Maximilian Zierer, Maren Breitling, Fabian Mader | tagesschau.de

Die Gemeinde Manching in Oberbayern liegt neben dem Bundeswehr-Flugplatz Ingolstadt-Manching. Auf dem Gelände ist der Schwellenwert für einen besonders schädlichen PFC-Stoff im Grundwasser teils 400-fach überschritten. In angrenzenden Ortsteilen dürfen Anwohner ihre Gärten nicht mehr mit Brunnenwasser gießen. Wer ein Haus bauen will, kann das nur ohne Keller machen. Oder er muss die Entsorgung des Aushubs bezahlen. Und das wird teuer, denn es handelt sich um Sondermüll.

Schleichendes Gift

Die Kontaminationen im Boden stammen von PFC-haltigen Löschschäumen, die die Bundeswehrfeuerwehr jahrzehntelang am nahegelegenen Flugplatz eingesetzt hat, vor allem bei Übungen. Löschschaum wird von der Bundeswehr vor allem eingesetzt, um Treibstoffbrände zu bekämpfen. Der bekannteste Stoff, der in den Schäumen verwendet wurde, heißt PFOS. Er ist seit 2006 in der EU verboten, PFOS-haltige Löschschäume durften noch bis 2011 verwendet werden.

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Anastasia-Bewegung in Brandenburg: Rechte Siedler hinter Hippie-Fassade

Siedlergruppe in Grabow zum Frühlingsfest 2019. Bild: Lisa Wandt/RBB24
Die Anhänger der Anastasia-Bewegung gründen Siedlungen und verbreiten rassistische und antisemitische Ideologie – auch in Brandenburg, wie eine Recherche des ARD-Politikmagazins Kontraste zeigt.

Von Silvio Duwe, Lisa Wandt | RBB24

Sie sehen aus wie Hippies und Öko-Aussteiger und lassen sich in ländlichen Regionen nieder. Manche von ihnen laufen das ganze Jahr barfuß, denn sie wollen den Kontakt zu Mutter Erde nicht verlieren. Doch was nach harmloser Esoterik klingt, ist auf den zweiten Blick eine rechte Siedler-Bewegung, die sich in Deutschland ausbreitet. Bundesweit gibt es nach  Recherchen des ARD-Politikmagazin Kontraste 17 so genannte Familienlandsitze, vier davon liegen in Brandenburg. Hier ist die so genannte Anastasia-Bewegung besonders aktiv.

Leichtes Spiel in strukturschwacher Region

In Grabow bei Blumenthal (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) etwa versucht das Ehepaar Krause gleich ein ganzes Dorf zum „Goldenen Grabow“ zu machen. Und sie haben leichtes Spiel, denn die Einwohnerzahl in der strukturschwachen Region geht seit Jahren zurück. In Grabow sind noch 240 Einwohner übrig geblieben, vormals waren es mehr als doppelt so viele. Die Krauses haben hier einige Grundstücke aufgekauft.

Ortsvorsteher Werner Goldmann ist glücklich über den Zuzug. Es seien leerstehende Häuser aufgekauft worden, die jetzt bewohnt würden, sagt er. Es seien junge Leute nach Grabow gekommen. Besonders freut sich Goldmann über die Unterstützung durch die Anastasia-Anhänger bei Dorffesten.

Deren Ziel in Grabow ist eine Selbstversorgersiedlung mit einer eigenen Schule, so steht es auf der Webseite, und so haben die Anastasia-Anhänger das auch dem Ortsvorsteher gesagt. In der Schule sollen die Kinder in der Gedankenwelt der Gemeinschaft großgezogen werden.

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NASA’s TESS Exoplanet Mission Finds 1st Earth-Size Alien World

Artist’s illustration of HD 21749c, the first Earth-size planet found by NASA’s Transiting Exoplanets Survey Satellite, as well as its sibling, HD 21749b, a warm sub-Neptune-sized world. (Image: © Robin Dienel, courtesy of the Carnegie Institution for Science)
But HD 21749c doesn’t look like a great candidate for life as we know it.

By Mike Wall | SPACE.com

NASA’s newest planet hunter has discovered its first Earth-size alien world.

The Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) spotted the planet, as well as a weird „sub-Neptune“ world, circling the star HD 21749, which lies about 53 light-years from Earth, a new study reports.

„It’s so exciting that TESS, which launched just about a year ago, is already a game-changer in the planet-hunting business,“ study co-author Johanna Teske, of the Department of Terrestrial Magnetism (DTM) at the Carnegie Institution for Science in Washington, D.C., said in a statement.

TESS soared to Earth orbit in April 2018 atop a SpaceX Falcon 9 rocket to hunt for planets around some of the closest and brightest stars in the sky. This work involves looking for the tiny brightness dips that occur when alien worlds cross their host stars‘ faces from the spacecraft’s perspective.

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Eine Milliarde vernetzter Geräte sind eine zentrale Herausforderung

Bild: J. Tauss
Im Jakob- Kaiser -Haus, einem dieser hohen Bürogebäude des Deutschen Bundestags, hängen vier in den Farben schwarz-rot-gold und blau (für Europa) lackierte „Ruderachter“. An Seilen sollen diese Boote mittels Motor in einer als „Auf und Ab“ bezeichneten Installation der Künstlerin Christiane Möbus ständig in Bewegung sein. Theoretisch. Denn seit längerer Zeit dümpeln sie eher bewegungslos im ruhenden Zustand an der Decke. Insofern ist das Kunstwerk auch ein Symbol für die aktuelle IT- Politik.

Jörg Tauss | TELEPOLIS

Seit der Kryptodebatte in den neunziger Jahren – erinnert sich noch jemand an die Regulierungsforderungen des damaligen Innenministers Manfred Kanther (Pluto)? – gibt es auch hier bestenfalls ein Auf und Ab von IT- Sicherheitsgesetzen und Behördengründungen. Entsprechend beschäftigte sich auch dieser Tage der Bundestagsinnenausschuss zwei Stunden lang mit dem Thema „IT- Sicherheit“. Vor allem Abgeordneten von CDU/ CSU stand die Langeweile ins Gesicht geschrieben, sich mit dem Thema und einigen, teilweise seit Monaten vorliegenden, Anträgen der Opposition beschäftigen zu müssen.

Die SPD- Abgeordnete Saskia Esken vergaß zwischendurch sogar, dass es sich um eine Expertenanhörung handelte, und stellte ihre Frage an einen der anwesenden Beamten vom Ministerium des Inneren. Dieses Ansinnen wurde von dort natürlich erschrocken von sich gewiesen. Das Ministerium machte die Abgeordnete auf die Möglichkeit aufmerksam, doch passender zu einem anderen Zeitpunkt von dort direkt Auskunft zu erbitten.

Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor hielt sich dem gegenüber mit gar keinen Fragen an Niemand auf. Er beschäftigte sich, wie in einer lästigen Schulstunde, lieber mit seinem Laptop und mit Plaudereien mit dessen Nachbarn. Die Union bekräftigte mit Christoph Bernstiel ungefragt noch deren uneingeschränktes Vertrauen zum Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Lediglich wollte er noch wissen, wohl vom eigentlichen Thema der oppositionellen Bundestagsanträge ablenkend, was denn „die Wirtschaft“ zur IT-Sicherheit beitrüge. Dr. Rainer Baumgart von secunet antwortete so ehrlich wie erwartungsgemäß, dass es damit in Großkonzernen besser und in kleineren Betrieben mangels Kompetenz und Bereitschaft zu Investitionen eher schlechter bestellt sei.

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Schengen-Überwachung: EU-Parlament beschließt Biometrie-Superdatenbank

(Bild: EU-Parlament / EU-Kommission)
Mit dem verabschiedeten Gesetzespaket können große EU-Informationssysteme zur inneren Sicherheit verknüpft und Biometriedaten abgeglichen werden.

Von Stefan Krempl | TELEPOLIS

Ein Prestigeprojekt von Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und EU-Sicherheitskommissar Julian King hat das EU-Parlament am Dienstag befürwortet. Laut zwei beschlossenen Verordnungsentwürfen zur „Interoperabilität“ sollen sämtliche EU-Datenbanken in den Bereichen Sicherheit, Grenzmanagement und Migrationssteuerung miteinander verzahnt werden. Zugleich kann die biometrische Überwachung der Bevölkerung und Einreisender deutlich ausgebaut werden.

Ziel ist es, unter anderem das Schengen-Informationssystem (SIS) mit rund 80 Millionen Einträgen, das Visa-Register (VIS) oder die Eurodac-Datei, in der vor allem Fingerabdrücke von Asylbewerbern gespeichert werden, über ein Suchportal zu verknüpfen. Dazu kommen werden etwa das neue Ein- und Ausreisesystem zur biometrischen Grenzkontrolle (Smart Borders) sowie das Europäische Reisegenehmigungssystem (ETIAS). Ermöglicht werden soll so ein Abgleich der vorhandenen Daten „mit einem einzigen Klick“. Grenzschützer und Polizisten könnten künftig etwa Ausweise einfacher überprüfen, indem sie alle EU-Informationssysteme auf einem Bildschirm gleichzeitig abfragen.

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Bedeutung von Feiertagen schwindet

Christliche Feiertage wie Ostern, Pfingsten oder Christi Himmelfahrt haben aus Sicht von Experten nur noch einen geringen Einfluss auf den Lebensrhythmus der Menschen in Deutschland.

evangelisch.de

„Die Grenzen zwischen Fest- und Alltag, Ruhe und Arbeit, Verzicht und Genuss haben sich weitgehend aufgelöst“, sagte der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, dem Evangelischen Pressedienst. „Die meisten Menschen leben ein weitgehend nivelliertes Leben.“ Einzig Weihnachten habe noch die Funktion einer echten Schwelle im Jahreslauf.

Diese Entwicklung spiegelt sich nach Angaben von Petra-Angela Ahrens vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD statistisch in den Besucherzahlen der Kirchen wider. So besuchten an einem normalen Sonntag etwa 3,5 Prozent aller evangelischen Kirchenmitglieder einen Gottesdienst. Am Karfreitag, dem vor allem in der evangelischen Kirche hohe Bedeutung zukommt, seien es rund 4,1 Prozent. An Heiligabend hingegen gingen jedes Jahr rund 37 Prozent aller Protestanten in die Kirche.

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Als ein Meter grosse Urkrebse die Meere unsicher machten

Die Eier der Trilobiten konnten erstmalig 2017 nachgewiesen werden. Eines der seltenen Funde ist nun im Sauriermuseum Aathal zu sehen. (Foto: PD)
Das Sauriermuseum Aathal widmet der schon im Erdaltertum ausgestorbenen Tiergruppe der Trilobiten eine grosse Spezialausstellung. Diese gewährt Einblick in eine längst vergangene Welt. Zu sehen ist auch ein seltener Fund.

Linda Koponen | Neue Zürcher Zeitung

Die Vorstellung ist gruselig und faszinierend zugleich: Vor 500 Millionen Jahren, als sich das Leben noch vorwiegend im Wasser abspielte, schwammen in den Meeren bis zu ein Meter grosse Urkäfer – Trilobiten genannt. Die urzeitlichen Verwandte der heutigen Krebse, Spinnen, Skorpionen und Insekten sind längst ausgestorben. Vor der Ära der Dinosaurier gehörten die höchst eigenartigen Tiere aber zu den dominanten Arten auf der Welt. Heute sind 21 000 Trilobiten-Arten bekannt.

Das Sauriermuseum Aathal präsentiert im Frühling 2019 eine Spezialausstellung über die Urmeere und ihre oft erstaunlichen und bizarren Lebensformen. Im Zentrum stehen Trilobiten und Seeskorpione.

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Evangelische Kirche kritisiert Seehofer-Pläne zur Abschiebung

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) warnt vor einer Verschärfung der Abschiebepraxis. Der Bundesinnenminister möchte die Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht besser durchsetzen.

evangelisch.de

Die Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) seien „äußerst problematisch“, sagte Prälat Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Seehofers Gesetzentwurf beinhalte „zahlreiche Verschärfungen des geltenden Rechts, die zu humanitären Härten führen werden“.

Das Bundeskabinett soll nach den Plänen des Innenministeriums am 17. April das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ auf den Weg bringen. Seehofer will mit dem Gesetz erreichen, dass mehr Abschiebungen von Ausländern ohne Bleiberecht in Deutschland durchgesetzt werden.

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US-Regierung: YPG sollen die SDF verlassen

YPJ-Kämpferin. Foto (von 2014): Claus Weinberg / CC BY 2.0
Kurden berichten von Forderungen aus Washington, die die Stationierung türkischer Militärs im Nordosten Syriens erlauben sollen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Drohungen der USA lassen den türkischen Präsidenten unbeeindruckt. Bei seinem Treffen mit Putin bestätigte Erdogan nochmals, dass er am Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 festhalte. Der Lieferstopp der USA von Bauteilen des F-35-Kampfjets und die damit verbundene Drohung, dass die Anschaffung des S-400-Sytems Sanktionen riskieren (USA erhöhen Druck auf Erdogan), haben keine Wirkung nach außen gezeigt.

Beim Gespräch im Kreml haben die beiden Staatsführer angeblich sogar Grundlagen für eine weiterführende 100 Milliarden US-Dollar schwere Geschäftsbeziehung vereinbart. Es erhärtet sich der Eindruck, dass die Türkei mehr Nähe zu Russland sucht und ihr demgegenüber die Beziehung zu den USA weniger vorteilhaft erscheint.

Bombenangriffe auf Idlib

Zu Syrien, wo beide Länder erheblich mitbestimmen, gab es keine konkreten Aussagen. Die Türkei braucht, wie es ihre Militäroperation in Afrin zeigte, die russische Unterstützung, um ihre Interessen umzusetzen. Im Fall Idlib, wo die Türkei mit der Umsetzung der Sotschi-Vereinbarungen ihre Schwierigkeiten hat, wird sich erst zeigen, was die beiden ausgemacht haben.

Putin kündigte ein härteres Vorgehen gegen Terroristen an. Jüngste russische Bombenangriffe auf Ziele im südlichen Idlib bestätigen, dass es dort zu verstärkten militärischen Einsätzen kommt.

„Kampf gegen den Terror“

Die Türkei hat anderseits ein großes Interesse daran, der kurdischen Selbstverwaltung im nordöstlichen Syrien ein Ende zu bereiten. Sie begründet dies mit dem Kampf gegen den Terror, die Selbstverteidigungseinheiten der YPG, bzw. YPJ (Kämpferinnen) und die politische Vertretung, die PYD, stünden in enger Verbindung zur PKK.

Dem wird entgegengehalten, dass der autoritär, nationalistisch und islamistisch orientierten Erdogan-Regierung das basisdemokratisch ausgerichtete politische System der Kurden in enger Nachbarschaft zur Türkei ein Dorn im Auge ist. Erdogan behandelt die Kurden, die sich ihm nicht unterordnen, als Feinde, die er mit allen Mitteln bekriegt.

Von Vertretern der Kurden heißt es, dass die PYD-Verwaltung und ihre Milizen eine ideologische und persönliche Nähe zum PKK-Führer Öcalan hätten, aber nichts mit der Terrorvergangenheit der PKK zu tun haben. Sie seien politisch anders – viel weiter als die PKK in früheren Jahren wie Öcalan auch.

USA: Ein utopischer Plan

Für die USA stehen andere, handfeste Interessen im Vordergrund. Offenbar wollen sie mit der Türkei keinen echten Bruch riskieren, haben aber, wie sich im Fall der Kurden deutlich zeigt, keinen überzeugenden Plan, um einerseits den Nato-, Regional- und Geschäftspartner richtig entgegenzukommen, und anderseits auch keinen überzeugenden Plan, um die Sicherheitsinteressen ihrer kurdischen Partner in Syrien zu garantieren. Darüber hinaus stellen sie sich auch noch gegen Verhandlungen der Kurden mit dem legitimen Souverän in Syrien, der Regierung in Damaskus.

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Nach Missbrauchsskandal: Jung sieht Selbstzerfleischung der Kirche

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Mit deutlichen Worten hat der Würzburger Bischof Franz Jung die Außendarstellung der katholischen Kirche nach dem Missbrauchsskandal kritisiert. Dabei ging er auch auf Aussagen seiner Amtsbrüder ein.

katholisch.de

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals die Außendarstellung der katholischen Kirche kritisiert. „Was geben wir öffentlich für ein Schauspiel ab in der Selbstzerfleischung bezüglich der Situationsanalyse“, fragte Jung am Montag bei einem Besinnungstag vor rund 230 Priestern und Diakonen in Würzburg. Diese reiche im Extrem von der Feststellung, Kirche sei eine „Täterorganisation“ bis hin zu der vernichtenden Diagnose, der Missbrauch reiche in die „DNA der Kirche“.

Laut Jung haben diese Aussagen, die aus Betroffenheit heraus gesprochen seien, zwar eine gewisse Berechtigung. Aber sie neigten zugleich „wie immer in krisenhaften Situationen zum Tunnelblick“ und blendeten die Wirklichkeit in ihrer Fülle aus.

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