
Mit deutlichen Worten hat der Würzburger Bischof Franz Jung die Außendarstellung der katholischen Kirche nach dem Missbrauchsskandal kritisiert. Dabei ging er auch auf Aussagen seiner Amtsbrüder ein.
Der Würzburger Bischof Franz Jung hat im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals die Außendarstellung der katholischen Kirche kritisiert. „Was geben wir öffentlich für ein Schauspiel ab in der Selbstzerfleischung bezüglich der Situationsanalyse“, fragte Jung am Montag bei einem Besinnungstag vor rund 230 Priestern und Diakonen in Würzburg. Diese reiche im Extrem von der Feststellung, Kirche sei eine „Täterorganisation“ bis hin zu der vernichtenden Diagnose, der Missbrauch reiche in die „DNA der Kirche“.
Laut Jung haben diese Aussagen, die aus Betroffenheit heraus gesprochen seien, zwar eine gewisse Berechtigung. Aber sie neigten zugleich „wie immer in krisenhaften Situationen zum Tunnelblick“ und blendeten die Wirklichkeit in ihrer Fülle aus.