Tote Schweinehirne „reanimiert“

Durch eine spezielle Behandlung konnten Forscher Hirnzellen nach dem Tod erhalten und wieder aktivieren (rechts). © Stefano Daniele/ Zvonimir Vrselja/ Sestan Laboratory/ Yale School of Medicine
Sind tote Gehirne wirklich irreparabel tot? Diese brisante Frage werfen nun Untersuchungen mit Schweinehirnen auf. Denn Forschern ist es gelungen, diese Organe Stunden nach ihrem Tod teilweise zu reanimieren. Durch künstliche Durchblutung und die Versorgung mit Nährstoffen konnten bestimmte zelluläre Funktionen wiederhergestellt und Neuronen zu synaptischer Aktivität angeregt werden. Was bedeutet das für unser Verständnis vom Hirntod?

scinexx

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Während früher die Feststellung des Herz- und Atemstillstands als eindeutiges Kriterium dafür galt, wird heute vermehrt die Hirntod-Definition herangezogen. Denn während viele Bereiche des menschlichen Organismus inzwischen mithilfe von Maschinen künstlich am Leben gehalten werden können, gilt dies für das Gehirn nicht.

Bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoffversorgung sterben die Nervenzellen im Gehirn ab. Es kommt zu einem irreparablen Ausfall entscheidender Hirnfunktionen – dem Hirntod. Diese Definition des Todes über das Gehirn spielt auch für die Organtransplantation eine entscheidende Rolle. Denn erst nach dem Hirntod eines Menschen dürfen Ärzte in Deutschland Organe aus dessen Körper entnehmen.

weiterlesen

Tanzverbot an Karfreitag: wichtige Tradition oder religiöse Bevormundung?

Steht ganz Oben auf der Liste. Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Alle Jahre wieder wird an Karfreitag über das gesetzliche Tanzverbot debattiert. Der Karfreitag zählt zu den sogenannten stillen Feiertagen, an denen öffentliche Tanz- und Musikveranstaltungen in Kneipen und Clubs verboten sind. Im Oktober 2016 hat das Bundesverfassungsgericht die Vorschrift bereits gelockert. Seither darf es auch Ausnahmen vom Tanzverbot geben. Trotzdem flammt die Frage, ob das Tanzverbot grundsätzlich noch zeitgemäß ist, regelmäßig wieder auf.

Badische Neueste Nachrichten

Ist das Tanzverbot an Karfreitag auch heute noch wichtig oder ist die Vorschrift längst überholt? Zwei BNN-Redakteure haben unterschiedliche Ansichten.

Pro (David Falkner): „Es gibt kein Recht auf Feierwut, auch wenn manche das gerne so hätten.“

Einfach mal die Füße stillhalten! Das Tanzverbot sorgt immer und immer wieder für die gleichen Diskussionen. Was soll die Aufregung? Ja, bis 2015 hatte Baden-Württemberg eines der striktesten Feiertagsgesetze Deutschlands. Dann wurde es aber gelockert. Heute gilt nur noch an einem Tag im Jahr generelles Tanzverbot, am Karfreitag. Zeitlich begrenze Tanzverbote gelten am Gründonnerstag, am Karsamstag, an Allerheiligen, am Volkstrauertag, am Buß- und Bettag und am Totensonntag. Insgesamt also sieben Tage im Jahr, sieben Tage von 365. Mehr nicht. Sieben Tage, an denen es heißt: Okay, heute bleibt die Disko eben zu. Statt der Frage nach der Legitimation des Tanzverbots könnte man stattdessen fragen: Tut das Tanzverbot irgendjemandem weh? Nein, tut es nämlich nicht. Es gibt kein Recht auf Feierwut, auch wenn manche das gerne so hätten. Wie wäre es also, sich einfach mal zurückzulehnen und Rücksicht zu nehmen auf andere? Auf die, denen Besinnung und Ruhe an einigen ausgewählten Tagen im Jahr tatsächlich wichtig ist, denen wichtig ist, dass am Karfreitag oder am Volkstrauertag keine Bässe aus dem nächsten Partykeller hämmern. Die gibt es nämlich auch – und nur, weil sie nicht neben euch auf dem Dancefloor abzappeln, heißt das nicht, dass ihre Meinung nichts bedeutet. Bei der letzten großen YouGov-Umfrage befürwortete übrigens eine Mehrheit der Deutschen das Tanzverbot. Also: Einfach mal Rücksicht nehmen. Bei so vielen anderen Themen klappt das – warum nicht auch bei der Religion?

weiterlesen

Markus Söder offen für Kritik an Art der Einführung von Kreuzerlass

Screenshot FB
Bayerischer Ministerpräsident hält Maßnahme an sich aber für richtig

DIE WELT

Ein Jahr nach dem sogenannten Kreuzerlass der bayerischen Landesregierung hat sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) offen für Kritik an der Art der Einführung gezeigt. Er stehe zwar nach wie vor zu dem Beschluss, im Eingangsbereich aller Landesbehörden ein Kreuz anzubringen, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“ vom Donnerstag. Doch würde er die Einführung heute möglicherweise nicht erneut genau so machen.

Gender, Sex und Politik: Je mehr Liebe, desto mehr Revolution

Reicht es, die Sexualität zu befreien, um die Gesellschaft als ganze zu befreien? 1968 ging man davon aus. (Bild: Werner Bokelberg)
Wie lange wird Sexualität nun schon befreit? Wer Dagmar Herzogs Essays liest, kommt ins Grübeln.

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Sex: Die Menschen machen ihn selber, aber nicht aus freien Stücken, sondern unter den vorgefundenen Umständen der Sexualität – frei nach Marx. Das heisst: Ihre Triebe pulsieren unter den Bedingungen von «gender» und Klasse, von Macht und «race». Das führt zu Kämpfen und Konfusionen. So kommt es, dass Transgender-Aktivisten, die sich im falschen Körper fühlen, konservative Positionen teilen, die auf die biologische Zweigeschlechtlichkeit mit je zwingend dazugehörenden Geschlechtsidentitäten pochen.

Weiblich empfinden

«Weiblich» kann nur empfinden, wer eine Vagina besitzt. Homosexuelle streben das Institut der Ehe an, das den religiös Konservativen als heilig gilt – und das diese durch die Homosexualität bedroht sehen. Um Schwangerschaftsabbruch und Präimplantationsdiagnostik zu verbieten, kooperieren Religiöse und Rechtsextreme mit Behindertenorganisationen, die vor einer postnazistischen Eugenik warnen, die zur Ausrottung nicht der «Normalität» entsprechender Menschen führe. Doch Rechtsextreme mögen in der Regel keine versehrten Menschen, und wenn diese die Dienste des Sexualtherapeuten in Anspruch nehmen, bekommen die Fundamentalisten rote Köpfe.

weiterlesen

Klima und Artensterben: Krisenstimmung greift um sich

„Rebellion Day“-Demonstration; Archivbild (17 November 2018). Foto: Julia Hawkins/CC BY 2.0
Die Energie und Klimawochenschau: Von Straßenblockaden, ausgestorbenen Sauriern, Gefahren für die Welternährung und einem globalen Aufruf der Wissenschaftler

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

In Großbritanniens Hauptstadt London haben am Dienstag Aktivisten der „Extinction Rebellion“ am zweiten Tag in Folge diverse Straßen und Brücken blockiert. BBC berichtet über Sitzblockaden und verschiedene Formen, sich an Gegenstände und Fahrzeuge an Verkehrsknotenpunkten anzuketten, sowie über 120 Festnahmen bis Dienstagmittag.

Die junge, inzwischen auch in Deutschland und anderen Ländern organisierte Bewegung geht auf einen dringenden Aufruf zahlreicher britischer Wissenschaftler, Umweltaktivisten und Prominente zurück, die angesichts des Massenaussterbens von Pflanzen- und Tierarten Aktionen zivilen Ungehorsams fordern. Telepolis hatte bereits im November letzten Jahres an dieser Stelle über das entsprechende Manifest aus Großbritannien berichtet, das bereits kurz nach seiner Veröffentlichung zu ersten, ganz ähnlichen Blockaden in London geführt hatte.

In anderen Ländern gab es am Montag ebenfalls Aktionen. BBC zitiert im oben verlinkten Beitrag Aktionen in 80 Städten in 33 Staaten. Beispiel sind das kanadische Halifax und Berlin. Dort gab es am Montagnachmittag, wie der Sender RBB auf seiner Internetseite schreibt und Augenzeugen Telepolis gegenüber berichteten, auf der über die Spree führenden Oberbaumbrücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain für zwei Stunden eine Sitzblockade, die schließlich von der Polizei aufgelöst wurde ( Von Fridays for Future zur Extinction Rebellion).

Die Internationale Blockaden-Kampagne soll offensichtlich bis zum Ende des Monats fortgesetzt werden. Hier gibt es eine globale Übersicht über die lokale Gruppen der erst im vergangenen Herbst entstandenen Bewegung. Diese konzentriert sich bisher auf Westeuropa und Nordamerika, wobei es allerdings auch auf anderen Kontinenten Beteiligung gibt, namentlich in West- und Südafrika, Australien sowie in Indien.

Die Aktivisten treibt der drastische Rückgang der biologischen Vielfalt um. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir uns inzwischen im sechsten großen Artensterben in der Geschichte des Planeten befinden. Das letzte wurde vor rund 66 Millionen Jahren vom Einschlag eines großen Meteoriten ausgelöst und hat fast alle Saurierarten verschwinden lassen.

Eine der Ursachen der derzeitigen Aussterbens-Welle ist die rasche Verschiebung von Klimazonen durch die globale Erwärmung. In den tropischen Ozeanen kommt es zum Beispiel seit Beginn der 1990er Jahre zum Ausbleichen und Absterben von Korallenriffen im wachsenden Umfang. Diese werden ihrer großen Artenvielfalt wegen auch die tropischen Regenwälder der Meere genannt. Daher sind die Embleme und Plakate der Extinction Rebellion auch auf den Schulstreiks-Demos und bei den Protesten gegen den Braunkohletagebau am Hambacher Forst zu sehen.

weiterlesen

Bundeskabinett treibt verschärftes Abschiebegesetz voran: „Alles kräftige Dinge“

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug © Daniel Maurer (dpa)
Das Bundeskabinett hat dem sogenannten Geordnete-Rückkehr-Gesetz von Innenminister Seehofer grünes Licht gegeben. Über die Verschärfungen bei Abschiebungen muss im Bundestag entschieden werden. Dort deuten sich bereits jetzt Diskussionen an.

DOMRADIO.DE

Mehr Haftplätze und leichtere Inhaftnahme, Sozialleistungskürzungen und ein neuer Duldungsstatus: Das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ ist ein Paket mit vielen Verschärfungen, die dazu führen sollen, Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland konsequenter durchzusetzen. 58 Seiten stark ist der Entwurf, der am Mittwoch das Bundeskabinett passierte.

Dazu brachte die Bundesregierung auch eine Reform der Asylbewerberleistungen und Änderungen beim Zugang zu Deutschkursen auf den Weg. „Alles kräftige Dinge“, resümierte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach der Kabinettssitzung.

2018 mehr gescheiterte als erfolgte Ausreiseversuche

Sein Gesetz mit Verschärfungen der Abschieberegeln verfolgt vor allem das Ziel, diejenigen härter anzugehen, die in den Augen der Behörden nicht genügend bei der Ausreise kooperieren, indem sie sich etwa nicht um Papiere bemühen. Es soll künftig Konsequenzen haben, wenn der Verbleib in Deutschland selbst verschuldet ist, sagte Seehofer. Den jetzigen Zustand könne ein Innenminister nicht hinnehmen.

weiterlesen

Die Kirchen liegen dem französischen Staat schwer auf der Tasche – zum Glück helfen Spender

Ein nationales Monument, das dem Staat gehört: Die Notre-Dame zwei Tage nach dem Brand. (Bild: Benoit Tessier / Reuters)
In Frankreich herrschen seit der Trennung von Kirche und Staat 1905 besondere Besitzverhältnisse. Zwar werden die Kirchen vom Klerus und den Gläubigen genutzt, der Staat finanziert jedoch meist den Unterhalt. So ist es auch bei der Notre-Dame.

Manuela Nyffenegger | Neue Zürcher Zeitung

Erstaunlich, aber wahr: Nicht die Pfarrgemeinden und Diözesen sind in Frankreich die Eigentümer ihrer Gotteshäuser, sondern in den allermeisten Fällen ist es die öffentliche Hand. Nach der Trennung von Kirche und Staat im Jahr 1905 wollte die katholische Kirche die sakralen Gebäude nicht übernehmen. Denn für deren Kauf hätte sie Glaubensgemeinschaften gründen müssen. Papst Pius X. sah dadurch aber Hierarchie und Verfassung der katholischen Kirche infrage gestellt und verbot dem französischen Klerus, solche Glaubensgemeinschaften zu bilden. Der Widerstand der Kirche hatte zur Folge, dass der Staat in einem Gesetz von 1907 festlegte, die allermeisten Kirchen, die vor der Trennung gebaut worden waren, in seinem Besitz zu behalten. Gleichzeitig aber stellt er sie den Gläubigen und dem Klerus für die Gottesdienste kostenlos zur Verfügung.

weiterlesen

Demonstranten wollen an „Tanzdemo“ am Karfreitag festhalten

Steht ganz Oben auf der Liste. Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Eine für Karfreitag geplante „Tanzdemo“ in Hannover soll trotz behördlicher Einschränkungen stattfinden.

evangelisch.de

Die Grüne Jugend und die „Aktive Kreative Linke“ wollen mit der Aktion nach eigenen Angaben auf die Tanzverbote im niedersächsischen Feiertagsgesetz hinweisen. Die Polizei hat den Demonstranten die Verwendung von Trillerpfeifen, Musikinstrumenten und Lautsprechern untersagt, am Dienstag bestätigte das Verwaltungsgericht Hannover das Verbot. Die Initiatoren kündigten am Mittwoch an: „Wir werden die angekündigte Demonstration dann eben schweigend durchführen.“

weiterlesen

The First Known Interstellar Meteor May Have Hit Earth in 2014

Artist’s concept of ‚Oumuamua, an interstellar object that was discovered zooming through our solar system in 2017. A new study determined that a small meteor that hit Earth in 2014 came from interstellar space as well. (Image: © K. Meech et al./ESO)
The 3-foot-wide rock visited us three years before ‚Oumuamua.

By Charles Q. Choi | SPACE.com

The first meteor to hit Earth from interstellar space — and the second known interstellar visitor overall — may have just been discovered, a new study finds.

Interstellar meteors may be common, and could potentially help life travel from star to star, researchers added.

The first known visitor from interstellar space, a cigar-shaped object named ‚Oumuamua, was detected in 2017. Scientists deduced the origins of the 1,300-foot-long (400 meters) object from its speed and trajectory, which suggests it may have come from another star, or perhaps two.

Avi Loeb, the chair of astronomy at Harvard University, noted that one would expect smaller interstellar visitors would be far more common, with some of them perhaps colliding with Earth often enough to be noticeable.

Now Loeb and study lead author Amir Siraj, an undergraduate student at Harvard University, suggested they may have detected one such interstellar meteor, the solar system’s second known interstellar visitor.

read more

Trump zeigte Anti-Abtreibungsfilm ‚Gosnell’ im Weißen Haus

Bild: FB
Der Film beruht auf der wahren Geschichte des wegen dreifachen Mordes an lebend geborenen Babys verurteilten Abtreibungsarztes Dr. Kermit Gosnell.

kath.net

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Freitag zur Vorführung des Films „Gosnell: The Trial of America’s Biggest Serial Killer“ ins Weiße Haus eingeladen. Der Film erzählt die wahre Geschichte der Verhaftung, der Gerichtsverhandlung und Verurteilung des Abtreibungsarztes Dr. Kermit Gosnell.

weiterlesen

Zwei Wochen nach der Wahl: Oppositionskandidat in Istanbul zum Sieger erklärt

CHP-Anhänger in Istanbzul bejubeln Ekrem Imamoglu. Foto: AP
Gut zwei Wochen nach den Bürgermeisterwahlen in Istanbul hat die Hohe Wahlkommission den Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu offiziell zum Wahlsieger erklärt.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Politiker der Republikanischen Volkspartei (CHP) nahm am Mittwochnachmittag im Istanbuler Justizpalast seine Ernennungsurkunde in Empfang, wie seine Partei mitteilte. Die regierende AKP hatte zuvor vergeblich beantragt, damit bis zur Entscheidung über ihren Antrag auf Neuwahlen zu warten.

Noch 11.519 Mängel, aber die Entrauchungsanlage funktioniert

BER-Flughafengebäude. Foto: Colin Smith. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Nach einem geleakten Statusbericht des TÜVs Rheinland erreicht der Streit um die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens die Pressekammer des Hamburger Landgerichts

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

2006 wurde mit dem Bau eines neuen Berliner Flughafens begonnen, der eigentlich schon seit 2011 fertig sein sollte. So weit ist man aber auch 2019 noch nicht. Dafür hat Flughafen-Geschäftsführer Lütke Daldrup dem RBB zufolge jetzt die Abnahme der Entrauchungssteuerung durch den TÜV als „ganz wichtigen Meilenstein für die planmäßige Inbetriebnahme“ vermeldet. Zu dieser Entrauchungssteuerung gehört unter anderem das automatische Öffnen von Türen, das noch 2017 zu mindestens zwei Dritteln nicht wie geplant funktionierte. Bei der Suche nach der Ursache dafür war Telepolis damals an Mauern aus Unzuständigkeit gestoßen (vgl. Technische Probleme lassen BER-Flughafen Baustelle bleiben).

Einen dem Tagesspiegel zugespielten einundsechzigseitigen internen Statusbericht des TÜV Rheinland zum Zustand der Anlagentechnik im Fluggastterminal nach existierten am 8. März 2019 alleine „bei den Kabeln für die Sicherheitsbeleuchtung und die Sicherheitsstromversorgung“ noch 11.519 Mängel. Gegenüber der Öffentlichkeit hatte man vorher verlautbart, es gebe weniger als 3000 Mängel. Die Diskrepanz zwischen den beiden Zahlen erklärte Flughafensprecher Hannes Hönemann damit, dass man nun „Mängel in jeden einzelnen kleinteiligen Arbeitsschritt unterteilt“ habe, „damit die Firmen bei der Abarbeitung keine Ausreden mehr haben“.

Die aufgrund der Diskrepanz der Zahlen erfolgte Einstufung als „notorischer Lügner“ durch den Berliner FDP-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Czaja versucht Daldrup durch die einschlägig bekannte Pressekammer des Landgerichts Hamburg als „unzutreffende Tatsachenbehauptung mit beleidigendem Charakter“ verbieten zu lassen (vgl. Der Gerichtsreporter und die Kammer des Schreckens). Czaja Meinung nach zeigt diese Reaktion, „wie es um den Flughafen wirklich steht“.

weiterlesen

Zelle wird zum „Dual-Core“-Prozessor

Forscher haben menschlichen Zellen zwei biologische Prozessoren eingebaut – sie fungieren als logische Schaltkreise. © Colourbox/ Steven Emmett, ETH Zürich
Biologischer Computer: Forscher haben menschliche Zellen durch zwei Prozessoren ergänzt – biologische Konstrukte, die wie logische Schaltkreise arbeiten. Sie bestehen aus einem modifizierten CRISPR/Cas9-System und könnten beispielsweise medizinischen Nutzen haben: Detektieren sie bestimmte Krankheitsmarker, veranlassen sie die Zelle zur Produktion eines therapeutischen Wirkstoffs. Nach Ansicht der Wissenschaftler haben solche Biocomputer daher ein enormes Potenzial.

scinexx

Zellen sind die Grundeinheit allen Lebens und echte Multifunktions-Maschinen. Denn mittels DNA, RNA und Proteinen können sie unzählige Aufgaben erfüllen. Wie ein Computer reagieren sie dabei auf Eingaben und stoßen Prozesse an, die den gewünschten Output liefern. Forscher versuchen inzwischen, sich diese Miniatur-Maschinen durch DNA-Manipulation, eingeschleuste synthetische Bauteile oder sogar komplett künstliche Zellen zu Nutze zu machen.

weiterlesen

Dogmatikprofessor: Benedikt-Text offenbart „System des Schweigens“

Bild: brightsblog
Die kirchliche Hierarchie sei geschickt darin, mit „Zwangsmaßnahmen“ und „kirchenamtlichen Sprechverboten“ Dinge unter der Decke zu halten: Exemplarisch zeige das auch Benedikts Analyse zur Kirchenkrise, schreibt Dogmatiker Michael Seewald.

katholisch.de

Für den Münsteraner Dogmatikprofessor Michael Seewald lässt sich anhand des kürzlich veröffentlichen Texts von Benedikt XVI. zum Missbrauch exemplarisch ablesen, wie ein „System des Schweigens“ in der Kirche entstehen konnte. Dieses System zeige der Papa Emeritus in seinem Text gerade durch das, was er nicht erwähne, so Seewald in einem Gastbeitrag der „Frankfurter Rundschau“. Die Verantwortung der Kirche für das, was Menschen durch Geistliche angetan wurde, blende die Schrift Benedikts vollkommen aus.

„Zwangsmaßnahmen“ und „kirchenamtliche Sprechverbote“

Noch heute herrsche in der Kirche keine Meinungsfreiheit, analysiert Seewald: „Die freie Benennung von Missständen in der Kirche ist nur dort möglich, wo die Hierarchie es erlaubt.“ Die kirchliche Hierarchie sei geschickt darin, mit „Zwangsmaßnahmen“ und „kirchenamtlichen Sprechverboten“ Dinge unter der Decke zu halten, die nicht öffentlich werden sollten. Deswegen sei die Aufklärung des Missbrauchs auch nicht der Kirche selbst, sondern dem Mut einzelner Opfer und der Berichterstattung der Medien zu verdanken. Sinke der „mediale Druck“ wieder, bestehe die Gefahr, dass die Kirche in alte Muster des Schweigens zurückzukehre. „Man kann nur hoffen, dass die Öffentlichkeit nicht müde wird, einer Institution auf die Finger zu schauen, die dringend der Kontrolle bedarf“, schreibt Seewald.

weiterlesen

In zwölf Ländern wurden deutlich mehr Buben als Mädchen geboren

Unter natürlichen Umständen werden immer etwas mehr Buben als Mädchen geboren. (Bild: Mgeejnr/Pixabay)
Bei der Geburt treten in manchen Ländern Abweichungen von der natürlichen Geschlechterverteilung auf. Eine Auswertung von Datenbanken liefert Hinweise.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Geburt liegt das Zahlenverhältnis zwischen Buben und Mädchen natürlicherweise bei 1,05. So steht es in den Lehrbüchern. Ein Team um Leontine Alkema von der University of Massachusetts in Amherst hat jetzt allerdings mit einer neuen statistischen Methode regionale Abweichungen von dem Durchschnittswert gefunden. Ausserdem identifizierten die Forscher zwölf Länder, in denen die Geschlechterverteilung erkennbar zugunsten der Buben verschoben war. Diese Verschiebung kommt in der Regel durch selektive Abtreibungen zustande, wenn männliche Nachkommenschaft bevorzugt wird.

Die Forscher werteten für ihre Studie Informationen aus Geburtenregistern und anderen Datenquellen von 202 Ländern aus. Dabei berücksichtigten sie Daten aus den Jahren 1950 bis 2017. In den «Proceedings of the National Academy of Sciences» haben die Wissenschafter ihre Resultate präsentiert.

weiterlesen

Geoffenbarte Dummheit: Historikerin gibt Laizismus Schuld an Brand von Notre-Dame

Bild: © picture alliance / abaca
Tag 2 nach der Feuerkatastrophe: Während die Historikerin Lucetta Scaraffia den französischen Staat für den Brand von Notre-Dame verantwortlich macht, bedankt sich der Pariser Erzbischof für die Solidarität aus aller Welt und benennt eine „Ersatzkirche“. Das Erzbistum Berlin kündigte unterdessen besondere Unterstützung an.

katholisch.de

Die römische Historikerin Lucetta Scaraffia, frühere Autorin in Vatikan-Medien, hat den Laizismus in Frankreich für den Brand von Notre-Dame verantwortlich gemacht. Der Staat, seit 1905 Eigner des Bauwerks, habe Kapital aus der Kathedrale als Touristenattraktion geschlagen, aber die Einnahmen lieber in „laikale“ Projekte gesteckt als in die Restaurierung.

„Und jetzt, vor ihrem rauchenden Skelett, wachen die Franzosen auf; in den Straßen des säkularisierten Paris gibt es sogar Gruppen, die beten und das Ave Maria singen, während sich TV-Kommentatoren plötzlich erinnern, dass wir am Beginn der Karwoche stehen“, schrieb Scaraffia in einem Kommentar für die italienische Zeitung „Quotidiano“ (Onlineausgabe Mittwoch).

weiterlesen