Tanzverbot an Karfreitag: wichtige Tradition oder religiöse Bevormundung?


Steht ganz Oben auf der Liste. Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Alle Jahre wieder wird an Karfreitag über das gesetzliche Tanzverbot debattiert. Der Karfreitag zählt zu den sogenannten stillen Feiertagen, an denen öffentliche Tanz- und Musikveranstaltungen in Kneipen und Clubs verboten sind. Im Oktober 2016 hat das Bundesverfassungsgericht die Vorschrift bereits gelockert. Seither darf es auch Ausnahmen vom Tanzverbot geben. Trotzdem flammt die Frage, ob das Tanzverbot grundsätzlich noch zeitgemäß ist, regelmäßig wieder auf.

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Ist das Tanzverbot an Karfreitag auch heute noch wichtig oder ist die Vorschrift längst überholt? Zwei BNN-Redakteure haben unterschiedliche Ansichten.

Pro (David Falkner): „Es gibt kein Recht auf Feierwut, auch wenn manche das gerne so hätten.“

Einfach mal die Füße stillhalten! Das Tanzverbot sorgt immer und immer wieder für die gleichen Diskussionen. Was soll die Aufregung? Ja, bis 2015 hatte Baden-Württemberg eines der striktesten Feiertagsgesetze Deutschlands. Dann wurde es aber gelockert. Heute gilt nur noch an einem Tag im Jahr generelles Tanzverbot, am Karfreitag. Zeitlich begrenze Tanzverbote gelten am Gründonnerstag, am Karsamstag, an Allerheiligen, am Volkstrauertag, am Buß- und Bettag und am Totensonntag. Insgesamt also sieben Tage im Jahr, sieben Tage von 365. Mehr nicht. Sieben Tage, an denen es heißt: Okay, heute bleibt die Disko eben zu. Statt der Frage nach der Legitimation des Tanzverbots könnte man stattdessen fragen: Tut das Tanzverbot irgendjemandem weh? Nein, tut es nämlich nicht. Es gibt kein Recht auf Feierwut, auch wenn manche das gerne so hätten. Wie wäre es also, sich einfach mal zurückzulehnen und Rücksicht zu nehmen auf andere? Auf die, denen Besinnung und Ruhe an einigen ausgewählten Tagen im Jahr tatsächlich wichtig ist, denen wichtig ist, dass am Karfreitag oder am Volkstrauertag keine Bässe aus dem nächsten Partykeller hämmern. Die gibt es nämlich auch – und nur, weil sie nicht neben euch auf dem Dancefloor abzappeln, heißt das nicht, dass ihre Meinung nichts bedeutet. Bei der letzten großen YouGov-Umfrage befürwortete übrigens eine Mehrheit der Deutschen das Tanzverbot. Also: Einfach mal Rücksicht nehmen. Bei so vielen anderen Themen klappt das – warum nicht auch bei der Religion?

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