„Kernkraft ist klimasmart“


AKW Oskarshamn. Bild: Anchor2009/CC BY-SA-3.0
In Schweden wächst die Zustimmung zur Atomkraft als grüne oder „grüngewaschene“ Energie

Jens Mattern | TELEPOLIS

Die Osterferien nutzt Schwedens bekannteste Klimaaktivistin zum Werben für ihre Sache: Am Dienstag trat die Schülerin Greta Thunberg im Europäischen Parlament in Straßburg als Rednerin auf, tags darauf empfing sie der Heilige Vater in Rom, ein Treffen mit dem italienischen Senat ist geplant, Schülerstreik in Rom und vielleicht folgt ein Auftritt im Houses of Parliament in London.

Dies wird Fans beflügeln und Gegner zum Spott anstacheln. Weniger im europäischen Fokus scheint jedoch zu stehen, was derzeit in Gretas Herkunftsland Schweden in Sachen Energiefragen passiert.

Dort gibt es einen Atomkraft-Hype, der sich nach Willen der bürgerlichen Parteien auch auf Europa ausdehnen soll. Wobei man das Wort „Kärnkraft“ (Übersetzung Kernkraft) nutzt – wie die Befürworter in Deutschland, die seit den 1960er Jahren das Wort „Atom“ vermeiden, um die Nähe zur Atombombe nicht anklingen zu lassen.

Alles zur Rettung des Klimas

„Kernkraft ist klimasmart“, „Kernkraft ausbauen für ein grüneres Schweden“ – mit solchen Beiträgen in schwedischen Zeitungen werben derzeit die Politiker und Kandidaten der bürgerlichen oppositionellen Parteien „Moderaten“ und „Christdemokraten“ für Straßburg vor der Europawahl. Und dabei geht es nicht nur um Schweden. Da Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie umsetzen will und somit für noch mehr Kohleemissionen sorgen werde, müsse das restliche Europa auf die nukleare Energie setzen. Die konservativ-liberalen Moderaten fordern, dass das Budget der EU für Atomenergie auf 4,2 Milliarden Euro verdoppelt wird – zur Rettung des Klimas.

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