Was heißt Auferstehung in der Philosophie?


Wie Phönix aus der Asche: So vermag auch das philosophische Denken sich mitunter über die Endlichkeit zu erheben. (picture-alliance / Costa / Leemage)
Die Philosophie trennt Fragen der Vernunft strikt von Fragen des Glaubens. Kann sie mit der Auferstehung, dem freudigsten Motiv des Christentums, also gar nichts anfangen? Ganz im Gegenteil, meint Andrea Roedig.

Von Andrea Roedig | Deutschlandfunk Kultur

Ostern ist kein Fest für Philosophen. Auferstehung, Vergebung der Sünden, das ewige Leben: Zu groß sind diese Brocken, und egal, wie man es dreht und wendet, mit der Formel des christlichen Glaubensbekenntnisses – „am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel“ – kann die Philosophie nichts anfangen. So spekulativ sie sich auch gebärden mag, sie bleibt verpflichtet aufs Irdische, auf die Grenzen der Vernunft, und sie kommt daher nicht weiter als bis zum Tod.

„Philosophieren heißt sterben lernen“

Der allerdings ist wirklich das große Thema der Philosophie. Erstaunlich ist wie oft der Tod durch die Ideengebäude geistert als die ultimativ radikale Frage, eng verknüpft mit der nach der Sinnhaftigkeit des Lebens. „Philosophieren heißt sterben lernen“ ist ein geflügeltes Wort – der Gedanke findet sich schon bei Platon: Recht philosophieren heiße „leicht zu sterben“, heißt es im Phaidon, der Schrift, an deren Ende Sokrates den tödlichen Schierlingsbecher nimmt.

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