Wie die „Osterpflicht“ erfüllt und umgangen wurde: Der Beichtzettel

Bild: © Mathias Schmidt/Gemeinfrei/wikimedia.org
Laut Kirchengeboten müssen alle Katholiken mindestens einmal pro Jahr zur Beichte gehen. Früher wurde das mancherorts streng kontrolliert: Nach Ostern mussten die Gläubigen den Empfang des Bußsakraments nachweisen – mit einem Beichtzettel. Doch schnell fand man andere Wege der Beschaffung.

Von Matthias Altmann | katholisch.de

Um die Beichtpraxis der Katholiken ist es schlecht bestellt. Für die Bestätigung dieser These genügt ein Blick auf die Länge der Schlange vor den Beichtstühlen, wenn in einer Pfarrkirche Beichtgelegenheit ist. Doch auch es wenn bei den meisten nur für ein müdes Lächeln sorgen dürfte: Nach wie vor sind alle Gläubigen dazu verpflichtet, mindestens einmal pro Jahr die Beichte abzulegen. Das besagt das zweite der fünf Kirchengebote, das unter der Nummer 2042 im Katechismus der Katholischen Kirche zu finden ist. Der Termin muss nicht zwingend an Ostern sein, aber in der Praxis bietet es sich an: Das dritte Kirchengebot, ebenfalls unter Nummer 2042 im Katechismus nachzulesen, verpflichtet die Gläubigen, einmal im Jahr – und zwar während der Osterzeit – die Kommunion zu empfangen. Das macht man am besten „frisch gebeichtet“.

Bis die Mitte des vergangenen Jahrhunderts nahmen die meisten Katholiken diese „Osterpflicht“ noch ernst. Ob das daran lag, dass die Leute gläubiger gewesen wären oder ein stärkeres Sündenbewusstsein gehabt hätten, kann man nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Wer sich davor drückte, galt nämlich als öffentlicher Sünder – im schlimmsten Fall wäre ihm ein kirchliches Begräbnis versagt worden.

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Hat die ältere Generation „alles verkackt“?

Ausschnitt aus der Titelseite der Jugend-Taz vom letzten Donnerstag
Die „U24 Taz“ zeigt, politisch wird nichts besser, wenn die Jugend allein bestimmen könnte, auch nicht für junge Menschen unter Hartz IV

Peter Nowak | TELEPOLIS

„Wir die U24-Leser*innen, haben zum 40. Geburtstag der taz die Redaktion besetzt, um den älteren Generationen unsere Sicht auf die Welt deutlich zu machen“, hieß es am vergangenen Donnerstag auf der Titel-Seite der linksliberalen Taz.

Die bis auf das Gendersternchen korrekte Meldung ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Besetzt wurde am Donnerstag nichts, wie wir im Editorial erfahren: „Schon seit Monaten läuft die Organisierung auf Hochtouren, viele haben schon Artikel geschrieben. Ganz alleingelassen werden wir natürlich auch nicht. Schön zu sehen, dass wir trotzdem diejenigen sind, die Entscheidungen getroffen haben.“ Für einen Tag wird eine ganze Zeitung von Menschen unter 24 Jahren hergestellt. Auf jeden Fall eine gute Idee für die Werbung und auch gute Gelegenheit, sich zu überzeugen, dass „die Jugend“ in der Gesamtheit kein Garant für radikale Vorstellungen und ein grundsätzliches Infragestellen der gesellschaftlichen Verhältnisse mehr ist.

Das macht die Anklage an die ältere Generation auch so zahnlos und kann schlechterdings in eine wirtschaftsliberal grundierte Neiddebatte junge Generation versus alte Generation führen. Gleich auf der Titelseite schreibt unter dem Motto „Habt Ihr es verkackt?“ Jungredakteurin Judith Gebhardt: „Der menschengemachte Klimawandel bedroht meine Entscheidungsfreiheit und verschlechtert mein Lebensgefühl. Ich fühle Machtlosigkeit und Ungerechtigkeit, und ja, ich mache die Generationen verantwortlich, die vielzulange untätig geblieben sind.“

Gebhardt kennt keinen strukturellen Rahmenbedingungen wie den Kapitalismus, in dem Menschen und auch Unternehmen agieren. Deshalb kann sie auch nur Generationen vor ihr anklagen, eine Entwicklung nicht verhindern zu haben, die ihr angeblich Entscheidungsfähigkeit raubt. Es wird nicht einmal erwähnt, ob der vom Kapitalismus gemachte Klimawandel vor allem Menschen im globalen Süden nicht nur die Entscheidungsfähigkeit, sondern die Lebensgrundlagen raubt. Da wird in der Taz viel über kulturelle Aneignungen von Menschen des globalen Nordens geschrieben, von Diskriminierung und von Ausgrenzung. Dabei wird gar nicht gesehen, dass Julia Gebhardts Kommentar in der permanenten Ich-Bezogenheit ein einziges Dokument der Ausgrenzung ist.

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Dr. Michael Shermer — “Are the Miracles of Jesus Unbelievable?” Debate Postmortem

In this AMA special Dr. Shermer conducts a postmortem on his debate with the evangelical Christian theologian Luuk van de Weghe, with Windmill Ministries, before an audience of about 400 people, the vast majority of which were evangelicals.

Skeptic „Science Salon“

Dr. Shermer argues in the affirmative to the debate proposition that the miracles of Jesus are unbelievable. In this postmortem Dr. Shermer elaborates on his notes for the debate, suggesting ways to think about miracles from a scientific or naturalistic perspective.

Die Lüge darf gerne über ihre kurzen Beine stolpern: Wieso Fake-News kein echtes Problem darstellen

John Stuart Mill (1806–1873) vertraute im Kampf um die Wahrheit auf die Macht des freien Meinungsmarktes. (Bild: London Stereoscopic Company / Getty Images)
Fake-News gelten als Gefahr für die Demokratie. Wirklich? Statt noch mehr Alarmismus brauchte es: mehr Gelassenheit.

Manuel Müller | Neue Zürcher Zeitung

Die sozialen Netzwerke werfen zurzeit einen langen Schatten auf Europa. Trolle, Hacker, Fake-News – fallen diese Stichworte, gerät der Kontinent in Angst um die Glaubwürdigkeit seiner Wahlen. Bereits im Herbst setzte sich die EU deshalb mit dem Silicon Valley zusammen: Die Techgiganten sollen vor den Europawahlen mehr Falschmeldungen entlarven, maschinelle Propaganda unterbinden und verdeckte Werbung offenlegen.

Es leuchtet ein, dass Europa auf die Gefahr mit einem Kontrollversuch reagiert. Darob geht jedoch vergessen, dass über die Wirksamkeit und die Reichweite der Desinformation wenig Klarheit herrscht. Nach der Wahl von Donald Trump schien zwar ausgemacht: Falschmeldungen haben die Waagschale in Schieflage gebracht.

Bei Lichte besehen, lässt sich dies jedoch schwerlich aufrechterhalten. Eine Studie zweier Wirtschaftsprofessoren der Stanford und der New York University zeigte bereits 2016, dass die allermeisten Leute Falschinformationen als solche erkennen. Zudem ist nur ein verschwindend kleiner Teil der News überhaupt Fake gewesen – und die meisten Wähler informieren sich nach wie vor über das Fernsehen.

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Künstliche Bauchspeicheldrüsen

Wir geben einen Überblick, was heute mit Bauchspeicheldrüsen aus Technik und Software möglich ist und was Diabetiker in Zukunft erwarten könnte, um ihr Diabetes-Management zu vereinfachen.

Stefanie Blockus | heise online

Menschen mit Diabetes Typ 1 träumen seit Jahrzehnten davon, dass sich ihr Blutzucker wie bei gesunden Menschen automatisch reguliert. Automatische Systeme, die wie eine Bauchspeicheldrüse funktionieren, sind in Deutschland noch nicht offiziell zugänglich. Eine Handvoll technisch versierter Diabetiker wollte darauf nicht mehr warten. In Eigenverantwortung haben sie künstliche Bauchspeicheldrüsen, sogenannte Closed-Loop-Systeme (auch Artifical-Pancreas-Systems, kurz APS genannt) entwickelt. Sie bestehen jeweils aus Glukose-Messsystem, Smartphone-App und kompatibler Insulinpumpe.

Die Arbeit an einem solchen System begann für die US-Amerikanerin Dana M. Lewis – seit ihrer Jugend Diabetikerin – und ihren Lebensgefährten, den Molekularbiologen Scott Leibrand, im Jahre 2014. Beide waren mit offiziell erhältlichen Diabetes-Hilfsmitteln nicht zufrieden. Sie wollten bestehende Systeme ausbauen. Zusammen mit anderen Open-Source-Entwicklern stellten sie die erste Closed-Loop-Plattform OpenAPS vor. Anfangs war die Anzahl der Nutzer überschaubar, was vor allem an hohen technischen Hürden lag. Mittlerweile gibt es dank ausgereifter Dokumentation und vereinfachter Handhabung mehrere tausend „Looper“ weltweit. Unter dem Hashtag #WeAreNotWaiting tauschen sie sich auf Internetplattformen und Social Media aus.

Selbst bei aktueller Medizintechnik (siehe Kasten) ist immer noch der Patient Hauptakteur des Blutzucker-Managements: Er liest aktuelle Glukosewerte auf seinem Messsystem ab und ändert bei Bedarf die Insulinmenge, die seine Insulinpumpe abgibt. Closed-Loop-Systeme nehmen Patienten in vielen Situationen die Entscheidung über die richtige Insulindosis ab.

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Wie kommt deutscher Plastikabfall in den Pazifik?

Foto: Reyclind. Lizenz: Pixabay
Die Weltmeere sind voll mit Plastikabfall in unterschiedlichen Fraktionen

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Da war doch die Freude groß, als im Zusammenhang mit den Funden von Kunststoffresten in den Weltmeeren offensichtlich die Pazifik-Anrainer für die Vermüllung ihres Ozeans verantwortlich gemacht werden konnten. Chinesen sowie die Einwohner Süd- und Südostasiens sollten dafür verantwortlich sein. Aus Deutschland könnte der Müll nicht stammen.

Da stellt sich die Frage, wo der deutschen Kunststoff-Abfall denn hin geht? Bis in den Gelben Sack und bis zum kommunalen Wertstoffhof scheint der Weg des Kunststoffabfalls noch nachvollziehbar zu sein. Doch bald darauf verlieren sich die Spuren. Da wird nichts mehr dokumentiert oder getracked.

Die Verfolgung der Kunststoff-Fraktion aus dem Recycling zählt weder zu den Aufgaben der Zentralen Stelle Verpackungsregister noch zu den Aufgaben der Stiftung ear.

Nach Aussage des Umweltbundesamtes gilt: Die „Verbringung von Abfällen ist in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 (VVA) geregelt. Der Export von Abfällen nach China und Südostasien ist nur für ungefährliche, sogenannte ‚grüne Abfälle‘ erlaubt. Die ungefährlichen Abfälle sind in den Anhängen III oder IIIA der VVA gelistet, Kunststoffabfälle werden dort unter dem Code B3010 geführt. Diese Abfälle dürfen auch nur mit dem Zweck der Verwertung (stofflich oder energetisch) ausgeführt werden, nicht zur Beseitigung. Es besteht keine Pflicht, diese Abfälle vorab zu notifizieren und den Export genehmigen zu lassen, was die statistische Dokumentierbarkeit an dieser Stelle erschwert.“

Und so steht in der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 nur:

Im Fall von Verbringungen von zur Verwertung bestimmten Abfällen, die in den Anhängen III, IIIA oder IIIB aufgeführt sind, ist es zweckmäßig, ein Mindestmaß an Überwachung und Kontrolle sicherzustellen, indem vorgeschrieben wird, dass bei solchen Verbringungen bestimmte Informationen mitzuführen sind.

Die grenzüberschreitende Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes nennt für Kunststoffabfälle (Zoll-Code 3915) für das Jahr 2017 Exporte in der Höhe von insgesamt 1.218.349,4 Tonnen, wovon 1.027.768,9 Tonnen nach China, einschließlich Hongkong und Macao gingen und 410.950,1 Tonnen nach Asien (inkl. Nahost und Ozeanien) gingen.

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Boom! Another Neutron-Star Crash Spotted

This bright burst of X-rays, observed by NASA’s Chandra X-ray Observatory, was likely generated by the collision of two neutron stars 6.6 billion light-years from Earth, a new study reports. (Image: © X-ray: NASA/CXC/University of Science and Technology of China/Y. Xue et al.; Optical: NASA/STScI)
Astronomers detected the smashup using X-rays, not gravitational waves.

By Mike Wall | SPACE.com

Astronomers have apparently spotted another epic neutron-star crash — and they didn’t need gravitational waves to do it.

NASA’s Chandra X-ray Observatory detected a powerful burst of X-ray light coming from a galaxy 6.6 billion light-years from Earth, a new study reports. The emission, researchers said, was likely generated by the merger of two neutron stars, exotic stellar corpses so dense that their constituent matter is squished into neutrons.

If this interpretation is correct, it breaks new ground in the hunt for neutron-star collisions, study team members said. Though there’s one other strong contender, only one such event has been confirmed to date: a 2017 discovery that relied heavily on the detection of ripples in space-time known as gravitational waves. (A number of different telescopes observed light from that crash as well, opening the era of „multimessenger astronomy.“)

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Dodo Gysi: „Ich glaube zwar nicht an Gott, aber ich möchte auch keine gottlose Gesellschaft, Ich fürchte sie sogar““

Bild: Montage bb
Der Linken-Politiker Gregor Gysi hält Religion trotz seines eigenen Atheismus auch für moderne Gesellschaften für wichtig. „Ich glaube zwar nicht an Gott, aber ich möchte auch keine gottlose Gesellschaft“, sagte Gysi dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag): „Ich fürchte sie sogar.“ In einer Gesellschaft müsse es eine allgemein verbindliche Moral als „Maßstab im Kopf“ geben. Der Kapitalismus könne dies nicht, die Kirche hingegen schon.

evangelisch.de

Die biblische Bergpredigt gebe eine solche allgemeine moralische Orientierung. Die Menschen seien zwar noch nie so gewesen, wie dort gewünscht, sagte der Politiker: „Aber die Hoffnung bleibt, dass wir so werden.“ Auch er selbst könne den Aufruf der Bergpredigt, auch seine Gegner zu lieben, nicht erfüllen, betonte Gysi: „Aber ich hatte einen Vorteil in den ersten Jahren im Bundestag: Ich habe nicht zurückgehasst.“

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Ethik des Sterbens: Philosophie und vorsätzliche Selbsttötung

© imago | Seeliger
Der Tod – eine rationale Entscheidung? Meistens nicht. Selbsttötungen, denen eine rationale Entscheidung zugrunde liegt, machen nur einen kleinen Prozentsatz aus, sagt Hans-Joachim Pieper. Er beschäftigt sich auch mit den Begrifflichkeiten, wie „Selbstmord“ oder „Freitod“.

Deutschlandfunk Nova

Etwa 10.000 bis 20.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland, indem sie sich selbst umbringen. Dazu kommt noch eine Dunkelziffer. In 90 Prozent der Fälle liegen laut Hans-Joachim Pieper psychische Erkrankungen vor.

Der Philosoph führt als Beispiel für eine klar durchdachte Selbsttötung den Schriftsteller Jean Améry an. In dessen Buch „Hand an sich legen“ fordert Améry das Recht eines jeden Menschen ein, sich selbst töten zu dürfen. In beispielloser Konsequenz tötet er sich nach der Veröffentlichung – im Jahr 1978 – auch tatsächlich selbst.

„Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muss wie von den Masern. Der Freitod ist ein Privileg des Humanen.“

Jean Améry, Schriftsteller

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The Well-Meaning Bad Ideas Spoiling a Generation

Image credit: Nautilus
Psychologist Jonathan Haidt on politics, morality, and the coddling of the American mind.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

In 2011, a friend of mine in college asked me if I’d read The Happiness Hypothesis: Finding Modern Truth in Ancient Wisdom, by Jonathan Haidt. Haidt’s aim was to probe and distill—and “savor”—the moral precepts of antiquity in the light of modern science. The 2006 book was an answer to an overabundance of too-little-appreciated advice. “We might have already encountered the Greatest Idea, the insight that would have transformed us had we savored it, taken it to heart, and worked it into our lives,” Haidt wrote. My friend was happy to encounter it: Haidt helped him through a difficult breakup.

I hadn’t heard of the book, but I had heard of its author. A paper of Haidt’s, “The Emotional Dog and Its Rational Tail: A Social Intuitionist Approach to Moral Judgment,” had been assigned in my moral psychology course, and I was in the middle of writing an essay that argued against its conclusion. Haidt wrote that reason, compared to emotion, typically matters little to what we believe is right or wrong. The idea that feelings like disgust, as opposed to deliberation, tend to play a more powerful role in driving what we deem ethical was, to me, an aspiring philosopher that prized rationality, distasteful. Those were the days …

I believe that if you really want to make a difference in the world, you need to commit to really studying the world.

Haidt, meanwhile, was about to put out his next book, The Righteous Mind: Why Good People Are Divided by Politics and Religion. In recent a conversation with Nautilus, at his office in the NYU Stern School of Business, Haidt said he began writing the book after George W. Bush won the United States presidential election. He was determined to help the Democrats win. “Liberalism seemed so obviously ethical,” he wrote. His research led him to an awakening. “Once I actually started reading the best conservative writing, going back to Edmund Burke and Michael Oakeshott in the 20th century, and Thomas Sowell more recently, and then libertarians,” he said, “I realized, Wow, you actually need to expose yourself to critics, to people who start from a different position.” The result was his “moral foundations” theory—roughly, there’s more to morality than the liberal emphasis on harm and fairness—which led Haidt to identify with no political tribe. He now defines himself as a centrist.

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Türkischer Oppositionsführer angegriffen

Bild. tagesschau.de
Drei Wochen nach der Kommunalwahl in der Türkei ist Oppositionsführer Kilicdaroglu bei der Beerdigung eines Soldaten von einem Mob angegriffen worden. Der Hintergrund des Vorfalls ist noch unklar.

tagesschau.de

Der Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, ist in der Provinz Ankara von einem Mob angegriffen worden. Auf Bildern des Senders CNN Türk ist zu sehen, wie ein Mann dem Politiker während eines Gerangels mit der Faust ins Gesicht schlägt.

Leibwächter versuchten, die aufgebrachten Männer zurückzudrängen. Nach Angaben von CNN Türk brachten sie Kilicdaroglu schließlich mit einem gepanzerten Fahrzeug aus dem Ort. Kilicdaroglu ließ später mitteilen, dass es ihm gut gehe.

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Panik bei Osternachtsmesse in München

Ein laut Polizei geistig verwirrter Mann störte die Messfeier der muttersprachlich kroatischen Katholiken – Mann wurde von der Polizei festgenommen

kath.net

Ein laut Polizei „offensichtlich geistig verwirrter Mann“ störte die Osternachtsmesse der muttersprachlich kroatischen Katholiken in der St.-Pauls-Pfarrkirche in der Ludwigsvorstadt/München. Gemäß Polizeibericht rief der Mann „gestikulierend und lärmend nicht verständliche Worte, wodurch sich die Messebesucher, die sich in Hörweite befanden, erschraken. Einige dieser Gottesdienstbesucher verließen daraufhin fluchtartig die Kirche. Durch dieses Verhalten animiert folgten ihnen weitere Besucher in Richtung Ausgänge.“ Aufgrund dieser „unkontrollierten Reaktionen mehrerer Menschen gleichzeitig“ hätten etwa 24 Personen minimale Verletzungen erlitten, diese konnten aber nach ambulanter Behandlung vor Ort weiter am Gottesdienst teilnehmen.

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Vor 500 Jahren begann die Eroberung Mexikos durch die Spanier: „Wie Affen griffen sie nach dem Golde“

Fresko von Diego Rivera, Szenen aus dem Leben der Azteken © Hans Knapp (KNA)
Mexikos Präsident forderte unlängst eine Entschuldigung vom Papst und von Spaniens Krone für die von den Conquistadoren begangenen Verbrechen. Die Eroberung Lateinamerikas liefert auch 500 Jahre danach Stoff für Debatten.

DOMRADIO.DE

Es gibt viele historische Wegmarken, um der Eroberung Mexikos vor 500 Jahren zu gedenken. Dazu gehört der 21. April 1519. An diesem Tag, einem Gründonnerstag, landete der Spanier Hernan Cortes mit seinem Gefolge auf der Insel San Juan de Ulua.

Bereits am Ostersonntag kam es – auf dem mexikanischen Festland – zu einer ersten Begegnung zwischen den Conquistadoren aus dem fernen Europa und einem hochrangigen Vertreter der Azteken.

Nach Ostern: Ein Kreuzweg aus Gewalt und Leid

Am höchsten Fest der Christenheit tauschten beide Seiten Höflichkeiten und Geschenke aus. Doch das sollte sich bald schon ändern. Für viele indigene Gemeinschaften Mittel- und Südamerikas begann ein Kreuzweg aus Gewalt und Leid – während Cortes und seine Mitstreiter dazu beitrugen, die rund drei Jahrhunderte währende spanische Präsenz in diesem Teil der Welt zu etablieren.

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Sri Lanka: Anschläge auf Kirchen und Touristenhotels

Grafik: TP
Die koordinierten Anschläge sprechen dafür, dass eine Terrorgruppe aus dem Umkreis des IS dafür verantwortlich sein könnte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Sri Lanka wurde am Sonntag von einer Anschlagsserie auf Christen und Touristen heimgesucht. Nach acht Bombenanschlägen auf vier Luxushotels, drei Kirchen, wo gerade die Ostermessen abgehalten wurden, und ein Gebäude. Vier Anschläe fanden in der Hauptstadt Colombo statt, in den Städten Negombo, Batticaloa und Kochchigade wurde jeweils eine Kirche das Ziel.

Bislang wird von über 200 Toten und mehrere hundert Verletzten ausgegangen. Mehr als 35 der Toten sollen ausländische Touristen sein. Die Regierung verhängte nach den beiden letzten Anschlägen, die Stunden nach den ersten erfolgten, für die Nacht eine 12-stündige Ausgangssperre, Facebook und Instagram wurden geschlossen, angeblich um die Verbreitung von Fake News zu unterbinden.

Nach Medienberichten wurden sieben Verdächtige festgenommen, andere sprechen von zwei Festnahmen nach einem Schusswechsel in Dematagoda. Noch aber gibt es über deren Motive, sofern sie tatsächlich Täter sind, keine Anhaltspunkte, noch hat sich auch niemand zu den Anschlägen bekannt. Christen, vornehmlich Katholiken, sind in Sri Lanka eine Minderheit (etwas mehr als 7 Prozent der Bevölkerung), meist sind es Tamilen oder Singhalesen. Letztere machen den Großteil der Bevölkerung aus und sind überwiegend Buddhisten. Die Tamilen sind mehrheitlich Hinduisten. Nach den Singhalesen und den Sri-Lanka-Tamilen besteht mit fast 10 Prozent die drittgrößte Bevölkerungsgruppe der Moors aus tamilisch-sprachigen Muslimen, die nur die Sprache mit den Tamilen gemeinsam haben.

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Gelbwesten fordern Polizisten zu Suizid auf – mehr als 100 Verhaftungen

Gelbwesten demonstrieren am Osterwochenende in Paris. Es ist das 23. Wochenende in Folge, an dem Anhänger der Bewegung demonstrieren. (Bild: Julien de Rosa / EPA)
Auch am Osterwochenende haben in Paris und anderen französischen Städten wieder zahlreiche Anhänger der Gelbwesten demonstriert. Aktivisten forderten Polizisten zum Suizid auf.

Neue Zürcher Zeitung

Bei den jüngsten Gelbwesten-Protesten in Paris haben Demonstranten in Paris die Sicherheitskräfte in Sprechchören zum Suizid aufgefordert – und damit öffentliche Empörung ausgelöst. Die grösste französische Polizeigewerkschaft Alliance sprach am Sonntag von einem «Höhepunkt des Hasses» auf Polizisten.

Auch französische Politiker zeigten sich entsetzt. Innenminister Christophe Castaner schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Betroffenen sollten sich schämen.

Bei den Protesten hatte es aus den Reihen der Teilnehmer den Sprechchor «Bringt euch um, bringt euch um» gegeben – eine Anspielung auf eine Reihe von Selbstmorden unter Polizisten seit Beginn des Jahres.

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Deutsche Apostel werben zu Ostern um neues Vertrauen

Bild: © picture-alliance/dpa/Peter Kneffel
In ihren Osterpredigten haben die deutschen Bischöfe nachdenkliche Töne angeschlagen: Vielfach sprachen sie über den Vertrauensverlust in der Kirche nach dem Missbrauchsskandal – aber auch über ethische und politische Fragen.

katholisch.de

Im Zeichen der Missbrauchs– und Kirchenkrise haben die katholischen Bischöfe zum Osterfest um neues Vertrauen geworben. In ihren Predigten warben sie mit Blick auf die Debatte um Sterbehilfe und vorgeburtliche Tests auf Gendefekte auch für einen besseren Lebensschutz und verwiesen auf die Bedeutung des Christentums für Europa.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx warnte davor, die christliche Botschaft zum Schüren von Angst und zur Machtausübung zu missbrauchen. „Wo der Glaube missbraucht wird als Instrument der Spaltung, der Unterdrückung und Erniedrigung, wird die österliche Botschaft pervertiert“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz laut Manuskript im Münchner Liebfrauendom. Das sei „sicher auch in der Geschichte der Kirche geschehen und geschieht immer wieder“.

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