Wie kommt deutscher Plastikabfall in den Pazifik?


Foto: Reyclind. Lizenz: Pixabay
Die Weltmeere sind voll mit Plastikabfall in unterschiedlichen Fraktionen

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Da war doch die Freude groß, als im Zusammenhang mit den Funden von Kunststoffresten in den Weltmeeren offensichtlich die Pazifik-Anrainer für die Vermüllung ihres Ozeans verantwortlich gemacht werden konnten. Chinesen sowie die Einwohner Süd- und Südostasiens sollten dafür verantwortlich sein. Aus Deutschland könnte der Müll nicht stammen.

Da stellt sich die Frage, wo der deutschen Kunststoff-Abfall denn hin geht? Bis in den Gelben Sack und bis zum kommunalen Wertstoffhof scheint der Weg des Kunststoffabfalls noch nachvollziehbar zu sein. Doch bald darauf verlieren sich die Spuren. Da wird nichts mehr dokumentiert oder getracked.

Die Verfolgung der Kunststoff-Fraktion aus dem Recycling zählt weder zu den Aufgaben der Zentralen Stelle Verpackungsregister noch zu den Aufgaben der Stiftung ear.

Nach Aussage des Umweltbundesamtes gilt: Die „Verbringung von Abfällen ist in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 (VVA) geregelt. Der Export von Abfällen nach China und Südostasien ist nur für ungefährliche, sogenannte ‚grüne Abfälle‘ erlaubt. Die ungefährlichen Abfälle sind in den Anhängen III oder IIIA der VVA gelistet, Kunststoffabfälle werden dort unter dem Code B3010 geführt. Diese Abfälle dürfen auch nur mit dem Zweck der Verwertung (stofflich oder energetisch) ausgeführt werden, nicht zur Beseitigung. Es besteht keine Pflicht, diese Abfälle vorab zu notifizieren und den Export genehmigen zu lassen, was die statistische Dokumentierbarkeit an dieser Stelle erschwert.“

Und so steht in der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 nur:

Im Fall von Verbringungen von zur Verwertung bestimmten Abfällen, die in den Anhängen III, IIIA oder IIIB aufgeführt sind, ist es zweckmäßig, ein Mindestmaß an Überwachung und Kontrolle sicherzustellen, indem vorgeschrieben wird, dass bei solchen Verbringungen bestimmte Informationen mitzuführen sind.

Die grenzüberschreitende Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes nennt für Kunststoffabfälle (Zoll-Code 3915) für das Jahr 2017 Exporte in der Höhe von insgesamt 1.218.349,4 Tonnen, wovon 1.027.768,9 Tonnen nach China, einschließlich Hongkong und Macao gingen und 410.950,1 Tonnen nach Asien (inkl. Nahost und Ozeanien) gingen.

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