Alternative Religiotie oder warum AfD und Co. das Christentum für sich reklamieren

Bild: AfD Saalekreis/Twitter
Rechtspopulistische Parteien beziehen sich auffallend oft auf die Religion. Was steckt dahinter? Ein dreiköpfiges Autorenteam hat sechs Thesen zum Thema „Religion und Rechtspopulismus“ verfasst. Ihr Grundtenor: Die Inanspruchnahme von Religion bei AfD und Co. ist vor allem eines: Strategie.

Von Matthias Altmann | katholisch.de

Man muss kein Prophet sein: Zwischen den (Amts-)Kirchen in Deutschland und der AfD wird sich auf absehbare Zeit keine Liebesbeziehung entwickeln. Zu verhärtet sind die Fronten. Mehrere Bischöfe haben sich klar gegen die Partei positioniert, Kardinal Reinhard Marx sprach sogar von „roten Linien„. Diese seien erreicht bei „Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt“. Die AfD wiederum wirft den Kirchen vor, dass sie das Christentum nicht mehr vertreten. Überhaupt sei sie – nach dem vermeintlichen Linksruck der Unionsparteien – die „einzige christliche Partei, die es noch gibt“, wie die Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel 2017 in einem „Focus“-Interview sagte.

Ob die AfD in Deutschland, die Lega in Italien oder die FPÖ in Österreich: Tatsächlich berufen sich Politiker rechtspopulistischer Parteien bei bestimmten Positionen gerne auf eine inhaltliche Nähe zu christlichen Lehren, etwa beim Lebensschutz oder beim Familienbild. Doch wieviel christliche Überzeugung steckt tatsächlich in dieser Programmatik? Ein dreiköpfiges Autorenteam aus zwei Politikwissenschaftlern und einem Soziologen hat im Auftrag der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung sechs Thesen formuliert, die den Umgang rechtspopulistischer Parteien mit Religion thematisieren.

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KZ-Gedenkstätte wurde von Rechtsextrmisten bewacht – Vertrag aufgelöst

Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Gedenkstätte Sachsenhausen wurde zeitweise von einem Unternehmen bewacht, das einem Rechtsextremisten gehört. Die Stiftung hat jetzt den Vertrag aufgelöst.

MiGAZIN

Nach dem Einsatz eines Subunternehmens mit Kontakten zur rechtsextremen Szene trennt sich die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von einem Wachschutz-Unternehmen. Der Auflösungsvertrag mit dem Unternehmen „City Control“ sei von beiden Seiten unterzeichnet worden, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag in Oranienburg mit. Damit werde der laufende Vertrag vorzeitig zum 30. Juni beendet.

Die Firma war den Angaben zufolge seit dem 1. Februar 2018 mit der Bewachung der Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück beauftragt. Die reguläre Laufzeit des Vertrages hätte am 31. Januar 2020 geendet.

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Weisse Haie und Orcas: nichts wie weg!

(Bild: Elias Levy / (CC BY 2.0))
Wer ist stärker: Weisser Hai oder Orca? Zumindest die Haie sind offensichtlich nicht daran interessiert, diese immer wieder einmal gestellte Frage auszufechten – oder sie ist bereits entschieden: Tauchen Orcas auf, verschwinden die Haie. Und das teilweise sehr schnell und für lange Zeit.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Erwachsene Weisse Haie haben fast keine natürlichen Feinde. Gefährlich werden ihnen im Grunde nur noch Orcas, von denen sich manche auch von Haien ernähren. Doch selbst bei ihnen dürften mehrere Meter lange und entsprechend wehrhafte Weisse Haie nicht unbedingt zur gewöhnlichen Beute gehören. Die Haie allerdings scheinen lieber Vorsicht walten zu lassen: Untersuchungen aus der letzten Zeit deuten darauf hin, dass sie freiwillig das Feld räumen, sobald Schwertwale auftauchen – und dass sie gut daran tun.

Nichts wie weg!

An den Farallon-Inseln vor San Francisco beispielsweise versammeln sich regelmässig Weisse Haie, und zwar jeweils dann, wenn dort junge See-Elefanten im Wasser zu finden sind. Die Inseln dienen den Haien als Zwischenstopp, bevor sie ins offene Meer ziehen. Unter diesen Haien sind regelmässig auch mit Sendern versehene Tiere, deren Routen die Forscher verfolgen; zudem beobachten die Wissenschafter die Interaktionen der Tiere auch direkt. Barbara Block von der Stanford University in Kalifornien und ihre Kollegen haben mithilfe solcher und weiterer Daten untersucht, was passiert, wenn Orcas sich für die reichen Jagdgründe vor den Inseln interessieren.

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Nicht alle Kreuzfahrer waren Europäer

Während der Kreuzzüge zogen hunderttausende Christen in den „heiligen Krieg“ – aber nicht alle waren Europäer. © Jorisvo/ iStock
Rückblick in die Zeit von Richard Löwenherz: In den Kreuzzügen kämpften nicht nur europäische Christen gegen die Araber – auch viele Einheimische stellten sich auf die Seite der Kreuzfahrer. Das enthüllen nun DNA-Analysen von Toten aus einem Kreuzfahrergrab im Libanon. Demnach kamen nur drei dieser Kreuzfahrer aus Europa, vier stammten aus dem Nahen Osten. Interessant auch: Zwei weitere Kämpfer waren offenbar Söhne von Kreuzfahrern und einheimischen Frauen.

scinexx

Die Kreuzzüge waren eine prägende Ära für die Geschichte Europas und des Nahen Ostens. In der Zeit von 1095 bis 1291 zogen hunderttausende von Kreuzrittern und Fußsoldaten aus verschiedenen Regionen Europas ins Heilige Land, um Jerusalem und die heiligen Stätten des Christentums aus den Händen der Moslems, darunter auch dem legendären Sultan Saladin, zu befreien. Aber obwohl über diese Zeit einiges überliefert ist, bleiben viele Fragen über die Kreuzzüge und ihre Teilnehmer offen.

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Lauert im Web eine Gefahr für die Demokratie?

Grafik: TP
Die Verfassung der Öffentlichkeit begünstigt eine Politik, die anstehenden komplexen politischen Probleme kaum lösen kann

Johannes Clessienne | TELEPOLIS

Gefährdet die Online-Kommunikation, z.B. auf Social-Networking-Sites, die Demokratie? Vor ein paar Jahren hätte ich das vehement abgestritten. Damals war ich fasziniert von den neuen Möglichkeiten zur politischen Teilhabe durch das Internet.

Insbesondere ab 2011 engagierte ich mich dann auch v.a. über Facebook bei „Echte Demokratie Jetzt!“, dem Vorläufer von Occupy in Deutschland. Dabei erlebte ich, dass Kooperation und Mobilisierung mittels Kommunikation in sozialen Netzwerken spontan und einfach gelingen kann. Hierdurch ermutigt, bin ich im Herbst 2011 in die Piratenpartei eingetreten. Denn der Versuch einer Ausweitung politischer Mitwirkung durch die Anwendung digitaler Technologie schien mir viel versprechend.

In den folgenden rund fünf Jahren parteipolitischen Engagements habe ich verschiedenen Erfahrungen gemacht, teils positive, teils ernüchternde. Die größte Enttäuschung lag für mich darin, dass eine bessere Beteiligung von Parteibasis und Bürgern insbesondere an der Arbeit der Landtagsfraktionen nicht funktionierte. Die selbsternannte Mitmachpartei entpuppte sich, was die die politische Sacharbeit betraf, weitgehend als „Nichtsmachpartei“. Hierbei ist es auch mit Social Media und eignen Webtools zur Beteiligung nicht gelungen, einen nennenswerten politischen Austausch zu gestalten.

Deshalb sehe ich seitdem Social Media im Hinblick auf politische Diskussionen als zwiespältig an. Zwar kann zu Themen, die eine gewisse Schwelle der Aufmerksamkeit überschritten haben, wirksam mobilisiert werden. Aktuell zeigen dies #FridayforFuture und #savetheinternet. Andererseits hat das rege Twittern von Mitgliedern der Piratenpartei nicht nur keine nennenswerte Impulse für die Weiterentwicklung der inhaltlichen Positionen gebracht, aber dafür als beständige Quelle von Streit und Zwietracht zum rasanten Niedergang der Partei beigetragen.

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US-Forscher distanziert sich von Studie mit Menschen-Genen in Affen

(Bild: Ms. Tech; Evolution: Wikimedia commons)
Chinesische Wissenschaftler wollen Makaken intelligenter gemacht haben. Unterstützt wurden sie von einem US-Kollegen – der sich jetzt kritisch äußert.

Sascha Mattke | heise online

Ende März meldeten chinesische Wissenschaftler, mehrere Makaken mit einem menschlichen Gen modifiziert zu haben, das mit Intelligenz in Zusammenhang gebracht wird. Nach ihren Messungen schnitten die Tiere bei Tests des Kurzzeitgedächtnisses besser ab als unveränderte Artgenossen, schrieben sie. Einer der Co-Autoren der Studie hat sich jetzt jedoch von den Versuchen distanziert: Er habe darüber nachgedacht, seinen Namen aus dem Fachaufsatz streichen zu lassen, der im Übrigen im Westen keinen Verlag gefunden habe, sagt Martin Styner, ein Informatiker an der University of California. Das berichtet Technology Review online in „Schlaue Affen durch menschliche Gene?“.

„Es gibt viele Aspekte in der Studie, die in den USA nicht möglich wären“, sagt Styner. „Sie wirft Fragen über die Art der Forschung und ob die Tiere angemessen versorgt wurden auf.“ Nach dem, was er gesehen hat, sieht Stymer weiterer Evolutionsforschung an transgenen Affen nicht unbedingt freudig entgegen. „Ich denke nicht, dass das eine gute Richtung ist“, sagt er. „Jetzt haben wir dieses Tier geschaffen, das anders ist, als es sein sollte. Wenn wir Experimente machen, müssen wir vorher genau wissen, was wir dadurch erfahren wollen, um der Gesellschaft zu helfen, und das ist hier nicht der Fall.“

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Vermeintliche Urheberrechtsverletzung: Upload-Filter löschen Dutzende Kopien des Mueller-Berichts

Der Mueller-Bericht untersucht, ob Donald Trump etwas mit der russischen Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 zu tun hatte. (Foto: AP)
  • Der Mueller-Bericht ist gemeinfrei: Niemand hält Urheberrechte daran, das Dokument darf beliebig kopiert und geteilt werden.
  • Trotzdem sperren Upload-Filter der Plattform Scribd 32 Kopien des Dokuments.
  • Gegner der EU-Urheberrechtsreform fürchten, dass solche Upload-Filter bald noch viel größeren Schaden anrichten könnten.

Simon Hurtz | Süddeutsche Zeitung

Am Gründonnerstag veröffentlichte das US-Justizministerium den Mueller-Bericht. Am Karfreitag ist das Dokument bereits Dutzende Male gelöscht worden: Upload-Filter der Online-Plattform Scribd blockierten in mindestens 32 Fällen die Veröffentlichung; das Dokument sei urheberrechtlich geschützt.

Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens hält niemand Urheberrechte am Mueller-Bericht. Dokumente, die von der US-Regierung erarbeitet und publiziert werden, sind gemeinfrei. Jeder darf sie kopieren und veröffentlichen, wo und so oft er will. „Das wichtigste Dokument unserer Zeit wurde endlich veröffentlicht, und Sie können es hier auf Scribd lesen“, schrieb die Plattform selbst.

Zweitens, und das gibt dem kuriosen Einzelfall eine größere Bedeutung, hat die Europäische Union der Urheberrechtsreform vergangene Woche endgültig zugestimmt. Hunderttausende Menschen hatten gegen die Richtlinie demonstriert, der Protest richtete sich vor allem gegen einen Punkt: Artikel 13 (im endgültigen Gesetzestext Artikel 17 genannt), der nach Ansicht vieler Experten darauf hinausläuft, dass Plattformen Upload-Filter installieren werden.

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Brief an EU : Brunei fordert „Respekt und Verständnis“ für Steinigung Homosexueller

  • Im Sultanat Brunei gelten seit Anfang April schärfere Strafgesetze – unter anderem wurde die Todesstrafe auf homosexuelle Handlungen eingeführt.
  • Dagegen gibt es heftige Kritik.
  • Das Sultanat verteidigt sich nun: Steinigungen seien selten. Man wolle seine traditionellen Werte und seine „Familienlinie“ bewahren.

Süddeutsche Zeitung

Seit Anfang des Monats kann gegen Homosexuelle in Brunei die Todesstrafe verhängt werden, am 3. April traten die härteren Strafgesetze in dem Sultanat in Kraft. International hatte es heftige Kritik gegeben, auch von den Vereinten Nationen. Nun verteidigt das Sultanat Brunei die Ausweitung der Todesstrafe in einem Brief an das Europäische Parlament.

Der Guardian zitierte aus einem vierseitigen Brief des Sultanats an die Europaabgeordneten. Darin hieß es unter anderem, im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte und seine „Familienlinie“ zu bewahren, fordere man „Toleranz, Respekt und Verständnis“. Weiter steht demnach in dem Schreiben, Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex seien selten – schließlich seien zwei Männer von „hohem moralischem Rang und Frömmigkeit“ als Zeugen erforderlich.

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Lochbihler: EU opfert Menschenrechte für Wirtschaftsinteressen

Die Europaabgeordnete Barbara Lochbihler (Grüne) hat der EU vorgeworfen, die Menschenrechtspolitik oft geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen. „Gegenüber China verhält sich die EU völlig anders als gegenüber einem Land, das eine schwache Position hat und von europäischer Unterstützung abhängig ist“, sagte Lochbihler dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Brüssel.

evangelisch.de

Was die EU gegenüber China bei den Menschenrechten bewirken könne, sei zwar „sehr begrenzt“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Menschenrechte. „Aber man sollte es nicht aufgeben, weil auch die chinesische Regierung generell an einer regelbasierten internationalen Ordnung interessiert ist. Zu dieser internationalen Ordnung gehören die Menschenrechte.“ Lochbihler zufolge erhebt die EU durchaus Forderungen etwa zur Freilassung politischer Gefangener gegenüber Peking. „Druckmittel werden aber nicht eingesetzt.“

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The Moon Shines with Jupiter and Saturn This Week! Here’s How to See It

When the bright planet Jupiter rises in the southeastern sky at about 12:15 a.m. local time on Tuesday morning, April 23, it will be positioned 3 degrees to the lower left of the waning gibbous moon. The moon and planet will cross the sky together for the rest of the night, eventually moving to a point low in the southwestern pre-dawn sky. The duo will make a lovely photo opportunity when composed with an interesting foreground landscape. (Image: © Starry Night software)
If you’re up late in the coming nights, you may want to pay attention to the waning gibbous moon — for it will be visiting the two largest gas giants of our solar system early on Tuesday and Thursday mornings (April 23 and 25).

By Joe Rao | SPACE.com

On Tuesday morning, the moon will sidle up to the largest planet in our solar system, giant Jupiter. Then, two mornings later, on Thursday, the moon will meet up with the ringed wonder of our planetary system, Saturn.

Of course, such alignments are all just a matter of perspective. Our moon will be about 243,000 miles (390,000 kilometers) away from Earth, while Jupiter is 430 million miles (692 million km) distant and Saturn is even farther out in space, at 907 million miles (1.46 billion km).

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Debatte über Spenden für Notre-Dame in Deutschland – Hilfe für kaputte Steine statt für Menschen?

Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame © Francisco Seco (dpa)
Frankreich debattiert heftig über Millionen-Spenden des Geldadels für Notre-Dame. Aber auch in Deutschland gibt es Diskussionen darüber, ob man angesichts von Hunger und Not auch für „kaputte Steine“ spenden sollte.

DOMRADIO.DE

Auch wenn die Debatte nicht so heftig geführt wird wie in Frankreich. Auch wenn es nicht zuerst um die Frage geht, ob die superreichen Spender, die den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame mit Millionensummen unterstützen wollen, in Wirklichkeit „reiche Mistkerle“ sind, die sich ansonsten hemmungslos bereichern: Auch in Deutschland ging am Osterwochenende die Diskussion weiter, ob Spenden für das französische Wahrzeichen moralisch angebracht sind.

Solidarität aus europäischem Geist – so lautet das Argument der deutschen Spendenbefürworter. Lieber in Menschen investieren als in kaputte Steine – so die Forderung der Kritiker. „Ich habe mir sehnlich gewünscht, dass noch in der Brandnacht Deutschland Großherzigkeit offenbart hätte“, schrieb der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm am Ostersamstag im Bonner „General-Anzeiger“. Ohne Großherzigkeit kein neues Europa.

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Polit-Nonne Schavan: „Kirche ist nicht dazu da, es jedem Recht zu machen“

Annette Schavan, ehemalige deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl (Markus Scholz/dpa)
Wachsende Fremdenfeindlichkeit sei nicht vereinbar mit dem Selbstverständnis von Christinnen und Christen, sagte die ehemalige deutsche Botschafterin im Vatikan Annette Schavan im Dlf. Die Kirche solle Impulse für eine Gemeinschaft geben und als Korrektiv für die Gesellschaft dienen.

Annette Schavan im Gespräch mit Änne Seidel | Deutschlandfunk

Die Frage, wie man mit Menschen umgehe, die zu einem kommen, sei eine Kernfrage für die christliche Tradition, sagte Annette Schavan, die ehemalige deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl im Dlf. Es sei eine wichtige Facette der Ökumene sich für das Gemeinwesen und die Demokratie einzusetzen.

Mit Blick auf Rechtspopulisten in den Gemeinden, sagte Schavan, Kirche sei nicht dazu da, es jedem Recht zu machen. Die Kirche solle Impulse geben, als Korrektiv dienen.

„Reden ist wichtig“

Der Blick in die Geschichte zeige, wie wichtig es ist, dass es Korrektur gebe, wenn „eine Gesellschaft den Rattenfängern nachläuft“, sagte die ehemalige Bildungsministerin. Es solle niemand aus den Gemeinden ausgeschlossen werden. Es helfe miteinander zu reden, in den Dialog zu treten. „Reden ist wichtig“, sagte Schavan.

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Sri Lanka: Einheimische islamistische Gruppe steht hinter Anschlägen – weitere Bombe explodiert bei Entschärfung

Militärangehörige stehen Wache vor der Kirche St.-Antonius-Schrein in Colombo, nachdem es dort am 21. April zu einer Explosion gekommen ist. (Bild: Dinuka Liyanawatte / Reuters)
Die Anschlagsserie auf christliche Kirchen und Hotels mit fast 300 Toten am Ostersonntag in Sri Lanka ist von Selbstmordattentätern ausgeführt worden. Die Regierung beschuldigt die islamistische Gruppe NTJ der Ausübung der Anschläge.

Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

Nach der verheerenden Anschlagsserie auf christliche Kirchen und Hotels in Sri Lanka wurden in der Nähe eines der Anschlagsorte ein Sprengsatz in einem geparkten Auto gefunden. Bombenentschärfer sprengten das Fahrzeug am Montag in der Nähe der St.-Antonius-Kirche in Colombo, nachdem darin ein Sprengkörper entdeckt worden war, wie die Polizei mitteilte.

An einem anderen Ort der Stadt seien an einer Bushaltestelle 87 Zünder sichergestellt worden. Ein Mann wurde den Angaben zufolge in der Gegend um die Kirche festgenommen. Der Fund des Sprengsatzes und die Sprengung lösten in der Umgebung eine Panik aus, wie Videos in sozialen Medien zeigten. Zeugen berichteten auf Twitter zudem, dass die Polizei den Festgenommenen vor einer aufgebrachten Menge schützen musste.

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Altkatholiken in Berlin: „Wir segnen auch Homosexuelle“

Ulf-Martin Schmidt ist altkatholischer Priester.Foto: Frank Bachner
Die Altkatholiken sind die tolerante, die demokratische Version einer katholischen Kirche. Ihre Pfarrer dürfen heiraten und Frauen die Priesterweihe erhalten.

Frank Bachner | DER TAGESSPIEGEL

Das Pult, an dem Pfarrer Ulf-Martin Schmidt predigt, steht direkt neben vier großen Aquarellen an der Wand. Auf einem Bild sind schemenhaft vier tanzende Personen zu erkennen, auf einem anderen langstielige blaue Blumen. Wenn Schmidt seinen Kopf zur Seite dreht und durchs Fenster blickt, sieht er den Verkehr der Detmolder Straße in Wilmersdorf.

In einer Ecke steht unter dem Bild der Gottesmutter eine große Schale mit Sand, in den eine Kerze gedrückt ist. Die Flamme lodert. Sie sorgt mit dafür, dass der nüchterne Raum die nötige sakrale Stimmung erhält. Denn hier ist das Zentrum der altkatholischen Gemeinde. Hier sagt Pfarrer Schmidt: „Das gemeinsame Tischabendmahl ist mein Highlight.“

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Inseln sind bedrohte Labore der Evolution

Die gut 1000 Kilometer vor der ecuadorianischen Küste liegenden Galapagosinseln sind vulkanischen Ursprungs und waren nie mit dem Festland verbunden. Sämtliche Tier- und Pflanzenarten stammen von Vorfahren ab, die übers Meer oder aus der Luft auf die Eilande kamen. Bild: Jose Jacome/dpa
Warum auf Inseln manche Tiere sehr groß, andere sehr klein – und ganz viele weltweit gesehen sehr selten sind.

Matthias Zimmerman | Augsburger Allgemeine

Das Leben auf einer Insel läuft irgendwie anders. Dieses vage Gefühl vieler Urlauber können Wissenschaftler bestätigen – im ganz wörtlichen Sinn. Inseln sind Labore der Evolution. Einige, wie zum Beispiel Madagaskar vor der Ostküste Afrikas, gelten als Hotspots der Evolution. Die Vielfalt an Arten und Pflanzen, die dort auf einem Quadratkilometer zu finden ist, übersteigt jene an den meisten Orten der Welt um ein Vielfaches. Noch dazu sind viele der Arten ausschließlich dort zu finden und an keinem anderen Ort der Welt sonst. Fachleute sprechen von endemischen Arten. Um beim Beispiel Madagaskar zu bleiben: 421 Arten von Reptilien und 348 Arten von Amphibien sind auf der Insel belegt. In ganz Deutschland sind es 15 Arten von Reptilien und 22 von Amphibien.

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Eisenachs Lutherhaus-Chef zu evangelischem „Entjudungsinstitut“: Jesus als „arischer Galiläer“

Der 6. Mai markiert ein unrühmliches Datum für den deutschen Protestantismus. An diesem Tag vor 80 Jahren gründeten „Deutsche Christen“ ein „Entjudungsinstitut“. Der Leiter des Lutherhauses Eisenach erklärt deren Ziele und Einflüsse.

DOMRADIO.DE

KNA: Herr Birkenmeier, welche Aufgabe hatte das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“?

Birkenmeier (Leiter des Lutherhauses Eisenach): Es hatte sich zum Ziel gesetzt, alle jüdischen oder vermeintlich jüdischen Einflüsse auf Lehre und Praxis der evangelischen Kirche zu beseitigen.

KNA: Warum?

Birkenmeier: Grund war die Vorstellung, dass es ein ursprüngliches Christentum gab mit einem Jesus, der kein Jude, sondern ein arischer Galiläer war. Nach dieser Auffassung hat der Apostel Paulus dessen Lehre später verfälscht.

KNA: Wer hatte die Initiative zu dem Institut?

Birkenmeier: Nach den Novemberpogromen von 1938, der sogenannten Reichskristallnacht, hatten Vertreter der „Deutschen Christen“, die den Nationalsozialisten nahe standen, das Gefühl, dass es nun an der Zeit sei, auch die Kirche radikal zu „entjuden“. In einer Zeit, in der sich die Machthaber immer stärker von den Kirchen entfernten, wollten sie damit nachweisen, dass Nationalsozialismus und Christentum vereinbar sind. Gründer des Instituts waren dann elf evangelische Landeskirchen.

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