Alternative Religiotie oder warum AfD und Co. das Christentum für sich reklamieren


Bild: AfD Saalekreis/Twitter
Rechtspopulistische Parteien beziehen sich auffallend oft auf die Religion. Was steckt dahinter? Ein dreiköpfiges Autorenteam hat sechs Thesen zum Thema „Religion und Rechtspopulismus“ verfasst. Ihr Grundtenor: Die Inanspruchnahme von Religion bei AfD und Co. ist vor allem eines: Strategie.

Von Matthias Altmann | katholisch.de

Man muss kein Prophet sein: Zwischen den (Amts-)Kirchen in Deutschland und der AfD wird sich auf absehbare Zeit keine Liebesbeziehung entwickeln. Zu verhärtet sind die Fronten. Mehrere Bischöfe haben sich klar gegen die Partei positioniert, Kardinal Reinhard Marx sprach sogar von „roten Linien„. Diese seien erreicht bei „Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt“. Die AfD wiederum wirft den Kirchen vor, dass sie das Christentum nicht mehr vertreten. Überhaupt sei sie – nach dem vermeintlichen Linksruck der Unionsparteien – die „einzige christliche Partei, die es noch gibt“, wie die Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel 2017 in einem „Focus“-Interview sagte.

Ob die AfD in Deutschland, die Lega in Italien oder die FPÖ in Österreich: Tatsächlich berufen sich Politiker rechtspopulistischer Parteien bei bestimmten Positionen gerne auf eine inhaltliche Nähe zu christlichen Lehren, etwa beim Lebensschutz oder beim Familienbild. Doch wieviel christliche Überzeugung steckt tatsächlich in dieser Programmatik? Ein dreiköpfiges Autorenteam aus zwei Politikwissenschaftlern und einem Soziologen hat im Auftrag der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung sechs Thesen formuliert, die den Umgang rechtspopulistischer Parteien mit Religion thematisieren.

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