Schweden kämpft mit der Frage der IS-Rückkehrer


Die Thematik schwedischer Waisenkinder von Eltern, die sich dem IS angeschlossen hatten, ist in den Medien seit Wochen präsent. (Bild: Maya Alleruzzo / AP)
Ein Grossvater will seine sieben Enkel nach Schweden zurückholen. Doch das ist nicht einfach, handelt es sich doch um die Waisenkinder von gefallenen schwedischen IS-Kämpfern. Während die Regierung in Stockholm auf die Komplexität des Prozesses verweist, sieht sie sich in der Kritik, zu wenig konkrete Hilfe zu leisten.

Rudolf Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein Tag spät im März. Patricio Galvez sass in seiner Göteborger Einzimmerwohnung und packte Kinderkleider in einen Koffer, als er Besuch erhielt von einem Reportageteam des Schwedischen Fernsehens. «Endlich habe ich die Zutrittsgenehmigung erhalten», sagte Galvez den Journalisten. «Nun will ich meine Enkelkinder holen. Ich will ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen worden sind. Morgen fliege ich nach Syrien.»

Sieben Enkel im Alter von zwei bis acht Jahren hat Galvez von seiner Tochter, die vor einigen Jahren den in Göteborg lebenden Norweger Michael Skramo geheiratet hatte. Skramo sollte später berüchtigte Bekanntheit erlangen als einer der prominentesten nordischen Kämpfer und Rekrutierer für die Terrororganisation Islamischer Staat. Er wurde laut verfügbaren Informationen im März beim Kampf um die letzte IS-Bastion getötet; seine Frau war offenbar bereits im Januar ums Leben gekommen. Die Familie war 2014, damals mit zwei Kindern, unter dem Vorwand von Türkei-Ferien nach Syrien gereist. Dort schloss sich Skramo dem IS an.

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