Eine neue Messung der Hubble-Konstante verstärkt die Zweifel am Standardmodell der Kosmologie


Das Bild der Grossen Magellanschen Wolke wurde mit einem erdgebundenen Teleskop gemacht, die Detailansicht mit dem Hubble-Teleskop. Sie zeigt einen von vielen Sternhaufen in der Galaxie. (Bild: Nasa / ESA)
Es gibt verschiedene Methoden, die Expansionsrate des heutigen Universums zu messen. Zum Verdruss vieler Astronomen liefern sie unterschiedliche Resultate. Es wird immer wahrscheinlicher, dass sich dahinter mehr als nur Zufall verbirgt.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Die Kontroverse um die Expansionsrate unseres Universums spitzt sich zu. Im «Astrophysical Journal» hat eine Arbeitsgruppe um den Nobelpreisträger Adam Riess von der Johns Hopkins University in Baltimore die bisher genaueste Messung der Hubble-Konstante vorgestellt. Der mit dem Hubble-Teleskop gemessene Wert legt nahe, dass sich das Universum heute um neun Prozent schneller ausdehnt, als es Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung erwarten lassen.

Ein ungenügendes Modell?

Diese Diskrepanz hatte sich bereits in früheren Messungen der Hubble-Konstante abgezeichnet. Nun ist der Messfehler aber so klein, dass man kaum mehr von einem Ausreisser sprechen kann. Die Wahrscheinlichkeit für eine statistische Fluktuation betrage nur noch 1: 100 000, heisst es in einer Pressemitteilung der Johns Hopkins University. Damit muss man der Möglichkeit ins Auge blicken, dass das Standardmodell der Kosmologie die Entwicklung unseres Universums nicht korrekt beschreibt.

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