Nach der Wahl in Indonesien sterben 272 Helfer an Überarbeitung und Erschöpfung


Eine Wählerin gibt ihre Stimme in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, ab. Die Wahlberechtigten waren aufgefordert, bis zu fünf Wahlzettel auszufüllen. (Bild: Ulet Ifansasti / Getty)
In dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt waren 150 Millionen Menschen der Aufforderung zur Wahl nachgekommen. Aber das händische Auszählen der Zettel endeten für zahlreiche Wahlhelfer tödlich.

Franziska Scheven | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Wahl in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, sind bei der Auszählung der Stimmen mehr als 270 Menschen an Überarbeitung und Erschöpfung gestorben. Das teilte die Wahlbehörde des Landes am Sonntag mit.

192 Millionen Wahlberechtigte des südostasiatischen Vielinselstaates waren am 17. April aufgefordert worden, zum ersten Mal den Präsidenten sowie die 20 0000 Abgeordneten im Parlament und auf Regional- und Kommunalebene zu wählen. Es war das erste Mal, dass die Wahlen alle an einem Tag stattfanden. So wollte die Regierung Kosten einsparen. Diese Massnahme wird nun laut Medienberichten von mehreren Seiten kritisiert. Demnach soll der frühere indonesische Minister und Verfassungsrichter Mahfud MD erklärt haben, man solle die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wieder getrennt abhalten, um den zu grossen Aufwand zu vermeiden. Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla zeigte sich laut Medienberichten angesichts der vielen Toten ebenfalls besorgt.

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