Auch bei Missbrauch: Bischöfe verteidigen Beichtgeheimnis


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Nach kirchlichem Recht darf das Beichtgeheimnis nicht gebrochen werden. Doch in Chile sieht nun ein Gesetzesvorhaben vor, dass Priester Missbrauch anzeigen müssen, selbst wenn sie davon im Beichtstuhl erfahren. Die chilenischen Bischöfe sind empört.

katholisch.de

Die chilenischen Bischöfe haben sich vehement gegen eine Aufweichung des Beichtgeheimnisses ausgesprochen. „Wenn ein Priester das Geheimnis des Sakraments verletzt, erhält er die schwere Strafe der Exkommunikation. Es gibt kein Gesetz der Welt, das dieses Prinzip hinwegnehmen könnte“, sagte Bischof Luis Fernando Ramos laut Medienberichten am Wochenende. Damit reagierte der Generalsekretär der Chilenischen Bischofskonferenz auf ein Gesetzesvorhaben, das dazu verpflichtet, jegliche Missbrauchsfälle anzuzeigen. Dieses Gesetz soll auch für Priester gelten, die in der Beichte von Missbrauch erfahren haben. Es war am vergangenen Dienstag einstimmig von allen 155 Mitgliedern des chilenischen Abgeordnetenhauses verabschiedet worden. Nun muss noch der Senat als zweite Kammer des parlamentarischen Systems Chiles zustimmen.

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