F wie Palästina


Bild: Makbula Nassar/CC BY-SA-4.0
Palästina könne es nicht geben, im Arabischen gebe es keinen Buchstaben „P“. Mit dieser Aussage zieht der Sohn des israelischen Premiers derzeit viel Spott auf sich

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Die Geschichte von Israelis und Palästinenser ist voller Versuche, den Nähostkonflikt allein dadurch zu lösen, indem man die Existenz der Gegenseite negiert: Die frühen Zionisten zogen unter dem Slogan „Ein Volk ohne Land für ein Land ohne Volk“ ins seit Jahrtausenden besiedelte Palästina. Die israelische Premierministerin Golda Meier stellte 1969 im Zeitungsinterview fest: „So etwas wie Palästinenser gab es nicht.“ Und mit der Herangehensweise eines kleinen Kindes, das glaubt, das Monster hinter der Gardine würden verschwinden, wenn es nur lang genug das Gesicht ins Kissen drückt, sprechen auch heute noch Millionen Menschen vom „zionistischen Gebilde“, wenn sie „Israel“ meinen.

Mit einer besonders kreativen Idee, den Nahostkonflikt auf rhetorische Weise zu lösen, hat sich nun Yair Netanyahu zu Wort gemeldet. Der 27-Jährige, der neben dem Umstand, Sohn des israelischen Premiers zu sein, vor allem für seine radikalen Social Media-Posts bekannt ist, schrieb in einem mittlerweile gelöschten Tweet, dass es Palästina schon allein deshalb nicht geben könne, weil es im Arabischen kein „P“ gebe.


Der innovative Versuch, Staatstheorie und Völkerrecht auf eine neue phonetische Grundlage zu stellen, brachte dem jungen Netanyahu in Sozialen Netzen vor allem jede Menge Spott ein. Eine Sache kam dabei allerdings zu kurz: Yair Netanyahus Aussage ist nicht nur dämlich, sondern auch falsch. Denn „p“ ist arabischer als Netanyahu lieb sein dürfte.

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