Biomaterial kurbelt Nervenheilung an

Auf dem Bionetzwerk (blau) können Nervenzellen (grün) haften und besser wachsen. © MPI-P, Lizenz CC-BY-SA
Heilungsfördernde Spritze: Forscher haben ein Biomaterial entwickelt, das die Heilung geschädigter Nervenfasern unterstützt. Ihre Flüssigkeit mit Nanofasern aus Peptidketten kann in Wunden injiziert werden und dort als stabilisierendes Gerüst für nachwachsende Zellen dienen. Bei Mäusen regenerierten sich durchtrennte Gesichtsnerven dank dieser Stützstruktur erheblich schneller, wie Experimente zeigten. Dies weckt neue Hoffnung für die Behandlung schlecht heilender Nervenschäden auch beim Menschen.

scinexx

Durch Unfälle oder Entzündungen können unsere peripheren Nerven empfindlich geschädigt werden. Sind diese den gesamten Körper durchziehenden Leitungsbahnen verletzt, bekommen wir dies deutlich zu spüren. Die betroffenen Körperregionen kribbeln unangenehm, sind taub oder gar von Lähmungserscheinungen betroffen. Anders als die Nerven in Gehirn und Rückenmark besitzen periphere Nerven glücklicherweise die Fähigkeit, sich bis zu einem gewissen Grad zu regenerieren.

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Wenn Zwänge den Alltag zur Hölle machen

Wann wird aus einer alltäglichen Handlung wie dem Händewaschen ein Zwang? (Bild: Imago)
Der eine verzweifelt beim Ordnen der Bleistifte, die andere wäscht sich die Hände wund. Eine Verhaltenstherapie kann Zwangsgedanken und Zwangshandlungen aus dem Hirn verbannen.

Albert Zeyer | Neue Zürcher Zeitung

Anton Bruckner zählte alles: die Blätter an den Bäumen ebenso wie die Steine auf der Strasse oder die Fenster des Wiener Musikvereins. Und wenn er sich verzählte, begann er wieder von vorne. Dieser Zählzwang scheint den Komponisten nicht daran gehindert zu haben, grosse Musik zu schreiben. Im täglichen Leben soll er aber oft schwer eingeschränkt gewesen sein.

Es ist nicht bekannt, ob Bruckner seine Auffälligkeit schon früh im Leben entwickelt hat. Das ist aber gut möglich, denn etwa die Hälfte dieser Störungen beginnt im Kindes- und Jugendalter. Die Rede ist von der Zwangserkrankung, die in der Fachsprache Obsessive Compulsory Disease (OCD) genannt wird. Nach Schätzungen sind rund zwei Prozent der Menschen davon betroffen, wobei die Grenze zur einfachen «Macke» fliessend ist. So kennen viele bei sich selber merkwürdige Neigungen: etwa auf dem Trottoir die Fugen zwischen den Randsteinen nicht zu betreten oder sich beim Verlassen des Hauses mehrmals zu versichern, dass man abgeschlossen hat.

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US-Erhebung: Westeuropäische Christen befürworten Kirchensteuer

Bild: tilly
Christen in westeuropäischen Ländern sind laut einer Erhebung amerikanischer Meinungsforscher weitgehend einverstanden mit der Kirchensteuer.

evangelisch.de

In den sechs westeuropäischen Ländern mit Kirchensteuer – Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweden, Finnland und Dänemark – erklärte nach Angaben des in Washington ansässigen Pew Research Center eine „große Mehrheit“ der Befragten, die angeben, Kirchensteuern zu zahlen, sie würden keine „Schritte unternehmen“, um keine Kirchensteuer mehr zahlen zu müssen. Es gebe „keinen Massenexodus“ von diesen Abgaben.

In Deutschland sagten 78 Prozent der befragten Kirchensteuerzahler, es sei nicht besonders oder überhaupt nicht wahrscheinlich, dass sie keine Kirchensteuer mehr zahlen wollten, wie die Studie ergab, die am Dienstag in Washington vorgestellt wurde. 21 Prozent erklärten hingegen, ihr Austritt sei „sehr oder etwas wahrscheinlich“. Die Verpflichtung zur Kirchensteuer erlischt in Deutschland nur durch Kirchenaustritt.

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Trump will Muslimbruderschaft zu Terrororganisation erklären: Beobachter prognostizieren außenpolitische Folgen

US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die ägyptische Muslimbruderschaft als ausländische Terrororganisation einzustufen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, bestätigte am Dienstag die Pläne des Präsidenten.

DOMRADIO.DE

Zuerst hatt die „New York Times“ darüber berichtet. Die Entscheidung soll laut dem Blatt während eines privaten Gesprächs zwischen Trump und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi am 9. April gefallen sein. Bei dem Treffen ohne Medienvertreter soll al-Sisi Trump zu dem Schritt aufgefordert haben. Die diplomatischen Dienste seien daraufhin angewiesen worden, Sanktionspläne gegen die Organisation zu erarbeiten. Die Muslimbruderschaft, eine der mitgliederstärksten islamischen Organisationen weltweit, zählt zu den schärfsten Widersachern des ägyptischen Präsidenten.

Trumps nationaler Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo unterstützen nach Angaben hoher Beamter den Sanktionskurs gegen die Bruderschaft. Das Verteidigungsministerium sowie andere Teile in Trumps Regierung haben hingegen nach bisherigen Informationen politische und rechtliche Bedenken geäußert.

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Spanien schließt „ohne juristische Basis“ Puigdemont von Wahlen aus

Bild: Europäisches Parlament
Hochrangige spanische Juristen sind entsetzt, dass die Wahlbehörde zu einer neuen Rechtsumgehung ansetzt, um Exilanten von Europawahlen fernzuhalten

Ralf Streck | TELEPOLIS

Gerade wurden vier katalanische politische Gefangene zu Mitgliedern des spanischen Parlaments gewählt, da die Unabhängigkeitsparteien bei den spanischen Parlamentswahlen ein Rekordergebnis erzielt haben. Die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) hat erwartungsgemäß die Wahlen erstmals gewonnen und zieht nun sogar mit 15 statt mit 9 Parlamentariern in den Kongress ein.

Viele in Katalonien halten es für eine direkte Reaktion, dass der Wahlrat (JEC), der im vergangenen Wahlkampf schon diverse skandalöse Entscheidungen getroffen und sich wie eine Zensurbehörde aufgeführt hat, nun einen neuen „antidemokratischen Amtsmissbrauch“ durchzieht, wie der andalusische Verfassungsrechtler Joaquín Urias hart kritisiert. Der JEC versuchte sogar zu verhindern, dass die inhaftierten Kandidaten Wahlkampf machen können, was durch internationalen Druck zum Teil aufgebrochen werden konnte.

Der JEC hat, diesmal gespalten, auf Antrag der großen Wahlverlierer nämlich am späten Montag entschieden, dass der katalanische Exil-Präsident Carles Puigdemont und die ehemaligen Minister Toni Comín und Clara Ponsatí nicht zu den Europaparlamentswahlen antreten dürfen. Angeblich seien sie „nicht wählbar“, obwohl ihnen durch kein rechtskräftiges Urteil das passive Wahlrecht abgesprochen wurde, wie es als Bedingung in spanischen Gesetzen vorgesehen ist.

Und nun kommen die Tricks, die man schon vom Verfassungsgericht kennt, mit denen verhindert wurde, dass Puigdemont erneut zum katalanischen Regierungschef gewählt werden konnte. Nun argumentiert der Wahlrat, um wählbar zu sein, müsse man ins spanische Wahlregister eingetragen sein. Und sogar das ist erfüllt, wie die Anwälte der Katalanen in ihren Erwiderungen auf die Ausschlussanträge der ultrakonservativen Volkspartei (PP) und der ultranationalistischen Ciudadanos dargelegt hatten. Sie hatten deshalb auch einen Auszug des spanischen Wahlregisters beigefügt. Daraus geht hervor, dass die drei Kandidaten im Wahlregister eingetragen sind.

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Australien lässt Millionen Katzen töten

Verwilderte Katzen töten in Australien jährlich 350 Millionen Vögel und 650 Millionen Reptilien. Deshalb soll die Population der Streuner bis 2020 um zwei Millionen vermindert werden.
Jäger schiessen die Vierbeiner und werfen vergiftete Köder aus Flugzeugen – um heimische Arten zu schützen. Wissenschaftler kritisieren das Vorgehen

Basler Zeitung

In Australien leben Millionen verwilderter Katzen – Hauskatzen, die mit wenig oder gar keinem Kontakt zu Menschen leben. Sie werden für das Aussterben vieler einheimischer Arten verantwortlich gemacht. In der Rangliste der eingeschleppten Gefährder kommen die Katzen auf Rang 3, hinter dem europäischen Hasen und dem Hausschwein.

Laut einer im Juni 2018 veröffentlichten Studie des Threatened Species Recovery Hub töten die wild lebenden Katzen auf dem Kontinent pro Jahr insgesamt 650 Millionen Reptilien. 2017 hatte eine Studie derselben Forscher ergeben, dass verwilderte Katzen in Australien täglich eine Million Vögel töten, darunter vom Aussterben bedrohte Arten.

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Pew: Wachsende Unzufriedenheit mit Demokratie in Deutschland

Kuppel des Reichstagsgebäudes. Bild: Pixabay License
Eine Untersuchung der US-amerikanischen Meinungsforscher in 27 Ländern zeigt, dass das Funktionieren der Demokratie mehrheitlich nicht gut bewertet wird

Thomas Pany | TELEPOLIS

Unzufriedenheit ist ja angeblich ein guter Antrieb, um Verhältnisse zu bessern und es gibt einiges am gegenwärtigen politischen System zu ändern, wenn man etwa die Proteste als Maßstab nimmt, die für eine bessere Politik bei der Durchsetzung von Klimazielen und gegen drückende Mitzahlungen auf die Straße gehen. Oder die Gelbwesten-Proteste in Frankreich, die im Kern mehr soziale Gerechtigkeit fordern.

Alle diese Fälle haben gemeinsam, dass der Arbeit der gewählten Regierungen vorgeworfen wird, dass sie Partikularinteressen gehorchen. Dem Angebot, das die Parteien zu solchen Fragen machen, wird wenig zugetraut. Dass sich auffallend mehr Opposition auf der Straße als im Parlament zeigt, spricht dafür, dass die demokratische Institution nach Ansicht der Bürger zu wenig von dem verhandelt, was sie sich unter einem besseren und gerechteren Leben vorstellen.

Eine größer angelegte Umfrage, aktuell vom US-Institut Pew Research veröffentlicht, zeigt, dass es um die Zufriedenheit mit der Demokratie in 27 Ländern nicht gut bestellt ist: Die knappe Mehrheit, 51 Prozent, findet sich nämlich auf der Seite derjenigen, die mit der Art, wie die Demokratie funktioniert, unzufrieden sind. Zufrieden sind nur 45 Prozent. Die Unzufriedenheit als Motor für eine Weiterentwicklung der Demokratie zu begreifen, wäre die positive Seite der Zustandsbeschreibung, die von Pew mit besorgtem Ton unterlegt wird.

Befragt wurden insgesamt über 30.000 Personen in 27 Ländern. Die Befragung ist also, anders als die Veröffentlichung, nicht wirklich aktuell, denn sie wurde im Sommer letzten Jahres durchgeführt, von Mai bis August.

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This Black Hole’s Jets Wobble Like Crazy Because It’s Warping Space-Time

An artist’s impression of the binary system that includes the black hole V404 Cygni and a sun-like star that orbit one another. (Image: © ICRAR)
This black hole’s jets are wobbling at record speed!

By Hanneke Weitering | SPACE.com

Astronomers have spotted wildly wobbling jets of particles spewing out of a black hole, and they think this unusually rapid motion could be happening because the black hole’s strong gravity is warping space around it.

The black hole, named V404 Cygni, is located about 8,000 light-years from Earth and is relatively small as far as black holes go — only nine times the mass of Earth’s sun. It is part of a binary system in which it and a sun-like star orbit one another. The black hole is constantly siphoning material from its stellar companion, and as that material gets sucked in, it forms an accretion disk around the black hole.

Some of the particles falling into the black hole escape through relativistic jets, long beams of energetic plasma that flow from the black hole’s axis of rotation at more than half the speed of light. Astronomers have seen black hole jets before but have never seen jets that wobble as rapidly as those from V404 Cygni, which were observed oscillating over time periods of only a few minutes.

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Pestizide in vielen Naturschutzgebieten

Bild: tagesschau.de
Pestizideinsatz in Naturschutzgebieten – in vielen Bundesländern ist das erlaubt. Eine Recherche des ARD-Magazins Fakt ergab: Hunderte Naturschutzgebiete sind betroffen.

tagesschau.de

Das Artensterben hat international dramatische Züge angenommen – erst gestern schlugen Wissenschaftler auf der Weltkonferenz zur Artenvielfalt in Paris Alarm und zogen einen Vergleich zum Klimawandel. In Deutschland galten 2015 mehr als 30 Prozent aller Arten in ihrem Bestand gefährdet.

Dennoch gestatten viele Bundesländer weiterhin den Einsatz von Pestiziden in Naturschutzgebieten. Das ergab eine Recherche des ARD-Magazins Fakt.

Verweis auf „gute fachliche Praxis“

Demnach sind Hunderte Naturschutzgebiete betroffen – möglicherweise jedes dritte. Es handelt sich um Gebiete, in denen die landwirtschaftliche Bodennutzung nach der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ von vielen Verboten ausgenommen ist. Das bedeutet laut Fakt: Ein nahezu uneingeschränkter Pestizid-Einsatz ist dort legal möglich.

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Kollision von Schwarzem Loch und Neutronenstern?

Die LIGO- und Virgo-Detektoren könnten das erste Signal einer Kollision von Schwarzem Loch und Neutronenstern detektiert haben. © ESO/L. Calçada/M. Kornmesser
Spannende Zeiten für Astrophysiker: Die Observatorien LIGO und Virgo haben am 26. April 2019 ein Gravitationswellen-Signal eingefangen, das von einem ungewöhnlichen Ereignis stammen könnte – der Verschmelzung eines Schwarzen Lochs mit einem Neutronenstern. Sollte sich dies bestätigen, wäre dies der erste Nachweis einer solchen Kollision ungleicher Partner. Allerdings: Die Signalqualität ist schlecht und die Quelle bisher nicht sicher identifiziert. Etwas sicherer ist dagegen ein Signal vom 25. April – es könnte von der zweiten bekannten Neutronensternkollision stammen.

scinexx

Nachdem schon Albert Einstein die Existenz von Gravitationswellen vorhersagte, sollte es bis zum ersten Nachweis dieser Erschütterungen der Raumzeit noch 100 Jahre dauern. Doch seither haben Astronomen bereits 14 solcher Ereignisse detektiert, darunter auch die ersten Gravitationswellen einer Neutronenstern-Kollision. Dieses Ereignis war auch das erste, bei dem zusätzlich zu den Gravitationswellen die elektromagnetische Strahlung des Ereignisses eingefangen wurde.

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Türkische Armee trainiert islamistische Kämpfer für Offensive auf Kurden

Kämpfer der islamistischen Ahrar al-Sharqiya, die von der türkischen Armee ausgebildet werden.
Im Gebiet von Aleppo und Al-Bab werden sie für Luftlandeoperationen ausgebildet, um die SDF hinter ihrem Rücken anzugreifen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Türkei eine Offensive östlich des Euphrat vorzubereiten scheint, die offensichtlich durch syrische und islamistische Milizen ausgeführt werden soll, köchelt der eingefrorene Konflikt in der „Rebellenhochburg“ Idlib, die praktisch von der dschihadistischen HTS, einem früheren al-Qaida-Ableger, beherrscht wird. Umgeben ist Idlib von einer Kette türkischer Stützpunkte, über das im September 2018 beschlossene Abkommen zwischen der Türkei und Russland über Idlib wird von beiden Seiten geklagt.

Zwischen den Regierungstruppen und den eingeschlossenen oder geschützten „Rebellen“ kommt es immer wieder zu Kämpfen, syrische und russische Flugzeuge greifen auch immer wieder Ziele an. Russland kritisiert, dass Idlib nicht zu einer Schutzzone für Terroristen werden dürfe, zögert eine Offensive aber weiter hinaus, um die Türkei bei der Stange zu halten, die wiederum Russland rügt, die Regierungstruppen und schiitischen Milizen nicht ausreichend zurückzuhalten.

Zuletzt sollen zwei Krankenhäuser bombardiert worden sein, wie UOSSM (Union des Organisations de Secours et Soins Médicaux) am Montag berichtete, die eng mit den Weißen Helmen zusammenarbeitet. Zusammen mit wiederkehrenden russischen Berichten, dass die Weißen Helme wieder Vorbereitungen treffen würden, um einen Chemiewaffenangriff zu inszenieren, verstärken auch weitere Nachrichten, dass etwas bevorstehen könnte.

Schon lange geplante Offensive

Im Dezember 2018 hatte der türkische Präsident Erdogan eine Offensive gegen die Kurden östlich des Euphrat angekündigt, manchmal wurde auch die Einrichtung einer von der Türkei kontrollierten Schutzzone auf kurdischem Gebiet verlangt. Hinter der türkischen Syrienpolitik stehen die miteinander verbundenen Interessen, einen kurdischen Staat an der türkischen Grenze mit allen Mitteln zu verhindern und durch Besetzung von syrischem Gebiet sowie der Unterstützung bewaffneter, aus islamistischer Gruppen einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft Syrien zu sichern oder auch die Türkei durch Annexion syrischer Gebiete zu vergrößern.

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Missbrauchsvorwürfe gegen Vertrauten von Papst B16

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Ein Priester erhebt schwere Vorwürfe gegen einen ehemaligen Vatikandiplomaten. Dem Vatikan lägen Unterlagen vor, die das belegen würden. Untersuchungen des Bistums Eichstätt waren allerdings zu einem anderen Ergebnis gekommen.

katholisch.de

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll ein früherer Vatikan-Diplomat, der heute im Bistum Eichstätt lebt, während seiner Amtszeit in Rom einen ihm unterstellten Priester sexuell bedrängt haben. Die Zeitung beruft sich auf einen ihr vorliegenden Brief des Geistlichen, der die Vorwürfe erhebt. Darin heiße es, er sei häufig „Opfer sexueller Übergriffe“ seines damaligen Vorgesetzten geworden. Im Vatikan sei der Fall bekannt; es lägen medizinische Unterlagen vor, die die Vorwürfe belegten.

Der beschuldigte Vatikandiplomat weist laut „Bild“ die Vorwürfe zurück, sein Anwalt spreche von „böswilliger Verleumdung“. Er war von 2001 bis 2008 Leiter der Deutschlandabteilung im Vatikan und gilt als Vertrauter von Papst Benedikt XVI., berichtet die Zeitung weiter.

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Koblenzer Gericht bestätigt Schließung von muslimischem Kindergarten

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der erste und bislang einzige muslimische Kindergarten in Rheinland-Pfalz muss nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Koblenz schließen.

evangelisch.de

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung habe dem Arab Nil-Rhein Verein im Februar die Erlaubnis zum Betrieb des Mainzer Al Nur-Kindergartens zu Recht widerrufen, teilte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz am Dienstag mit. Das Wohl der betreuten Kinder sei gefährdet und der Trägerverein nicht bereit oder fähig, die Gefährdung abzuwenden. (AZ.: 7 B 10490/19.OVG)

Der Arab Nil-Rhein Verein hatte den Kindergarten 2009 eröffnet. Als Grund für die Schließung nannte das rheinland-pfälzische Landesjugendamt im Februar die mangelnde Zuverlässigkeit des Trägervereins, der Inhalte der Ideologie der Muslimbruderschaft und des Salafismus vertrete. Der Vereinsvorsitzende Samy El Hagrasy bezeichnete die Vorwürfe dagegen als „Hexenjagd“ und betonte, niemand aus dem Vorstand sei Salafist oder Anhänger der Muslimbruderschaft.

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Warum Lena nicht zur Schule gehen darf

Spricht Arabisch, Englisch und Schwedisch – aber kein Deutsch, weil sie in Dresden keine Schule besuchen darf: Lena Orabi Shafiq Hamdan, neben ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester. (Deutschlandradio / Jennifer Stange)
In Sachsen steigt die Zahl der Kinder von Asylbewerbern, die nicht in die Kita oder zur Schule gehen dürfen. Einige Kinder in dortigen Erstaufnahmeeinrichtungen warten Monate auf Unterricht, so auch die 14-jährige Lena Orabi Shafiq Hamdan. Der Sächsische Flüchtlingsrat hält dies für rechtswidrig.

Von Jennifer Stange | Deutschlandfunk

Lena Orabi Shafiq Hamdan führt ganz und gar nicht das Leben einer normalen 14-Jährigen. Sie ist in Jordanien als Kind palästinensischer Eltern geboren worden. Wo sie zu Hause ist, weiß sie nicht. Zu lange sind sie, ihre Eltern und Geschwister schon unterwegs. Auf der Suche nach einem sicheren Ort, an dem sie bleiben können. Lena hat Zukunftsträume wie viele andere Teenager auch.

„Ich möchte Modedesignerin werden. Ich liebe es, Kleider und andere Sachen zu zeichnen. Ich liebe zeichnen.“

Seit mehreren Monaten nicht mehr in der Schule

Doch wann und ob Lena überhaupt die Möglichkeit haben wird, einen Schulabschluss zu machen, steht in den Sternen. Knapp vier Jahre durfte sie in Schweden zur Schule gehen, dann wurde der Asylantrag ihrer Familie dort abgelehnt. Seit mehreren Monaten sind alle in Deutschland und seitdem ist Lena nicht mehr in der Schule gewesen. Sie spricht Arabisch, Englisch und Schwedisch. Aber kein Deutsch, das ist ein Problem, sagt sie.

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Vertuschung von Missbrauch: Zollner fordert klare Strafen für Bischöfe

Bild: © Paolo Galosi/Romano Siciliani/KNA
Was passiert, wenn Bischöfe und Ordensobere Missbrauch vertuschen? Der Jesuit Hans Zollner fordert für diese Fälle klare Sanktionen der Kirche. Denn er ist überzeugt: Wer Missbrauch unter den Tisch fallen lässt, muss zur Rechenschaft gezogen werden können.

katholisch.de

Aus Sicht des Vatikan-Kinderschutzexperten Hans Zollner muss die Kirche rasch klären, welche Sanktionen Bischöfe zu erwarten haben, die Missbrauch vertuschen. Es müsse klar sein, „wie Bischöfe und Ordensobere zur Rechenschaft gezogen und bestraft werden können, wenn sie ihrer Verantwortung nicht gerecht werden – wenn sie also zum Beispiel von einem Missbrauchsverdacht wissen und nicht entsprechend handeln„, sagte der Jesuit im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

Schon heute gebe es Möglichkeiten der Bestrafung, ergänzte der Leiter des päpstlichen Kinderschutzzentrums: „Es muss aber genauer geklärt werden, wie ein solcher Prozess funktioniert und welche Sanktionen diesen Amtsträgern auferlegt werden können.“

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