Türkische Armee trainiert islamistische Kämpfer für Offensive auf Kurden


Kämpfer der islamistischen Ahrar al-Sharqiya, die von der türkischen Armee ausgebildet werden.
Im Gebiet von Aleppo und Al-Bab werden sie für Luftlandeoperationen ausgebildet, um die SDF hinter ihrem Rücken anzugreifen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Türkei eine Offensive östlich des Euphrat vorzubereiten scheint, die offensichtlich durch syrische und islamistische Milizen ausgeführt werden soll, köchelt der eingefrorene Konflikt in der „Rebellenhochburg“ Idlib, die praktisch von der dschihadistischen HTS, einem früheren al-Qaida-Ableger, beherrscht wird. Umgeben ist Idlib von einer Kette türkischer Stützpunkte, über das im September 2018 beschlossene Abkommen zwischen der Türkei und Russland über Idlib wird von beiden Seiten geklagt.

Zwischen den Regierungstruppen und den eingeschlossenen oder geschützten „Rebellen“ kommt es immer wieder zu Kämpfen, syrische und russische Flugzeuge greifen auch immer wieder Ziele an. Russland kritisiert, dass Idlib nicht zu einer Schutzzone für Terroristen werden dürfe, zögert eine Offensive aber weiter hinaus, um die Türkei bei der Stange zu halten, die wiederum Russland rügt, die Regierungstruppen und schiitischen Milizen nicht ausreichend zurückzuhalten.

Zuletzt sollen zwei Krankenhäuser bombardiert worden sein, wie UOSSM (Union des Organisations de Secours et Soins Médicaux) am Montag berichtete, die eng mit den Weißen Helmen zusammenarbeitet. Zusammen mit wiederkehrenden russischen Berichten, dass die Weißen Helme wieder Vorbereitungen treffen würden, um einen Chemiewaffenangriff zu inszenieren, verstärken auch weitere Nachrichten, dass etwas bevorstehen könnte.

Schon lange geplante Offensive

Im Dezember 2018 hatte der türkische Präsident Erdogan eine Offensive gegen die Kurden östlich des Euphrat angekündigt, manchmal wurde auch die Einrichtung einer von der Türkei kontrollierten Schutzzone auf kurdischem Gebiet verlangt. Hinter der türkischen Syrienpolitik stehen die miteinander verbundenen Interessen, einen kurdischen Staat an der türkischen Grenze mit allen Mitteln zu verhindern und durch Besetzung von syrischem Gebiet sowie der Unterstützung bewaffneter, aus islamistischer Gruppen einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft Syrien zu sichern oder auch die Türkei durch Annexion syrischer Gebiete zu vergrößern.

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