Das Gespenst der Nachrüstung und Europas nukleare Teilhabe

Als ob Europa nur Zuschauer wäre. Auf einem Düsseldorfer Karnevalswagen zerreissen Putin und Trump den INF-Vertrag. (Bild: Wolfgang Rattay / Reuters)
Seitdem die Amerikaner den INF-Vertrag mit Russland gekündigt haben, fragen sich die Europäer, was dies für sie genau bedeutet. Welchen Preis sind sie für die fortgesetzte Teilhabe am amerikanischen Schutzschirm bereit zu zahlen. Kehrt die episch-erregte Nachrüstungsdebatte der achtziger Jahre zurück?

Peter Seidel | Neue Zürcher Zeitung

Es geht ein Gespenst um in Europa – das Gespenst einer neuen nuklearen Nachrüstung der Nato gegenüber Russland. Die Diskussion darüber überlagert diejenige vom Vorjahr, bei der es darum ging, wie dem Trump-Schock einer angedrohten amerikanischen Abkopplung am besten zu begegnen wäre. Die Frage der Nachrüstung betrifft vor allem die europäischen Nicht-Nuklearstaaten. Geht die auf Europa erweiterte Abschreckung der USA zu Ende, und was wird aus der damit verbundenen nuklearen Teilhabe? Kommt nun die Debatte der achtziger Jahren wieder hoch? Und welche Rolle spielen die chinesischen Mittelstreckenraketen? Diese Themen stehen auf der Tagesordnung ganz oben. Und sie sind untrennbar miteinander verbunden.

Richtig ist: Die Osterweiterung von Nato und EU hat Demokratie, Wirtschaft und Sicherheit in Ostmitteleuropa stabilisiert. Das Ausgreifen der USA am Kaspischen Meer und das Scheitern der von deutscher Seite angestrebten strategischen Partnerschaft mit Russland haben zugleich zur Entfremdung des Kremls gegenüber der Nato beigetragen. Es folgten Georgien-Krieg und Krim-Annexion.

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Gift sammelt Gold

Beim zweitgrößten Goldvorkommen der Erde ist das Edelmetall im Pyrit verborgen. Wie es dort hineinkam, haben nun Forscher aufgeklärt. © C. Kusebauch/ GFZ
Arsen ist der Schlüssel: Forscher haben herausgefunden, wie das zweitgrößte Goldvorkommen der Erde entstand – die Carlin-Lagerstätten in den USA. In ihr verbirgt sich das Edelmetall fein verteilt in Pyritkristallen. Jetzt belegen Experimente: Wegbereiter der Anreicherung dieses Goldes im „Katzengold“ ist das Schwermetall Arsen. Je höher die Arsenkonzentration im Gestein, desto mehr Gold bindet an den Pyrit, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Das Element Gold ist auf unserem Planeten eigentlich extrem selten, denn ein Großteil dieses Edelmetalls sank schon in der Frühzeit der Erde ins Innere hinab. Im Schnitt liegt seine Konzentration in der Erdkruste deshalb nur bei 2,5 parts per billion (ppb). Trotzdem aber gibt es Vorkommen, an denen sich das Gold angereichert hat – die Goldlagerstätten. Sie entstanden durch das Ausfällen von Gold aus hydrothermalen Flüssigkeiten unter Mitwirkung bestimmter Katalysatoren oder sogar Mikroben.

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Kommerzielle Gentests werden zum riskanten Trend

foto: getty images/istockphoto Die Risikoabschätzung durch Gentests ist nur sinnvoll, wenn man durch Verhaltensänderung und medizinische Maßnahmen die Gefahr der Erkrankung verringern kann.
In den USA sind Direct-to-Consumer-Tests zu möglichen Krankheiten populär, die Resultate sind häufig unzuverlässig

Juliette Irmer | derStandard.at

Wer sein Alzheimerrisiko kennen will, kann sein Erbgut untersuchen lassen. Ein Testkit des US-Anbieters 23andMe kostet 199 Dollar (umgerechnet etwa 178 Euro). Per Post schickt man eine Speichelprobe ins Labor nach North Carolina und erhält wenige Wochen später eine genetische Analyse des Risikos in Bezug auf zehn Krankheiten. Einige sind sehr selten, aber der Test macht auch Angaben zu Alzheimer und Parkinson. Vor rund zwei Jahren gab die FDA, die amerikanische Gesundheitsbehörde, den Test frei. Er darf an Kunden verkauft werden, ohne dass ein Arzt ihn verordnet – auch nach Europa.

In den USA liegen solche Direct-to-Consumer-Tests (DCT) im Trend. Mehr als zehn Millionen Menschen haben ihr Erbgut schon analysieren lassen. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl bis 2022 verzehnfachen könnte. Bisher stand die Ahnenforschung im Vordergrund, zusätzlich erhält man allerlei Spaßinformationen: wie man Kaffee verträgt oder ob Männer früh ihre Haare verlieren. Die Fortschritte in der DNA-Diagnostik sind enorm, und so ist damit zu rechnen, dass die Bemühungen der Unternehmen, medizinisch relevante Risiken zu überprüfen, weiter zunehmen werden.

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Vorsicht, Zecken!

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Zecke Großaufnahme (CC-by-sa/2.5/en by Aka)
Die Blutsauger können beim Menschen eine hartnäckige Viruserkrankung auslösen. Seit kurzem gilt fast die ganze Schweiz als Risikogebiet. Wie man sich vor Zecken schützen kann.

Robin Schwarzenbach | Neue Zürcher Zeitung

Der vielbeschäftigte Mittvierziger wollte sich eigentlich impfen lassen. Aber er kam nie dazu. Dann, im Frühling vor fünf Jahren, der Zürcher war gerade in Deutschland, setzten starke Fieberschübe ein. Er zitterte am ganzen Körper. Er konnte nicht schlafen, und er verschickte wirre SMS an seine Frau. «Ich weiss nicht mehr, was ich schrieb. Die Nachrichten müssen ziemlich verstörend gewesen sein», berichtet er.

Die Symptome klangen ab – doch einen Monat später war das Fieber zurück und auch das Zittern. Hinzu kamen starke Kopfschmerzen. Und überhaupt: Welcher Tag ist heute? Und welcher Monat? Er hatte keine Ahnung. Die Ärzte konnten sich den Fall lange nicht erklären, bis eine weitere Untersuchung unter Mitwirkung eines Neurologen schliesslich Gewissheit brachte: Der Patient war an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt, einem Virus, das durch Zecken übertragen wird. Den Stich des Parasiten hatte der Mann gar nicht bemerkt.

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Doch kein Beleg für König David?

Auf der moabitischen Mesha-Stele (links) soll in Zeile 31 der Begriff „Haus Davids“ erwähnt sein, doch dort sind die Buchstaben beschädigt. © historisch
Balak statt David? Einer der wenigen Hinweise auf die reale Existenz des biblischen Königs David könnte sich nun als falsch erweisen. Denn auf der sogenannten Mesha-Stele aus dem jordanischen Dibon steht offenbar doch nicht „Haus Davids“ wie bisher angenommen. Stattdessen lautet der stark beschädigte Name wahrscheinlich „Balak“ – und dieser war vor rund 3.000 Jahren ein König der Moabiter, wie Wissenschaftler nun berichten.

scinexx

War der biblische König David eine historische Gestalt oder doch nur eine Legende, eine Symbolfigur? Bis heute gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort, denn es fehlt an klaren Beweisen für seine Existenz. Bisher kennen Archäologen nur drei Inschriften, in denen der Name David in Zusammenhang mit einem Stamm oder Königshaus erwähnt wird – und selbst diese sind wegen des schlechten Erhaltungszustands der Stelen strittig.

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Bundesagentur für Arbeit: Wie Datenhändler die Jobbörse missbrauchen

Bild: tagesschau.de
Datenhändler schalten auf der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit täglich Tausende Stellenanzeigen, die Daten der Bewerber verkaufen sie weiter. SWR-Reportern gelang es, die Masche nachzuweisen.

tagesschau.de

Mechatroniker, IT-Spezialist oder Bürokauffrau – Johann S. bietet für viele Arbeitssuchende die passende Stelle an. Und das deutschlandweit. Über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) schaltet er täglich bis zu 3000 Stellenangebote.

Die Jobbeschreibungen sind allgemein gehalten, die Anforderungen an die Bewerber gering. Nicht einmal ein Anschreiben wird gefordert. Alles, was ein Bewerber tun muss, ist Lebenslauf und Zeugnisse an eine E-Mail-Adresse schicken.

Keine Antwort unter dieser Nummer

Weitere Informationen zur ausgeschriebenen Stelle, Antworten auf Nachfragen? Fehlanzeige. Unter der angegebenen Telefonnummer war während der mehrwöchigen Recherchen niemand erreichbar. Auf Nachfragen per Mail erhält der Bewerber eine standardisierte Antwort, die ihn um Erlaubnis bittet, die Bewerbung an „interessierte Geschäftspartner“ des Hauses weiterzuleiten.

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Glyphosat-Gutachten: Trotz tausender Anträge keine Veröffentlichung im Netz

(Bild: Gerd Altmann, Lizenz CC0 / Public Domain)
Die für ein Glyphosat-Gutachten verantwortliche Behörde verzeichnet seit einem gerichtlichen Veröffentlichungsverbot bereits 23.000 Anträge auf Herausgabe.

Tim Gerber | heise online

Trotz Antragszahlen in fünfstelliger Höhe will das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein Gutachten zu den Auswirkungen des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat weiterhin nicht im Netz veröffentlichen. Vielmehr sollen die Anträge wohl einzeln bearbeitet werden. Nachdem es die Veröffentlichung auf der Plattform FragDenStaat.de in einem Eilverfahren gerichtlich hatte untersagen lassen, sind bei der Behörde nach deren Angaben etwa 23.000 Anträge auf Herausgabe nach dem Informationsfreiheits- und dem Umweltinformationsgesetz (IFG, UIG) eingegangen. Die Plattform hatte infolge des gerichtlichen Verbots zur Antragstellung aufgerufen.

Die Anträge muss das BfR einzeln bearbeiten und entscheiden. Dass die Antragsteller das Gutachten erhalten, gilt als wahrscheinlich, da die Behörde es bereits zuvor auf Grundlage des IFG an einzelne Antragsteller herausgegeben hatte, unter anderem an Arne Semsrott, der für die Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) die Anfrageplattform FragDenStaat.de betreut. Gebühren wurden dabei nicht erhoben. Den weiteren Antragstellern dürften deshalb voraussichtlich ebenfalls keine Gebühren abverlangt werden.

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Evangelikaler Hetzer: Niederlande verweigern homofeindlichem US-Pastor die Einreise

Aufgrund der niederländischen Initiative darf Pastor Steven Anderson zurzeit nicht in die 26 europäischen Staaten einreisen, die den Schengen-Raum umfassen
Holocaust-Leugner Steven Anderson wiederholte gegenüber dem niederländischen Fernsehen, dass Homosexuelle hingerichtet werden sollten.

QUEER.DE

Die Niederlande verweigern dem homofeindlichen US-Pastor Steven Anderson die Einreise. Der Geistliche dürfe am 23. Mai nicht nach Amsterdam kommen, um eine Predigt zu halten, teilte der niederländische Justizstaatssekretär Mark Harbers in einem Brief an das niederländische Parlament am Mittwoch mit. Der evangelikale US-Pastor leugnet den Holocaust und hat mehrfach mit menschenverachtenden Äußerungen für Empörung gesorgt.

Er habe Maßnahmen ergriffen, um Andersons Einreise in den Schengen-Raum zu verhindern, erklärte Harbers. „In den Niederlanden ist Raum für eine große Vielfalt an Sichtweisen, Meinungen, Wertesystemen und Lebensstilen.“ Aber Freiheit sei keine „Lizenz für extrem intolerantes Verhalten“. Daher habe man Maßnahmen gegen die Einreise des „extremistischen Predigers“ getroffen.

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Huge Asteroid Apophis Flies By Earth on Friday the 13th in 2029. A Lucky Day for Scientists

The near Earth asteroid Apophis, shown in yellow, will pass by Earth in 2029 within the distance that some satellites (shown in blue) orbit Earth. The purple line represents the International Space Station’s orbit.
The solar system has a sense of humor: A decade from now, on Friday, April 13, 2029, a large asteroid will streak across the sky — but it’s a cause for excitement, not fear, scientists say.

By Meghan Bartels | SPACE.com

That asteroid, called Apophis, stretches about 1,100 feet (340 meters) across and will pass within 19,000 miles (31,000 kilometers) of Earth’s surface. That might sound scary, but scientists are positive that it will not hit Earth. Instead, it’s a once-in-a-lifetime chance for scientists to truly understand asteroids near Earth.

„The excitement is that an object this large comes this close about once per thousand years, so it’s all about, What’s the opportunity?“ Richard Binzel, a planetary scientist at MIT, said yesterday (April 30) during the International Academy of Aeronautics‘ Planetary Defense Conference, which is being held here this week. The asteroid’s proximity and size will also add to the encounter’s brightness, so Apophis will capture eyeballs — about 2 billion people should be able to see it pass by with their naked eyes, he said.

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Todesrate bei Flüchtlingen im Mittelmeer gestiegen

Themenbild. dpa
Die Todesrate unter Flüchtlingen, die das Mittelmeer von Libyen aus zu überqueren versuchen, ist nach der Schließung der italienischen Häfen für Schiffe von Hilfsorganisationen und der Gewalteskalation in Libyen deutlich gestiegen. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben eines Sprechers der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 257 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben. „Heute stirbt mehr als einer von zehn Migranten auf der Überfahrt, früher waren es wesentlich weniger“, sagte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo dem epd auf Anfrage.

evangelisch.de

Die Todesrate sei von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr auf zwölf Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres gestiegen, teilte der IOM-Sprecher auf Twitter mit. Vor zwei Jahren kamen demnach 2,6 Prozent der Bootsflüchtlinge auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben.

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Antisemitismusbeauftragter Klein befürwortet religiöse Bildung: „Moscheegemeinden stärker einbinden“

Bild: bb
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, ist seit einem Jahr im Amt. Im Interview spricht er über Ursachen von Judenhass, wirksame Gegenmaßnahmen – und ein besonderes Jubiläum im Jahr 2021.

DOMRADIO.DE

KNA: Herr Klein, wie sieht Ihre Bilanz nach einem Jahr aus?

Felix Klein (Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung): Erst einmal musste ich Strukturen schaffen: So habe ich etwa – neben dem Aufbau eines Referats im Innenministerium – angeregt, dass jede Bundestagsfraktion einen Berichterstatter zum Thema benennt. Der Kampf gegen Antisemitismus soll ja nicht nur ein Unterkapitel der Innenpolitik sein. Ich bin dafür da, unsere Gesellschaft von Antisemitismus zu befreien. Dabei bin ich nicht nur der Anwalt der jüdischen Gemeinschaft in unserem Land, sondern unserer gesamten Gesellschaft.

KNA: Sie haben auch angeregt, dass es eigene Beauftragte in den Bundesländern gibt.

Klein: Mit Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die jetzt neu hinzukommen, sind wir zwölf – da werden sich auch die anderen nicht entziehen. Es ist effizienter, wenn ich einen Hauptansprechpartner habe, weil es auch in den Bundesländern ein ressortübergreifendes Thema ist und etwa innere Sicherheit oder Bildung betrifft. Wir wollen unser Vorgehen dann in der neu eingerichteten Bund-Länder-Kommission besprechen, die auch Beschlüsse fassen kann.

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Die Zahl neuer Ebola-Fälle in Kongo-Kinshasa steigt drastisch: 83 Menschen sind bereits gestorben

Immer mehr Menschen erkranken in Kongo-Kinshasa an Ebola. Mit ein Grund dafür sind auch Angriffe auf Helfer.

Neue Zürcher Zeitung

Rund zehn Monate nach Beginn der Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl neuer Erkrankungen wegen anhaltender Angriffe auf Helfer stark angestiegen. Ende März zählten die Behörden etwa 1000 Krankheitsfälle, inzwischen sind es rund 1500. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen von 630 auf rund 970, wie am späten Dienstagabend veröffentlichte Zahlen der Behörden zeigten. Das entspricht jeweils einem Anstieg von rund 50 Prozent.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, zeigte sich nach einem Besuch in der betroffenen Stadt Butembo am Dienstag «zutiefst beunruhigt». Er erklärte: «Die Zahl der Erkrankungen steigt wegen Gewalttaten an, die uns jedes mal wieder einen Rückschlag versetzen.» Die internationale Gemeinschaft müsse mehr tun, um den Kampf gegen Ebola zu unterstützen, forderte er.

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Ruhrapostel Overbeck lehnt Grundeinkommen ab

Der Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat sich zum Tag der Arbeit gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen. „Es gibt auch in der Kirche Stimmen, die ein Grundeinkommen fordern und für bezahlbar halten. Ich halte das für eine Illusion“, sagte Overbeck der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Mittwoch). Die Idee dahinter, dass jeder Bürger einen auskömmlichen Betrag vom Staat erhält und selbst entscheiden kann, ob er zusätzlich noch arbeiten geht oder nicht, passe nicht zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, die er verteidige, erklärte der Sozialbischof der katholischen Kirche.

evangelisch.de

Statt einem bedingungslosen Grundeinkommen unabhängig vom sozialen Status müsse die Gesellschaft Arbeit so organisieren, dass Leistung entlohnt wird und Menschen auch davon leben können, sagte Overbeck weiter. Arbeit habe einen Wert an sich, weil sie „den Menschen in seiner Würde und Selbstbestimmung stärkt“.

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Leuchtphänomen STEVE: Rätsel gelöst?

Ein schmaler rötlicher Lichtbogen, der hoch in den Himmel ragt – das ist typisch für das ungewöhnliche Leuchtphänomen STEVE. © NASA/GSFC
Mysteriöses Himmelsleuchten: Bisher war unklar, wie das Aurora-Phänomen „STEVE“ entsteht, doch jetzt könnten Forscher das Rätsel gelöst haben. Demnach ist der Bogen aus rötlichem Licht kein echtes Polarlicht, sondern geht auf thermische Prozesse in der Ionosphäre zurück. Der grünliche „Lattenzaun“, der einige STEVE-Ereignisse begleitet, entsteht dagegen wie ein Polarlicht durch Teilchen-Einströme in die obere Atmosphäre, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Das Leuchtphänomen STEVE sorgt schon seit einigen Jahren für Rätselraten. Denn dieser schmale, aber tausende von Kilometer lange Streifen aus rötlichem Licht passt nicht ins Schema der normalen Polarlichter. Er erscheint außerhalb des klassischen Polarlichtovals, erstreckt sich in Ost-West-Richtung und scheint nicht direkt auf Wechselwirkungen von Sonnenstürmen mit dem Erdmagnetfeld zurückzugehen. Ob STEVE dennoch eine Aurora-Variante ist oder nicht, war daher bisher strittig.

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Religion und Politik: „Eine Krise des demokratischen Gesprächs“

Ein „Liebhaber der Theologie“ – der Berliner Essayist Sebastian Kleinschmidt (imago stock&people)
Das Gespräch zwischen Ost- und Westdeutschen „hakt“. Davon ist der Publizist Sebastian Kleinschmidt überzeugt. „Mit Schmähworten werden Positionen delegitimiert“, sagte Kleinschmidt im Dlf. Ostdeutsche reagierten allergisch auf Bevormundung. Sie hätten in DDR-Zeiten Antennen für die „Gleichschaltung von Medien“ entwickelt.

Sebastian Kleinschmidt im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Sinn und Form – diese Literaturzeitschrift ist und war eine Instanz. In DDR-Zeiten war sie wichtig, da sie als relativ liberal galt. Sebastian Kleinschmidt hat fast 30 Jahre dort gearbeitet, zuletzt als Chefredakteur. Geboren 1948 in Schwerin ist Kleinschmidt heute im Ruhestand. Aber er ist und bleibt Essayist, hält Vorträge, schreibt Bücher. Zuletzt den Essay-Band „Spiegelungen“, in dem es um bildende Kunst, Theologie und Poesie geht. Der zweite Teil des Gesprächs konzentriert sich auf den Grenzbereich von Religion und Politik.

Andreas Main: Sebastian Kleinschmidt, lassen Sie uns in einem dritten Schritt auf die Gegenwart blicken, auf die Schwierigkeiten miteinander zu sprechen. Und damit mal deutlich wird, wie sich Ihre Texte anhören, zitiere ich einfach mal:

„Der Mensch ist nicht berufen, sich zum Herrn der Geschichte aufzuschwingen. Er kann sie nicht an sich reißen. Und, wenn er es doch versucht – in wessen Namen auch immer – so wird sich erweisen, dass es nicht die Geschichte war, die er an sich riss, sondern lediglich die Macht. Und so kommt er zu Fall. Als hätte Gott die Geschichte zum Prüffeld für den Menschen gemacht.“

Main: Ist es also Hybris, Selbstüberschätzung, wenn Menschen meinen, Geschichte nach Plan oder nach einer wie immer gearteten Theorie machen zu können?

Sebastian Kleinschmidt: Ja, das ist Hybris, und das ist falsche Selbstermächtigung.

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Franz: Der Teufel ist mehr als nur eine „altertümliche Sache“

Papst Franziskus warnt gerne vor den Verführungskünsten des Teufels. So auch in seiner heutigen Ansprache während der Generalaudienz auf dem Petersplatz – denn Satan sei mehr als bloß ein alter Hut.

katholisch.de

Der Teufel ist nach den Worten des Papstes mehr als ein überkommenes Phänomen. „Viele Leute sagen: Warum über den Teufel reden, Satan ist eine altertümliche Sache, den Teufel gibt es nicht“, so Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. „Doch schaut, was das Evangelium lehrt: Jesus hat sich dem Teufel gestellt.“ Jesus habe die Versuchungen des Teufels zurückgewiesen und sei als Sieger hervorgegangen. Der Papst äußerte sich mit dieser Erläuterung zur Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“.

Es sei schwierig, die entsprechende Stelle des altgriechischen Grundtextes zu übersetzen, so Franziskus. Sicher sei jedoch, dass Gott niemals für Versuchungen verantwortlich sei: „Wir können ausschließen, dass es Gott wäre, der die Versuchungen auf dem Weg des Menschen auslöst. Als ob Gott seinen Kindern einen Hinterhalt legen würde.“

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