Klimaanlage als CO2-Fänger und Kraftstoff-Lieferant?

Klimaanlagen könnten dabei helfen, CO2 aus der Luft einzufangen und in alternative Kraftstoffe umzuwandeln. © chinaface/ iStock
Innovative Idee: Klimaanlagen könnten künftig aktiv beim Klimaschutz helfen. Denn mit ein wenig Umrüstung könnten die Geräte Kohlendioxid aus der Luft einfangen und gleichzeitig alternative Treibstoffe liefern, wie deutsche Forscher ermittelt haben. Zwar würden die Klimaanlagen dadurch mehr Strom benötigen, dafür könnte schon ein großes Bürohochhaus wie der Frankfurter Messeturm 1,5 Tonnen CO2 pro Stunde aus der Luft entfernen und bis zu 4.000 Tonnen Kraftstoff erzeugen.

scinexx

Soll der Klimawandel nicht noch schlimmer werden, muss ein weiterer Anstieg der atmosphärischen CO2-Werte verhindert oder zumindest eingeschränkt werden. Neben Emissionsminderungen und einem Abschied von fossilen Brennstoffen könnten dabei Methoden der CO2-Abscheidung und -speicherung (CCS) und das Herausfiltern von CO2 aus der Luft helfen. Erste Testanlagen für dieses sogenannte Direct Air-Capture (DAC) gibt es schon auf Island und auch in der Schweiz. Das eingefangene CO2 kann dann eingelagert oder zur Synthese von Wasserstoff oder alternativen Kraftstoffen genutzt werden.

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Was Sie über den Teufel wissen müssen – man muss an ihn glauben!

Teufelszeichnung von 1840 Quelle: Getty Images/Grafissimo
Ist der Teufel eigentlich eine eigene Gottheit, und wenn nicht, warum hat er dann eine solche Macht? Er beherrscht vielleicht nicht die ganze Welt, aber dafür seit Jahrhunderten unsere Fantasie und Vorstellungskraft.

Von Richard Kämmerlings | DIE WELT

Der Satan ist ein armer Teufel. Niemand liebt ihn wirklich, aber umgekehrt sind diejenigen, die ihn abgrundtief hassen, oft ziemlich langweilige bigotte Gutmenschen. Man fürchtet ihn, verehrt ihn vielleicht oder empfindet allenfalls eine vage „Sympathy for the devil“.

Sogenannte Satanisten beten ihn sogar an, müssen sich aber dann von Theologen anhören, dass der Teufel gar kein richtiger (nur halt finsterer) Gott ist, sondern nur ein wegen Aufsässigkeit gehöllenfeuerter Engel oder sogar ein williger Vollstrecker göttlichen Willens, quer durch die Heilsgeschichte wie einst die Blues Brothers im Auftrag des Herrn unterwegs, um die moralische Standhaftigkeit der Menschen auf die Probe zu stellen. Der Diabolus als advocatus diaboli.

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SPD: Die Partei Gottes – Laizisten dürfen sich nicht organisieren

Bild: bb
Nach wie vor unterbindet die Partei das Engagement der „Säkularen Sozis“ und gestattet ihnen keinen eigenen Arbeitskreis – im Gegensatz zu Christen, Juden und Muslimen. Jetzt dürfen sie sich nicht einmal mehr „Sozialdemokraten“ nennen.

Carsten Klink | Stadtanzeiger – lokalkompass

Seit Jahren versuchen religionsfreie Menschen in der SPD einen Arbeitskreis zu gründen, wie der Humanistische Pressedienst (hpd) schon 2010 berichtete. Erst im vergangenen Jahr wurde ihr Antrag erneut abgelehnt. Nun hat Generalsekretär Lars Klingbeil den „Säkularen Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen“ – kurz „Säkulare Sozis“ – erneut eine Absage erteilt: Sie dürfen sich nicht „Sozialdemokraten“ nennen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und beruft sich dabei auf einen Brief Klingbeils, den er am 5. März an die nicht-religiöse Vereinigung seiner Partei richtete.

Die „Säkularen Sozis“ haben mehrere hundert Mitglieder, darunter prominente Personen aus der säkularen Szene wie die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ingrid Matthäus-Maier und Lale Akgün, die sich für einen aufgeklärten Islam stark macht, sowie der ehemalige Staatsminister und Staatssekretär Rolf Schwanitz. Das nicht anerkannte Bündnis setzt sich für die Belange Konfessionsfreier und einen weltanschaulich neutralen Staat ein.

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Seyran Ateş kämpft für einen liberalen Islam und wird bedroht: Es geht nur um Macht

In keiner Moschee konnte Seyran Ateş bisher ihren Glauben frei und selbstbestimmt praktizieren. Also gründete sie einfach selbst eine und erhält dafür jeden Tag Morddrohungen. Ihren Mut verliert sie deshalb noch lange nicht, im Gegenteil: Sie kämpft umso entschlossener für einen liberalen Islam.

Von Nadine Pungs | hpd.de

Männer im Anzug und mit Knopf im Ohr geleiten sie zur Bühne. Sie trägt Rot, eine Farbe wie ein Ausrufezeichen, und was sie sagt, empfinden ihre Gegner als Affront. Rechtsradikale und muslimische Fundamentalisten wünschen ihr gleichermaßen Vergewaltiger und Teufel an die Gurgel. Dabei verlangt Seyran Ateş gar nicht viel; nur Mündigkeit. So wie es bereits Immanuel Kant und Theodor W. Adorno getan haben. Ihren Vortrag in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede beginnt sie daher mit einem Zitat, das zwar schon ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat und doch aktuell wie nie daherkommt. Adorno sagte einst: „Die Forderung zur Mündigkeit scheint in einer Demokratie selbstverständlich.“ Dies sei ein Kernsatz, verdeutlicht Ateş, denn ohne Mündigkeit gebe es keine Aufklärung. Und für aufgeklärte Muslime sei der Islam mit der Demokratie vereinbar, die Trennung von Staat und Religion gehöre anstandslos dazu. Spiritualität und Aufklärung müssen sich nicht widersprechen. Ist der Islam etwa doch reformierbar?

Keine Solidarität von links

Seyran Ateş ist gläubige Muslimin. „Spiritualität hilft mir im Leben“, erklärt sie. Und dennoch – oder gerade deswegen – betrachtet sie den Koran und die Hadithen kritisch. Der historische Kontext sollte stets berücksichtigt werden, das gelte ja auch für die Bibel. „Ich stelle mir immer die Frage, welchen Zweck hatte eine Sure im 7. Jahrhundert und welchen Zweck erfüllt sie heute. Es gibt Dinge, die muss man in der Vergangenheit lassen.“ Wer Religion als persönliche Beziehung mit Gott verstünde und niemanden damit belästige, und für wen die Menschenrechte und das Grundgesetz unumstößlich sind, der lebe einen liberalen Islam. Das sei möglich, liberale Christen und Juden machen es vor.

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EU-Kommission will Flüssigerdgasimporte aus den USA auf acht Milliarden Kubikmeter verdoppeln

Flüssigerdgastransporter. Foto: CarletonLiisa. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Union mit unterschiedlichen Aussagen zu Nord Stream 2

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die EU-Kommission hat am Rande einer LNG-Konferenz in Brüssel bekannt gegeben, dass sie plant, die im letzten Jahr um 272 Prozent gestiegene Einfuhr von amerikanischem Flüssigerdgas bis 2023 auf wenigstens acht Milliarden Kubikmeter jährlich zu verdoppeln. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte dem amerikanischen Präsidenten 2018 eine deutliche höhere Abnahme versprochen, um die von Trump angedrohten Zölle auf Automobile aus den EU-Mitgliedsländern zu verhindern (vgl. Juncker erkauft vorläufigen US-Verzicht auf Autozölle).

Verpflichtung zur Abnahme von Mindestmengen

Um die Abnahme weiter zu steigern, soll im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel ein weiteres europäisches Flüssigerdgas-Terminal errichtet werden. Dem schleswig-holsteinischen FDP-Staatssekretär Thilo Rohlfs nach wird die Anlage etwa 450 Millionen Euro kosten und „eine erhebliche Wirtschaftlichkeitslücke aufweisen“. Deshalb muss wohl der Steuerzahler einspringen: Über den Infrastrukturfonds des Bundesverkehrsministeriums und den schleswig-holsteinischen Landesfonds „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Dass das Terminal trotz der „erheblichen Wirtschaftlichkeitslücke“ gebaut wird, rechtfertigt die Politik mit der EU, die von ihren Mitgliedsländern fordert, dass sie ihr Gas aus mindestens drei verschiedenen Ländern beziehen. In der Bundesrepublik sind das aktuell Russland, Norwegen und die Niederlande. Dort wird die Erdgasförderung in der Region Groningen bis 2022 halbiert und bis 2030 ganz eingestellt.

Insgesamt hat man auf EU-Ebene bereits eine zehnstellige Summe an Steuergeld für Flüssigerdgasterminals ausgegeben (vgl. „Schmutziges Gas statt schmutziger Kohle“). Deren Nutzung wird unter anderem dadurch erzwungen, dass beispielsweise in Litauen die Regierung den staatlichen Energieversorger anwies, einen Liefervertrag zu schließen und auch andere Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtete, diesem Mindestmengen an Flüssigerdgas abzunehmen.

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Islamistischer Fußballclub in Hamburg aufgelöst

Bild von Markus Spiske auf Pixabay
Der als „Islamistenkicker“ in die Schlagzeilen geratene Fußballclub Adil e.V. aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg hat sich mit sofortiger Wirkung für aufgelöst erklärt. Entsprechende Informationen von NDR Info bestätigte der Hamburger Fußball-Verband (HFV) am Donnerstag.

Von Stefan Schölermann | NDR.de

Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz hatte bereits vor Wochen auf den Club aufmerksam gemacht. Sowohl der Vereinsvorstand als auch große Teile der Mannschaft seien von Mitgliedern einer islamistischen Organisation dominiert. Die Organisation hört auf den Namen „Hizb ut-Tahrir“ (Partei der Befreiung), die seit 2003 in Deutschland verboten ist.

„Das Fußballspielen geriet in den Hintergrund“

Dennoch war es den Islamisten gelungen, einen Verein zu gründen und eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die beim Spielbetrieb der Hamburger Kreisklasse B1 mitmischen durfte.

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Rätsel um fehlende Uranwürfel

Dies ist einer der 664 Uranwürfel, die 1945 von Heisenberg und seinem Team im Versuchsreaktor von Haigerloch genutzt wurden. Aber wo blieb der Rest? © John T. Consoli/University of Maryland
Verschollenes Erbe des deutschen Atomprojekts: Als die Alliierten im Jahr 1945 den NS-Testreaktor in Haigerloch demontierten, nahmen sie einen Großteil der Uranwürfel mit. Doch wo diese Würfel anschließend landeten, blieb ungeklärt. Jetzt haben sich US-Forscher auf die Suche nach diesen verschollenen Relikten des Atomprogramms der Nazis gemacht – und einiges Überraschendes herausgefunden.

scinexx

Es war der letzte verzweifelte Versuch der deutschen Kernphysiker unter Hitler, einen Atomreaktor zu bauen und eine atomare Kettenreaktion zum Laufen zu bringen: Im süddeutschen Haigerloch starteten Werner Heisenberg und sein Team im Frühjahr 1945 den Versuch B8. In diesem hängten sie 664 Uranwürfel von fünf Zentimetern Kantenlänge an knapp 80 Drahtseile und tauchten das Gebilde in einen Tank mit schwerem Wasser. Dann beschossen sie diesen Testreaktor mit Neutronen, in der Hoffnung, eine Kettenreaktion anzustoßen.

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Auf dem Weg zu einem neuen Unabhängigkeitsreferendum

Nicola Sturgeon bei ihrer Rede auf dem Parteitag.Screenshot aus dem SNP-Video
Schottische Nationalpartei unter Druck – Referendum auch ohne Zustimmung Londons, Unabhängigkeit mit neuer Währung?

Christian Bunke | TELEPOLIS

Weitgehend unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit außerhalb Schottlands hat die schottische Nationalpartei SNP vom 27. bis 28. April ihren Frühlingsparteitag abgehalten. Während die Augen der meisten Medien auf den Brexit gerichtet sind, scheinen Ereignisse in Schottland auf der Dringlichkeitsskala nach unten zu rutschen. Das ist ein Fehler, denn die schottische Politik wird von der Brexit-Krise beeinflusst, während gleichzeitig Entwicklungen im Gang sind, die Auswirkungen auf das gesamte vereinigte Königreich und darüber hinaus haben könnten.

Die SNP steht unter Druck. In Schottland haben soziale Auseinandersetzungen im Laufe der letzten Monate an Fahrt aufgenommen. Sowohl im privaten Sektor als auch dem öffentlichen Dienst nehmen Streiks zu. Es gibt wachsenden Unmut in der Bevölkerung darüber, dass die SNP die Austeritätspolitik der britischen Zentralregierung zwar in Worten ablehnt, sie in der Praxis aber umsetzt.

Gleichzeitig mobilisiert der außerparlamentarische Flügel der Unabhängigkeitsbewegung mit zunehmender Vehemenz. Für den 4. Mai ist in Glasgow ein „Marsch für die Unabhängigkeit“ geplant, Demonstrationen in anderen Städten sind für den Juni angekündigt. Im vergangenen Jahr nahmen hunderttausende Menschen an solchen Demonstrationen teil, die völlig an den Strukturen der SNP vorbei organisiert werden.

Unabhängigkeitsreferendum ja, aber …

Insgesamt hat die SNP ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sie muss beweisen, dass sie in der Lage ist, der Mehrheit der schottischen Bevölkerung wesentlich verbesserte Lebensbedingungen zu bieten, egal ob innerhalb Großbritanniens oder im Rahmen eines unabhängigen Staates. Die Debatten und Beschlüsse während des Frühlingsparteitages spiegelten dieses Dilemma wider.

Da ist zum einen die Frage eines neuen Unabhängigkeitsreferendums. Schon am 24. April hatte SNP-Parteichefin und erste Ministerin Schottlands Nicola Sturgeon im Rahmen einer Regierungserklärung zum Brexit ein solches in Aussicht gestellt, gleichzeitig eine ganze Reihe von Vorbehalten dagegen aufgebaut.

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BAG berichtet von zwei Masern-Toten in der Schweiz

Der Impfstoff gegen Masern gilt als das sicherste Mittel gegen die Krankheit. (Bild: Lindsey Wasson / Reuters)
Zwei Männer im Alter von 30 und 70 Jahren sind dieses Jahr in der Schweiz an den Masern gestorben. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit mit.

Neue Zürcher Zeitung

Die Masern haben dieses Jahr in der Schweiz zu zwei Todesfällen geführt. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mit.

Beim ersten Fall handelt es sich um einen 30-jährigen zuvor ungeimpften Mann, der von Angehörigen mit Masern angesteckt wurde. Er wurde 67 Stunden nach Exposition nachgeimpft. Diese Impfung kam jedoch zu spät, und er erkrankte trotzdem an Masern. Er verstarb innert kürzester Zeit nach Auftreten der ersten Symptome zu Hause. Die genaue Todesursache wird abgeklärt.

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Faster-Than-Light Particles Emit Superbright Gamma Rays that Circle Pulsars

The Vela pulsar that lives 1,000 light years from our planet. (Image: © NASA/CXC/Univ of Toronto/M.Durant et al)
Charged particles travel faster than light through the quantum vacuum of space that surrounds pulsars. As these electrons and protons fly by pulsars, they create the ultrabright gamma-ray flashes emitted by the rapidly twirling neutron stars, new research reveals.

By Yasemin Saplakoglu | SPACE.com

These gamma-rays, called Cherenkov emissions, are also found in powerful particle accelerators on Earth, such as the Large Hadron Collider near Geneva, Switzerland. The rays are also the source of the bluish-white glow in the waters of a nuclear reactor. [Wacky Physics: The Coolest Little Particles in Nature]

But until now, no one thought that pulsar emissions consisted of Cherenkov radiation.

That’s in part because of Albert Einstein’s famous theory of relativity, which holds that nothing can travel faster than light in a vacuum. Because of those propositions, scientists previously thought that Cherenkov emissions couldn’t happen in the quantum vacuum of space surrounding pulsars. That area is mostly devoid of matter but home to ghostly quantum particles that flicker in and out of existence.

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Alzheimer ist nicht immer Alzheimer

Nicht immer sind Erinnerungslücken und andere für Alzheimer typische Symptome wirklich auf diese Demenzform zurückzuführen. © tampastra/ istock
Doch kein Alzheimer? Viele vermeintliche Alzheimer-Patienten könnten unerkannt an einer anderen Form der Demenz leiden. Denn wie Forscher nun berichten, ist insbesondere unter sehr alten Menschen eine Art Pseudo-Alzheimer verbreitet. Diese Erkrankung zeigt sich zwar durch ähnliche Symptome, geht aber mit anderen Veränderungen im Gehirn einher – und muss womöglich auch anders behandelt werden.

scinexx

Alzheimer ist eine der häufigsten Demenzerkrankungen im Alter – aber nicht die einzige. Zwar wird das Leiden im Sprachgebrauch häufig mit dem Begriff „Demenz“ gleichgesetzt. Zunehmend zeigt sich jedoch, dass viele vermeintliche Fälle von Alzheimer eigentlich auf eine andere Ursache zurückzuführen sind.

„Die Wissenschaft hat in den vergangenen Jahren festgestellt, dass einer großen Zahl von Patienten mit Alzheimer-typischen Symptomen die für die Erkrankung charakteristischen Beta-Amyloid-Plaques und fehlgefalteten Tau-Proteine im Gehirn fehlen“, berichten Nina Silverberg vom US-amerikanischen National Institute on Aging und ihre Kollegen.

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Das stahlharte Gehäuse des Kapitalismus

Der Soziologe Max Weber (imago / ZUMA / Keystone)
Der Soziologe Max Weber reist 1904 nach Amerika und studiert die protestantischen Sekten und ihren wirtschaftlichen Erfolg. Seine Beobachtungen fasst er in „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ zusammen. Die religiösen Hintergründe sind heute verblasst, aktuell sind Webers Thesen noch immer.

Von Klaus Englert | Deutschlandfunk

Legendär sind die Amerikareisen deutschsprachiger Wissenschaftler um 1900. Viele glichen Missionierungsversuchen mit Hilfe des europäischen Geistes. Auch Sigmund Freud, der 1909 zusammen mit Carl Gustav Jung und Sándor Ferenczi zu Vorträgen in die Vereinigten Staaten geladen wurde, hatte die Einladung gerne angenommen. Der Wiener Psychoanalytiker war bestrebt, die von ihm begründete Psychoanalyse auch in der Neuen Welt zu verankern.

Ähnlich verhält es sich mit dem Nationalökonomen und Soziologen Max Weber. Er reist 1904 zu einem internationalen Kongress nach St. Louis, jener Stadt im Bundesstaat Missouri, die damals die Weltausstellung ausrichtet. Der Kongress in St. Louis soll am 21. September beginnen.

Auf den Spuren puritanischer Sekten in Amerika

Max Weber verlässt frühzeitig Heidelberg und macht sich am 20. August von Bremerhaven aus mit dem Passagierschiff „Bremen“ auf den Weg über den Atlantik, begleitet von seiner Frau Marianne und dem befreundeten Theologen Ernst Troeltsch. Zehn Tage später legen sie in New York an und steigen dort in die Dampflok der North Central Railway ein, die sie tief hinein in den amerikanischen Kontinent bringt.

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Neue Studie zu Christen: Kirchen droht massiver Mitgliederschwund

Bild. tagesschau.de
Die christlichen Kirchen hierzulande verlieren viele Mitglieder. Nun zeigt eine Studie das Ausmaß: Wird nichts verändert, könnte sich die Mitgliederzahl bis zum Jahr 2060 halbieren.

Von Ulrich Pick | tagesschau.de

Was das „Forschungszentrum Generationenverträge“ an der Universität Freiburg den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern in seiner Studie präsentiert, dürfte die Glocken in den christlichen Gotteshäusern Alarm schlagen lassen: Die Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen werden sich in den kommenden Jahrzehnten drastisch verringern. Bis zum Jahr 2035 um 22 Prozent. Bis zum Jahr 2060 sogar um 49 Prozent – von nunmehr 44,8 Millionen Mitgliedern auf 22,7 Millionen Mitglieder. Zudem werden die Kirchensteuereinnahmen um etwa die Hälfte einbrechen.

Ursache hierfür ist zum einen die demografische Entwicklung: Die Zahl katholischer und evangelischer Sterbefälle liegt deutlich über den Geburtenraten von Eltern, die Kirchenmitglieder sind. Und dann müssen die Kinder ja auch noch getauft werden. Zum anderen spielen auch Faktoren wie Eintritts- und Austrittsverhalten eine wichtige Rolle.

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Schulbücher vermitteln autoritäres und islamistisches Weltbild

Alles Töchter des Koran? Schülerinnen einer pakistanischen Schule in Uniform beim morgendlichen Appell.Foto: Stefan Trappe/epd
TV-Journalist Schreiber analysiert Schulbücher von Ägypten bis Afghanistan. Er entdeckt Erwartbares und setzt auf Islam-Vorbehalte. Eine Kritik.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

In Schulbüchern lässt sich nachlesen, was eine Gesellschaft oder ihre Machthaber der jungen Generation einzutrichtern wünschen. Von demokratischen Gemeinwesen sollte man sich Erziehung zu Mündigkeit, Plädoyers für Gleichheit, weltanschauliche Toleranz und Menschenrechte erwarten. Die Schulbücher in diktatorisch regierten Staaten dagegen werden Unterordnung unter Autorität predigen, vermutlich Nationalismus und ganz sicher das Freund-Feind-Schemata, Kriegsrhetorik eingeschlossen.

Schließlich lässt sich mit einem Bedrohungsszenario von außen jede Repression nach innen sehr schön rechtfertigen. Insofern trägt Eulen nach Athen, wer sich die Schul(ungs)materialien vorknöpft, die die Mächtigen in Zwangssystemen für geeignet befunden haben. Einen Scoop landet jedenfalls keiner, der entdeckt, was vernünftigerweise nicht anders zu erwarten war.

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Frage: Hat Papst das kanonische Verbrechen der Häresie begangen?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Eine Gruppe katholischer Wissenschaftler und Priester kritisiert den Papst – Sie fordern die Bischöfe weltweit zu Gegenmaßnahmen auf

kath.net

Eine Gruppe katholischer Wissenschaftler und Priester hat Papst Franziskus beschuldigt, das kanonische Verbrechen der Häresie begangen zu haben. Die Gruppe, zu der auch der im englischen Sprachraum prominente Dominikaner und Theologe Pater Aidan Nichols gehört, hat einen auf LifeSiteNews veröffentlichten Brief unterschrieben, in dem behauptet wird, dass der Papst „die Wahrheiten des Glaubens bestritten“ habe. Das berichtete der britische „Catholic Herald“. Die Unterzeichner vertreten, dass die Worte des Papstes, wenn sie mit seinen öffentlichen Handlungen kombiniert werden, „hartnäckige“ Zweifel an katholischen Lehren über das Sittengesetz und die göttliche Gnade ausdrückten.

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Weitaus früher als unsere Vorfahren bezwang eine andere Menschenart das tibetische Hochland

In diesem Tal im tibetischen Hochland lebten einst Denisova-Menschen. (Bild: Dongju Zhang, Lanzhou University)
Zum ersten Mal hat man ein Fossil des Denisova-Menschen ausserhalb des Altai-Gebirges in Sibirien nachgewiesen. Und das ausgerechnet in einer Höhle in Tibet auf über 3000 Metern. Offenbar waren diese Menschen auch genetisch an diese Höhe angepasst – ähnlich wie moderne Tibeter.

Katharina Dellai-Schöbi | Neue Zürcher Zeitung

Die Entdeckung des Denisova-Menschen im Jahr 2010 war eine Sensation: Neben dem Neandertaler und dem modernen Menschen lebte vor Zehntausenden von Jahren offenbar noch mindestens eine weitere Menschenart in Eurasien. Erbgutanalysen zeigten, dass sich die drei Linien auch miteinander vermischten. So finden sich etwa in manchen Populationen Asiens, Australiens und Melanesiens heute noch DNA-Spuren des Denisova-Menschen. Allerdings stammten die einzigen bis anhin bekannten Fossilien dieser Menschenart – ein Fingerknochen und zwei Backenzähne – aus einer einzigen Höhle: der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge in Sibirien. Doch nun hat ein internationales Forscherteam erstmals Überreste eines Denisova-Menschen im Hochland Tibets nachgewiesen.1

Anpassung an geringen Sauerstoffgehalt

Beim Fossil handelt es sich um die rechte Seite eines Unterkiefers mit zwei Backenzähnen, der bereits 1980 in der Baishiya-Höhle in Xiahe in der Provinz Gansu entdeckt worden war. Im Knochen fanden die Wissenschafter zwar keine DNA mehr, aber aus einem Backenzahn konnten sie Proteine für eine Verwandtschaftsanalyse extrahieren. Die Untersuchung ergab, dass der Unterkiefer einem Menschen gehört haben muss, der sehr nah mit dem Denisova-Menschen aus Sibirien verwandt war.

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Mehr als 300 Pfarrer sagen Nein zur Homo-Segnung

Bild: © KNA (Symbolbild)
Im März hatte die Evangelische Landeskirche in Württemberg beschlossen, gleichgeschlechtliche Paare künftig öffentlich zu segnen. Jetzt erklären 335 Pfarrer, „für eine vom Wort Gottes nicht gedeckte Segnung nicht zur Verfügung zu stehen“.

katholisch.de

In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg regt sich Widerstand gegen den Beschluss der Landessynode vom März, die öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare zu ermöglichen. Auf einer Unterschriftenliste erklärten 335 Pfarrer, solche Segnungen nicht zu vollziehen, wie der Marbacher evangelische Dekan Ekkehard Graf am Donnerstag mitteilte. Die Unterzeichner machten deutlich, dass sie „für eine vom Wort Gottes nicht gedeckte Segnung nicht zur Verfügung stehen“, erläuterte Graf.

An einem Treffen der Segnungskritiker in Korntal bei Stuttgart hätten auffällig viele junge Theologen teilgenommen. Diese Nachwuchspfarrer wollten „nicht in einer Kirche der theologischen Beliebigkeit arbeiten“, hieß es.

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