Spahn will Masern-Impfpflicht mit Geldbussen ab März 2020 durchsetzen


Das Masern-Virus ist hoch ansteckend, es greift auch in Deutschland um sich. Der Gesundheitsminister macht nun Druck und will Impfungen für Kinder zur Pflicht machen. Auf Verweigerung sollen empfindliche Strafen folgen.

Neue Zürcher Zeitung

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder mit Geldstrafen von bis zu 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. Das kündigte Spahn in der «Bild am Sonntag» an. Die Impfpflicht soll ab 1. März 2020 gelten, wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht, welcher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag und über den zunächst die Zeitung berichtete. «Ich will die Masern ausrotten», sagte Spahn dem Blatt.

Um die Zirkulation von Masern zu verhindern, seien Impfraten von mehr als 95 Prozent erforderlich, heisst es in dem Entwurf. «Diese werden in Deutschland nicht erreicht.» Die angestiegenen Fallzahlen seien auf «fortschreitende Impfmüdigkeit» zurückzuführen. Unter anderem in Bayern, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen sei es in den vergangenen Jahren zu grossen Ausbrüchen gekommen. Allein bis Anfang März 2019 seien dem Robert-Koch-Institut 170 Masernfälle gemeldet worden.

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