Bindeglied der Tyrannosaurier-Evolution entdeckt

Vor 92 Millionen Jahren lebte in Nordamerika ein Tyrannosaurier-Vetter, der schon entscheidende Merkmale des T.rex besaß – aber im Kleinformat. © Andrey Atuchin
Missing Link: Ein 92 Millionen Jahre altes Fossil gibt erstmals Einblick in eine Schlüsselphase der Tyrannosaurier-Evolution. Der im Süden der USA entdeckte T.rex-Cousin war zwar nur rund 2,70 Meter lang, besaß aber bereits entscheidende Merkmale seines großen Nachfahren – darunter die kräftige Schnauze, das große Gehirn und die für schnelles Laufen optimierten Füße. Das Fossil belegt damit erstmals eindeutig, dass die Riesen der Kreidezeit klein anfingen.

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Der Tyrannosaurus rex war der König unter den Riesen der späten Kreidezeit. Der bis zu 13 Meter lange Fleischfresser konnte dank seiner großen Wendigkeit, seiner scharfen Zähne und der enormen Bisskraft selbst größere Beutetiere jagen und überwältigen. Gemeinsam mit großen Pflanzenfressern wie dem Triceratops, den Entenschnabel-Dinosauriern oder den schwer gepanzerten Ankylosauriern dominierte der T.rex ab der Zeit vor rund 80 Millionen Jahren die Lebenswelt der Kreidezeit.

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Ältere Menschen und Männer sind besonders durch Suizid gefährdet: Tabu im Tabu

Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet © pasja1000 (Pixabay)
Es ist ein altes, aber wenig diskutiertes Phänomen: Unter älteren Menschen, besonders bei Männern, kommt Suizid besonders häufig vor. Experten sehen als Ursache vor allem gesellschaftliche Probleme.

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„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“: Lange war dieser Satz in der Kindheit vieler Männer Programm. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg ging es selten darum, sich mit Gefühlen zu befassen, sondern vielmehr um Härte – auch gegen sich selbst. Viele Männer, die heute zur älteren Generation gehören, haben nie gelernt, mit seelischem Schmerz umzugehen.

Für Michael Hillenkamp, den katholischen Sprecher der ökumenisch getragenen Telefonseelsorge, ist das eine Erklärung dafür, warum ältere Männer besonders häufig Suizid begehen. Pro Jahr nehmen sich in Deutschland um die 10.000 Menschen das Leben. Im Jahr 2016 waren es laut Statistischem Bundesamt 9.838 Menschen, drei Viertel von ihnen Männer. Weltweit betrachtet ist die Suizidrate laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Männern fünfmal so hoch wie bei Frauen; Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

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„Es zählt nur das, was ökologisch notwendig ist, um diese Krise abzuwenden“

Aktion von Extinction Rebellion France‏am 17. April. Bild: @XtinctionRebel
Ein Telepolis-Gespräch mit AktivistInnen der jungen radikalen Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Mit spektakulären direkten Aktionen kämpfen Mitglieder der neu gegründeten Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion für einen raschen, radikalen Wandel der globalen Klimapolitik. Die Menschheit stehen vor einer beispiellosen globalen Klimakatastrophe, während die Politik versage, obwohl die Lösungen „auf dem Tisch“ lägen, hieß es in Aufrufen der Gruppe: Es gehe um das „Überleben der Menschheit“. Telepolis sprach mit dem Aktivisten Karim Abu-Omar über die Praxis und Perspektiven radikaler Klimaschutzbewegungen. Abu-Omar ist Mitglied des Presseteams von Extinction Rebellion.

In ihren Aufrufen heißt es oft sinngemäß, die Menschheit verliere angesichts der Klimakrise gegen die Zeit. Ist es wirklich so schlimm? Ist tatsächlich eine Rebellion gegen das drohende Aussterben des Spezies Mensch notwendig?

Extinction Rebellion: Nun ja, darf ich zitieren? „Die Welt riskiert es, den Punkt zu überschreiten, an dem es kein Zurück mehr beim Klimawandel gibt, was verheerende Folgen für die Menschen auf dem Planeten und die natürlichen Systeme, die diese erhalten, hat.“ Wenn so der Generalsekretär der Vereinten Nationen spricht, neben vielen anderen hochrangigen Politiker*innen, die sich ähnlich geäußert haben, dann sollte man vielleicht besser zuhören.

Kritiker werfen Ihnen gerne vor, Sie würden Apokalyptik betreiben. Wie reagieren sie auf solche Vorwürfe?

Extinction Rebellion: Ich habe da immer einen recht einfachen Vorschlag. Versuchen Sie mal sich Reden von namhaften Klimawissenschaftler*innen anzuhören oder Bücher, die diese zu dem Thema geschrieben haben, zu lesen. Da werden Sie schnell merken, es ist verdammt ernst. Ich bin selbst Wissenschaftler und kenne deren Ausdrucksweisen. Die schlagen im Moment in alle Richtungen Alarm.

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Taugen Hirnscans als Lügendetektor?

Gewiefte Lügner können sogar Hirnscans als Lügendetektoren austricksen. © SIphotography/ istock
Bewusste Täuschung: Hirnscans gelten als mögliche Alternative zum klassischen Lügendetektor – doch auch diese Methode ist fehleranfällig. Denn schon mit einfachen Tricks lässt sich die Gehirnaktivität gezielt beeinflussen, wie nun Experimente enthüllen. Auf diese Weise können Lügner das Testergebnis manipulieren und ihre Flunkerei vor den Anwesenden erfolgreich verbergen, berichten Forscher.

scinexx

Lügen gilt in den meisten Gesellschaften als unmoralisch – dennoch tun wir Menschen es immer wieder. Das Spektrum der Flunkereien reicht dabei von der harmlosen Notlüge, über die Schummelei bei der Steuererklärung bis hin zum großen korrupten Geschäft oder dem Meineid vor Gericht. Doch wie lassen sich Lügner enttarnen? Bei der Strafverfolgung wird oft versucht, Lügen anhand von verräterischen Verhaltensweisen und physiologischen Auffälligkeiten auf die Schliche zu kommen.

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Eine Wende zur Vernunft in der deutschen Energiewende?

Die Förderung von Ökostrom (im Bild ein Windpark im ostdeutschen Peitz) hat sich Deutschland bisher über 150 Mrd. € kosten lassen. Nun denkt die deutsche Regierung darüber nach, CO2 mit einem Preisschild zu versehen. (Bild: Sean Gallup / Getty)
Enorme Kosten – geringer Effekt fürs Klima: Die deutsche Energiewende hat bisher nicht gehalten, was man sich versprochen hat. Nun scheint sich die Regierung marktwirtschaftlicher Instrumente zu besinnen. Während die einen eine CO2-Steuer einführen wollen, setzen andere auf die Ausweitung des Emissionshandels.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

Die Schweiz ist in Deutschland gerade en vogue – jedenfalls, wenn es um den Klimaschutz geht. Bern erhebt eine Abgabe von 96 Fr. je Tonne CO2 auf fossilen Brennstoffen. Das Aufkommen fliesst zu zwei Drittel an die Haushalte und Unternehmen zurück, ein Drittel geht in Programme zur energetischen Gebäudesanierung. Da Deutschland seine eigenen Ziele bei der Reduktion der Treibhausgase zu verpassen droht, lässt die Regierung derzeit eine CO2-Abgabe prüfen, deren Einnahmen ebenfalls an die Bevölkerung zurückerstattet würden. Ein Vorschlag lautet, mit einem Preis von 20 € je Tonne CO2 zu starten, der bis 2035 auf 35 € steigen würde. So soll das deutsche Ziel, die Emissionen bis 2030 um 55% gegenüber 1990 zu senken, erreicht werden. Wird das Ziel verpasst, drohen dem Land hohe Bussen.

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Wütende Proteste gegen Wahlwiederholung in Istanbul

Istanbuls Bürgermeister Imamoglu spricht von „Verrat“ – REUTERS
Istanbuls Bürgermeister Imamoglu spricht von „Verrat“: Ihm wird das Mandat aberkannt, die Wahl muss nach einer Beschwerde der Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan wiederholt werden.

Die Presse.com

Mit der Annullierung der Bürgermeisterwahl vom März in Istanbul und der angeordneten Wiederholung hat die türkische Wahlkommission wütende Proteste der Opposition ausgelöst. Die Behörde gab am Montag einer Beschwerde der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan wegen angeblicher „Regelwidrigkeiten“ statt. Die EU forderte eine Begründung.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sollen die Bürger am 23. Juni erneut wählen. Der Chef der Hohen Wahlkommission (YSK), Sadi Güven, wollte die Entscheidung am Montagabend nicht kommentieren. Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Ekrem Imamoglu, hatte die Kommunalwahl in Istanbul am 31. März knapp vor Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim gewonnen. Die Wahlbehörde erklärte Imamoglu trotz zahlreicher Einsprüche der AKP im April zum Bürgermeister. Allerdings wird ihm das Mandat nun wieder aberkannt, wie Recep Özel, AKP-Mitglied der Wahlkommission, bestätigte.

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Humboldts 250. Geburtsjahr – „Die Natur muss gefühlt werden“

Quelle: AP
2019 feiert der weltberühmte Naturforscher Alexander von Humboldt seinen 250. Geburtstag. Er war seiner Zeit weit voraus und warnte schon damals vor der zerstörerischen Menschheit.

Von Andrea Wulf | ZDF.de

Es wird in diesem Juniläumsjahr Veranstaltungen und Konferenzen in Deutschland geben, genauso wie in Südamerika und den USA – aber nichts Vergleichbares zu den Feierlichkeiten anlässlich der Hundertjahrfeier von Humboldts Geburtstag, am 14. September 1869. Schon damals war der Forscher ein Weltstar: Es gab Partys in Europa, Afrika und Australien, genauso wie in Nord- und Südamerika. 80.000 Bewunderer kamen allein in Humboldts Geburtsstadt Berlin zusammen und 25.000 Menschen marschierten damals durch die Straßen von Manhattan.

Humboldt war ein Visionär, der sowohl Wissenschaftler beeinflusste, als auch Künstler, Dichter und Politiker. Charles Darwin erklärte, dass Humboldt der Grund war, weshalb er überhaupt an Bord des Forschungsschiffs Beagle gegangen war. Goethe erklärte, dass ein paar Tage mit Humboldt so lehrreich waren, „als hätte ich Jahre verlebt“ und Thomas Jefferson sprach von ihm als „dem größten Gelehrten seines Zeitalters“. Nach Humboldt sind heute mehr Plätze, Pflanzen und Tiere benannt als nach irgendjemand sonst – vom Humboldtstrom zu den Humboldtpinguinen. Sogar eine Region auf dem Mond trägt seinen Namen.

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Kurdenführer Öcalan: Erster Anwaltsbesuch seit acht Jahren

Bild: tagesschau.de
In fast völliger Isolation verbüßt Kurdenführer Öcalan eine lebenslange Haftstrafe. Die türkische Regierung untersagte jeden Kontakt zur Außenwelt. Nach acht Jahren durften ihn nun seine Verteidiger besuchen.

tagesschau.de

Der inhaftierte Kurdenchef Abdullah Öcalan hat nach acht Jahren wieder Besuch von seinen Anwälten erhalten. Zwei Verteidiger hätten Öcalan am 2. Mai im Gefängnis auf der Insel Imrali getroffen, erklärten die Juristen in Istanbul. Vier Verteidiger hätten um eine Erlaubnis gebeten, nur zwei von ihnen sei der Besuch erlaubt worden. Das Gespräch habe etwa eine Stunde gedauert, sagte sein Anwalt Rezan Sarica.

Zwei Jahrzehnte in Isolation

Der Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbüßt seit 20 Jahren in fast völliger Isolation auf der Gefängnisinsel Imrali nahe Istanbul eine lebenslange Freiheitsstrafe. Öcalan war 1999 festgenommen und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. 2002 wurde seine Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.

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Researchers Now Have Even More Proof That Air Pollution Can Cause Dementia

Mother Jones illustration; Getty
A few years ago I stood in a cramped trailer beside the busy 110 freeway in Los Angeles as researchers at the University of Southern California gathered soot thrown off by vehicles pounding by just a few yards from their instruments, which rattled whenever a heavy truck passed.

Aaron Reuben | Mother Jones

I was there to learn about how scientists were beginning to link air pollution—from power plants, motor vehicles, forest fires, you name it—to one of the least understood and most frightening of illnesses: dementia.

At that time, as I reported in Mother Jones, the research implicating air pollution as one factor that can contribute to dementia was alarming, consistent, and, ultimately, “suggestive.” Since then scientists have published a wave of studies that reveal that air pollution is much worse for us than we had previously imagined.  The evidence is so compelling, in fact, that many leading researchers now believe it’s conclusive. “I have no hesitation whatsoever to say that air pollution causes dementia,” says Caleb Finch, gerontologist and the leader of USC’s Air Pollution and Brain Disease research network, which has completed many of these new studies. In terms of its effects on our health and welfare, Finch says, “air pollution is just as bad as cigarette smoke.” This evidence arrives alongside the alarming news that air quality is actually worsening for many cities in the United States, while the Trump Administration continues its effort to delay or roll-back environmental safeguards.

What makes Finch—and the half dozen other researchers I talked to—so sure? Of all the new research, three studies in particular paint a stark picture of the extent to which the quality of our air can determine whether we will age with our minds intact. In one from 2018, researchers followed 130,000 older adults living in London for several years. Those exposed to higher levels of air pollutants, particularly nitrogen dioxide and fine particulate matter released by fossil fuel combustion, were significantly more likely to develop Alzheimer’s disease—the most common kind of dementia—than their otherwise demographically matched peers. In total, Londoners exposed to the highest levels of air pollution were about one and a half times more likely to develop Alzheimer’s across the study period than their neighbors exposed to the lowest levels—a replication of previous findings from Taiwan, where air pollution levels are much higher.

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Terroranschlag Berlin: Radikale Fussilet-Moschee von ganz oben verschont

Grafik: TP
Verbotsverfahren wurde ein Jahr lang nicht betrieben, Untersuchungsausschuss kann sich gegen die Exekutive kaum mehr durchsetzen

Thomas Moser | TELEPOLIS

  1. Dezember 2016: Um etwa 18:30 Uhr betrat Anis Amri die Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße in Berlin-Moabit. Eine halbe Stunde später verließ er das Etablissement wieder. Gegen 20 Uhr soll er dann, so die offiziellen Ermittlungen, den 40 Tonnen schweren LKW in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gesteuert haben. Zwölf Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt.

Dass Amri in der Moschee war, weiß man durch Kameraüberwachungen der Sicherheitsbehörden. Sowohl das Landeskriminalamt (LKA) als auch das Landesverfassungsschutzamt (LfV) hatten in der Nähe entsprechende Technik installiert. Hinzu kommt – äußerst kurios -, dass sich direkt gegenüber der Moschee eine Polizeiwache befindet. Ein Terroristentreffpunkt vor den Augen der Polizei?

Was Amri in der Moschee in jener halben Stunde wollte, ist bisher nicht bekannt. Dass es auch Polizei und Verfassungsschutz nicht wissen, ist schwer zu glauben, denn die Einrichtung wurde auch von innen überwacht – durch mindestens drei Spitzel.

Hat Amri in der Moschee vielleicht die Pistole geholt, mit der der polnische Speditionsfahrer des gekaperten LKW erschossen wurde?

Der Tunesier ging in der Moschee, die neudeutsch als Hotspot der gewaltbereiten Islamistenszene firmiert, ein und aus. Er übernachtete immer wieder dort. Als er im Februar 2016 im Fernbus aus Nordrhein-Westfalen (NRW) anreiste und kurzzeitig von der Polizei festgenommen und verhört wurde, suchte er nach seiner Freilassung auf direktem Wege das Gebäude in der Perleberger Straße auf, nahm dort ein deponiertes neues Handy entgegen, riefe etliche Bekannte und Freunde an, berichtete von der Polizeikontrolle und forderte die Kontaktleute auf, ihre Handys zu entsorgen.

Das weiß man, weil die SIM-Karte in diesem Handy beim LKA Düsseldorf ebenfalls der Telefonüberwachung unterlag. Wie sie nach Berlin in die Fussilet-Moschee kam, weiß man bisher nicht, trotz offensichtlich guter Überwachung. Wenn SIM-Karten dort gelagert wurden, warum also nicht auch Waffen?

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Wasser-Oasen in der Steinwüste

Wassergefüllte „Potholes“ im Canyonlands Nationalpark in Utah. © NPS/ Neal Herbert
Diese runden Wasserbecken bilden Oasen des Lebens in der kargen Landschaft des Colorado-Plateaus in den USA. Denn wenn sich diese Senken im Sandstein nach Regenfällen mit Wasser füllen, bieten sie zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum – wenn auch nur vorübergehend. Denn schon nach kurzer Zeit trocknen diese Senken wieder aus.

scinexx

Die Erosion durch Wasser und Wind prägt die Landschaft des Colorado-Plateaus in den USA. Denn in seinen aus dick geschichtetem Sandstein bestehenden Untergrund haben sich im Laufe der Jahrmillionen die Spuren vieler Flussläufe eingegraben. Einige davon hinterließen aber nicht nur spektakuläre Schluchten, sondern auch zahlreiche rundliche, eher flache Senken, die „Potholes“. Auch lange nachdem die Flüsse längst verschwunden sind, blieben diese Senken in der Wüstenlandschaft erhalten.

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Gesetzesreform: Mehrehe soll zu Einbürgerungsverbot führen

Bundesinnenminister Horst Seehofer Foto: dpa
Der Bundestag berät demnächst über den Entzug der Staatsbürgerschaft bei IS-Kämpfern mit Doppelpass. Doch das Bundesinnenministerium will dieses Jahr noch weitere Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht auf den Weg bringen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Wer eine Mehrehe eingegangen ist, soll nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) grundsätzlich nicht mehr Deutscher werden können. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus dem Ministerium erfuhr, soll eine entsprechende Regelung im Herbst Eingang in eine weitere Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes finden.

Seehofer wollte Reform schon früher

Damit wird den Angaben zufolge auch eine Forderung der Innenministerkonferenz erfüllt. Die Innenminister der Länder sähen eine „Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse“ als Voraussetzung für eine Einbürgerung, hieß es. Neben einem „klaren Ausschluss der Mehrehe soll deutlich gemacht werden, dass eine Identifikation mit dem Gemeinwesen“ von jedem Neubürger erwartet werde.

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Japan nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

Bild: Sea Shepherd & Marianna Baldo
Jetzt startete die letzte „wissenschaftliche“ Waljagd, Japans Austritt aus dem internationalen Moratorium wird nicht nur verurteilt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Japan hat im Dezember letzten Jahres beschlossen, sich aus der International Whaling Commission (IWC) zurückzuziehen und wieder mit dem kommerziellen, unbeschränkten Walfang zu beginnen. Bislang hatte man die Lücke nach dem Beginn des Moratoriums 1982 genutzt, um Wale für „wissenschaftliche Zwecke“ zu jagen. Das hat Japan auch unter dem Grund gemacht, „wissenschaftlich“ die Bestände zu überprüfen, um die kommerzielle Jagd wieder aufnehmen zu können. Betrieben wurde die Jagd vom Institute of Cetacean Research).

Neben Japan haben Norwegen, Island und Russland das Moratorium abgelehnt, Russland hat aber 1986 trotzdem das letzte Mal Wale kommerziell gejagt, Japan 1987 damit aufgehört, während vor allem Norwegen den kommerziellen Walfang immer betrieben hat, seit 2006 auch Island. 2017 fingen die beiden Staaten zusammen 449 Mink- oder Zwergwale. Für indigene Völker wie den Eskimos gibt es Ausnahmeregelungen.

Genehmigt für angeblich wissenschaftliche Zwecke hat Japan nach der IWC im Jahr 2017 462 Minkwale und 134 Seiwale getötet und geschlachtet. Auffällig ist, dass die seit Ende der 1980er Jahren aus wissenschaftlichen Gründen geschlachteten Wale, die in Wirklichkeit kommerziellen Zielen dienen, kaum mehr von den Japanern konsumiert werden. Wurden in den 1960er Jahren von den Japanern noch 200.000 Tonnen Walfleisch verbraucht, sind es jetzt noch zwischen 3000 und 5000 Tonnen. Anzunehmen ist, dass auch nicht wesentlich mehr konsumiert wird, wenn mehr auf dem Markt erhältlich ist.

Gründe für Japans Entscheidung

Was auf dem Spiel steht, ist das Ende der der Walfangbranche. Jetzt müssen die japanischen Schiffe, die alt sind und ersetzt oder modernisiert werden müssten, weit und zu hohen Kosten in die Antarktis fahren. Wenn man nahe um Japan in der Ausschließlichen Wirtschaftszone, also in der 200-Meilen-Zone (320 km) , Wale jagen würde, sinken die Kosten und könnte man auch kleinere Schiffe einsetzen. Neben den aktuellen ökonomischen Interessen waren die Vertreter der japanischen Regierung nicht angetan davon, dass das Moratorium verlängert werden sollte. Schon lange wird Druck ausgeübt, dass Moratorium zu beenden. Das ICW wies auch die japanische Forderung zurück, relativ häufige Wale für den kommerziellen Walfang freizugeben.

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Besteuerung der Kirchenrestitution in Tschechien scheint gewiss: Das letzte Wort hat das Verfassungsgericht

Besteuerung der Kirchenrestitution in Tschechien scheint gewiss © Pixabay
Im Tauziehen um einst verstaatlichtes Kirchen-Eigentum hat Präsident Zeman Fakten geschaffen: Mit seiner Unterschrift setzte er die Besteuerung der Ersatzzahlungen in Kraft. Die Kirche hofft auf das Verfassungsgericht.

DOMRADIO.DE

Selten hatte die tschechische Kommunistische Partei (KSCM) so viel Anlass, Sektflaschen zu köpfen, wie in diesem Jahr. In ihrem Kampf gegen die Kirchen konnte sie mehrere Punktsiege erringen.

Auf ihre Initiative hin beschloss das Prager Abgeordnetenhaus im Januar, die Ersatzzahlungen des Staates für nicht mehr rückführbares Kircheneigentum mit 19 Prozent zu besteuern. Der Senat, die von Konservativen und Liberalen dominierte zweite Kammer des Parlaments, kassierte den Entwurf zwar mit überwältigender Mehrheit, aber das Abgeordnetenhaus wies das Veto zurück. Und jetzt hat auch Präsident Milos Zeman der Besteuerung seinen Segen gegeben.

Kirche hofft auf Verfassungsgericht

Doch der Erfolg der Kommunisten könnte zu einem Pyrrhussieg werden, wenn die Angelegenheit erneut vor das Verfassungsgericht in Brünn kommt. Das muss nicht einmal die Kirche veranlassen. Zahlreiche Senatoren haben angekündigt, die oberste Instanz der tschechischen Rechtssprechung um Klarheit bitten zu wollen.

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Biodiversität: Der Mensch macht der Natur den Garaus

Stark bedroht sind laut dem IPBES-Bericht unter anderem die weltweiten Mangrovenwälder (Bild: Indonesien), was auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen gefährdet. (Bild: Ethan Daniels / Imago)
Der erste globale Bericht des Weltbiodiversitätsrats zeichnet ein finsteres Bild vom Zustand der biologischen Vielfalt auf der Erde: Es geht abwärts, und das immer schneller.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

680 Wirbeltierarten sind seit dem Jahr 1500 ausgestorben – aufgrund menschlicher Aktivitäten. Bis zu einer Million weitere Spezies von Tieren und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht, sie könnten teilweise bereits innert der nächsten Jahrzehnte verschwinden. Urbane Flächen haben sich seit 1992 mehr als verdoppelt, und jedes Jahr gelangen zwischen 300 und 400 Millionen Tonnen Schwermetalle, Lösungsmittel, giftige Rückstände und andere Abfälle aus Industrieanlagen ins Wasser. Global erreichen 80 Prozent der Abwässer ungereinigt die Natur, über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verschwunden: Das sind nur einige der erschreckenden Zahlen, mit denen der erste globale Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES aufwartet.

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Papst entlässt Exorzismus-Priester aus dem Klerikerstand

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Er soll ein 14-jähriges Mädchen bei einer Dämonenaustreibung mit Schlägen und Anspucken misshandelt haben sowie sexuell übergriffig geworden sein: Dafür erhielt ein italienischer Priester von Papst Franziskus nun die kirchliche Höchststrafe.

katholisch.de

Der Vatikan hat einen italienischen Priester bestraft, dem Misshandlungen in Zusammenhang mit einem Exorzismus vorgeworfen werden. Wie das Bistum Aversa am Montag mitteilte, entließ Papst Franziskus den 43-jährigen Geistlichen der Gemeinschaft „Piccola Casetta di Nazareth“ nahe Neapel aus dem Klerikerstand. Dies ist die schwerste Sanktion, die das katholische Kirchenrecht vorsieht. Ein Einspruch ist laut dem Dekret nicht möglich.

Dem Mann wird vorgeworfen, ein 14-jähriges Mädchen bei einer Dämonenaustreibung unter anderem mit Schlägen und Anspucken misshandelt zu haben. Ferner wird er sexueller Übergriffe gegenüber zwei weiblichen Jugendlichen beschuldigt.

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