Ältere Menschen und Männer sind besonders durch Suizid gefährdet: Tabu im Tabu


Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet © pasja1000 (Pixabay)
Es ist ein altes, aber wenig diskutiertes Phänomen: Unter älteren Menschen, besonders bei Männern, kommt Suizid besonders häufig vor. Experten sehen als Ursache vor allem gesellschaftliche Probleme.

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„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“: Lange war dieser Satz in der Kindheit vieler Männer Programm. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg ging es selten darum, sich mit Gefühlen zu befassen, sondern vielmehr um Härte – auch gegen sich selbst. Viele Männer, die heute zur älteren Generation gehören, haben nie gelernt, mit seelischem Schmerz umzugehen.

Für Michael Hillenkamp, den katholischen Sprecher der ökumenisch getragenen Telefonseelsorge, ist das eine Erklärung dafür, warum ältere Männer besonders häufig Suizid begehen. Pro Jahr nehmen sich in Deutschland um die 10.000 Menschen das Leben. Im Jahr 2016 waren es laut Statistischem Bundesamt 9.838 Menschen, drei Viertel von ihnen Männer. Weltweit betrachtet ist die Suizidrate laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Männern fünfmal so hoch wie bei Frauen; Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

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