Großbritannien fast sieben Tage ohne Kohlestrom

Kohlekraftwerk Ratcliffe-on-Soar. Bild: MaltaGC/CC BY-SA-4.0
Bis 2020 soll die Stromerzeugung ohne Kohle auskommen, Gas hat allerdings jetzt den größten Anteil, gefolgt von Atomstrom

Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Großbritannien wird gerade ein Rekord gefeiert. Seit 166 Stunden – Stand: 13:40 am 8.5.2019 – wurde ins nationale Stromnetz kein Strom mehr eingespeist, der mit Kohle produziert wurde. Der Anteil von Kohlestrom liegt bei 0,00 Prozent von 35,84 GW. Da könnte oder sollte die deutsche Politik hellhörig werden.

Damit wurde der letzte Rekord vom April deutlich übertroffen, als für 90 Stunden und 45 Minuten kein Kohlestrom ins Netz ging. Damals wurden 42 Prozent der Stromproduktion mit Gas und 23 Prozent mit Atomkraftwerken, 12 Prozent mit Wind, 11 Prozent Solar und 4 Prozent mit Biomasse abgedeckt. Was sich hinter den 7 Prozent Importen verbirgt, ist nicht recht klar. 2018 lag der Anteil der Erneuerbaren am britischen Strom bei 27,5 Prozent, zusammen mit Atomstrom wurden damit 49,6 Prozent des Stroms aus nichtfossilen Energieträgern erzeugt.

Ab 2025 soll es in Großbritannien keinen Kohlestrom mehr geben, karbonfrei ist dann allerdings die Stromproduktion mit dem hohen Anteil an Gas bei weitem nicht. Zudem ist der Import von Flüssiggas 2018 um 7 Prozent gestiegen. Es wurde mehr aus Russland und den USA importiert, beim amerikanischen LNG handelt es sich um „schmutziges“ Frackinggas. Großbritannien will die Emissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 senken.

weiterlesen

El Niños haben sich verschoben

Ausnahmezustand im Pazifik: Meereserwärmung beim starken ostpazifischen El Niño des Jahres 1997. Diese Ereignisse sind in den letzten 30 Jahren intensiver geworden. © NASA
Klare Verschiebung: In den letzten 30 Jahren hat sich die Art und Stärke des pazifischen Klimaphänomens El Niño deutlich verändert, wie ein Langzeitvergleich enthüllt. Demnach sind El Niño-Ereignisse mit Wärmeschwerpunkt im Zentralpazifik heute doppelt so häufig wie im Mittel der letzten 400 Jahre. El Niños mit Schwerpunkt im Ostpazifik sind dagegen seltener aber deutlich intensiver geworden, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.

scinexx

Das alle paar Jahre auftretende Klimaphänomen des El Niño ist mit einer Abschwächung der Passatwinde und einer ungewöhnlichen Erwärmung des Meeres im äquatorialen Pazifik verbunden. Dies führt zu großräumigen Veränderungen der Luftströmungen, die das Klima weltweit beeinflussen: An der Westküste Nord- und Südamerikas kommt es zu Starkregen und Überschwemmungen, in Australien, Südafrika und Teilen Asiens mehren sich Dürren und Hitzewellen.

weiterlesen

re:publica zum DSGVO-Armageddon: Wenn Kirchen nicht mehr live streamen dürfen

(Bild: kb-photodesign/Shutterstock.com)
Die Reiter der Apokalypse der Datenschutz-Grundverordnung bis hin zum Internet-Crash sind zwar ausgeblieben, das Absurditäten-Kabinett ist aber gut gefüllt.

Von Stefan Krempl | heise online

Die Aktivistin Katharina Nocun und der betriebliche Datenschutzbeauftragte Lars dP Hohl haben am Dienstag auf der re:publica in Berlin Einblicke in das „Best of DSGVO-Armageddon“ rund um die EU-Datenschutzgrundverordnung gegeben. Die im Vorfeld vielfach angekündigten Reiter der Apokalypse rund um die bald seit einem Jahr greifenden Vorschriften sind ihnen zufolge zwar nicht zum Zuge gekommen. Der Stichtag im Mai 2018 habe aber zu vielen unfreiwillig komischen Debatten und „Umsetzungsfails“ geführt.

Reißerische Berichte, dass Klingelschilder mit Namen nicht mehr erlaubt und persönliche Daten von Visitenkarten nicht ohne Weiteres verwendet werden dürften, hätten die Aufsichtsbehörden selbst rasch als Unfug zurückgewiesen, erläuterte Nocun. Wenn man einen Kontakt aber in eine in Firmendatenbank eintrage, gehöre es zum guten Ton nachzufragen, ob dieser wirklich länger mit einem in Verbindung stehen wolle.

weiterlesen

Asia Bibi: Christian leaves Pakistan after blasphemy acquittal

Asia Bibi spent years in solitary confinement after her conviction
Asia Bibi, a Pakistani Christian woman who spent years on death row after being convicted of blasphemy, has left the country, officials have confirmed.

BBC NEWS

Her conviction was overturned last year by the Supreme Court.

She was originally convicted in 2010 after being accused of insulting the Prophet Muhammad in a row with her neighbours.

Asia Bibi has always maintained her innocence in a case that has polarised Pakistan.

Pakistani government officials did not reveal her destination, or say when she left.

But her lawyer Saif Ul Malook told CNN she had already arrived in Canada. Some of her family are reported to be in Canada.

read more

„Neuer Reform-Furz“

Bild: Felix Kramer / CC BY-SA 2.0
Winfried Wolf über Elektromobilität, Teil 1

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

E-Mobilität wird von Teilen der Politik als Gebot der Stunde propagiert. Winfried Wolf hält das in seinem Buch „Mit dem Elektroauto in die Sackgasse“ für falsch.

Herr Wolf, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass es bei der E-Mobilität nicht um Umweltverträglichkeit geht. Worum geht es dann?

Winfried Wolf: Es geht im Grunde um drei Dinge. Erstens aus Sicht der Öl- und Autokonzerne um einen neuen Reform-Furz, mit dem sie ihre Glaubwürdigkeitskrise – Stichwort: Dieselgate und Feinstaub-Belastung – überwinden und einen neuen Autoboom, stark von staatlichen Subventionen gepampert, starten können. Zweitens geht es den politisch Verantwortlichen in Berlin und Brüssel darum, es der wichtigsten politischen Lobby recht zu machen und gleichzeitig in der Öffentlichkeit das Gesicht wahren zu können, indem anscheinend ein „Weg aus der fossilen Wirtschaft“ beschritten wird. Drittens geht es um China beziehungsweise um die Industriepolitik der chinesischen Führung.

„Neuer Boom der Autoproduktion“

Dann eines nach dem anderen. Was hat es mit diesem höchst anrüchigen Reformsurrorgat auf sich?

Winfried Wolf: Ich beobachte seit Mitte der 1970er Jahren, dass die Autoindustrie in allen großen Krisen – ökonomische Krisen und Glaubwürdigkeitskrisen – es immer wieder geschafft hat, ein Reformprojekt zu propagieren, das die Öffentlichkeit und meist auch ein größerer Teil der Umweltbewegung immer dankbar aufnahm – das jedoch am Ende immer auf ein- und dasselbe hinauslief: es kam zu einem neuen Boom der Autoproduktion und zu einer weiteren Steigerung der Pkw- und Kfz-Dichte.
Wir hatten da Mitte der 1970er Jahre – Stichwort: Ölkrise 1973 und Autokrise 1974/75 – die Katalysator-Debatte. Wir hatten nach der Autokrise 1980-82 die Debatte über das „Waldsterben“ mit dem „Großversuch Tempo 100“. In den 1990er Jahren gab es die Reformidee „Swatch-Car“: der Schweizer Milliardär und Uhren-Zampano Nicolas Hajek wollte, ähnlich der lustigen bunten Swatch-Uhr, lustige bunte kleine Elektro-Autos, „swatch-cars“, bauen lassen.
Querdenker wie Frederic Vester und Daniel Goeudevert (Ford) propagierten das querparken in den Citys. Und Züge, die die kleinen netten Stadtflitzer transportieren sollten (natürlich auch mit Bahnsteigen, auf denen man quer in die Züge rollen würde können). Daraus wurde dann der profane Benziner-Smart mit einer homöopathischen Dosis von Elektro-Smarts. In den Nuller-Jahren war es dann der „Bio-Sprit“ – Kraftstoffe auf agrarischer Basis sollten die CO2-Belastung reduzieren – sogar der Weltklimarat ist darauf ein paar Jährchen lang hereingefallen.

weiterlesen

Warum waren unsere Vorfahren Kannibalen?

Frühmenschen der Art Homo antecessor waren Kannibalen, wie Funde in Spanien belegen. Aber warum? © J. Rodríguez
Gruseliges Mahl: Vor knapp einer Million Jahren gehörte der Kannibalismus offenbar zum Alltag unserer Vorfahren, wie Knochenfunde in Spanien nahelegen. Demnach verzehrte der Homo antecessor dort mehrere seiner Mitmenschen. Den möglichen Beweggrund dafür haben nun Forscher ermittelt. Ihre Analysen belegen, dass nicht Nahrungsmangel die Ursache war, sondern Opportunismus: Die menschliche Speise war leichter zu bekommen als Jagdbeute.

scinexx

Kannibalismus gilt heute als großes Tabu, dennoch gibt es den Verzehr von Artgenossen sowohl im Tierreich als auch unter Menschen. So belegen Knochenfunde, dass der Neandertaler nicht vor Kannibalismus zurückschreckte. In Notlagen haben jedoch auch moderne Menschen schon häufiger ihresgleichen vertilgt, beispielsweise bei der fatalen Franklin-Expedition des Jahres 1845.

weiterlesen

Warum Europa eine Festung ist

Jan Assmann. APA/ROLAND SCHLAGER
Traumata des Monotheismus und die Festung Europa. Der deutsche Kulturwissenschaftler Jan Assmann spannt einen historischen Bogen von Moses bis in die politische Gegenwart: Europa, so Assmanns These, habe seine friedensstiftenden Wurzeln vergessen.

Interview: Maria Scholl | science.ORF.at

APA: Sie haben gestern in Wien eine Vorlesung über die Moses-Figur im Denken Freuds und Schönbergs gehalten. Die beiden beschäftigten sich mit Moses in einer Zeit, in der der Antisemitismus in Europa radikal zunahm. Was bezweckten sie damit?

Jan Assmann: Bei beiden ist es eine Sache der Selbstanalyse – sie wollten sich über ihr Judentum klar werden. Während aber Schönberg Zionist war und eine ziemlich nationalistische Vorstellung verfolgte, lagen Freud politische Ziele völlig fern. Er wollte seine Theorie vom Vatermord und vom Monotheismus als Zwangsneurose darlegen. Dabei macht er Mose zum Ägypter – das macht man nicht leichten Herzens. Er war sich natürlich im Klaren darüber, dass das aus jüdischer Sicht eine unglaubliche Häresie ist. Aber er war einfach von seiner Theorie so überzeugt, dass er der Versuchung nicht widerstehen konnte.

Sie haben sich mit Freud und seinem „Der Mann Mose und die monotheistische Religion“ schon mehrfach auseinandergesetzt. Was hat er Ihnen über Mose beigebracht?

Meine Begegnung mit Freud datiert ins Jahr 1987. Er hat mir über Mose nichts beigebracht. Aber er hat mich mit der Frage konfrontiert, welche historischen Erfahrungen hinter der Entwicklung des Monotheismus stehen. Seine Antwort ist der Vatermord in der Urhorde. Meine Antwort sind die zeitgenössischen Erfahrungen ab dem achten vorchristlichen Jahrhundert, die absolut traumatisch waren. Vor allem, was die Vorherrschaft Roms betrifft. Diese Traumata haben sich in das Judentum, und darüber später in das Christentum und den Islam tief eingeprägt. Das Rom-Trauma liegt in der DNA des Monotheismus.

weiterlesen

A Fake Asteroid Headed to Earth Can Really Make You Think

Scientists, engineers, policymakers and emergency managers spent the week pretending they had detected an asteroid on track to hit Earth. (Image: © NASA/SIO/NOAA/U.S. Navy/NGA/GEBCO/Landsat/Copernicus/Google)
It’s one thing to talk about the possibility of an asteroid striking Earth and what humanity could do about it. It’s a very different thing to see an angry red slash crossing a huge swath of the planet from Hawaii, over the continental United States and through Africa, marking where a large, albeit hypothetical, asteroid could fall.

By Meghan Bartels | SPACE.com

That’s precisely what confronted a roomful of asteroid scientists, planetary-defense experts, decision makers and emergency management personnel at the International Academy of Astronautics‘ Planetary Defense Conference, held in College Park, Maryland, last week.

„It was really an interesting and fun opportunity to participate in the simulation exercise,“ Lori Glaze, director of NASA’s Planetary Sciences Division, told Space.com. „I said it was fun because it was great to see so many people really thinking through all the various angles of how we would, as a society, an international human society, how we would try to deal with a potential threat to the planet.“

read more

Tagebuch von Kardinal Faulhaber aus dem Jahr 1946 online: Ein Zeitzeuge und seine Gedanken

Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst

Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes. Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung. Michael Kardinal v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising

Seit 2015 werden die Tagebücher des Münchner Kardinals Michael von Faulhaber nach und nach online veröffentlicht. Ab sofort sind auch seine Einträge von 1946 zugänglich. Das teilte nun die Erzdiözese mit.

DOMRADIO.DE

In seinen Tagebüchern von 1946 beschreibt Kardinal Faulhaber unter anderem Differenzen zwischen katholischen Medizinern und Geistlichen über die Zulässigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen bei vergewaltigten Frauen. Außerdem geht er auf die dramatische Lage russischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter ein, die sich der Rückholung in die Sowjetunion widersetzten.

Dokumentiert werden auch die verbreitete Furcht vor der Ausbreitung des Kommunismus in Deutschland und Bayern sowie Faulhabers Ansichten zur Zukunft der Juden in Deutschland. Weitere Themen sind die Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und der bayerischen Sozialdemokratie und die Kontakte des Kardinals zur US-amerikanischen Besatzungsmacht. Bei den Aufzeichnungen aus dem November steht ein Konflikt um einen Weihbischof des Erzbistums im Vordergrund, dem unter anderem vorgeworfen wurde, mit der Gestapo kollaboriert und das Domkapitel unterwandert zu haben.

weiterlesen

„Colonia Dignidad“: 5000 Euro für Jahrzehnte Zwangsarbeit?

Bild: tagesschau.de
Überlebende Opfer der „Colonia Dignidad“ in Chile warten noch immer auf Hilfsleistungen. Laut dem SWR vorliegenden Unterlagen sollen sie nun 5000 Euro erhalten – mehr eine Geste als eine wirkliche Entschädigung.

Von Alexander Bühler | tagesschau.de

Die Bundesregierung will endlich einen Schlussstrich unter die Causa „Colonia Dignidad“ ziehen. Am 13. Mai soll eine gemeinsame Kommission aus Bundestag und Bundesregierung eine Entscheidung darüber fällen, wie die rund 180 Überlebenden faktisch entschädigt werden.

Einige von ihnen haben jahrzehntelang in der „Colonia Dignidad“ gearbeitet, ohne dafür irgendeine Entlohnung zu erhalten. Die Siedlung wurde von dem deutschen evangelikalen Prediger Paul Schäfer gegründet, der seine Anhänger in den frühen 1960er-Jahren – teilweise unter Zwang – dazu brachte, mit ihm nach Chile auszuwandern. Seit zwei Jahren versucht nun eine gemeinsame Kommission aus Bundestagsmitgliedern und der Bundesregierung eine Einigung zu finden, um die Opfer der „Colonia Dignidad“ besserzustellen.

weiterlesen

6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig Deutsch lesen und schreiben

Lesen, Lesen, Lesen (Unsplash / Lucrezia Carnelos)
Das geht aus einer vom Bundesbildungsministerium geförderten Studie hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Danach haben von den Betroffenen mit knapp 53 Prozent mehr als die Hälfte Deutsch als Muttersprache. Gut 47 Prozent haben eine andere Erstsprache.

Deutschlandfunk | Die Nachrichten

2011 konnten noch 7,5 Millionen Menschen nicht richtig Deutsch lesen oder schreiben – also etwa 1,3 Millionen mehr.

Bundesbildungsministerin Karliczek nannte den Rückgang einen Erfolg für das Bildungssystem. Die Studie wird heute in Berlin vorgestellt.

Milchstraße: Klumpen aus Dunkler Materie?

Lücken in einem Sternenstrom der Milchstraße könnten durch einen gigantischen Klumpen aus Dunkler Materie verursacht worden sein. © NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC/Caltech)
Verdächtige Lücken: Die Dunkle Materie in der Milchstraße könnte klumpiger sein als bisher gedacht – darauf deuten zwei Lücken in einem Sternenstrom unserer Galaxie hin. Wie Astronomen feststellten, kommt kein bekanntes kosmisches Objekt als Verursacher dieser Lücken in Frage. Stattdessen könnte ein dichter Klumpen aus Dunkler Materie diese Störstellen im Sternenband hervorgerufen haben.

scinexx

Es gibt viermal mehr Dunkle Materie als normale Materie im Kosmos – und trotzdem wissen wir so gut wie nichts über sie. Bisher ist weder ihre Verteilung im Detail bekannt, noch aus welchen Teilchen sie besteht. Klar scheint nur, dass die Dunkle Materie nahezu überall im Universum vorkommt – in unserer Milchstraße, in einer gewaltigen Brücke zwischen nahen Galaxien oder sogar als unsichtbarer Strom, der durch unser Sonnensystem strömt.

weiterlesen

Religiotie – Trump: Gebet ist ‚das Mächtigste das es gibt’

Bild: FB
Anlässlich des nationalen Gebetstages begrüßte der US-Präsident ungefähr 100 Vertreter von Glaubensgemeinschaften im Weißen Haus. Er bekannte sich erneut zum Schutz der Religionsfreiheit.

kath.net

„Amerika glaubt an die Kraft des Gebetes“, sagte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung am Vorabend des Nationalen Gebetstages. „Es ist das Mächtigste das es gibt.“

Trump sprach am Abend des 1. Mai vor etwa 100 Vertretern von Glaubensgemeinschaften und Mitgliedern seiner Regierung im Bankettsaal des Weißen Hauses. Unter den Gästen waren Christen, Moslems, Juden, Sikhs und Hindus.

weiterlesen

Impfpflicht garantiert Recht auf Gesundheit

Bild: 4ever.eu
Jens Spahn greift auf Maßnahmen zurück, die lange Zeit Teil progressiver Bewegungen in aller Welt waren. Die Impfgegner stehen in einer langen rechten Tradition

Peter Nowak | TELEPOLIS

Will jetzt neben nicht nur der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, sondern auch der konservative Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Stück die DDR wiedereinführen? Schließlich setzt er sich für eine obligatorische Impfpflicht in Schulen, Kitas und Arztpraxen ein. Bei einer Weigerung sollen auch Sanktionen folgen.

„Sozialismus ist die beste Prophylaxe“

Damit greift er Maßnahmen zurück, die in der DDR bereits in den 1950er Jahren erfolgreich angewandt wurden. In einem „Zeitreise“-Beitrag des MDR hieß es:

Seit den 1950er-Jahren setzte die DDR eine gesetzliche Impfpflicht durch, die immer umfassender wurde: gegen Pocken, Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Tuberkulose und ab den 1970er-Jahren auch gegen die Masern. Empfohlen wurde, wie auch heutzutage, eine Grippe-Impfung. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr bekamen Heranwachsende insgesamt 20 Schutzimpfungen – staatlich verordnet.

Aus: MDR-Zeitreise

Dass die Kritik an Spahns Vorschlägen längst nicht so laut ist, wie die an Kühnert, dürfte auch daran liegen, dass sich die Ergebnisse der DDR-Impfpolitik sehen lassen kann.

Die Erfolge der DDR-Impfprogramme waren enorm. Die Krankheitszahlen sanken rapide nach deren Einführung. Besonders spektakulär beim Kampf gegen die Kinderlähmung, zumal im Vergleich mit dem Westen. Während im individualisierten Westen 1960 noch Polio-Epidemien wüteten, war die zentral verwaltete DDR-Gesellschaft seit 1958 zu großen Teilen immunisiert gegen die Kinderlähmung.

Aus: MDR-Zeitreise

In dem MDR-Beitrag wurde noch einmal daran erinnert, dass der Kampf für eine möglichst flächendeckende Impfung und die Zurückdrängung von Krankheiten, die nach wissenschaftlichen Maßstäben verhinderbar sind, zum Programm vieler progressiver und linker Bewegungen überall auf der Welt gehörte. Mehr noch als in der DDR gehörten Massenimpfungen der Bevölkerung zu den ersten Maßnahmen in Nicaragua nach dem Sieg der sandinistischen Revolution 1979 und in Kuba nach 1959.

weiterlesen

Chile: Abkommen zwischen Kirche und Staatsanwaltschaft gescheitert

Santiago de Chile. Bild: © davidionut – stock.adobe.com
Bischofskonferenz und Ermittlungsbehörden in Chile wollten im Missbrauchsskandal zusammenarbeiten. Doch der Schuss ging nach hinten los. Die Kirche bemüht sich nun um Schadensbegrenzung – wieder einmal.

katholisch.de

Nicht einmal eine Woche hielt das Abkommen zwischen Chilenischer Bischofskonferenz und Staatsanwaltschaft der Kritik Stand. Die Unterzeichnung habe Leid bei den Opfern hervorgerufen, räumten die Bischöfe am Montag (Ortszeit) in einer Stellungnahme ein. „Das war nicht unsere Absicht.“ Eigentlich sollte das Abkommen den Willen der katholischen Kirche in Chile dokumentieren, bei der Aufklärung der Missbrauchskrise mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft immer wieder moniert, es fehle an Kooperationsbereitschaft.

Doch statt des gewünschten Signals setzte sich eine andere Lesart durch: Die Kirche könne von der Staatsanwaltschaft eine Art Sonderstatus erwarten. Das prominente Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz warf den Ermittlern vor, „die Hoffnung der Opfer zu verraten“. Er werde nicht Ruhe geben, bis Generalstaatsanwalt Jorge Abbott zurücktrete und jemand komme, der sich um die Opfer sorge und sie nicht verkaufe, so Cruz weiter.

weiterlesen