Impfpflicht garantiert Recht auf Gesundheit


Bild: 4ever.eu
Jens Spahn greift auf Maßnahmen zurück, die lange Zeit Teil progressiver Bewegungen in aller Welt waren. Die Impfgegner stehen in einer langen rechten Tradition

Peter Nowak | TELEPOLIS

Will jetzt neben nicht nur der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, sondern auch der konservative Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Stück die DDR wiedereinführen? Schließlich setzt er sich für eine obligatorische Impfpflicht in Schulen, Kitas und Arztpraxen ein. Bei einer Weigerung sollen auch Sanktionen folgen.

„Sozialismus ist die beste Prophylaxe“

Damit greift er Maßnahmen zurück, die in der DDR bereits in den 1950er Jahren erfolgreich angewandt wurden. In einem „Zeitreise“-Beitrag des MDR hieß es:

Seit den 1950er-Jahren setzte die DDR eine gesetzliche Impfpflicht durch, die immer umfassender wurde: gegen Pocken, Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Tuberkulose und ab den 1970er-Jahren auch gegen die Masern. Empfohlen wurde, wie auch heutzutage, eine Grippe-Impfung. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr bekamen Heranwachsende insgesamt 20 Schutzimpfungen – staatlich verordnet.

Aus: MDR-Zeitreise

Dass die Kritik an Spahns Vorschlägen längst nicht so laut ist, wie die an Kühnert, dürfte auch daran liegen, dass sich die Ergebnisse der DDR-Impfpolitik sehen lassen kann.

Die Erfolge der DDR-Impfprogramme waren enorm. Die Krankheitszahlen sanken rapide nach deren Einführung. Besonders spektakulär beim Kampf gegen die Kinderlähmung, zumal im Vergleich mit dem Westen. Während im individualisierten Westen 1960 noch Polio-Epidemien wüteten, war die zentral verwaltete DDR-Gesellschaft seit 1958 zu großen Teilen immunisiert gegen die Kinderlähmung.

Aus: MDR-Zeitreise

In dem MDR-Beitrag wurde noch einmal daran erinnert, dass der Kampf für eine möglichst flächendeckende Impfung und die Zurückdrängung von Krankheiten, die nach wissenschaftlichen Maßstäben verhinderbar sind, zum Programm vieler progressiver und linker Bewegungen überall auf der Welt gehörte. Mehr noch als in der DDR gehörten Massenimpfungen der Bevölkerung zu den ersten Maßnahmen in Nicaragua nach dem Sieg der sandinistischen Revolution 1979 und in Kuba nach 1959.

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