Ex-Richter Papier gegen stärkere Trennung von Staat und Kirche: „Interesse an religiöser Viefalt“


Hans-Jürgen Papier (2014). Bild: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 4.0.
Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat sich gegen eine striktere Trennung von Kirche und Staat ausgesprochen. Alles Religiöse aus dem öffentlichen Raum zu verbannen sei der falsche Weg.

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Er halte es für einen „Trugschluss“, angesichts von Debatten um Kopftücher, islamischen Religionsunterricht oder Kreuze in Schulen und Amtsstuben, das Staatskirchenrecht verschärfen zu wollen, sagte Papier am Mittwochabend in Erfurt. „Der deutsche Säkularstaat hat ein berechtigtes Interesse an der religiösen Vitalität und Vielfalt des Volkes.“

Papier warnte den Staat davor, zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens möglichst alles Religiöse aus dem öffentlichen Raum zu verbannen: „Das wäre wohl eher eine Konfliktverdrängungsstrategie.“ Zugleich betonte der frühere Verfassungsrichter die Unabdingbarkeit der Neutralität des Staates in Religionsfragen: „Sonst könnte er seiner Aufgabe als Friedensgarant nicht mehr gerecht werden.“

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