Eine rätselhafte Zunahme von Methan in der Luft bedroht das Pariser Klimaziel


Aus Reisfeldern wie hier in China tritt das Treibhausgas Methan aus, weil Mikroorganismen organisches Material zersetzen. (Bild: Reuters)
Anfang der 2000er Jahre schien sich der Gehalt des Treibhausgases in der Luft stabilisiert zu haben. Seit 2007 steigt er aber wieder. Wissenschafter grübeln über die Ursachen.

Tim Kalvelage | Neue Zürcher Zeitung

Das Gas entweicht aus Reisfeldern und Rindermägen: Methan wirkt als Treibhausgas mehr als 20 Mal so effektiv wie Kohlendioxid. Trotzdem ist der Ausstoss von Methan aus menschengemachten Quellen bloss der zweitwichtigste Antreiber des Klimawandels. Das liegt an der im Vergleich zu Kohlendioxid viel niedrigeren Konzentration.

Seit Beginn der Industrialisierung ist der Methangehalt der Luft um rund 150 Prozent gestiegen. Zu den Ursachen zählen die Nutzung fossiler Brennstoffe, die Intensivierung der Landwirtschaft und andere menschliche Aktivitäten. Um die Jahrtausendwende schien sich der Methangehalt zu stabilisieren. Seit 2007 verzeichnen Forscher aber wieder einen deutlichen Anstieg, der sich seit 2014 noch einmal beschleunigt hat. Das gibt Anlass zur Sorge. Denn je mehr Methan sich in der Atmosphäre anreichert, desto schwieriger wird es, das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Zwei-Grad-Ziel einzuhalten.

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