Denken, wie zu denken und zu leben sei

Ihre Philosophie hat sie immer auch gelebt: Ágnes Heller. Bild: Picture-Alliance
Als Fünfzehnjährige entkam sie in Budapest knapp dem Holocaust. Sie wurde die engste Mitarbeiterin von Georg Lukács. Heute wird die Philosophin und öffentliche Intellektuelle Ágnes Heller neunzig.

Von Josef Mitterer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Geschick, Mut und Glück retteten Ágnes Heller im Jahr 1944 in Budapest mehr als einmal das Leben. Die damals Fünfzehnjährige war schon eingereiht in eine Kolonne zum Bahnhof, von dem die Züge nach Auschwitz fuhren, wo ihr Vater umkam. Doch plötzlich bot sich eine Gelegenheit, sie sprang mit ihrer Mutter auf eine langsam vorbeifahrende Straßenbahn. Und als die Juden an der Donau erschossen wurden, da hörte das Morden auf, bevor sie an die Reihe kam. Nach dem Krieg wird Ágnes Heller dann Studentin, schließlich die engste Mitarbeiterin von Georg Lukács und zu einem führenden Mitglied der Budapester Schule.

Ihre Philosophie hat Ágnes Heller immer auch gelebt. Opportunistische Kompromisse sind ihre Sache nicht. Kritisches Denken und öffentliches Engagement brachten sie immer wieder in Konflikt mit den politischen Regimes, von denen sie im Laufe ihres Lebens einige miterlebt hat. Aus der kommunistischen Partei, der sie mit achtzehn Jahren beigetreten war, wird sie schon zwei Jahre später wieder ausgeschlossen. Durch die Beteiligung an der Revolution von 1956 und ihre Weigerung, Lukács zu denunzieren, verliert sie ihre Professur an der Universität. Dazu kommen Reise- und Publikationsverbote, Hausdurchsuchungen und Bespitzelung. Im August 1968 unterzeichnet sie einen Aufruf gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei. Wieder wird sie entlassen, diesmal von der Akademie der Wissenschaften.

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Bundesregierung geht wegen Urteil zu US-Drohneneinsätzen in Revision

US-Drohne. Bild: DoD
Die Bundesregierung hat gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster Revision eingelegt. Die Rechtslage soll höchstrichterlich überprüft werden.

heise online

Im Streit um aus Deutschland geführte US-Einsätze mit Kampfdrohnen hat die Bundesregierung Revision gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster eingelegt. Das Gericht hatte die Bundesregierung im März verurteilt, künftig aktiv nachzuforschen, ob Drohneneinsätze der USA im Jemen unter Nutzung amerikanischer Militärstützpunkte in Ramstein (Rheinland-Pfalz) gegen Völkerrecht verstoßen.

Nach Prüfung des Urteils sei entschieden worden, die Rechtslage höchstgerichtlich überprüfen lassen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Bundesregierung. Revision gegen das Urteil ist bereits am 7. Mai eingelegt worden. Der nächste Schritt ist das fristgerechte Einreichen einer ausführlichen Begründung. Revision war beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugelassen worden.

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Streit um Atomabkommen— Iran lehnt Trumps Gesprächsangebot ab

Bild: tagesschau.de
Irans Präsident Rouhani hat das Gesprächsangebot von US-Präsident Trump vorläufig abgelehnt. Trump solle zuerst den Teilausstieg aus dem Atomabkommen und die Sanktionen zurücknehmen.

tagesschau.de

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat das Gesprächsangebot von US-Präsident Donald Trump vorläufig abgelehnt. „Kapitulation ist mit unserer Mentalität und Religion nicht vereinbar und wir werden daher in dieser Situation auch nicht kapitulieren“, sagte Rouhani laut Webportal des Präsidialamts.

Er schloss Verhandlungen mit Trump nicht gänzlich aus. Seine Bedingung sei jedoch, dass der US-Präsident zunächst den Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und die Sanktionen gegen Teheran zurücknehme.

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Vor 85 Jahren: Muttertag wird Staatsfeiertag in NS-Deutschland — „Ehrfurcht vor der deutschen Frau“

Mutterkreuz in Gold. Bild; wikipedia.org/PD – own

„Urgrund aller Deutschheit“, „Burg und Wall des Volkes“: Mit solch hehren Worten priesen die Nationalsozialisten die deutsche Mutter. Vor 85 Jahren begingen sie den Muttertag erstmals als offiziellen Staatsfeiertag.

DOMRADIO.DE

Nein, erfunden haben sie den Muttertag nicht. Das Urheberrecht dafür hat die amerikanische Methodistin Ann Jarvis, die ab 1907 in einer weltweit erfolgreichen Privatinitiative für einen Mütter-Ehrentag kämpfte. Aber unbestreitbar ist, dass die Nazis dem Muttertag in Deutschland zu einer großen Bedeutung verhalfen. Vor 85 Jahren, im Mai 1934, wurde der zuvor eher privat begangene Tag erstmals zum offiziellen Staatsfeiertag erhoben und als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ in den NS-Festtagskalender integriert.

Und im Mai vor 80 Jahren, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, verlieh die Partei erstmals das „Ehrenkreuz für deutsche Mütter“, das sogenannte Mutterkreuz. Beides macht deutlich, welche Rolle die NSDAP den Frauen im Dritten Reich zugedacht hatten.

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Peinlich, peinlicher, Böhmermann

Jan Böhmermann bei der Grimme-Preis-Verleihung 2018. Bild: JCS/CC BY-SA-3.0
Von Christoph Schlingensief zu Jan Böhmermann oder der Niedergang der deutschsprachigen Satire

Peter Nowak | TELEPOLIS

Erregte Menschenmassen standen tagelang um die Installationen herum und stritten mit- oder besser gegeneinander. In allen Medien überboten sich die Rechten aller Couleur mit Empörungsgeschrei. Es herrschte fast ein Ausnahmezustand im Sommer 2000 in Wien. Verantwortlich dafür war die Kunstaktion „Ausländer raus“ von Christoph Schlingensief.

Im Rahmen der Wiener Festwochen 2000 hatte der Künstler in Wien einen Container im touristischen Zentrum Wiens aufgestellt, der standesgemäß Herbert-Karajan-Platz heißt, benannt nach einen Künstler, der mit den Nazis genauso konnte wie mit deren Nachfolgern und so zum Prototyp des Opportunisten wurde. Auf dem Container prangten Wahlparolen der rechten FPÖ, mit denen die Partei damals unter Jörg Haider große Wahlerfolge erzielte (Tötet Europa! Bitte liebt Österreich!, Alles nur Theater?).

Es war gerade mal 15 Jahre her, als die Waldheim-Affäre aufzeigte, wie schnell der zivilisatorische Firnis abbröckelt und offen antisemitische Äußerungen wieder hörbar waren. Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung übte sich in Schulterschluss mit einem Präsidentschaftskandidaten, der bei der Wehrmacht an Kriegsverbrechen beteiligt war. Erst vor wenigen Monaten hat die Regisseurin Ruth Beckermann mit dem Film „Waldheims Walzer“ die Atmosphäre jener Zeit in Österreich noch einmal lebendig gemacht. In einem solchen Klima hat Schlingensief mit seiner Kunstaktion punktgenau interveniert. Der Spiegel berichtete damals, was sich am Karajan-Platz in Wien abspielte:

Auf dem Platz ruft der deutsche Aktionskünstler Christoph Schlingensief die Österreicher per Megafon auf, per Telefon täglich zwei Asylbewerber aus dem Land zu wählen. Touristen sollen Fotos schießen – damit man daheim sehen könne, „was hier los ist in Österreich“.

Schlingensiefs Kunst bestand gerade darin, dass er den Rechten aller Couleur deren eigene Melodie vorspielte. Er beschimpfte sie nicht als Rassisten, er brachte sie dazu, dass sie bei den Äußerungen, die sie eigentlich vertreten, im wahrsten Sinne ausflippten vor Wut. Das kann man auf vielen Videos der Aktion sehen. Haider und seine Anhänger im Parlament orchestrierten die rechte Kampagne durch ihre Auftritte in den Medien. So war Schlingensiefs Kunst im wahrsten Sinne aufklärerisch, sie klärte auf über die österreichischen Verhältnisse jener Jahre.

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Handelsstreit mit China: US-Verbraucher müssen Zölle ausbaden

Bild: tagesschau.de
US-Malls sind voll mit chinesischen Produkten. Nun droht US-Präsident Trump China mit weiteren Zöllen. Die Auswirkungen dürften Verbraucher wohl bald zu spüren bekommen.

Von Torsten Teichmann | tagesschau.de

Ein Samstag in einer US-Mall und China ist allgegenwärtig: In den Läden finden sich Schnellkochtöpfe „Made in China“. Genau wie Bohrmaschinen, kleine Heizer, Laptops und Tablets, Kleidung großer Marken, Geldbörsen, Geburtstagskarten, Spielzeug, Roller, Geschirr. Sogar Shampoo importieren die Vereinigten Staaten aus der Volksrepublik.

Professor Phil Levy von der Northwestern University fürchtet, dass Kunden die Folgen des eskalierenden Handelsstreits bald zu spüren bekommen: „Konsumenten werden feststellen, dass der Handel mit China Vorteile für sie hatte. Viele Sachen, die sie kaufen, seien es Klamotten oder preiswerte Küchenartikel, sind erschwinglich, weil sie aus China kommen.“ Wenn darauf Sonderzölle von 25 Prozent fällig werden, könnten das Importeure und Händler nicht länger kompensieren. „Die Kosten gehen an die Konsumenten, die müssen dafür zahlen“, sagte Levy.

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Der Organspendeausweis: Dieses Papier ist geduldig, aber nicht einfach digitalisierbar

Grafik: TP
Im Gesetzesentwurf zur doppelten Widerspruchslösung soll der Organspendeausweis durch ein elektronisches Register ersetzt werden. Wir beleuchten die logischen und technischen Schwachpunkte des Gesetzentwurfs

Gunter Laßmann | TELEPOLIS

Der Organspendeausweis (OSA) ist ein Papier-Formular1, das in großen Mengen verteilt wird und das man im Internet herunterladen kann. Der OSA wird allein dadurch gültig, dass er vom Besitzer ausgefüllt und unterschrieben wird. Niemand kontrolliert, registriert oder stempelt den OSA. Natürlich wäre es so kein Kunststück, jede Menge falsche OSA zu erzeugen.

Eine Organtransplantation ist eine ernste und wichtige Angelegenheit. Wie kann es dann sein, dass ein so einfach erstelltes Dokument bei diesem Vorgang, bei dem es ja um Menschenleben geht, über viele Jahre eine so wichtige Rolle spielt?

Der OSA kann, da er über keinerlei Beglaubigung verfügt, natürlich nicht die Identität des Besitzers nachweisen. Die Identität des Besitzers muss anders nachgewiesen werden, so wird empfohlen, den OSA bei den Personaldokumenten mit sich zu führen. Der OSA ist also gar kein Ausweis, sondern eher eine schriftliche Erklärung des Besitzers ggf. als Organspender zur Verfügung zu stehen oder dies abzulehnen. Selbst www.organspende-info.de schreibt: „Es ist ebenfalls möglich, die Erklärung auf einem Bogen Papier formlos festzuhalten.“

Durch das Mitführen autorisiert der Besitzer höchstpersönlich den OSA, genau genommen nicht durch seine Person, sondern durch seinen Körper. Denn im Ernstfall wird der Besitzer des OSA nicht bei Bewusstsein sein. Es reicht für die Einleitung einer Organspende, dass der OSA beim möglichen Spender gefunden wird und ein kurzer Abgleich mit anderen Dokumenten keine signifikanten Abweichungen ergibt.

Durch diese Praxis hat Papierdokument OSA einige erstaunliche Eigenschaften:

  • Das Papier ist tolerant gegenüber den vielen Schreibvarianten von Namen wie z.B. von Lassmann und Laßmann, Verwendung oder Nichtverwendung von weiteren Vornamen usw.
  • Da das Papier „am Körper“ ist, ist automatisch klar, welcher der vielen namensgleichen „Peter Müller“ gemeint ist.
  • Das Papier ist tolerant gegen viele Änderungen z.B. Tausch des Personalausweises.
  • Durch die Formularform des OSA liegen die wichtigsten Angaben zur Person in einer vom Besitzer autorisierten Form vor.
  • Das Papier und die Unterschrift darauf haben zwar ein Datum, aber kein Verfallsdatum.
  • Da die Daten auf dem OSA nirgends gespeichert werden, genügt der OSA jedem Datenschutzgesetz.
  • Ändert der Besitzer des OSA seine Meinung zur Organspende, kann er jederzeit den OSA vernichten oder durch einer anderen ersetzen.
  • Da die OSA dezentral verteilt sind, ist kein zentraler Angriff auf das „System OSA“ möglich. Ein Angreifer müsste einem Sterbenden höchstpersönlich einen gefälschten OSA unterschieben. Dies wäre ein Tabubruch, vor dem selbst fanatische Transplantationsgegner zurückschrecken.
  • Der OSA muss nicht einmal wie eine OSA aussehen: Ein Bogen Papier mit einer Willenserklärung und Unterschrift und Datum reicht.

Diese tolerante Praxis beruht natürlich darauf, dass der OSA eine freiwillige Erklärung ist, eine gute Sache tun zu wollen, nämlich seine Organe zu spenden, und niemand das Zustandekommen solcher Erklärungen durch zu viel Bürokratie erschweren will.

Mit der aktuellen Version des OSA kann man sogar der Organspende widersprechen, indem man die entsprechende Stelle ankreuzt. Genau genommen müsste der Organspendeausweis, wie Prof. Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat richtig bemerkte, neutraler „Verfügung zur Organspende“ heißen, ein kleiner Mangel des OSA.

Der OSA hat diese Eigenschaften, um es jedem Bürger möglichst bequem zu machen, seine Spendenbereitschaft zu artikulieren. Obwohl die überwältigende Mehrzahl der Bürger der Organspende positiv gegenübersteht und etwa ein Drittel behaupten einen OSA zu besitzen, haben nur wenige einen OSA wirklich dabei.

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Das Stichwort: Niemand weiss, woher das Wort «Mutter» eigentlich kommt. Aber zur Mutterliebe hat Aristoteles einiges zu sagen

Niemand liebt einen so wie eine Mutter, sagt man. Und Aristoteles würde dem zustimmen. Die Liebe der Mütter zu ihren Kindern, sagt er, ist wahrscheinlich grösser als die der Väter. (Bild: Alecsandra Dragoi / Reuters)
Lieben Mütter ihre Kinder mehr als Väter? Aristoteles hat eine entschiedene Antwort auf die Frage geliefert. Und er nennt gleich mehrere Gründe für seine Überzeugung.

Klaus Bartels | Neue Zürcher Zeitung

Von einer Wortgeschichte der «Mutter» kann kaum die Rede sein: Aus einer uralten, von Indien bis Europa bezeugten Muttersprache ist das Wort gleicherweise in die vielen «indoeuropäischen» Tochtersprachen eingegangen. Im Altindischen heisst die Mutter matar, im Griechischen méter, mit zwei langen, offenen e-Lauten, im Lateinischen mater, im Althochdeutschen muoter, danach in den romanischen und germanischen Enkelsprachen madre, mère und mother. Ganz fern am äussersten Horizont hat die Sprachwissenschaft das sogenannte Lallwort ma, verdoppelt mama, als die Mutter aller «Mütter» ausgemacht.

Warum Mütter mehr lieben

Zur nächsten Nachkommenschaft gehören die «Metropolen», die «Mutterstädte», die in frühgriechischer Zeit ihre vielen Tochterstädte an ferne Mittelmeer- und Schwarzmeerküsten aussandten und in neuerer Zeit in Paris der «Métro», in New York der «Metropolitan Opera» und in Zürich dem Haus «Metropol» den Namen gaben. Dem väterlichen «Patriarchat» hat sich ein lateinisch-griechisches «Matriarchat» gegenübergestellt, und schliesslich wäre hier noch die «Alma mater», die akademische «Nährmutter», mit ihrem Matrikelregister zu verzeichnen, an der sich die Studenten «immatrikulieren» und «exmatrikulieren», sozusagen sich «einmuttern» und «ausmuttern».

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Judentum und Abendland: Das westliche Denken ist von Athen geprägt. Wo ist das Vermächtnis Jerusalems geblieben?

Die abendländische Philosophie ist nicht nur als Siegeszug des Platonismus, sondern auch als eine Geschichte des Protestes dagegen zu verstehen: Jürgen Habermas. (Bild: Martin Gerten / Keystone)
Das westliche Denken hat sich aus der Vorherrschaft der Religion befreit. Doch mit dem Siegeszug des Platonismus wurde ein Teil des Fundaments verschüttet: die jüdische Tradition. Jürgen Habermas’ neuestes Buch verspricht Klärung.

Jan-Heiner Tück | Neue Zürcher Zeitung

Es ist schon fast vergessen. Vor dreissig Jahren erschien in den «Zwischenbetrachtungen», der Suhrkamp-Festschrift zu Jürgen Habermas’ 60. Geburtstag, ein kleiner Aufsatz des Theologen Johann Baptist Metz, der eine Krise der Geisteswissenschaften diagnostizierte. Das Christentum habe in seiner formativen Phase einseitig auf das Denkangebot Griechenlands gesetzt und die Bedeutung des Glaubens in hellenistischen Kategorien ausbuchstabiert. Dabei sei das genuin jüdische Denkangebot aus dem Blick geraten, nämlich jene anamnetische Tiefenstruktur der Vernunft, die Denken als Andenken und geschichtliches Eingedenken begreife.

In dieser «Halbierung der Vernunft» sieht Metz 1989 den eigentlichen Grund für die Krise der Geisteswissenschaften, die sich durch Auschwitz noch einmal verschärft habe. Mit einem Seitenblick auf Habermas notiert er, dass dessen Theorie des kommunikativen Handelns das Denken unter «Gleichzeitigkeits­vorbehalt» stelle, die zeitgenössische Philosophie aber müsse die anamnetische Tiefenstruktur der Vernunft wiederentdecken, wenn sie sich erfolgreich gegen die instrumentelle Verkürzung der Rationalität wehren wolle.

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Black Hole Photos Could Get Even Clearer with Space-Based Telescopes

In space, the Event Horizon Imager (currently at concept stage) could have a resolution more than five times that of the Event Horizon Telescope on Earth, which took the first-ever picture of a black hole. Left: Model of supermassive black hole Sagittarius A* at an observation frequency of 230 GHz. Right: A simulation of what type of image EHT could produce of Sagittarius A*. (Image: © F. Roelofs and M. Moscibrodzka, Radboud University)

The first-ever photo of a black hole amazed people across the world. Now, astronomers are aiming to take even sharper pictures of these enigmatic structures by sending radio telescopes into space.

By Doris Elin Salazar | SPACE.com

The historic photo became public on April 10, when the worldwide research collaboration known as Event Horizon Telescope (EHT) unveiled the hazy but nevertheless incredible photo of the supermassive black hole at the center of the galaxy Messier 87.

Astronomers at Radboud University in the Netherlands have recently shared their plans to work with the European Space Agency (ESA) and others to get a better look at black holes by placing two to three satellites in a circular orbit around Earth. The concept is called the Event Horizon Imager (EHI).

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Vorstoß für neues Waffengesetz: Länder wollen Messer an öffentlichen Orten verbieten

Symbolbild. Foto: picture-alliance/ dpa
Ein vollständiges Verbot von Messern soll laut einem Gesetzentwurf künftig an sehr vielen öffentlichen Orten Deutschlands möglich sein. Der Bundesrat befasst sich am kommenden Freitag mit einem entsprechenden Änderungsvorschlag für das Waffengesetz.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Antrag stammt von den Ländern Niedersachsen und Bremen. Er sieht die Möglichkeit von Verbotszonen vor, wo sich viele Menschen aufhalten, etwa in Fußgängerzonen, Einkaufszentren, öffentlichen Verkehrsmitteln oder rund um Kindergärten und Schulen.

„Insbesondere an stark frequentierten Orten“

Behörden könnten dann künftig ermächtigt werden, lokale Waffenverbotszonen zu bestimmen. „Bei Bedarf soll in diesen Waffenverbotszonen auch das Führen von Messern jeglicher Art untersagt werden können.“ Die „Saarbrücker Zeitung“ berichtete am Samstag über das Papier.

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Ruf nach kirchlichen Verwaltungsgerichten wird lauter

Pixabay License
Jahrzehntelang verpuffte die Forderung nach einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit. Doch nun könnte die katholische Kirche genau damit „ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgewinnen“, meint Gerichtspräsident Rennert.

DOMRADIO.DE

Wer sich durch das Vorgehen eines katholischen Pfarramts, Dekanats oder bischöflichen Ordinariats in seinen Rechten verletzt fühlt, kann bislang nicht dagegen klagen. Es fehlt dafür eine kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit, also eine juristische Instanz. Die Forderung, Verwaltungsgerichte in der katholischen Kirche zu schaffen, ist schon 44 Jahre alt. 1975 war auf der „Würzburger Synode“, die in Deutschland das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) umsetzen sollte, der Entwurf für eine kirchliche Verwaltungsgerichtsordnung vorgestellt worden. Doch dabei blieb es Jahrzehnte lang.

Forderung nach kirchlicher Verwaltungsgerichtsbarkeit nimmt Fahrt auf

Erst seit einigen Monaten – infolge der innerkirchlichen Reformdebatte nach Vorstellung der Missbrauchsstudie – hat die Forderung wieder „Fahrt aufgenommen“. Das sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, in seinem „Bericht zur Lage“ bei der seit Freitag in Mainz tagenden ZdK-Frühjahrsvollversammlung.

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Telemedizin im Aufwind – Videosprechstunden und Digitalprojekte helfen Patienten

(Bild: Billion Photos/Shutterstock.com)
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt an Fahrt auf. Politik und Gesundheitswesen erhoffen sich bessere, schnellere und kostengünstigere Betreuung.

heise online

Arztsprechstunde per Video, eine mit der Zunge steuerbare Computermaus oder die automatisierte Auswertung von Laborbefunden: Aktuell werden in Sachsen 17 Projekte mit rund 19 Millionen Euro gefördert, teilte das Gesundheitsministerium in Dresden mit. „Telemedizin wird nie den Arzt ersetzen, aber sie stellt eine wertvolle Unterstützung dar“, sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Im aktuellen Doppelhaushalt 2019/2020 sind jährlich fünf Millionen Euro zur Förderung telemedizinischer Projekte eingeplant. Hinzu kommen weitere zehn Millionen Euro pro Jahr für die Krankenhäuser. Die Europäischen Union steuert zudem in der Förderperiode von 2014 bis 2020 insgesamt weitere rund 28 Millionen Euro bei.

Der Hausarzt Danny Nummert-Schulze aus Hartha (Mittelsachsen) im Erzgebirgsvorland bietet seinen Patienten seit Oktober auch Videosprechstunden an und ist begeistert. „Dinge wie etwa die Kontrolle von Wunden nach einer Operation lassen sich damit hervorragend erledigen.“

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Deutschlands Journalisten – Jubelperser der Aufrüstung?

Grafik: TP
Der Zeitgeist verlangt nach Remilitarisierung. Dabei geht es vor allem um die Erfüllung des Zwei-Prozent-Zieles der NATO. Ein großer Teil der deutschen Presse stellt keine kritischen Fragen, sondern agitiert ganz in diesem Sinne

Christoph Duwe | TELEPOLIS

Deutschland muss mehr für die Sicherheit Europas tun! Wie ein Mantra erklingt diese Forderung seit ein paar Jahren wieder und wieder, und das nicht nur von Militärs und Politikern, sondern auch von zahlreichen Journalisten. Theo Koll zum Beispiel meinte in Berlin Direkt vom 24. März: „Wenn die Bundesregierung … den NATO-Partnern seit langem versprochen hat, die im Vergleich zu anderen anteilig viel zu niedrigen Verteidigungsausgaben zu erhöhen und das Versprechen auch im neuen Haushaltsentwurf ignoriert, dann ist der Schaden ernst zu nehmen.“ In Frankreich will Koll oft gehört haben, wie „sauer viele Franzosen über unsere so empfundenen Trittbrettfahrerei“ wären. „Vom Unmut der Amerikaner ganz zu schweigen. Sie zahlen prozentual rund das Doppelte, auch für unsere Sicherheit.“

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, wenn es darum geht, darzustellen, was alles diskussionswürdig ist an Kolls Ausführungen. Ganz selbstverständlich behauptet er beispielsweise, dass unsere Ausgaben für das Militär „viel zu niedrig“ seien – und übernimmt damit unkritisch den Standpunkt all derer, die in Aufrüstung offenbar eine universelle Antwort auf die aktuellen Fragen der Außenpolitik sehen.

Der Haken ist allerdings: Stimmt das überhaupt? Entsteht durch unseren vermeintlichen Geiz wirklich irgendein Schaden? Was genau geben andere NATO-Partner denn zu unserem Nutzen aus, bzw. wie groß ist jener Anteil am astronomischen Etat des Pentagon, welcher explizit für unsere Sicherheit anfällt? Anders formuliert: Investieren die USA in Europa ganz selbstlos, oder haben diese Ausgaben womöglich auch mit der Sicherung ihres Hegemonie-Anspruches zu tun? Worin genau bestünde dann aber unsere „Trittbrettfahrerei“? Befremdlich, wenn einem Journalisten all diese Fragen nicht einfallen.

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Peru schränkt Zugang zu historischer Inkastadt Machu Picchu ein

Die historische Inkastadt Machu Picchu in Peru. (Bild: Paco Chuquiure / EPA)
Peru schränkt den Zugang zu drei wichtigen Sehenswürdigkeiten in der historischen Inkastadt Machu Picchu ein. Die Massnahmen seien «angesichts der Anzeichen des Verfalls notwendig, um Machu Picchu zu bewahren», hiess es aus dem Kultusministerium.

Neue Zürcher Zeitung

Wie die Regierung am Freitag mitteilte, werde der Zutritt zum Sonnentempel, dem Tempel des Kondors und dem Intihuatana-Stein des Unesco-Welterbes zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen streng kontrolliert.

Fast 6000 Besucher dürfen die berühmte Inka-Stätte aus dem 15. Jahrhundert täglich in zwei Touren betreten. Die Touristenströme haben eine zerstörerische Wirkung auf die jahrhundertealten Steinoberflächen.

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Katholische „Wissenschaftler“ ringen um Antworten: Gibt es einen gerechten Krieg?

Einsatz für den Frieden © Tamara Menzi (unsplash)
Wie schaffen wir Frieden, wie sichern wir Frieden? Kann es einen gerechten Krieg geben? Fragen wie diese sind heute aufgrund weltweit existenter Krisenherde aktueller denn je. Ein katholisches Institut sucht Antworten.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Mit Fragen der Friedensschaffung- und sicherung beschäftigen sich die Forscher am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg, dem wissenschaftlichen Institut der Katholischen Militärseelsorge. Militär und Frieden, wie geht das denn zusammen?

Prof. Dr. HeinzGerhard Justenhoven (Leitender Direktor des Instituts für Theologie und Frieden, ithf, in Hamburg): Die Frage kann ich verstehen. Es ist historisch so gewachsen, dass die Militärseelsorge an der Herausforderung des Friedens das größte Interesse hat, weil Militärpfarrer aus allen deutschen Diözesen zur Begleitung von deutschen Soldaten in die Kasernen geschickt werden. Und die Soldaten fragen natürlich, was denn die Kirche zum Dienst des Soldaten, zur Gefährdung des Friedens und zur Frage, wie man Frieden sichern kann, zu sagen hat.

Unsere Aufgabe ist es, hier einen Beitrag zu leisten, dass der folgende wichtige Satz aus den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils inhaltlich unterfüttert wird: „Die Soldaten sollen Diener der Sicherheit und Freiheit aller Völker sein – nicht nur des eigenen Volkes.“

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Exorzismus-Seminar erstmals für nichtkatholische Christen zugänglich

Bild: Bill Flavell, FB
Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen wollen ihre Erfahrungen austauschen und vergleichen. Die Tagung behandelt das Thema Exorzismus aus verschiedenen Blickwinkeln.

kath.net

Das 14. Seminar zum Thema „Exorzismus und Befreiungsgebet“ an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum war erstmals für Angehörige aller christlichen Denominationen offen.

Etwa 250 Katholiken, Griechisch-Orthodoxe und Protestanten nehmen an der von 6. bis 11. Mai stattfindenden Tagung teil. Die Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen würden ihre Erfahrungen mit Exorzismen austauschen und vergleichen, sagte Pedro Barrajon, einer der Organisatoren. Die Austreibung von Dämonen gehe bis in die ersten Ursprünge des Christentums zurück, erinnerte er.

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