Die Abtreibungsgegner in den USA wittern Morgenluft


Drei Frauen protestieren vor dem Alabama State House in Montgomery gegen das Abtreibungsverbot. (17.04.2019) (Bild: Mickey Welsh / The Montgomery Advertiser / AP)
Weil der Supreme Court konservativer wurde, wollen die Abtreibungsgegner ein neues Grundsatzurteil provozieren. Deshalb werden wie am Förderband restriktive Gesetze verabschiedet. Das könnte politisch zu einem Bumerang werden.

Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

Konservativ geführte Gliedstaaten der Vereinigten Staaten überbieten einander gegenwärtig im Verabschieden restriktiver Abtreibungsgesetze. Den jüngsten Etappensieg in diesem Wettlauf sicherte sich die Legislative von Alabama, die mit ihrer republikanischen Mehrheit soeben das härteste Abtreibungsverbot des ganzen Landes verabschiedet hat. Eine Ausnahme vom totalen Abtreibungsverbot ist nur für eine akute Gefährdung des Lebens der Schwangeren vorgesehen, nicht aber für den Fall einer Vergewaltigung oder bei Inzest.

Den Supreme Court im Auge

Noch rätselt die Öffentlichkeit darüber, ob die Gouverneurin Kay Ivey das Gesetz auch unterzeichnen und damit in Kraft setzen wird. Sie wurde zwar 2017 als stramme Konservative gewählt, wollte sich aber bisher nicht festlegen. Das spielt aber auch nur eine untergeordnete Rolle.

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