Integrationsbeauftragte: Kopftuchverbot an Schulen prüfen

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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat die Prüfung eines Kopftuchverbots für Kinder an Schulen gefordert. „Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen, ist absurd – das sehen auch die meisten Muslime so.

Handelsblatt

Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen – vom Elterngespräch bis zum Verbot – sollten geprüft und angegangen werden”, sagte die CDU-Politikerin der „Bild”-Zeitung.

Das Parlament in Österreich hatte am Mittwoch ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. In Deutschland wäre ein solches Verbot nach Ansicht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages wohl grundgesetzwidrig.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, vermutet, dass von den Eltern schon auf kleine Kinder Druck ausgeübt werde, das Kopftuch zu tragen. „Kopftücher in der Schule sind integrationsfeindlich, weil sie bereits in Kindergärten und Grundschulen zur äußerlichen Abgrenzung beitragen”, sagte er der „Bild”-Zeitung. Er würde laut dem Bericht deshalb ein Verbot in Kindergärten und Grundschulen begrüßen.

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Warum Verschwörungstheorien in Erdoğans Türkei florieren

foto: reuters/murad sezer Lokführer Erdoğan hat die Presse im Griff.
Das Ausland wolle sich Istanbul unter den Nagel reißen, lautet eine davon. Ein Grund ist der schlechte Zustand der türkischen Presse

Philipp Mattheis | derStandard.at

İbrahim Karagül, Kolumnist der regierungstreuen türkischen Zeitung „Yeni Şafak“, bezeichnete den Bürgermeisterkandidaten der CHP, Ekrem İmamoğlu, jüngst als Marionette. Er sei nicht einmal Mitglied der Oppositionspartei CHP, sondern eine Art Trojanisches Pferd, mit dem sich das Ausland Istanbul unter den Nagel reißen wolle. Eine „bestimmte Gruppe“ hätte Betrug am Wähler begangen – dann würfelt der Autor so ziemlich alle Akteure zusammen, die irgendwann einmal Probleme mit der AKP-Regierung hatten: Griechenland, Deutschland, die EU, die USA sowieso, die Gülen-Bewegung, die PKK – und natürlich Israel. Eine multinationale Allianz habe sich geformt, und im tausendjährigen Kampf um Anatolien ein neues Kapitel begonnen. Ein Kreuzzug gegen die Türkei sei im Gange.

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Ans Bett gefesselt: Für Fixierung muss Richter zustimmen

Ein Flur auf einer Station in einer psychiatrischen Klinik. Bild: epd-bild/Werner Krueper
Komplett gefesselt und bewegungsunfähig – das ist eine Form des Freiheitsentzugs, ob im Gefängnis oder in der Psychiatrie. Künftig muss das ein Gericht anordnen, zumindest im Regelfall.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Häftlinge in Zivilhaft dürfen nur noch mit Zustimmung eines Richters längerfristig an ihr Bett gefesselt werden. Das beschloss der Bundestag am frühen Freitagmorgen. Nur in Ausnahmefällen kann die richterliche Anordnung auch nachträglich eingeholt werden – etwa bei „Gefahr im Verzug“, zum Schutz des Betroffenen selbst oder zum Schutz der Mitarbeiter in der jeweiligen Einrichtung.

Der Bundestag reagiert damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr. Danach ist eine Fixierung nur nach einer richterlichen Entscheidung zulässig, wenn die Zwangsmaßnahme absehbar länger als eine halbe Stunde dauert. Fixierung bezeichnet die Fesselung an Armen, Beinen, Rumpf und zum Teil auch am Kopf, wodurch die Bewegungsfreiheit des Betroffenen vollständig aufgehoben wird.

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Herausgabe von Namen gefordert— Missbrauchsopfer verklagen Vatikan

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Fünf Männer haben in den USA Klage gegen den Vatikan eingereicht. Sie fordern, die Archive zu öffnen und Namen und Daten sexueller Straftäter herauszugeben. Die Kläger wurden als Kinder von Geistlichen missbraucht.

tagesschau.de

In den USA haben fünf Opfer sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche den Vatikan auf Herausgabe der Namen sexueller Straftäter verklagt.

In der im US-Bundesstaat Minnesota eingereichten Klage heißt es, die Kläger seien durch die „Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden“. Sie fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Das Vorgehen des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe „zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht“.

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Hilft Brokkoli gegen Krebs?

Ein in Brokkoli enthaltener Wirkstoff könnte das Tumorwachstum hemmen. © Mizina/ thinkstock
Gesundes Gemüse: Ein in Brokkoli und Rosenkohl enthaltener Inhaltsstoff könnte das Wachstum von Tumoren hemmen. Wie Experimente zeigen, wirkt die Substanz auf ein Enzym, das die Funktionsweise sogenannter Tumorsuppressoren stört. Als Folge können diese Krebshemmer wieder ihre volle Wirkung entfalten. Nun Unmengen von Brokkoli zu verzehren, ist den Forschern zufolge allerdings trotzdem keine Lösung.

scinexx

Sogenannte Tumorsuppressoren sind Proteine, die den Lebenszyklus von Zellen steuern und deren Apoptose auslösen können. Auf diese Weise verhindern sie unter anderem, dass sich geschädigte Zellen unkontrolliert weiter teilen. Ohne diesen Kontrollmechanismus drohen empfindliche Folgen: Ist die Funktion von Tumorsuppressoren gestört, steigt das Risiko für Krebs.

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WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning wieder hinter Gitter

Die Whistleblowerin ist wieder in Haft. – APA/AFP/ERIC BARADAT
Die Whistleblowerin weigert sich weiterhin, gegen Julian Assange, den Gründer der Enthüllungsplattform, auszusagen. Sie will „lieber verhungern“, als ihre Meinung zu ändern“.

Die Presse.com

Die ehemalige WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning ist erneut inhaftiert worden. Manning sei wegen Missachtung des Gerichts in Alexandria im US-Staat Virginia in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher ihres Anwaltsteams. Die Whistleblowerin hatte sich zuvor erneut geweigert, zum Fall von WikiLeaks-Gründer Julian Assange auszusagen.Manning war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil siesich weigerte, vor der Grand Jury eines Gerichts in Virginia auszusagen. Die Grand Jury – ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium – war mit dem Fall Assange befasst.

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Muslime im Rechtfertigungseck

In der Kopftuchdebatte wird Musliminnen häufig unterstellt, das Kopftuch nicht aufgrund einer individuellen Entscheidung zu tragen, sondern um eine politische Gesinnung widerzuspiegeln. Foto: Regine Hendrich

Religionskritik als Rassismus? Dieser Frage widmeten sich Universitätsprofessor Nikolaus Dimmel und Fachhochschulprofessor Roland Fürst im Gastkommentar. Ihrer Kritik am Report der Dokumentations- und Beratungsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus antwortet Rumeysa Dür-Kwieder, Mitarbeiterin ebendort. Eine Replik zu dieser Debatte gibt es auch von Sozialethikerin Ingeborg Gabriel.

Rumeysa Dür-Kwieder | derStandard.de

Die Arbeit der Dokumentations- und Beratungsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus wurde an dieser Stelle von Nikolaus Dimmel und Roland Fürst als intransparent dargestellt, ja sogar die Existenz von antimuslimischem Rassismus überhaupt infrage gestellt. Letzteres stellt nicht nur eine Verhöhnung der Erfahrungen von Betroffenen dar, sondern widerspricht auch Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Studien. Die Vorwürfe zeigen auf, wie notwendig jede Arbeit im Bereich der Aufklärung und Sensibilisierung für Rassismus ist. Sie sind auch ein besorgniserregender Hinweis darauf, dass das Narrativ von der „Bedrohung durch ‚den‘ Islam“ bereits so verankert ist, dass Angriffe gegen Angehörige dieser Religion als Religionskritik beinahe legitimiert werden. Die Dokustelle, die im Übrigen dieselben Methoden der Datensammlung verwendet wie sämtliche anderen Antidiskriminierungsstellen in Österreich, hat keinen einzigen Fall aufgelistet, der sich im Bereich von Religionskritik bewegt hätte.

Es kann nicht sein, dass Täterinnen und Tätern, die auf offener Straße attackieren, beleidigen und Sachgut beschädigen, die Legitimierung gegeben wird, ihren Hass auszuleben, und Betroffene für den Hass in der Gesellschaft verantwortlich gemacht werden.

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In Zeiten gesellschaftlicher Zerwürfnisse sollten Kirchen für Nächstenliebe eintreten, statt in der Politik zu wildern

Kirche, aus der Zeit in die Zeit gefallen? Aufnahme: Sankt Peter und Paul Kirche, München. (Bild: Michael Dalder / Reuters)
Im Kampf um Aufmerksamkeit und Einflussnahme mischen die Kirchen vorne mit. Die evangelische Kirche in Mitteldeutschland etwa kämpft für ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf deutschen Autobahnen. Statt sich in tagespolitischen Detailfragen zu verlieren, sollten sich Kirchen auf grundlegende Botschaften konzentrieren.

Isabelle-Christine Panreck | Neue Zürcher Zeitung

Hohe Türme, ausladende Kirchenschiffe, weite Vorplätze – die architektonische Dominanz sakraler Bauten zeugt vom einstigen Gewicht der Kirchen in Europa. Doch dringt zunehmend Leere in die Stille hinter den Kirchenpforten: Nahezu stetig gehen die Mitgliederzahlen der katholischen wie der protestantischen Kirchen zurück, der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes ist in der Schweiz und in Deutschland nur für die Minderheit ein geliebtes Ritual. Es scheint, als halte die konfessionelle Identifikation dem rapiden gesellschaftlichen Wandel nicht stand.

Aber ist das Verhältnis von Kirche und Demokratie nicht ohnehin konfliktgeladen? Was sie trennt, ist der Umgang mit Wahrheit und Transparenz. Sucht der Glaube Sicherheit im absoluten Wahrheitsanspruch, gründet die Demokratie auf wackeligem Terrain: Werte und Normen gehen nach Antonio Gramsci aus Diskursen hervor; sie haben nur so lange Bestand, wie die Mehrheit der Bürger ihnen Legitimität zuspricht. Selbst die Verfassung ist Ergebnis jahrhundertelanger Kämpfe und damit abhängig vom gesellschaftlichen Konsens.

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Yes, Determinists, There Is Free Will

Image credit: NAUTILUS
It’s not just in politics where otherwise smart people consistently talk past one another. People debating whether humans have free will also have this tendency. Neuroscientist and free-will skeptic Sam Harris has dueled philosopher and free-will defender Daniel Dennett for years and once invited him onto his podcast with the express purpose of finally having a meeting of minds. Whoosh! They flew right past each other yet again.

By George Musser | NAUTILUS

Christian List, a philosopher at the London School of Economics who specializes in how humans make decisions, has a new book, Why Free Will Is Real, that tries to bridge the gap. List is one of a youngish generation of thinkers, such as cosmologist Sean Carroll and philosopher Jenann Ismael, who dissolve the old dichotomies on free will and think that a nuanced reading of physics poses no contradiction for it.

List accepts the skeptics’ definition of free will as a genuine openness to our decisions, and he agrees this seems to be at odds with the clockwork universe of fundamental physics and neurobiology. But he argues that fundamental physics and neurobiology are only part of the story of human behavior. You may be a big bunch of atoms governed by the mechanical laws, but you are not just any bunch of atoms. You are an intricately structured bunch of atoms, and your behavior depends not just on the laws that govern the individual atoms but on the way those atoms are assembled. At a higher level of description, your decisions can be truly open. When you walk into a store and choose between Android and Apple, the outcome is not preordained. It really is on you.

Skeptics miss this point, List argues, because they rely on loose intuitions about causation. They look for the causes of our actions in the basic laws of physics, yet the concept of cause does not even exist at that level, according to the broader theory of causation developed by computer scientist Judea Pearl and others. Causation is a higher-level concept. This theory is fully compatible with the view that humans and other agents are causal forces in the world. List’s book may not settle the debate—what could, after thousands of years?—but it will at least force skeptics to get more sophisticated in their own reasoning.

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Geschacher um Raketenabwehrsysteme

S-400-Systeme auf dem russischen Stützpunkt in Syrien. Bild: Sputnik / Mihail Mokrushin
Noch will die Türkei trotz Androhung ernsthafter Folgen russische S-400-Systeme erwerben, jetzt kommt in der angespannten Lage in der Region auch noch der Irak hinzu

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch immer zögert die Türkei hinaus, das russische Luftabwehrsystem S-400 zu erwerben und damit russische Waffentechnik in die Nato zu bringen. Allen voran die USA üben Druck auf Ankara aus, nachdem die Türkei das amerikanische Patriot-System verschmähte. Angedroht wird, dafür die Türkei von der Herstellung von Teilen des F-35-Kampfflugszeugs auszuschließen und den geplanten Kauf von 100 Maschinen zu verhindern. Die Zulieferung von Bauteilen wurde bereits gestoppt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gab sich jetzt unbeeindruckt und sagte, man werde den Kauf, der ab Juli erfolgen soll, weder aufschieben noch stoppen. Im Gespräch ist jetzt eine türkisch-amerikanische Arbeitsgruppe, um die Folgen eines Kaufs des S-400-Systems auf den Zugang zu F-35 zu diskutieren. 2,5 Milliarden US-Dollar sollen die S-400-Systeme kosten, beim Deal mit den F-35 geht es angeblich um mehr als 10 Milliarden.

„Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“

Im Repräsentantenhaus von demokratischen und republikanischen Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses wurde gerade eine neue Resolution eingebracht, in der die Türkei aufgefordert wird, keine militärischen Beziehungen zu Russland aufzunehmen, die das Verhältnis zu den USA und zur Nato gefährden könnten. „Die Annäherung an Wladimir Putin ist inakzeptabel“, heißt es. „Der US-Kongress wird nicht untätig zuschauen, wenn Erdogan das russische Luftabwehrsystem S-400 erwirbt. Dieses Gesetz sendet eine klare Botschaft an Erdogan: Wenn Sie diesen Weg weiter gehen, werden sie mit ernsthaften Folgen rechnen müssen.“

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Werberat rügt Brauerei wegen Bierdeckel

Bild: dpa
Alkohol dürfe nicht als „Schlüssel für Glücksmomente“ angepriesen werden. Die Brauerei sieht „scheinheilige Moralisten“ am Werk und will die gerügten Bierdeckel nachdrucken lassen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Bierdeckel des Hofbräuhauses Traunstein erzürnt den Deutschen Werberat, weil er nach deren Einschätzung die „Verhaltensregeln für eine verantwortliche Alkoholwerbung“ missachte. Der Bierdeckel zeigt ein Paar in inniger Umarmung, die lachende Frau hält dabei ein frisches Weißbier in der Hand, darüber steht der Slogan „Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“.

Laut Werberat entstehe beim Betrachter der Eindruck, „dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirkt“. Die Alkoholbranche habe sich aber im Rahmen der Selbstkontrolle dazu verpflichtet, Alkohol nicht als „Schlüssel für Glücksmomente“ anzupreisen.

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Digital-Pfarrerin: Schrumpfende Kirche schwer zu akzeptieren

Photograph: Solent News/Rex
Die Berliner Landespfarrerin für Kirche im digitalen Raum, Stefanie Hoffmann, sieht in den schrumpfenden Mitgliederzahlen der Kirchen eine große Herausforderung.

evangelisch.de

Sie sei den Weg ins Pfarramt im Bewusstsein angetreten, dass sich Kirche und kirchliche Strukturen im Wandel befinden, schreibt Hoffmann in der Berliner Wochenzeitung „Die Kirche“ (Ausgabe vom 19. Mai). Und sie habe Lust, „diesen Wandel mitzugestalten“.

Jedoch scheine die Hoffnung, dass der Schwund an Mitgliedern und Relevanz in der Gesellschaft irgendwann auf einem niedrigeren Niveau stehenbleibt, nicht zu tragen, schreibt die Pfarrerin mit Blick auf eine neue Studie, wonach die Kirchen bis 2060 etwa die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren werden.

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Neandertaler: Frühe Trennung vom Homo sapiens?

Vergleiche von Zähnen legen eine frühe Trennung der evolutionären Line des Neandertalers und der unsrigen nahe. © Aida Gomez-Robles
Länger getrennt als gedacht: Die Abstammungslinien von Neandertaler und Homo sapiens könnten sich bereits vor 800.000 Jahren voneinander getrennt haben – und damit deutlich früher als bisher vermutet. Zu diesem Ergebnis ist eine Forscherin nun nach vergleichenden Zahnanalysen gekommen. Ihre Theorie befeuert damit erneut die Debatte um die Evolutionsgeschichte moderner Menschen und ihrer Steinzeit-Cousins.

scinexx

Der Neandertaler ist der wohl berühmteste ausgestorbene „Vetter“ des Homo sapiens. Zu welchem Zeitpunkt sich die Abstammungslinien dieser beiden Menschen trennten, ist allerdings bis heute strittig. DNA-Analysen und anatomische Vergleiche der Schädelstruktur legen eine Trennung vor 300.000 bis 500.000 Jahren nahe. Doch einzelne archäologische Funde wollen nicht so recht zu diesem Befund passen.

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Künftig härtere Strafen für Sexualverbrechen in Polen

Ankündigung von Ministerpräsident Morawiecki im Zusammenhang mit großer gesellschaftlicher und politischer Debatte, die neuer Dokumentarfilm über Missbrauchsfälle in der Kirche ausgelöst hat

kath.net

Die polnische Regierung hat härtere Strafen für Sexualverbrechen angekündigt. Die Vergewaltigung eines Kindes solle künftig mit bis zu 30 Jahren Gefängnis bestraft werden, kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in Warschau an. Bisher lag die Höchststrafe bei 25 Jahren. Die Mindeststrafe will die Regierung zudem auf acht Jahre Haft anheben, bei anderen Missbrauchstaten mit besonderer Grausamkeit auf fünf Jahre.

Die Ankündigung des Regierungschefs steht im Zusammenhang mit der großen gesellschaftlichen und politischen Debatte, die der neue Dokumentarfilm „Nur sag es niemandem“ des Regisseurs Tomasz Sekielski über sexuellen Kindesmissbrauch durch Geistliche ausgelöst hat. In ihr konfrontieren Betroffene ihre ehemaligen Peiniger mit deren Taten. Die am Samstag im Internet veröffentlichte Doku wurde auf der Videoplattform YouTube seither millionenfach geklickt.

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Steve Bannon will AfD unterstützen

Steve Bannon, ehemaliger Berater des amerikanischen Präsidenten und Publizist, gestikuliert während eines Interviews im Berlin Hotel Adlon. Bild: dpa
Im Rahmen seiner Europatour macht Trumps ehemaliger Chefberater gerade Station in Deutschland. Er möchte die europäischen Rechtspopulisten einen – und sich dabei offenbar auch einen Überblick über die Lage in Ostdeutschland verschaffen.

Von Stefan Locke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Publizist und frühere Chefberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, hat angekündigt, im Landtagswahlkampf die sächsische AfD zu besuchen. Sachsen werde besonders interessant, sagte er der „Neuen Zürcher Zeitung“ in Berlin. Nach einem Treffen mit dem sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla hätten beide Seiten verabredet, voraussichtlich im Juni gemeinsam im Freistaat unterwegs zu sein.

Chrupalla hatte bei der Bundestagswahl 2017 überraschend den Wahlkreis Görlitz gegen den damaligen Generalsekretär des CDU-Landesverbandes und heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewonnen, der den Wahlkreis zuvor vier Mal mit großem Abstand geholt hatte. Chrupalla, der einen Maler- und Lackierbetrieb führt, hatte neben der damaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry (Sächsische Schweiz) und dem Verkehrspolizisten Karsten Hilse (Bautzen) eines von bundesweit drei Direktmandaten für die AfD gewonnen.

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Wegen Termitenbefall: Kathedrale von Valencia einsturzgefährdet

Bild: © Sergii Figurnyi – stock.adobe.com
Die Kathedrale von Valencia ist in keinem guten Zustand: Termiten haben tragende Balken der Kirche befallen, eine schnelle Renovierung des mittelalterlichen Gotteshauses ist dringend nötig. Ansonsten droht ein „Kollaps“ der Kathedrale.

katholisch.de

Ein Teil der Kathedrale von Valencia ist aufgrund von Termiten einsturzgefährdet. Die „Lonja de los Canónigos“, eine an die Nordostseite der Kathedrale angebaute Tribüne, und die dazugehörige Fassade sind besonders betroffen, berichtete die Zeitung „ABC“ am Dienstag. Durch den Termitenbefall und die aufgrund von Nässe vorhandenen faulen Stellen an den etwa 40 Balken des Renaissance-Anbaus müsse schnell gehandelt werden, sagte der valencianische Dombaumeister Santiago Vila. Ansonsten stehe ein „teilweiser Kollaps“ der Kathedrale bevor.

Die Termitenplage habe man inzwischen unter Kontrolle, dennoch müssten einige der tragenden Balken abgestützt werden, um einen Einsturz zu verhindern, so Vila weiter.

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