Warum Verschwörungstheorien in Erdoğans Türkei florieren


foto: reuters/murad sezer Lokführer Erdoğan hat die Presse im Griff.
Das Ausland wolle sich Istanbul unter den Nagel reißen, lautet eine davon. Ein Grund ist der schlechte Zustand der türkischen Presse

Philipp Mattheis | derStandard.at

İbrahim Karagül, Kolumnist der regierungstreuen türkischen Zeitung „Yeni Şafak“, bezeichnete den Bürgermeisterkandidaten der CHP, Ekrem İmamoğlu, jüngst als Marionette. Er sei nicht einmal Mitglied der Oppositionspartei CHP, sondern eine Art Trojanisches Pferd, mit dem sich das Ausland Istanbul unter den Nagel reißen wolle. Eine „bestimmte Gruppe“ hätte Betrug am Wähler begangen – dann würfelt der Autor so ziemlich alle Akteure zusammen, die irgendwann einmal Probleme mit der AKP-Regierung hatten: Griechenland, Deutschland, die EU, die USA sowieso, die Gülen-Bewegung, die PKK – und natürlich Israel. Eine multinationale Allianz habe sich geformt, und im tausendjährigen Kampf um Anatolien ein neues Kapitel begonnen. Ein Kreuzzug gegen die Türkei sei im Gange.

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