„Spiegel“: AfD-Politiker managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Politiker Maximilian Krah möchte am 26. Mai in das Europaparlament gewählt werden. Wie „Der Spiegel“ jetzt berichtet, hat der Rechtsanwalt jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft gemanagt.

katholisch.de

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe. Der Rechtsanwalt, der bis 2016 Mitglied der CDU war, ist inzwischen sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

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„Verbrennen oder vom Dach stoßen!“ – Wie homophob ist der Islam?

Bild: BR24
In acht Ländern der Welt steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Sie alle sind muslimisch geprägt. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele wie ein Widerspruch. Doch das muss nicht so sein.

Nabila Abdel Aziz | BR24

Afghanistan, Brunei, Iran, Irak, Mauretanien, Pakistan, Saudi Arabien, Sudan: In all diesen Ländern ist der Islam die prägende Religion – und in allen steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele Menschen wie ein Widerspruch. Doch immer mehr muslimische Aktivisten und Gelehrte setzen sich für ein anderes Islamverständnis ein.

In der Türkei und im Libanon feiern Aktivisten Gay-Pride-Paraden

So zum Beispiel in der Türkei. Dort flatterte im vergangenen Jahr ein Meer von Regenbogenflaggen in Izmir – einer Stadt voller Moscheen. Hunderte Menschen demonstrierten für die Rechte von Homo- und Transsexuellen. Neben der Türkei haben auch im Libanon immer wieder Aktivisten öffentlich Gay-Pride-Paraden gefeiert. Doch nicht immer hält sich der Staat zurück. Und in vielen anderen muslimischen Ländern ist so etwas schlichtweg ganz unmöglich.

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Antisemitismus-Debatte im Bundestag: Zähneknirschend einig

Bild: tagesschau.de
Es sollte eine Demonstration der Geschlossenheit werden. Doch ein gemeinsamer Antrag von Union, SPD, FDP und Grüne gegen Antisemitismus und antiisraelische Boykottbewegungen führte zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Fraktionen.

Von Arnd Henze | tagesschau.de

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat Mühe, den Überblick zu behalten: Wer hatte dem Antrag gegen die BDS-Bewegung nun zugestimmt und wer nicht? An der großen Mehrheit gab es keinen Zweifel. Doch bei den Grünen gab es einige Neinstimmen und Enthaltungen, die aufmerksam registriert wurden. Dabei waren sich in der Botschaft alle einig: Aufrufe zum Boykott „gegen Israel, israelische Waren und Dienstleistungen, Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Sportlerinnen und Sportlerinnen und Sportler“ werden entschieden verurteilt. Denkmuster der BDS-Kampagne seien eindeutig antisemitisch: „‚Don’t Buy‘-Aufkleber‘ der BDS-Bewegung auf israelischen Produkten wecken unweigerlich Assoziationen zu der NS-Parole ‚Kauft nicht bei Juden!'“, heißt es in dem Beschluss.

In der Debatte verwiesen Abgeordnete aus allen Fraktionen auf die Boykottaufrufe gegen den Eurovision Song Contest. Dafür war im Logo des ESC der Davidstern durch eine SS-Rune ersetzt worden. Solche offen antisemitischen Kampagnen müssten geächtet werden – auch darin bestand Einigkeit.

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Kirchenrechtler über Frauenweihe: „Das letzte Wort ist gesprochen“

Bild: © picture-alliance/Philippe Lissac / GODONG
Die Initiative „Maria 2.0“ fordert weitreichende Reformen in der Kirche, wie etwa die Frauenweihe. Kirchenrechtler Georg Bier aus Freiburg sieht jedoch keine Chance für einen Erfolg der Forderung. Im Interview erklärt er, warum auch Papst Franziskus dieser Meinung ist.

Von Volker Hasenauer | katholisch.de

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ fordern Katholikinnen die Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen. Im Interview beschreibt der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier die Gesetzeslage. Und zeigt sich skeptisch, ob es in der Frauenfrage zu einer Öffnung kommen kann.

Frage: Herr Professor Bier, welche kirchlichen Gesetze verbieten die Weihe von Frauen?

Bier: Das Gesetzbuch der katholischen Kirche hält in Canon 1024 schlicht fest: ‚Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.‘ Das ist alles – und zugleich völlig klar.

Frage: Warum scheint in den aktuellen Debatten eine Diakoninnen-Weihe eher möglich als eine Priesterinnen-Weihe?

Bier: Weil es die Idee von unterschiedlichen, abgestuften Weihe-Graden gibt. Demnach ist die Diakonenweihe niedriger eingestuft als die Priesterweihe. Hinzu kommt, dass sich die maßgeblichen lehramtlichen Äußerungen der Kirche ausdrücklich nur auf das Verbot der Priesterinnenweihe beziehen – und nicht auf Diakoninnen. Allerdings hat die Glaubenskongregation im Jahr 2001 auch der Diakoninnenweihe eine Absage erteilt. Aber diese Aussage hat nicht den gleichen lehramtlichen Stellenwert wie die päpstliche Ablehnung der Priesterinnenweihe. Hier liegt nach Ansicht mancher ein Ansatzpunkt, um eine Weihe von Diakoninnen möglich zu machen.

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Justiz prüft das „Ibiza-Video“, Kurz kündigt Stellungnahme an

Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache – (c) Reuters
FPÖ-Chef Strache dürfte am frühen Nachmittag eine Stellungnahme abgeben, auch Kanzler Kurz hat eine Erklärung abgekündigt. SPÖ-Justizsprecher Jarolim hat den Vizekanzler bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Die Presse.com

Das heimlich gefilmte Video, in dem Heinz-Christian Strache – damals Oppositionsführer, heute Vizekanzler – über verdeckte Parteispenden an die FPÖ und etwaige Gegenleistungen spricht, hat bereits die Justiz auf den Plan gerufen. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim hat den Freiheitlichen sowie den ebenfalls im Clip vorkommenden FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt. Denn: Im „Ibiza-Video“ zu sehende Aussagen und Aktivitäten könnten Straftatbestände, respektive deren Vorbereitung, von Amtsmissbrauch, Bestechung, Geldwäscherei über staatsfeindliche Verbindung bis zu unerlaubtem Umgang mit Suchtgiften erfüllen, schreibt Jarolim in der Sachverhaltsdarstellung.

Strache selbst hat bisher nicht zu der Causa Stellung bezogen, kündigte allerdings eine Erklärung um die Mittagszeit an. Zuvor, so verlautete aus Regierungskreisen, dürfte er gegen 11 Uhr im Kanzleramt eintreffen, um mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein Gespräch zu führen. Letzterer verlautete bereits am späten Freitagabend, dass er heute eine Erklärung abgeben werde. Eine Uhrzeit steht allerdings noch nicht fest.

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„Seht her. Diese Idioten…“: Viele US-Promis kritisieren Abtreibungsgesetze scharf

Sängerin Rihanna Foto: dpa
Mit persönlichen Geschichten und Angriffen auf Politiker reagieren immer mehr Prominente auf die geplanten, strikten Abtreibungsgesetze in mehreren US-Bundesstaaten.

Kölner Stadt-Anzeiger

„Seht her. Diese Idioten treffen Entscheidungen für FRAUEN in Amerika“, schrieb R&B-Sängerin Rihanna (31) am Donnerstag (Ortszeit) auf Instagram. Dazu zeigte sie Bilder der 25 männlichen Politiker, die in Alabama zusammen mit Gouverneurin Kay Ivey für das neue Gesetz stimmten, das Abtreibungen in den meisten Fällen verbietet und unter Strafe stellt. Der Eintrag sammelte über 2,6 Millionen Likes.

„Game of Thrones“-Star Lena Headey, Sänger Charlie Puth, Model Gigi Hadid oder Rapper P. Diddy posteten den Spruch „Männer sollten keine Gesetze machen, die den Körper von Frauen betreffen“.

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Ohio State University Leichtathletik-Arzt missbrauchte mindestens 177 Studenten

Tatort Ohio State University in Columbus: Hier wurden jahrzehntelang Sportler sexuell missbraucht Quelle: AP/Angie Wang
Der Mannschaftsarzt der Leichtathleten an der Ohio State University hat zwischen 1979 und 1997 mindestens 177 Studenten sexuell missbraucht. Das ergaben neueste Ermittlungen. Der Uni-Präsident spricht von fundamentalem Versagen seiner Institution.

DIE WELT

Zwischen 1979 und 1997 sind an der Ohio State University mindestens 177 männliche Studenten von einem Arzt sexuell missbraucht worden. Das sei bei zwölf Monate dauernden Ermittlungen herausgefunden worden, teilte die Universität am Freitag mit. Der Mann, der sich 2005 umbrachte, sei als Arzt an der Universität angestellt gewesen. Er war 1978 als behandelnder Arzt an die Ohio State gekommen und hatte dann als Mannschaftsarzt der Leichtathleten gearbeitet.

Universitäts-Präsident Michael Drake schrieb in einer E-Mail an Studenten und Mitarbeiter: „Die Ergebnisse sind schockierend und schmerzvoll.“ Das fundamentale Versagen der Universität, den Missbrauch zu verhindern, sei inakzeptabel.

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Verfassungsschutz beobachtet künftig zwei AfD-Gruppen

Linksextremistische Straftaten haben dem Verfassungsschutzbericht zufolge 2018 einen Höchststand erreicht. Das liegt auch daran, dass viele AfD-Plakate im Landtagswahlkampf zerstört wurden. (Foto: imago/Ralph Peters)
  • Sowohl der klassische Rechtsextremismus, als auch das Personenpotenzial der linksextremistischen Szene ist leicht gewachsen.
  • Der „Flügel“ und die Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ werden in das „Verzeichnis extremistischer oder extremistisch beeinflusster Organisationen“ aufgenommen.
  • „Die größte Bedrohung für die innere Sicherheit“ bleibt laut Innenminister Joachim Herrmann aber der islamistische Terrorismus.
Von Johann Osel | Süddeutsche Zeitung

AfD-Mitglieder im völkischen Parteinetzwerk „Flügel“ und beim Nachwuchs „Junge Alternative“ (JA), die im öffentlichen Dienst tätig sind oder dies anstreben, müssen künftig mit Bedenken angesichts ihrer Verfassungstreue rechnen. Das erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Freitag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2018.

In Kürze werden Flügel und JA in das „Verzeichnis extremistischer oder extremistisch beeinflusster Organisationen“ aufgenommen, sagte der CSU-Politiker.

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Dodo Gysi bietet Papst Zusammenarbeit an: „Ich fürchte eine gottlose Gesellschaft“

Gregor Gysi und Papst Franziskus © privat (Die Linke)
Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, hat sich mit Papst Franziskus getroffen und mit ihm über Armut und Migration gesprochen. Sein Fazit: Um Europa zu retten, müssten Kirche und Politik zusammenarbeiten.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Migration und Armut – das waren zwei der Themen, die Sie mit dem Papst besprechen wollten. Sie selbst bezeichnen sich als nicht gläubig. Warum wollten Sie denn in diesen Fragen das Oberhaupt der katholischen Kirche mit ins Boot holen?

Gregor Gysi: Ich glaube tatsächlich nicht an Gott, aber ich fürchte eine gottlose Gesellschaft. Ich kenne die Bedeutung der Religion und der Kirchen für Tradition, für Kultur und auch für eine allgemein verbindliche Moral.

Zweitens haben wir jetzt einen Papst, der versucht, an die ursprünglichen Werte des Christentums zu erinnern und deshalb im nächsten Jahr eine Konferenz machen will, wo es um die Wirtschaftsstrukturen geht. Weder will er den Kapitalismus wie er jetzt ist, noch will er die Wirtschaft aus dem Staatssozialismus, sondern etwas anderes. Ich habe ihm zum Beispiel angeboten, wenn er da Unterstützung braucht, dass ich gerne bereit bin diese zu liefern – auch die europäische Linke ist dazu bereit.

Ich halte den Papst für eine sehr wichtige moralische Autorität auf der Erde, und wenn er eine Welt-Armutskonferenz initiiert, kann die UNO schlecht Nein dazu sagen. Wenn ich dahin schreibe, dann habe ich das Nein schon, bevor der Brief angekommen ist. Aber am Papst kommen die nicht so einfach vorbei. Das sollte er nutzen, sollten wir alle nutzen.

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Vulkane: Rutschung als Kollaps-Vorbote?

3D-Visualisierung von Ritter Island und des umgebenden Meeresbodens mit den Spuren der Hangrutschung von 1888. © Jens Karstens/GEOMAR
Subtile Vorboten: Die Flanken vieler Inselvulkane wie die des Ätnas rutschen ganz langsam in Richtung Meer – dies könnten bereits Zeichen einer drohenden Katastrophe sein. Denn wie Forscher nun herausgefunden haben, gingen auch dem Kollaps der Ritter Island in Neuguinea im Jahr 1888 langsame Rutschungsbewegungen voran. Erst später kam es dann zu einer großen Abrutschung, die einen katastrophalen Tsunami auslöste.

scinexx

Einige der schlimmsten Tsunamis der Geschichte wurden nicht von Erdbeben ausgelöst, sondern von Vulkanen. Zu ihnen gehören die Bronzezeit-Flut im Mittelmeer nach dem Ausbruch des Santorini-Vulkans, aber auch die 40-Meter-Flutwellen nach der Eruption des Vulkans Krakatau im Jahr 1883. Sie entstanden, als die Hänge des Feuerberges kollabierten und Tonnen von Material ins Meer rutschten. Auch die erneute Eruption dieses Vulkans im Dezember 2018 löste verbunden mit einer Hangrutschung einen Tsunami aus.

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Haftgeld von Motassadeq – Acht Beschuldigte

Der Terrorhelfer Mounir el Motassadeq (M.) wurde Mitte Oktober 2018 von einem Hubschrauber aus der JVA Fuhlsbüttel abgeholt worden und in sein Heimatland Marokko abgeschoben Quelle: picture alliance/dpa
Ob der verurteilte „9/11“-Terrorhelfer Motassadeq sein fälschlicherweise ausgezahltes Haftgeld mit nach Marokko genommen hat, ist nach wie vor unklar. Nun sind die Ermittlungen ausgeweitet worden.

DIE WELT

Im Fall des fälschlicherweise ausgezahlten Haftkontos des verurteilten „9/11“-Terrorhelfers Mounir al-Motassadeq sind die Ermittlungen ausgeweitet worden. Statt bislang vier führt die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft nun acht Beschuldigte, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag auf WELT-Anfrage sagte.

Einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, wonach sich die Untersuchungen gegen acht Polizei- und Justizbeamte richten, wollte sie nicht bestätigen. Die Ermittlungen dauerten an. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

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Für eine Mehrheit der EU-Bürger ist der Zerfall der EU in 10-20 Jahren wahrscheinlich

Bild: pxhere.com/CC0
Nach einer Umfrage hält es sogar ein Drittel für realistisch, dass ein Krieg zwischen EU-Staaten möglich ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Geht man nach einer Umfrage, die YouGov im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) im März in 14 EU-Ländern hat durchführen lassen, ist die Stimmung nicht sonderlich gut. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik, Spanien, Schweden und Ungarn glaubt, dass es die EU in den nächsten 10-20 Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Die Briten wurden leider nicht gefragt.

Die Slowaken sind am pessimistischen – oder am optimistischen? Zweidrittel gehen davon aus, dass die EU in 10-20 Jahren „realistisch“ gesehen zerfallen wird. Aber auch 58 Prozent der Franzosen und 57 Prozent der Rumänier, Polen und Italiener sind dieser Meinung. In Deutschland und Österreich vermutet dies jeweils die Hälfte. Nur in Schweden, Dänemark und Spanien sieht keine Mehrheit die EU am Zerfallen, aber auch hier sind diejenigen eine Minderheit, die das für unrealistisch halten.

Gefragt wurde auch nach der Stimmung der Menschen gegenüber der Zukunft. Am häufigsten genannt wurden: gestresst, ängstlich und optimistisch. Der Stress überwog bei den Italienern, Griechen und Ungarn, die Angst war bei den Franzosen, Slowaken und Tschechen am größten, in den anderen Ländern war Optimismus am stärksten. Den Dänen und Schweden geht es am besten, sie fühlen sich glücklich bzw. sicher. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es ihnen finanziell am besten zu gehen scheint. Fast die Hälfte sagt, sie hätten am Monatsende noch Geld übrig, im Durchschnitt ist es ein Drittel wie in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. In Polen, Frankreich und Rumänien sind es weniger als ein Viertel und noch weniger in Ungarn oder gar in Griechenland.

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Theologin Bahr protestiert gegen judenfeindliches Wahlplakat

Bild: Recherche-& Informationsstelle Antisemitismus RIAS/Twitter

Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover hat scharfe Kritik an einem judenfeindlichen Plakat zur Europawahl geäußert.

evangelisch.de

Das Wahlplakat der rechtsextremistischen Partei „Die Rechte“ trägt den Slogan „Israel ist unser Unglück! Schluss damit!“ und ist überall in Deutschland zu sehen. „Das ist die Verschiebung des Sagbaren in Richtung Volksverhetzung und ein Angriff auf die Staatsraison“, sagte Bahr am Freitag. „Antisemitismus ist keine politische Meinung.“

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Klimaschutz könnte globale Ernährungssicherheit gefährden

Bewässerung wird oft als Wunderwaffe für die Ernährungssicherheit angesehen, weil man damit auch in Gegenden und Zeiten ohne ausreichend Niederschlag Ertrag produzieren kann. Der Ressourcenaufwand ist aber immens. – GEPA pictures/ PAMMER Franz
Unvorsichtige Maßnahmen für mehr Klimaschutz führen möglicherweise zu mehr Welthunger, warnen Forscher vom IIASA in Laxenburg.

Die Presse.com

Unbedachter Klimaschutz könnte 160 Millionen Menschen weltweit Hunger bringen. Das stellte ein Team um Shinichiro Fujimori vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien fest. Dies könne der Fall sein, berichten sie im Fachmagazin „Nature“ (13. 5.), wenn man sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Also zum Beispiel massiv Biomasse für die Energieherstellung produziert sowie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen aufforstet, aber alles andere außer Acht lässt.

Die Forscher berechneten, dass die Ernährungssicherheit schon durch einen geringen finanziellen Aufwand gewährleistet werden könnte: Dazu müsste man lediglich 0,18 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa in die Agrarförderung für einkommensschwache Länder stecken und Lebensmittelhilfen für durch Hunger gefährdete Bevölkerungen organisieren.

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Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung von iranischer Christin

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat die Abschiebung einer iranischen Christin kritisiert und die Landesregierung aufgefordert, keine Christen in den Iran zurückzuschicken. Bei einer Rückkehr drohe Christen Inhaftierung, Folter und gegebenenfalls der Tod, teilte der Flüchtlingsrat am Freitag in Schwerin mit.

evangelisch.de

Die Ausländerbehörden sollten angewiesen werden, dieses so genannte zielstaatenbezogene Hindernis ab sofort zu prüfen. Offizielle Bescheinigungen von Kirchengemeinden über Gemeindemitgliedschaften oder Taufurkunden müssten ausreichen, künftig keine Christen mehr in muslimische Länder abzuschieben, in denen auf das Bekenntnis zum christlichen Glauben die Todesstrafe steht.

Der Flüchtlingsrat sei fassungslos über das Exempel, das am 8. Mai in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) an einer 58-jährigen Iranerin statuiert worden sei, sagte Flüchtlingsratsvorsitzende Ulrike Seemann-Katz. Die Frau habe eigentlich „alles richtig gemacht“, einen Pass abgegeben, sich in Deutschland integriert.

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Wieso NRW vorerst mit einem Kopftuchverbot scheiterte

Ein Mädchen mit Kopftuch steht in einer Schule vor einem Klassenzimmer. Bild: dpa
In Österreich soll das Tragen eines Kopftuchs unter 14 verboten werden. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung will das prüfen lassen. In Nordrhein-Westfalen hat man schon eigene Erfahrungen gemacht.

Von Reiner Burger | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kann man per Gesetz verbieten, dass junge Mädchen Kopftuch tragen? Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), will einem Zeitungsbericht zufolge ein Kopftuchverbot für Schulmädchen prüfen lassen. „Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen ist absurd – das sehen auch die meisten Muslime so“, sagte Widmann-Mauz der „Bild“-Zeitung. „Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen – vom Elterngespräch bis zum Verbot – sollten geprüft und angegangen werden.“ Das österreichische Parlament hatte am Mittwoch ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. Kritiker sehen durch den Vorstoß die Religionsfreiheit in Gefahr.

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Bischof und Bayern-Boss debattieren über Werte im Fußball: Auch Fußballer zahlen Kirchensteuer

Freud und Leid liegen im Fußball eng beieinander © Nikita Taparia (unsplash)
Von Integration über Franck Riberys goldenes Steak bis zu Menschenrechten in Katar: Ein Podium mit Bayern-Chef Hoeneß, Schalke-Mann Tönnies und Ruhrbischof Overbeck befasste sich mit Fußball und Gesellschaft.

DOMRADIO.DE

„Ihr müsst nur hoffen, dass unsere Spieler katholisch sind, um die Kirchensteuer zu bekommen.“ So konterte Bayern-Boss Uli Hoeneß die Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der die Millionengehälter beim Fußball von außen betrachtet als „unsittlich“ bezeichnete. Das blieb einer der wenigen Spannungsmomente beim Podiumsgespräch zum Thema „Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland“ am Donnerstagabend in Bonn.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Fußball und Kirche vieles bewegen könnten. „Der Sinn für Solidarität und Hilfe muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden“, sagte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Der Präsident des FC Bayern München pflichtete Overbeck bei, wichtig sei es als Verein, auch in der Öffentlichkeit soziales Engagement zu zeigen. „In dem Bereich müssen wir mehr tun“, gestand er ein.

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