Kirchenrechtler über Frauenweihe: „Das letzte Wort ist gesprochen“


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Die Initiative „Maria 2.0“ fordert weitreichende Reformen in der Kirche, wie etwa die Frauenweihe. Kirchenrechtler Georg Bier aus Freiburg sieht jedoch keine Chance für einen Erfolg der Forderung. Im Interview erklärt er, warum auch Papst Franziskus dieser Meinung ist.

Von Volker Hasenauer | katholisch.de

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ fordern Katholikinnen die Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen. Im Interview beschreibt der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier die Gesetzeslage. Und zeigt sich skeptisch, ob es in der Frauenfrage zu einer Öffnung kommen kann.

Frage: Herr Professor Bier, welche kirchlichen Gesetze verbieten die Weihe von Frauen?

Bier: Das Gesetzbuch der katholischen Kirche hält in Canon 1024 schlicht fest: ‚Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.‘ Das ist alles – und zugleich völlig klar.

Frage: Warum scheint in den aktuellen Debatten eine Diakoninnen-Weihe eher möglich als eine Priesterinnen-Weihe?

Bier: Weil es die Idee von unterschiedlichen, abgestuften Weihe-Graden gibt. Demnach ist die Diakonenweihe niedriger eingestuft als die Priesterweihe. Hinzu kommt, dass sich die maßgeblichen lehramtlichen Äußerungen der Kirche ausdrücklich nur auf das Verbot der Priesterinnenweihe beziehen – und nicht auf Diakoninnen. Allerdings hat die Glaubenskongregation im Jahr 2001 auch der Diakoninnenweihe eine Absage erteilt. Aber diese Aussage hat nicht den gleichen lehramtlichen Stellenwert wie die päpstliche Ablehnung der Priesterinnenweihe. Hier liegt nach Ansicht mancher ein Ansatzpunkt, um eine Weihe von Diakoninnen möglich zu machen.

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