Missbrauchstäter Peter R. wird aus Priesterstand entlassen

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Er gilt als einer der Haupttäter am Berliner Canisius-Kolleg: Am Mittwoch wurde bekannt, dass das kirchenrechtliche Urteil gegen den Ruhestandsgeistlichen Peter R. nun rechtskräftig ist. Als Konsequenz wird er aus dem Priesterstand entlassen.

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Das im Dezember vergangenen Jahres gefällte kirchenrechtliche Urteil gegen den in Berlin lebenden Ruhestandsgeistlichen Peter R. wegen verschiedener Missbrauchstaten ist rechtskräftig. R. werde deshalb aus dem Priesterstand entlassen, außerdem verliere er „weitestgehend“ seine Pensionsansprüche, wie das Erzbistum Berlin und das Bistum Hildesheim am Mittwoch mitteilten. In Absprache mit Betroffenen würden durch das Bistum Hildesheim zudem 20.000 Euro für ein Projekt zur Aufarbeitung der Geschehnisse im Berliner Canisius-Kolleg gezahlt.

Einer der Haupttäter am Berliner Canisius-Kolleg

R. gilt als einer der Haupttäter bei den bekannt gewordenen Missbrauchstaten an der Jesuitenschule in der Hauptstadt. Als Lehrer hatte er dort in den 1970er und 1980er Jahren Schüler missbraucht, ohne dass der Jesuitenorden Hinweisen darauf nachgegangen war.

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Erster US-Bundesstaat erlaubt Kompostieren von Leichnamen

view from Glacier Point, Yosemite National Park, eastern California, USA. Image: James St.John/flickr/CC BY 2.0
Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben Angehörige bei Todesfällen künftig eine Alternative zur Beisetzung im Sarg und zur Einäscherung. Der Gouverneur von Washington, der demokratische Politiker Jay Inslee, unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, das das Kompostieren von Leichnamen erlaubt. Kompostieren sei umweltfreundlicher und kostengünstiger, sagte Inslee in Olympia, der Hauptstadt von Washington.

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Der Senat und das Repräsentantenhaus des Bundesstaates hatten zuvor mit großen Mehrheiten für das Gesetz gestimmt. Es tritt im Mai 2020 in Kraft.

Das gemeinnützige Unternehmen Recompose hat in Seattle in Washington die erste Kompostierungseinrichtung entwickelt. In einem Gebäude für Bestattungszeremonien werden Leichname in pflanzlichem Material wie Stroh und Holzspänen in Behältern abgelagert. Unter Sauerstoffzufuhr entstehen beim Kompostieren Temperaturen von etwa 50 bis 70 Grad Celsius.

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„CDU-Zerstörer“ Rezo: Es kamen „Diskreditierung, Lügen, Trump-Wordings und keine inhaltliche Auseinandersetzung“

Aus dem Video „Die Zerstörung der CDU“
Selten hat ein politisches Video in Deutschland ein so großes Echo bei Jugendlichen gefunden: Youtuber Rezo „zerstört“ die CDU. Ein Gespräch von t3n

Stephan Dörner | TELEPOLIS

Warum hast Du Dich dazu entschieden ein Video speziell zur CDU/CSU und zur SPD zu machen?

Rezo: Ich habe das Video gemacht, weil ich einfach den intrinsischen Drang hatte, Bürgerinnen und Bürger aufzuklären, einen Diskurs anzukurbeln und dabei dafür zu sorgen, dass Menschen unabhängig vom politischen Background oder Alter mitdiskutieren. Der Appell war lediglich eine Wiederholung des wissenschaftlichen Konsenses.

Hast Du lange überlegt, ob Du Dich politisch positionieren sollst?

Rezo: Nein, das Ob war nie eine Frage.

Hast Du mit diesem Echo gerechnet?

Rezo: Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass viele junge und alte Menschen durch dieses Video aufgeklärt werden, es aktiv teilen, in Diskussionen miteinander gehen und einen gesellschaftlichen Diskurs führen. Dass dies aber in so einer positiven Form und großen Dimension passiert, hätte ich nicht gedacht.

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Verfassungsschutz warnt vor Expansion von „Realität Islam“

Im vergangenen Jahr sammelte „Realität Islam“ Unterschriften gegen ein angeblich drohendes Kopftuchverbot. Bild © Volker Siefert (hr)
Die verfassungsfeindliche Gruppierung „Realität Islam“ aus Mörfelden-Walldorf ist offenbar auf Expansionskurs. Der Verfassungsschutz warnte Kommunen, der Gruppierung Räume zu vermieten.

Von Volker Siefert | hessenschau.de

Hessens Verfassungsschutzpräsident Robert Schäfer hat Städte und Gemeinden zu Wachsamkeit aufgefordert und davor gewarnt, der Gruppierung „Realität Islam“ Hallen oder andere Räume für Veranstaltungen zu vermieten. Einen entsprechenden Hinweis verteilt das hessische Innenministerium derzeit an alle Kommunen. Hintergrund ist offenbar ein Expansionskurs der als verfassungsfeindlich eingestuften Gruppierung mit Sitz in Mörfelden-Walldorf (Groß-Gerau).

Im März hatten zwei Wortführer der Organisation Muslime per Video aufgefordert, „Realität Islam“ zu sich einzuladen. Entsprechende Wünsche, auch außerhalb des Rhein-Main Gebietes, seien an sie heran getragen worden. „Deshalb haben wir uns jetzt dafür entschieden, ab sofort auf die Reise zu gehen, euch vor Ort zu besuchen und dadurch mit euch gemeinsame Aktionen möglich zu machen“, heißt es in dem Video.

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Warum nur wenige Täter bestraft werden

  • Staatsanwälte haben einen Bericht eingesehen, der interne Akten über sexuellen Missbrauch und Gewalt durch Mitarbeiter der katholischen Kirche auswertet.
  • Daraus ergeben sich allerdings nur sehr wenige aussichtsreiche Strafverfahren. Viele mutmaßliche Täter sind tot, viele Taten verjährt.
  • Noch immer werden von der katholischen Kirche kaum Missbrauchsfälle bei den staatlichen Behörden angezeigt.

Von Nicolas Richter, Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Es war eines der heikelsten Dokumente im Besitz der Kirche, und deswegen gab es davon nur drei Kopien: der Missbrauchsbericht der Erzdiözese München und Freising. Ende 2010 hatte ihn eine Münchner Kanzlei fertiggestellt, sie hatte dafür interne Akten über sexuellen Missbrauch und Gewalt durch Mitarbeiter der Kirche von 1945 bis 2009 ausgewertet. Die Öffentlichkeit erhielt damals eine Zusammenfassung, die systemische Mängel in der Kirche anprangerte. Doch der Originalbericht blieb unter Verschluss; die Diözese erklärt, sie habe damit die Persönlichkeitsrechte von Opfern und Tätern schützen wollen. Es gab nur drei Kopien, eine für den Bischof, eine für den Generalvikar und eine für die Anwälte – alle drei Kopien verschwanden im Tresor. Es hat fast ein Jahrzehnt gedauert, bis sich daran etwas geändert hat: Erst kürzlich hat die Staatsanwaltschaft ein Exemplar des heiklen Reports angefordert – und von der Erzdiözese ausgehändigt bekommen.

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Humans and Neanderthals Evolved from a Mystery Common Ancestor, Huge Analysis Suggests

Here, a cast from a reconstructed Neanderthal skull. Researchers just examined tooth shape among Neanderthals, humans and our close relatives to figure out when the groups diverged. Credit: Getty Images
Modern humans and Neanderthals may have diverged at least 800,000 years ago, according to an analysis of nearly 1,000 teeth from humans and our close relatives.

By Laura Geggel | LIVEScience

This new estimate is much older than previous estimates based on ancient DNA analyses, which put the split between humans and Neanderthals as happening between 500,000 and 300,000 years ago.

However, while outside researchers called the new dental analysis impressive, they note that it’s based on one big assumption: that tooth shape evolves in a steady fashion, especially in Neanderthals. If tooth shape doesn’t evolve at a steady rate, then „the construction of this paper collapses,“ said Fernando Ramirez Rozzi, director of research specializing in human evolution at France’s National Center for Scientific Research in Toulouse, who was not involved in the study. [Photos: See the Ancient Faces of a Man-Bun Wearing Bloke and a Neanderthal Woman]

That said, it is quite possible that teeth (and Neanderthal teeth in particular) do evolve at a predictable rate, meaning the new study’s calculation might be on target. „At the moment, there is the idea of a steady evolutionary rate change in the shape of cheek-teeth,“ Ramirez Rozzi said.

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Tu Felix Austria

Bundeskanzler Kurz heute bei Bundespräsident Van der Bellen. Bild: BKA
Bei Politikern, Journalisten rotieren die Köpfe. Im Sekundentakt scheinen sich neue Wendungen zu ergeben und ganz Wien spürt, dass dies die entscheidenden Momente sind, in denen die Deutungshoheit über die „Ibiza-Krise“ errungen werden muss

Frank Jödicke | TELEPOLIS

Der ursprüngliche Plan der Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, den Wecker auf den Tag nach der vorgezogenen Nationalratswahl zu stellen, um dann als Bundeskanzlerin aufzuwachen, scheint nicht aufzugehen. In ersten Stellungnahmen bat die designierte Spitzenkandidatin um Stabilität im Lande, ohne diese näher erläutern zu können.

Wollte sie ernstlich der ÖVP innerhalb einer vorgezogenen „großen“ Koalition dabei helfen, jene Vorhaben im Parlament durchzusetzen, die die SPÖ eigentlich falsch findet? Dieses Verständnis von Stabilität ist insofern bizarr, denn wenn etwas in Österreich funktioniert, dann sind dies die Ministerien. Der umsichtige und verantwortungsbewusste Beamtenapparat kommt ganz gut ohne seine ministeriellen Spitzen aus, insbesondere wenn diese aus der FPÖ stammen.

Langsam scheint nun der schlafende Riese SPÖ zu erwachen und meldet sich zu den Vorgängen. Dabei wird auch der Ton energischer. Das strategische Problem wird nun deutlich, dass man sich insgeheim auf viele Jahre Opposition eingestellt hatte und innerhalb dieser Zeit irgendwann einmal klären wollte, ob der Flügel obsiegt, der gegen jede Zusammenarbeit mit der FPÖ ist, oder jener, der eine strategische Zusammenarbeit sucht, weil nur so gewisse sozialpolitische Themen durchzusetzen sind.

Zu letzterem Flügel gehört der burgenländische SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der mit der FPÖ noch bis Dezember einen Mindestlohn durchsetzen will, dann aber im Januar vorzeitige Neuwahlen angesetzt hat. Da der burgenländische FPÖ-Vorsitzende Johann Tschürtz vor zwei Jahren ebenso auf Ibiza weilte, ist dieser Kompromiss nicht ohne Risiko.

Was die SPÖ wohl unbedingt verhindern will ist, dem Noch-Kanzler Kurz eine Bühne zu bieten, indem dieser nach der Auflösung der Türkis-Blauen Koalition jetzt ein Expertenkabinett anführen darf. Die steirische SPÖ hat sich deswegen bereits auf einen Misstrauensantrag gegen Kurz festgelegt. Andere, wie die Kärntener SPÖ unterstützen diesen vorsichtig.

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Die Klimaanlage liefert künftig Benzin

In diesem Hotel verfügt jedes Zimmer über eine eigene Klimaanlage Quelle: picture alliance
Sie nennen es das „Crowd oil“-Konzept: Deutsche Wissenschaftler haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem Klima- und Lüftungsanlagen Kohlendioxid aus der Luft fischen können. Daraus lässt sich Treibstoff für Autos und Flugzeuge herstellen.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

Im Oktober 2018 legte der Weltklimarat einen Sonderbericht vor. Darin stellten die Forscher fest, dass sich die angestrebte Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad Celsius nicht mehr allein durch die Reduktion von CO2-Emissionen erreichen lässt. Zusätzlich müssten der Atmosphäre große Mengen von Kohlendioxid entzogen werden. In diesem Jahrhundert müssten zwischen 100 und 1000 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gefischt werden.

Das ist einerseits eine große technische Herausforderung, denn die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist mit derzeit 0,038 Prozent nach wie vor sehr klein. Zum anderen ist noch nicht klar, was man mit dem der Luft entzogenen CO2-Gas denn anstellen soll. Eine Verklappung tief im Erd- oder Meeresboden wird seit Jahren diskutiert.

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Pluto Has a Buried Ocean — And So Might Many Other Worlds

Pluto in Falsch-Farben-Darstellung aus einer Entfernung von 450.000 km aufgenommen. New Horizons Image Credit: NASA/JHUAPL/SwRI
Insulating layers of ‚gas hydrates‘ may keep buried water from freezing solid.

By Mike Wall | SPACE.com

Buried oceans like the one thought to slosh beneath the icy surface of the dwarf planet Pluto may be incredibly common across the cosmos.

A gassy insulating layer probably keeps Pluto’s liquid-water ocean from freezing solid, a new study reports. And something similar could be happening under the surfaces of frigid worlds in other solar systems as well, study team members said.

„This could mean there are more oceans in the universe than previously thought, making the existence of extraterrestrial life more plausible,“  lead author Shunichi Kamata, of Hokkaido University in Japan, said in a statement.

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Großes Sicherheitsaufgebot und Lkw-Sperren beim Kirchentag

Straßensperrungen, Lkw-Verbote, mehr Busse und Bahnen: Der Kirchentag in Dortmund bereitet sich auf rund 100.000 Gäste vor. Tausende Einsatzkräfte werden vor Ort sein. Besucher sollen am besten zu Fuß oder per Rad unterwegs sein.

evangelisch.de

Für die Sicherheit der Besucher beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni in Dortmund sorgen über tausend Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsbehörden. Allein am Eröffnungs- und am Abschlusstag seien jeweils rund 700 Feuerwehrleute und Rettungskräfte vor Ort, teilten Veranstalter und Behörden am Dienstag mit. Zum Sicherheitskonzept gehören auch Straßensperrungen und Lkw-Fahrverbote.

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Flucht aus Norwegen: Staatsaffäre um ein kleines Mädchen

Polen hat einer Frau, die aus Norwegen geflohen ist, Asyl gewährt: Silje Garmo hatte Angst, dass der Staat ihr das Kind wegnimmt.

kath.net

Polen hat einer Frau, die aus Norwegen geflohen ist, Asyl gewährt. Silje Garmo hatte Angst, dass der Staat ihr das Kind wegnimmt. Der Fall, der schon zwei Jahre zurückliegt, wird jetzt von der „Zeit“ thematisiert. Laut der Zeitung ist der Fall sehr einmalig, weil Polen normalerweise kaum Asyl gewährt. In dem Fall wurden aber laut dem polnischen Staat in Norwegen Menschenrechte verletzt. Garmo lebt inzwischen in der Nähe von Warschau. Die Mutter richtet schwere Vorwürfe an Norwegen. Der norwegische Staat habe sie erpresst und bedroht. Sie habe keine andere Wahl gehabt. In der Kritik steht der norwegische Kinderschutzdienst Barnevernet, der laut Garmo das Leben ihrer Familie zerstört habe. Dieser wollte ihr das Baby ohne Anlass und ohne Grund wegnehmen. „Diese Behörde macht, was sie will“, erzählt sie gegenüber der „Zeit“. Der Kinderschutzdienst steht seit Jahren in der Kritik. Immer wieder behaupten Eltern, dass ihnen ohne Grund oder wegen Nichtigkeiten die Kinder weggenommen wurden. 2016 gab es in Oslo sogar eine Demonstration von Eltern gegen die umstrittene staatliche Organisation, auch 170 Psychologen, Anwälte und Sozialarbeiter protestierten damals in einem offenen Brief.

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„Chemiefirmen kommen ihren Verpflichtungen nicht nach“

Chemiker bei der Arbeit Bild: Imago
Die Kritik an der Chemikalienzulassung in der EU reißt nicht ab. Umweltschützer nennen Unternehmen wie BASF, Bayer oder Merck. Die Branche reagiert prompt.

Von Bernd Freytag | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer Chemikalien in der Europäischen Union herstellt oder in die Europäische Union importiert, muss diese zuvor bei der Europäischen Chemikalienagentur Echa in Helsinki registrieren lassen. „Keine Daten, kein Markt“, lautet der Tenor der 2007 ins Leben gerufenen europäischen Chemikalienrichtlinie Reach.

Zum Jahreswechsel  wurde die Registrierungsphase offiziell beendet, nun sollte  es eigentlich darum gehen, strittige Chemikalien auf Antrag neu zu bewerten. Eine solche Überprüfung könnte zu einer Zulassungspflicht führen, einer Beschränkung der Produktion bis hin zu einem Verbot. Dafür allerdings müssten die Registrierungen vollständig sein: alle Daten vorliegen, um potentielle Risiken einschätzen zu können.

Allerdings: Nach Meinung von Kritikern ist das noch nicht immer der Fall. Zahlreiche Chemikalien würden als ordnungsgemäß registriert gelten und in großen Mengen auch in Alltagsprodukten eingesetzt, obwohl wichtige Daten zur Überprüfung ihres Gefahrenpotenzials gar nicht vorlägen, erklärte die Umweltorganisation BUND an diesem Dienstag. Obwohl etliche Unternehmen ihren Verpflichtungen nicht nachkämen, blieben Sanktionen aus.

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Theologe Bielefeldt: Kopftuchverbot an Schulen unverhältnismäßig „Platz für Religionsfreiheit“

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Österreich hat ein Kopftuchverbot an Grundschulen beschlossen. Ein Verbot stehe aus Sicht des Theologen und Experten für Menschenrechte, Heiner Bielefeldt, in keinem Verhältnis. Schule soll ein Ort für Religionsfreiheit sein.

DOMRADIO.DE

Der Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt hält ein Kopftuchverbot an Schulen für unverhältnismäßig. „Die rund neunjährigen Mädchen, über die wir hier reden, sind eine kleine Gruppe, und wir sollten nicht überreagieren“, sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Ein Gesetz, wie es in Österreich jetzt für Grundschulen beschlossen wurde, sei nicht angebracht. Gerade in der Schule könnten Kinder und Jugendliche die weltanschauliche Neutralität und positiven sozialen Umgang miteinander einüben.

Entfaltung der Religionsfreiheit

„In der Schule muss Platz für Religionsfreiheit sein, und die Kinder müssen diese auch entfalten können“, forderte der Wissenschaftler weiter. Dazu gehöre auch, dass nicht ausschließlich die Symbole einer Religion in der Schule vertreten seien. Religion gehöre zum Leben dazu, so Bielefeldt: „Ich lehne es aber ab, dass junge Mädchen ein Kopftuch tragen müssen, denn eigentlich soll es in Freiheit getragen werden.“

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Sind Raben empathisch?

Soziale Vögel: Raben zeigen Ansätze von Empathie. © MriyaWildlife/ istock
Emotionale Übertragung: Auch Raben lassen sich offenbar von den Emotionen anderer anstecken. Wie Experimente zeigen, schätzen die Vögel eine Situation pessimistischer ein, wenn sie zuvor einen frustrierten Artgenossen beobachtet haben. Dies könnte ein Beleg für emotionale Ansteckung bei den Tieren sein – eine wichtige Voraussetzung für die Fähigkeit zur Empathie.

scinexx

Raben sind äußerst intelligente Vögel: Sie können zählen, Werkzeuge nutzen und sogar vorausschauend planen. Noch ausgeprägter aber ist ihre soziale Intelligenz. Die in komplexen, sich ständig verändernden Verbänden lebenden Vögel wissen sehr genau, wer welchen sozialen Rang bekleidet und mit wem sich eine Teamarbeit lohnt. Doch sind die Tiere auch zur Empathie fähig?

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„Gemeinwohlatlas“ stellt katholischer Kirche schlechtes Zeugnis aus

Bild: © dpa/David Ebener (Symbolbild)
Welche Institutionen tragen in Deutschland am meisten zum Gemeinwohl bei? Dazu wurden rund 12.000 Menschen befragt. Das Ergebnis ist für die katholische Kirche als Ganze desaströs. Eine katholische Organisation schaffte es aber in die Top Ten.

Von Alexander Riedel  | katholisch.de

Platz 102 von 137: Die römisch-katholische Kirche trägt nach Meinung der Deutschen im Vergleich der wichtigsten Institutionen des Landes eher wenig zum Gemeinwohl bei. Die Abstände zum in der Rangliste des „Gemeinwohlatlas 2019“ direkt dahinter folgenden Deutschen Fußball-Bund sind äußerst gering. Danach kommen neben weiteren Fußballverbänden und auch -vereinen noch Unternehmen wie Deutsche Bank und Commerzbank, Volkswagen oder Facebook, Twitter und Instagram. Vorgestellt wurde die Umfrage am Dienstag in Berlin.

Auf den oberen Rängen finden sich die Feuerwehr und zahlreiche Hilfs- und Rettungsorganisationen wie das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz wieder. Unternehmen wie Carl Zeiss, die Drogeriemarkt-Kette dm und Miele landen – als beste privatwirtschaftliche Vertreter – in den 30ern.

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