„Chemiefirmen kommen ihren Verpflichtungen nicht nach“


Chemiker bei der Arbeit Bild: Imago
Die Kritik an der Chemikalienzulassung in der EU reißt nicht ab. Umweltschützer nennen Unternehmen wie BASF, Bayer oder Merck. Die Branche reagiert prompt.

Von Bernd Freytag | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer Chemikalien in der Europäischen Union herstellt oder in die Europäische Union importiert, muss diese zuvor bei der Europäischen Chemikalienagentur Echa in Helsinki registrieren lassen. „Keine Daten, kein Markt“, lautet der Tenor der 2007 ins Leben gerufenen europäischen Chemikalienrichtlinie Reach.

Zum Jahreswechsel  wurde die Registrierungsphase offiziell beendet, nun sollte  es eigentlich darum gehen, strittige Chemikalien auf Antrag neu zu bewerten. Eine solche Überprüfung könnte zu einer Zulassungspflicht führen, einer Beschränkung der Produktion bis hin zu einem Verbot. Dafür allerdings müssten die Registrierungen vollständig sein: alle Daten vorliegen, um potentielle Risiken einschätzen zu können.

Allerdings: Nach Meinung von Kritikern ist das noch nicht immer der Fall. Zahlreiche Chemikalien würden als ordnungsgemäß registriert gelten und in großen Mengen auch in Alltagsprodukten eingesetzt, obwohl wichtige Daten zur Überprüfung ihres Gefahrenpotenzials gar nicht vorlägen, erklärte die Umweltorganisation BUND an diesem Dienstag. Obwohl etliche Unternehmen ihren Verpflichtungen nicht nachkämen, blieben Sanktionen aus.

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