Die Quelle einer verbotenen ozonzerstörenden Substanz wurde identifiziert – sie befindet sich in China


In den Perlmuttwolken der Stratosphäre, hier über der McMurdo-Forschungsstation in der Antarktis, findet der Ozonabbau statt. (Bild: Alan R. Light / CC-BY 2.0)
Die Hauptverantwortlichen für die neuerliche Emission einer industriell hergestellten Substanz, die die Ozonschicht angreift, sind zwei Provinzen in Ostchina. Doch die entscheidenden Hinweise haben Forscher nicht von dort erhalten.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Frühere Recherchen einer Umweltorganisation hatten bereits darauf hingedeutet. Doch erst jetzt liegt ein sauberer wissenschaftlicher Beleg vor: Demnach wurde in den letzten Jahren im Osten Chinas weiterhin eine ozonzerstörende Substanz namens «Trichlorfluormethan» freigesetzt, die eigentlich längst verboten ist. An der Studie eines internationalen Teams, die jetzt im Wissenschaftsmagazin «Nature» veröffentlicht wurde, wirkten unter anderem Stefan Reimann und Stephan Henne von der Forschungsanstalt Empa in Dübendorf mit.

Die verbotene Substanz zählt zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die zum Ozonabbau und somit zur Entstehung des Ozonlochs über der Antarktis beitragen. Da die Ozonschicht vor der UV-Strahlung schützt, war im Montrealer Protokoll von 1989 und in den Nachfolgeabkommen die Einstellung der FCKW-Produktion beschlossen worden. Seit 2010 gilt das Verbot auch für Entwicklungsländer.

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