Wie die katholische Kirche das Grundgesetz beeinflusste: „Meine Herren, dazu wird die Kirche nie ja sagen!“


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Heute vor 70 Jahren wurde das Grundgesetz unterzeichnet. Bei der Erarbeitung des Textes nahm die katholische Kirche erheblichen Einfluss – mit Hilfe bischöflicher Eingaben und Lobbyarbeit im Parlamentarischen Rat. Als das nur teilweise klappte, drohten die Bischöfe mit einem Veto.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Provisorien können manchmal erstaunlich langlebig sein. Kaum etwas illustriert diese Tatsache besser als das deutsche Grundgesetz. Obwohl eigentlich nur „für eine Übergangszeit“ – so die ursprüngliche Formulierung in der Präambel – konzipiert, hat es mittlerweile sieben Jahrzehnte überdauert. Längst ist aus dem nur als vorläufig geplanten Verfassungstext das zentrale Fundament der deutschen Demokratie geworden. Vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde das Grundgesetz unterzeichnet, mit Ablauf desselben Tages trat es in Kraft.

Begonnen hatten die Arbeiten an dem Text neun Monate zuvor im Museum Alexander Koenig in Bonn. Aufbauend auf dem Verfassungskonvent von Herrenchiemsee und den dort entwickelten Grundsätzen eines demokratischen und föderalen Rechtsstaats starteten die 65 Mitglieder des Parlamentarischen Rats – darunter vier Frauen – am 1. September 1948 damit, eine neue Verfassung auszuarbeiten. „Wir beginnen mit dieser Arbeit in der Absicht und dem festen Willen, einen Bau zu errichten, der am Ende ein gutes Haus für alle Deutschen werden soll“, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Karl Arnold (CDU).

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