„Judensau“ darf hängen bleiben

Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66
Die Spottplastik „Judensau“ muss nicht von der Fassade der Wittenberger Stadtkirche entfernt werden. Das Landgericht Dessau-Roßlau wies eine entsprechende Klage ab.

evangelisch.de

Eine Berufung zum Oberlandesgericht Naumburg ist laut Gericht möglich. Geklagt hatte Michael Düllmann, ein Mitglied der jüdischen Gemeinde in Berlin. Er sieht sich durch die Skulptur in seiner Ehre verletzt. Vertreter der Prozessbeteiligen waren zur Urteilverkündung nicht erschienen.

Richter Wolfram Pechtold erklärte, es bestehe kein Beseitigungsanspruch seitens des Klägers. Auch liege keine von der evangelischen Gemeinde ausgehende Beleidigung im Sinne des Strafgesetzbuches vor. Das Vorhandensein der Plastik könne nicht als Kundgabe der Nichtachtung oder Missachtung gegenüber in Deutschland lebenden Juden verstanden werden, erklärte der Richter.

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Transhumanismus: „Das sind alles sehr schlaue Leute“

In Fulda sprach der Labormediziner und Lebensrechtler, Professor Paul Cullen, über die Gefahren, die von der Neo-Religion des Transhumanismus ausgehen.

Von Stefan Rehder | Die Tagespost

Der Vorsitzende der „Ärzte für das Leben“, Professor Paul Cullen, hat eindringlich vor dem Transhumanismus gewarnt. Auf Einladung der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) und der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA) sprach Cullen am vergangenen Freitag vor knapp 200 Zuhörern im VHS-Forum im Kanzler-Palais in Fulda. Der Vortrag mit anschließender Diskussion stand unter dem Titel „Mensch 2.0 – Homo Perfectus? Von Retortenbabys, Mischwesen und Cyborgs“.

Transhumanisten strebten danach, die „anthropologischen Grenzen des Menschen“ mit Hilfe der sogenannten GRIN-Technologien „zu überwinden“ und neue, „posthumane Wesen“ zu schaffen, erklärte Cullen. GRIN ist ein aus Anfangsbuchstaben gebildetes Akronym und steht für die Wissenschaftszweige Genetik, Robotik, Informationstechnologie und Nanotechnologie. Im Transhumanismus, den Cullen als eine „Neoreligion“ kennzeichnete, „die sich der Sprache der Wissenschaft bedient“, habe „der Mensch, wie wir ihn kennen, am Ende keinen Platz mehr“. Kurzfristige Ziele des Transhumanismus seien die Verlängerung der Lebenserwartung, die Steigerung menschlicher Intelligenz sowie die Überwindung physischer und psychischer Grenzen. Mittelfristig strebten Transhumanisten nach der Verschmelzung von Mensch und Maschine. Langfristig gehe es um das Erreichen von Unsterblichkeit.

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Widerstand gegen 5G-Antennen: Der Teufel soll von der Kirche ferngehalten werden

Der Kirchturm von Alpnach soll für Handy-Antennen tabu bleiben. (Bild: PD)
Kirchtürme sind ideale Standorte für 5G-Mobilfunkanlagen. Doch die Gemeinden wehren sich – nicht nur aus Angst vor der Strahlung.

Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Über 90 Meter ragt der Turm der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Alpnach in den Himmel und gehört damit zu den höchsten Kirchtürmen der Schweiz. Ausgerechnet in diesem symbolträchtigen Gebäude will Swisscom eine neue 5G-Mobilfunkantenne installieren. Die Sache scheint geritzt, als der Kirchgemeinderat im September 2018 einen Vertrag mit dem Provider abschliesst. Doch die Pläne sorgen für einen Aufstand im Obwaldner Dorf.

Möglicher Missbrauch für Produktion von Kriegsmaterial

«Die 5G-Technologie kommt. Das können wir nicht verhindern. Doch es ist nicht Sache der Kirche, dafür Hand zu bieten», erklärt Hans Wallimann. Sein Widerstand trägt im wahrsten Sinn des Wortes religiöse Züge. Der 63-jährige Elektromechaniker will es dem Kirchenrat mit einer Einzelinitiative verbieten, Mobilfunkanlagen auf dem Grundstück der Pfarrei zu errichten. Wallimann hat keine Angst vor der Strahlung. Er macht an der Kirchgemeindeversammlung, die über die Initiative entscheidet, ethische Gründe geltend. Mit der 5G-Technologie könne beispielsweise von der Schweiz aus Kriegsmaterial in anderen Ländern produziert werden. Zudem sei keineswegs garantiert, dass Swisscom langfristig in Schweizer Hand bleibe und den Zugang zum Turm ermögliche.

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Menschenaffen erstmals beim Fang und Knacken von Reptilien beobachtet

Ein Schimpanse mit seiner gepanzerten Beute. © Erwan Théleste
Gepanzerte Beute: Schimpansen machen offenbar auch Jagd auf Schildkröten. Dieses bisher unbekannte Verhalten haben Forscher nun erstmals bei einer Gruppe aus Gabun beobachtet. Demnach wenden die Menschenaffen eine gezielte Schlagtechnik an, um den Panzer ihrer Beute zu knacken und an das schmackhafte Fleisch im Inneren zu gelangen. Wahrscheinlich muss diese raffinierte Methode von Jungtieren lange geübt und trainiert werden, wie das Team vermutet.

scinexx

Schimpansen haben einen abwechslungsreichen Speiseplan. Das Nahrungsspektrum unserer engsten Verwandten reicht dabei von Früchten und Blättern bis hin zu Samen und Honig. Auch Fleisch fressen sie hin und wieder. Um an begehrte Leckereien zu gelangen, haben die Menschenaffen dabei raffinierte Strategien auf Lager. So brechen sie Termitenhügel mit Stöcken auf, knacken Nüsse mit Steinen oder treiben Buschschweine und Waldantilopen in Gruppenarbeit in die Enge.

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AfD-Abgeordnete offenbar mit Diplomatenpässen auf Krim eingereist

Sie könnten damit gegen eine deutsche Verwaltungsvorschrift für Amtsträger verstoßen haben. Die ukrainische Krim-Halbinsel ist von Russland annektiert.

Die Presse.com

Drei AfD-Abgeordnete haben einem Medienbericht zufolge bei einem Besuch eines Wirtschaftsforums auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im April zur Einreise ihren Diplomatenpass genutzt. Dabei hieß es offiziell, dass es sich um eine Privatreise handelte, berichtete die deutsche „Bild“-Zeitung.

Der AfD-Politiker Udo Hemmelgarn bestätigte der Zeitung: „Ich bin ohne Visum eingereist und habe bei Ein- und Ausreise meinen Diplomatenpass benutzt.“ Auch zwei weitere AfD-Abgeordnete sind nach „Bild“-Informationen mit ihrem Diplomatenpass eingereist.

Pässe nicht für Privatreisen gültig

Damit könnten sie nach Angaben der Zeitung gegen die deutsche Verwaltungsvorschrift für Amtsträger verstoßen haben. Diese lege fest, dass amtliche Pässe nur zur Wahrnehmung dienstlicher Aufgaben außerhalb des Geltungsbereichs des Passgesetzes ausgestellt werden – aber eben nicht für Privatreisen.

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Snowden: „Kriegserklärung an den Journalismus“

Bild: Pixabay.com
Das US-Justizministerium beschuldigt Assange zusätzlich mit 17 Straftaten mit jeweils einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis. Es soll ein Exempel statuiert werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es war zu erwarten, dass das US-Justizministerium Julian Assange nicht nur wegen Verschwörung zum Einbruch in die Computersysteme anklagen würde, wie bislang bekannt geworden ist. Darauf stünde eine Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis. Zu vermuten war, dass man es Großbritannien oder Schweden erleichtern wollte, Assange auszuliefern. Verwunderlich ist, dass nun schon vor der Auslieferung 17 weitere Anklagen nachgeschoben werden. Assange, so wird gesagt, sei beteiligt an einer der größten Verletzung von Geheimdokumenten in der amerikanischen Geschichte.

Eine Grand Jury hat gestern Assange angeklagt, 18 unterschiedliche Straftaten begangen zu haben, 17 der Straftaten sind neu, meist mit dem Spionagegesetz aus dem Ersten Weltkrieg verbunden. Jede der neuen Straftaten kann mit 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Assange habe als Komplize mit Chelsea Manning kooperiert, um als geheim eingestufte Dokumente gesetzeswidrig zu erhalten und zum Schaden der USA oder zum Vorteil einer ausländischen Macht zu veröffentlichen. Assange habe in Echtzeit mit Manning bei der Übermittlung der Daten kommuniziert und Manning bestärkt, in das Pentagon-Netzwerke zu hacken.

Als Vorwurf wird Assange gemacht, dass mit den Dokumenten auch die Namen von Quellen veröffentlicht wurden, die Informationen an die US-Streitkräfte gegeben haben, was die nationale Sicherheit der USA und die Informanten gefährdet habe. Beteuert wird, dass Assange als unschuldig gilt, solange seine Schuld nicht bewiesen wurde. Die rhetorische Formulierung müsste sich dann eigentlich auch auf die Auslieferung auswirken. Kann man Unschuldige ausliefern? Müssten die USA also die Beweise nicht vorlegen? Vermutlich soll diese Chelsea Manning liefern, die als Zeugin in Beugehaft genommen wurde (Chelsea Manning erneut in Beugehaft, um Aussage gegen Assange zu erzwingen). Über die Beugehaft hinaus muss sie nach dem Richter ab dem 30. Tag, an dem sie nicht aussagt, pro Tag 500 US-Dollar zusätzlich an Strafe zahlen. Nach 60 Tagen wird die Strafe auf 1000 US-Dollar pro Tag erhöht.

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Masern: „Gefahr besteht eher im Waldorfkindergarten“

Der Impfpass soll mittelfristig durch einen E-Pass ausgetauscht werden. Quelle: dpa-infocom GmbH
Die Zahl der Masernerkrankungen hat sich 2018 in Europa verdreifacht. Bei der Nationalen Impfkonferenz geht es deshalb um eine Impfpflicht und Migration. Hamburgs Senatorin findet dazu klare Worte.

Von Dennis Betzholz | DIE WELT

Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich bei der Nationalen Impfkonferenz für eine Impfpflicht ausgesprochen. Beide Bundesländer unterstützen grundsätzlich den Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), „nur über Details werde man noch reden müssen“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Es sei allein schon deshalb richtig, eine Impfpflicht bundeseinheitlich zu regeln, so Prüfer-Storcks, „da wir immer noch keine Immunisierung von 95Prozent der Bevölkerung geschafft haben“. Diese Marke sei allerdings nötig, damit sich Masern nicht weiter ausbreiten können.

Der Zeitpunkt der Impfkonferenz, die am Donnerstag und Freitag im Hamburger Besenbinderhof stattfindet, hätte wahrlich nicht besser sein können. Die Debatte über den Vorstoß Spahns beschäftigte auch die vielen Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie, Ärzteschaft und Verbänden.

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Why Is the Pentagon Interested in UFOs?

In this screenshot, you can see what may be an „anomalous aerial vehicle.“ (Image: © To the Stars Academy of Arts & Science )
U.S. Navy pilots and sailors won’t be considered crazy for reporting unidentified flying objects, under new rules meant to encourage them to keep track of what they see. Yet just a few years ago, the Pentagon reportedly shut down another official program that investigated UFO sightings. What has changed? Is the U.S. military finally coming around to the idea that alien spacecraft are visiting our planet?

By Iain Boyd | SPACE.com

The answer to that question is almost certainly no. Humans‘ misinterpretation of observations of natural phenomena are as old as time and include examples such as manatees being seen as mermaids and driftwood in a Scottish loch being interpreted as a monster. A more recent and relevant example is the strange luminescent structure in the sky caused by a SpaceX rocket launch. In these types of cases, incorrect interpretations occur because people have incomplete information or misunderstand what they’re seeing.

Based on my prior experience as a science advisor to the Air Force, I believe that the Pentagon wants to avoid this type of confusion, so it needs to better understand flying objects that it can’t now identify. During a military mission, whether in peace or in war, if a pilot or soldier can’t identify an object, they have a serious problem: How should they react, without knowing if it is neutral, friendly or threatening? Fortunately, the military can use advanced technologies to try to identify strange things in the sky.

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UN fordern Großbritannien zu Rückgabe des Chagos-Archipels an Mauritius auf

Diego Garcia, Hauptinsel bzw.-Atoll von Chagos – NASA
116 Länder stimmten am Mittwoch in der Generalversammlung in New York dafür, dass die Briten ihre letzte Besitzung im Indischen Ozean aufgeben – darunter Österreich. Indes ist dort auf dem Diego-Garcia-Atoll ein großer Militärstützpunkt der USA.

Die Presse.com

Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben in der Generalversammlung per Resolution mehrheitlich Großbritannien aufgefordert, den Chagos-Archipel im nördlichen Indischen Ozean an den Inselstaat Mauritius zurückzugeben. 116 Länder stimmten am Mittwoch in New York dafür, nicht weniger als 56 Staaten enthielten sich.

Dagegen stimmten nur sechs Staaten, nämlich Großbritannien, die USA, Australien, Israel, die Malediven und Ungarn. Unter den Enthaltungen waren etwa Frankreich, Deutschland, Dänemark, Chile, Kanada und Katar. Interessanterweise stimmten nicht wenige durchwegs mit den Briten befreundete Staaten gegen diese, also für die Resolution – darunter Saudiarabien, Norwegen und Österreich.

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Russland profitiert von Irankrise

Der iranische Präsident Hassan Rouhani mit Wladimir Putin im Februar in Moskau. Bild: Kreml/CC BY-SA-4.0
Amerikanischer Druck auf Teheran nutzt dem Kreml. Ein Krieg ist sehr unwahrscheinlich. Moskau wird von allen Seiten umworben

Christian Wipperfürth | TELEPOLIS

Russland besitzt als einziges Land tragfähige bis ausgezeichnete Beziehungen zu allen Akteuren des Nahen und Mittleren Ostens. Präsidenten, Scheichs und Minister geben sich in Moskau fast die Klinke in die Hand. Washington hingegen ist mit seiner Iran-Politik international isoliert und hat sich in eine Sackgasse manövriert. Falls ein Land in der Lage sein könnte, in Krisen zu vermitteln, so wäre es Russland. Es genießt Respekt, trotz aller Interessenunterschiede, gilt als berechenbar, handlungsfähig und grundsätzlich kooperationswillig, ob in Israel, Saudi-Arabien oder dem Iran.

Moskau wird in westlichen Medien mitunter als „Verbündeter“ Teherans bezeichnet. Das ist unzutreffend. Die beiden Länder pflegen enge Kontakte, aber es ist zweifelhaft, ob sie auch nur als „befreundet“ gelten können. Sie nehmen im Fall von Differenzen wenig Rücksicht aufeinander und fechten mitunter harte Konflikte aus. Dies nehmen sie sich nicht übel. So funktioniert Realpolitik.

Inwiefern profitiert Russland vom US-Druck auf Teheran? Um dies weiter zu erläutern, müssen wir zunächst ein wenig Licht in die vielfältigen russisch-iranischen Beziehungen bringen. Wenden wir uns zunächst den Bereichen zu, in denen sich ihre Interessen weitgehend decken.

Moskau und Teheran sehen den Terror im Kaukasus, den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien) oder etwa die Situation in Afghanistan ähnlich. Dies alles sind für Russland sehr wichtige Fragen.

Der Iran spielt nach russischer Ansicht auch in Zentralasien seit fast 30 Jahren eine konstruktive Rolle. Widmen wir uns hierfür einem kurzen Beispiel: Kurze Zeit nach dem Ende der Sowjetunion brach im nunmehr unabhängigen Tadschikistan ein Bürgerkrieg aus. Moskau war mit eigenen Problemen beschäftigt, entschloss sich schließlich aber dazu, die Konfliktparteien unter der Androhung von Gewalt an den Verhandlungstisch und zu einem Kompromiss zu zwingen. Es handelte sich übrigens um einen der weltweit wenigen Fälle einer erfolgreichen friedenschaffenden Mission, die im Westen dennoch kaum wahrgenommen wird. Die Unterstützung durch den Iran spielte eine zentrale und vielleicht unentbehrliche Rolle für die erfolgreiche Vermittlung. Das ist dem Kreml nach wie vor bewusst.

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18 erdgroße Exoplaneten aufgespürt

Ein neuer Suchalgorithmus hat 18 zuvor übersehene Exolaneten entdeckt – alle sind deutlich kleiner als der Neptun. © MPS/René Heller
Versteckte Erdzwillinge: Mit einer neuen Methode haben Astronomen 18 zuvor unerkannte Exoplaneten in den Daten des Weltraumteleskops Kepler aufgespürt. Unter ihnen ist einer der kleinsten bisher bekannten Exoplaneten. Wegen ihrer geringen Größe waren diese Erdzwillinge bisher durch das Raster der Suchalgorithmen gefallen. Forscher schätzen, dass sich noch mehr als hundert weitere unentdeckte Exoplaneten in den alten Kepler-Daten verbergen könnten.

scinexx

Das Weltraumteleskop Kepler war einer der erfolgreichsten „Planetenjäger“ überhaupt: Mehr als 2.600 extrasolare Planeten spürten Astronomen mithilfe seiner Daten auf, darunter den ersten habitablen Erdzwilling, die ersten Sterne mit mehreren Planeten und sogar den ersten Exomond. Das Teleskop zeichnete dafür die Lichtkurven von Sternen auf und spezielle Suchalgorithmen fischten dann die Kurven heraus, in denen eine Abschattung die Passage eines Planeten vor seinem Stern signalisierte.

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Ein Hypermoralist im Hoodie versetzt die CDU in Panik

Ein Youtuber veröffentlicht eine Abrechnung mit den deutschen Christlichdemokraten und erreicht damit fünf Millionen Zuschauer. Die Reaktion der Partei auf die Attacke endet in einem kommunikativen Desaster. So cool, modern und internetaffin wie einige PR-Berater in Berlin-Mitte die CDU gerne hätten, ist diese nicht.

Hansjörg Müller | Neue Zürcher Zeitung

Wer den Medienwandel bis jetzt nicht begreift oder zu verdrängen versucht, erhielt dieser Tage unerbetenen Nachhilfeunterricht: Letzten Samstag stellte ein Youtuber namens Rezo ein 55-minütiges Video mit dem martialischen Titel «Die Zerstörung der CDU» ins Netz. Über fünf Millionen Aufrufe verzeichnete es bis Donnerstagmittag.

Seinen Auftritt hatte der 26-Jährige, der bisher vor allem Musikvideos verbreitete und dabei 1,6 Millionen Abonnenten ansammelte, offenbar akribisch vorbereitet: Mehrere hundert Stunden hatte Rezo nach eigenen Angaben recherchiert, bevor er sich im orangen Hoodie, die blau gefärbten Haare unter einer Dächlikappe hervorlugend, vor die Kamera setzte. Was in schnellem Tempo folgte, war eine 55-minütige Philippika gegen die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel, angereichert mit vereinzelten Seitenhieben gegen SPD und AfD. Nicht er wolle die CDU «aktiv zerstören», so Rezo, dies täten bereits «die Fakten und Tatsachen».

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Märchenstunde mit Franz Alt

Mit der Figur Jesus Christus hat sich der Journalist Franz Alt immer wieder beschäftigt. Vor allem mit der Frage, was er denn heute zu sagen hätte. Er wäre ein großer Störenfried und würde sich massiv einmischen, so seine Überzeugung.

evangelisch.de

Jesus wäre heute nach Ansicht des Autors und ehemaligen Fernsehmoderators Franz Alt (80) „ein großer Lobbyist“. Das sei er auch schon zu Lebzeiten gewesen, „deshalb musste er ja beseitigt werden“, sagte Alt dem Berliner „Tagesspiegel“. Der Harmlose, den die Kirchen aus ihm gemacht hätten, sei er mit Sicherheit nicht gewesen. „Wenn’s ans Geld geht – er hat den Kapitalisten die Tische umgeschmissen -, hört immer jede Freundschaft auf“, sagte Alt.

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Tiefensee warnt bei Sarrazin-Lesung in Erfurt vor Stigmatisierung von Muslimen

Bei der Diskussionsrunde mit Thilo Sarrazin (li., SPD) ergriff auch Wolfgang Tiefensee, SPD-Landesvorsitzender von Thüringen, das Wort. SPD-Landtagsabgeordneter Oskar Helmerich (re.) hatte Sarrazin eingeladen. Foto: Martin Schutt/dpa
Thilo Sarrazin warnt in Erfurt vor einer „demografischen Überwältigung Europas“ durch den Islam. SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee distanziert sich erneut von der Veranstaltung. Er appelliert, die Folgerungen von Sarrazins Texten zu bedenken.

OSTTHÜRINGER Zeitung

Wolfgang sagte Thilo zu Thilo Sarrazin und sagte Oskar zu Oskar Helmerich . Und Thilo sagte Oskar. Und Oskar sagte Thilo und sagte Wolfgang zu Wolfgang Tiefensee , dem Thüringer SPD-Landesvorsitzenden.

Die drei SPD-Mitglieder duzten sich an diesem Mittwochabend, wie Genossen es gern tun – als hätte es den sechswöchigen verbalen Schlagabtausch im Vorfeld der Podiumsdiskussion mit dem vom Parteiausschluss bedrohten SPD-Mitglied Thilo Sarrazin niemals gegeben. Als hätte kein Thüringer Sozialdemokrat den Thüringer SPD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich , den Organisator des Abends, jemals zum Rücktritt aufgefordert, ihm jemals eine rechtspopulistische Gesinnung unterstellt oder ihm die ehemalige AfD-Zugehörigkeit vorgeworfen.

Mehr als 500 Gäste, gut 300 Männer, knapp 200 Frauen, im gut gefüllten Parksaal der Erfurter Steigerwaldstadions erlebten einen unter Personenschutz stehenden Autor des Buches „Feindliche Übernahme“, der keine Sentenz, die er wissenschaftlich belegen zu können behauptet, scheute.

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Päpstliches Weißbuch zu ganzheitlicher Sterbebegleitung – der Pappa kann für seinen Klub reden

Leeres Bett in einem Zimmer in einer Palliativstation © Corinne Simon (KNA)
Angesichts der neuen Debatte um das Verbot organisierter Beihilfe zur Selbsttötung setzt die Kirche auf eine umfassende Palliativversorgung – die auch die Seelsorge umfassen müsse, heißt es. Jetzt gibt es dazu ein sogenanntes Weißbuch.

DOMRADIO.DE

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode kennt nach schwerer Krankheit aus persönlicher Erfahrung, was Leiden bedeuten kann: „…wenn man kein Buch mehr halten kann, wenn man nicht mehr beten kann – wie wortlos man wird“ – und wie angewiesen und zugleich dankbar für jede Zuwendung.

Für den Vorsitzenden der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist das ein Grund mehr, für eine ganzheitliche Begleitung von Menschen in schwerstem Leiden und im Sterben zu werben. Dazu stellte er am Donnerstag in der Berliner Nuntiatur das „Weißbuch PAL-LIFE“ der Päpstlichen Akademie für das Leben vor – passend zum Start des dreitägigen Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Palliativversorgung in der Hauptstadt mit rund 3.000 Teilnehmern aus etwa 100 Ländern.

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