Friedenssymbol „House of One“ sorgt für Zwist


Bild: bb
Christen, Muslime, Juden, alle gemeinsam – das ist die Idee des „House of One“. Doch noch ehe der Bau richtig begonnen hat, gibt es Zerwürfnisse.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Abend im Mai geht die Sonne in Berlin um 20 Uhr 55 unter. Pünktlich hört es auf zu nieseln. Imam Osman Örs, ein dunkelhaariger Mann mit weißer Kopfbedeckung, begrüßt die Gäste: „Das Fastenbrechen ist erst wirklich schön, wenn man es teilen darf“, sagt er. Gott habe die Menschen in Verschiedenheit und Vielfalt geschaffen. Zu seinem Willen gehöre es, dass sie einander kennenlernen und wertschätzen.

„Alle Religionen kennen das Fasten“, schließt ein zweiter Mann an, es ist Gregor Hohberg, hochgewachsen mit runder Brille, evangelischer Pfarrer der Gemeinde St. Petri – St. Marien in Mitte. „Es macht uns innerlich frei für die Verbindung zu Gott.“ Dann stimmt Kantorin Esther Hirsch von der jüdischen Synagogen-Gemeinde „Sukkat Schalom“ einen hebräischen Kanon an: „Hine ma tov“, ein Text aus dem 133. Psalm. Übersetzt in etwa: „Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Schwestern und Brüder einträchtig beieinander wohnen.“ Die Tafel ist gedeckt, Heizpilze wärmen die Körper. Nur noch wenige Minuten. Alle Menschen werden Brüder.

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