UK: Brexit Party stärker als Labour und Tories zusammen


Grafik: TP
Boris Johnson verspricht Ausstieg zu WTO-Konditionen, wenn ihm bis zum 31. Oktober kein besserer Deal mit Brüssel gelingt

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Nigel Farages erst vor kurzem gegründete Brexit Party kann dem derzeitigen Auszählungsstand nach mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent rechnen. Maßgeblich zum Brexit-Party-Erfolg beigetragen haben dürfte neben den misslungenen Ausstiegsversuchen der Tory-Regierung aus der EU der Parteivorsitzende , der in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Bonmots und ihre Verbreitung auf YouTube zum wahrscheinlich europaweit bekanntesten Europapolitiker wurde: Eine Art Franz-Josef Strauß und Herbert Wehner in Personalunion, dem kein anderer Parlamentarier auch nur annähernd rhetorisch Paroli bieten konnte (was freilich auch daran lag, dass viele Parteien nicht ihre charismatischsten Leute nach Brüssel und Straßburg schickten).

Farages alte Partei UKIP, die bei der letzten EU-Wahl 2014 auf 27,5 Prozent Stimmenanteil und 23 Abgeordnete gekommen war, dürfte dem bisherigen Auszählungsstand nach 2019 nur auf drei bis vier Prozent Stimmenanteil kommen, was nicht für ein Mandat reicht. Sie trat unter anderem mit dem YouTube-Star Carl Benjamin alias „Sargon of Akkad“ an, der im Südwesten Englands kandidierte.

Liberaldemokraten ziehen „Remainer“ an und könnten drittgrößte Partei werden

Zweitgrößte Partei könnten mit etwa 20 Prozent Stimmenanteil im Zwischenstand die Liberaldemokraten werden, die 2014 mit ihrer expliziten Befürwortung eines Verbleibs in der EU nur auf mit 7 Prozent der Stimmen alle bis auf einen ihrer elf Europaabgeordneten verloren hatten und hinter die Grünen zurückgefallen waren. Letztere konnten 2019 mit einer ähnlichen Remainer-Position wie die LDP ihr Ergebnis von acht auf wahrscheinlich etwa zwölf Prozent verbessern.

weiterlesen